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Der Israelit · 1938-08-04 · Heft 31 (4.8.1938) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 31 (4.8.1938)
Date
1938-08-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Der 7 I s r a e 1 i" t A Nr. 31 Seite 7 der Na&irforschung. „ins Innere der Dingel Gar Viele betrachten das Zeitalter der nur äußerlichen ^Beobachtung . einzelner Natur- und Lebenserscheinungen i als abgeschlossen. Die Aufgabe v Heutigen 'Forschens sieht Mancher im Vorstoß *zum „Kern der Dinge", zu dein auch eine noch so „vollständige" Reihe von ] obachtungen-; nicht führen kann. Man mag sich hierdurch an gnostische und sonstige mystische „Wesensschau", erinnert fühlen; — selbst dieses Wort ist hier nicht vermieden. -Es wird erkennbar, daß die wissenschaftliche Aufrichtigkeit und Gewissenhaftigkeit der Tatsacbenforscher der bisherigen Epoche auch hier volle Anerkennung findet. Hiermit schützt sich diese neue Richtung vor dem Zerfließen ins Nebelhafte, dem Geschick der Schelling'schen Hypothesen.* Den Weg zur jüdisch überlieferten Lehre hat diese Schule vielleicht gesucht; auf diesem Wege aber hat sie offensichtlich die oben genannte Goldberg-Unger'sche Forscherschule in Nebenbereiche geleitet. Es ist nicht ihre Schuld, daß sie den Weg zu den Quellen jüdischer Weltbiologie nicht so gefunden hat, wie es etwa die Bekenner der Ueberlieferung sich und ihr wünschen; eine ausletzterem Kreise stammende Einführung in jene Gebieie fehlt vorerst ganz. Ich mochte aber auch die überlieferungstreue Forscherschaft nicht dafür anklagen, daß dieses Gebiet von ihnen noch nicht bearbeitet ^wurde. Die Ueberlieferung nämlich fußt auf Fakten, textlichen Gegebenheiten, und sie kann und will, wenn überhaupt, dann nur auf Fakten sich vernunftgemäß stützen. Aller Bann der Synagoge gegen Wissenschaft trifft immer die S p-e k u 1 a t i o n; die beobacht ende Wissenschaft, früher war dies nur die ärztliche, — blieb vor dieser Verfehmung Verschont, Dies, und nicht gesundheitliche Angst, war der Grund dieser Ausnahme. Gibt es nun in der modernen Biologie einen durch Fakten des Weltgeschehens stützbaren Bau? E r ist wohl d a , aber er hat noch nicht eine Atmosphäre geschaffen, in der er das Fundament für andere, zu stützende Gedanken werden könnte. Wer sich darin ver*- tieft, wird sehen, daß hier eine ganz areligiöse Forscherschule „neuen Sinn in der alten Weis^ heit von der Erschaffung des Menschen durch ein denkendes Wesen" findet; — aber wer hat das gelesen, und wer kanndas lesen? — Vieli leicht war es daher eine ganz glückliche Idee des Rabbiners M ü n k , Ansbach, alle diese Gegenüberstellungen vorerst außerachtzulassek und zunächst einmal uns lauschen zu lassen, was ZU allen solchen Fragen der Weltbeseelung die innerste Ueberlieferung Israels sagt. III. Wir hätten also, nach dem Kämpfer und nach dem Sammler, zudritt noch dem Säm an n zu folgen. Seine Saat werden vielleicht wir Heutigen nicht mehr voll aufgehen sehen. Selbst im engsten Gesinnungsgenossenkreise ist sie verschieden beurteilt worden. Man weiß es' 'aus den entsprechenden Zeitschriften, man ahnt es aus den; Geleitworten. Man hört hier nicht wie in der heutigen- Bioanalyse wn Spannungen und' Gegenspannungen,; wohl aber von einem ,yFörschtingsgangi von : inneru nach außen",- von Weltseele mehr als von Weltgleichung. Mit dem vor 15 Jahren erschienenen Schriftchen „Einführend in die Philosophie der Bibel" des Oheims des Verfassers stimmt die Schrift >,,Or Olam" des Neffen im völligen Verzicht aüfr Verglgiche'itoit anderen5 jüdischen und außer jüdisch eh-* Weltbildern überein,, sie ist hierin noch konsequenter^ indem hier auch die rein denkgeset^lichß, Ableitung fehlt, und. allein die ^innere Entwicklung der. Gedanken zu '^rt kommen, die nun, einmal den Nameii, „kat^alis«- tisch" tragen. W£e, der Bekenner des uhb^dingten E^inzigkeits^laubens sich die bunte Mannigi'alttgkeit der" vorstellt, — diese'). Frage alUijk gibt schpn -4eh „kabnalistischen"\TJrrtersuchungen Thema und Ziel. Man gerät 'in r der Munk'scheh Schrift^ so' in den Bann dei;'überlieferten Lehre, daß man Vergleiche mit außenstehenden Systemen auch dann abweisen möchte, wo sie sich aufdränge^ wie in der Idee der Aulspaltung der'Welt in Kontrastpa&r$ Man .wagt die Namengebüng „Weltbiologie'V aueE: da nichts auszusprechen^;wo sie aus '-, gliäiende|- Bilderfülle hervorleuchtet. Urzeitliche Gedanken; in heutige Sprache^ heutige Grammatik und. Vokabeln gedrängt und Weiter nichts? Das. warjä unlohnend und gehörte wiederum iri> eirie Eife^ raturgeschichte, und-sei es in eine der KäbbÄa.; Nein;; es/sind die alten Ideen» in' unserer Derjte Und Sprechweise. Sie sind nicht in wenigen Andeutungen an uns mit unserem Epigonenkopf zu bringen; wir bedürfen nun .-einmal langatmiger und dabei anregender Auseinandersetzungen über Ideen, die unseren Vorfahren angeborene Himmelsblicke waren; wir bedürfen ihrer, und sie werden uns hier g e boten. Der Weltle.hr e des Buches schließt sich eine G ' t_t e s 1 e h r e an, die in wesentlichen Punkten schon in des Verfassers Artikelserie über „die g'ttlichen Attribute" im Jeschurun 1922 vorgezeichnet war, hier aber mit einer religiösen Innigkeit vorgetragen ist, die nur noch von der sprachlichen Vollendung des Ganzen übertroffen wird. Zugrundegelegt ist das stark logisch durchgearbeitete System Cor'dov er o s. Die schwer faßbaren frühkabbalistischen Ideen sowie die aphoristisch überlieferten Gedanken des ARJ treten in den Hinergrund. Das macht das Unternehmen dem heutigen Geiste zugänglicher. Um dem Werke gerecht zu werden, darf man etwa im Kapitel „Israel" nicht eine jüdische Nuance des Sündenfallgedankens vergleichend herausstellen wollen, sondern muß versuchen, sich durch die Worte und Lehren dieses Kapitels im eigenen Inneren an- und aufgerufen zu fühlen. Nur so wird es gelingen, dem Optimismus beizupflichten, mit dem hier erwartet wird, „daß die Menschheit sich trotz aller Rückschläge und Enttäuschungen langsam, aber stetig der monotheistischen Wahrheit der Thora nähert .... ." Eine solche Lehre kann im Gebote des Opfers nur den Weg sehen, auf dem der Mensch die Materie zu G'tt erhebt, — und kann wiederum in allen Geboten, die unser irdisches Leben regieren, nur die Wege sehen, auch dieses Leben zu einem solchen steten Opfer umzugestalten. Wenn G'ttgehorchen die große Wirkung hat, die. Weltharmonie zu stützen, — Sünde die Gewalt sie zu stören, — dann ist das in der thoragebotene Sündopfer Wiederherstellung ,der Gestörten. — Auch der Sabbat und die geheiligten Zeiten fügen sich zwanglos in dieses Weltbild, und wenn wir den Einzelheiten nachgehen, — gegen die aus dem Buche strömende Heiligkeit uns sperren und ganz kritisch weltkundlich alle seine Sätze prüfen, — dann, gerade dann werden. wir von Erinnerungen an Dinge geradezu Seite für Seite verfolgt, die in der heutigen Weltbetrachtungsweise nicht erikanni» ajber0 mehr als deutlich erahnt werden. §J7ir sehen Licht ..gesät rund ahnen als Ernte das Aufleuchten der Zeit, in der sich die im Dunkel der Qegenwart .geführten, Kämpfe in Versöhnung der Menschen und ihrer Denkweisen auflösen j Korrespondenzen« g ^De^s^^s^R^eii. n m . . .". >-Kennkarten lüjr Juden, Berlin, 1. August;; ii Im Rei.chsgesetzblatt vom 26. Juli 1938 ist :eine Verordnung .über,; die Einführung , eines a 1 Ig e in e ih e n " p all z e ij l'i c h e nL'_ I rii a h d aln s w e is es £nthä}ten,; '.die'"' am* 1/ Oktober 1938^ in Kraft tritt. 'Nach'dieser Verordnung wird als allgemeiner, palbze't,- licher Inlandsausweis .eine;K e.nn|k arte eingeführt, i <■> Der Reifihsminister, des Innern ,hat im Einvernehmen mit dem Reichsjüstizministef ' in einerk dritten Bekanntmachung bestimmt, daß Juden (§5 der ersten Verordnung zum .ReichsbürgergesetZ vom 14. November 1935), die deutsche Staatsarigehörige^sind, . unter Hinweis auf ihre - Eigenschaft als Jude : b is v z'u m 31. D e z e m bie »11938 bei der zuständigen Polizeibehörde die Ausstellungeiner Kennkarte zu -b e a n t r a g e n haben. VFür-.' Juden, die-", nach ' dem Inkrafttreten dieser Bekanntmachung geboren;werrden, ist der Antrag innerhalb;von drei Monaten nach der. Geburt zu stellen. ..J ü d e n über 1*5 Jahre ''.haben sich, sobald sie^eihe Kennkarte erhallten haben, /auf amtliches Erfordern jj-e d e r z e i t übefc^ihre Person durch ihre Kennkarte a u s z u w e ise n. Sie haben, sobald sie eine 'Kennkarte erhalten haben, bei Anträgen, die sie an amtliche oder parteiamtliche Dienststellen richten, unaufgefordert auf ihre Eigenschaft als Jude hinzuweisen, sowie Kennort und Kennummer ihrer Kennkarte anzugeben oder, fails die Anträge mündlich gestellt werden, unaufgefordert ihre Kennkarte vorzulegen. Das gleiche gilt für jede Art von Anfragen und Eingaben, die Juden •an amtliche oder parteiamtliche Dienststellen richten, sowie bei der polizeilichen Meldung. Wird' ein Jude bei derartigen Anträgen und Eingaben durch eine dritte Person vertreten, so hat der Vertreter unaufgefordert auf die Eigenschaft des Vertretenen als Juden hinzuweisen, sowie Kennort und Kennnummer des Vertretenen anzugeben. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen sind als besonders schwere Fälle im Sinne der Strafrjestimmungen der Verordnung über die Einführung von Kennkarten anzusehen. Umbenennung jüdischer Straßennamen. Berlin, 2. August. Der Reichsminister des Innern hat angeordnet, daß sämtliche nach Juden und jüdischen Mischlingen ersten Grades benannten Straßen oder Straßenteue unverzüglich umbenannt werden sollen. Bestehen Zweifel darüber, ob jemand als Jude oder jüdischer Mischling ersten Grades anzusehen ist, so soll die Reichsstelle für Sippenforschung um entsprechende Auskunft ersucht werden. Die Straßenschilder mit jüdischen Namen dürfen nicht, wie dies sonst bei Straßenumbenennungen üblich ist, noch längere Zeit neben den neuen belassen^werden, sie sollen vielmehr gleichzeitig mit der Anbringung der neuen Schilder entfernt werden. Trachtenverbot für Juden im Lande Oesterreich. Wien, 1. August. Das Amt der Kultusgemeinde für Jugendfürsorge macht darauf aufmerksam, daß Juden das Tragen von ländlichen Trachten und einzelner Teile von solchen verboten ist und bestraft wird. Einreisezertiiikate bei der Kultusgemeinde. Wien, 3. August. Von der Kanzlei der Kultusgemeinde wird ge« , schrieben; Es ist das Gerücht verbreitet, daß bei der Israelitischen Kultusgemeinde Einreisezertiiikate für Australien und andere Länder zur Verfügung stünden. Dieses Gerücht ist vollkommen unbegründet. Richtig ist lediglich, daß für eine' sehr beschränkte Anzahl freier Arbeitsplätze in Australien Anmeldungen hoch qualifizierter Spezialarbeiter . entgegengenommen wurden. Diese Anmeldungen sind bisher in derart großer Zahl eingelaufen, daß weitere Vormerkungen nicht mehr entgegengenommen werden können. Es sind daher Vorsprachen in dieser Angelegenheit vollkommen zwecklos. Die Einreise nach Ka na d a ist seit 1931 generell gesperrt. Derzeit besteht nur eine Einreisemöglichkeit für Landwirte mit Kindern, die eine zehnjährige landwirtschaftliche Tätigkeit und den Besitz von. 1000 Dollar ■■ in Canada nachweisen können, und für Kapitalisten mit einem Barbesitz von i'O/OOO Dollar in Canada. Ueber die Art der beabsichtigten wirtschaftlichen 'Tätigkeit müssen Erklärungen abgegeben werden. Zur Einreise;nach. B e I g i s c h,.- K o n g o (Ruanda Urundi) ist ein .gültiger Paß mit dem Visum des belgischen Konsulates, ein ärztliches Attest und ein Sittenzeugnis notwendig. Alle Dokumente müssen durch das Konsulat legalisiert werden. Personen, die einen Passierschein des Kolonial-Ministeriums " besitzen, benötigen nur einen gültigen Paß. Erforder- «licbi ist .sdies«: Erlegung einer Kaution vjön> -10.0Q0. Frs., bezw. der Nachweis eines Bankkontos Im Kongo von mindestens 50.000 Frs. für die Dauer Vöttv drei Jahren. - Die-Einreise kann;t erfolgen: ..auf Grund , einer A n f o r "d e r u h g durch., das "Fammenöberhaupt, das seine Frau und" seine Kinder anfördernc kann oder auf' Grund:;eines Ar b e i t-s' v'er t r a'g;e s m i t mind £5 t eh S' -sechsm o p a 11 ic h ex Da u e r,;; ausgestellt,.von einem weißen Arbeitgeber, in welchem' .Falle die Kaution entfallen Jcänn. Alle Arbeitskontrakte bedürfen der Genehmigung der" Lokalbehörde. Die - Diplome Von Aerzten und Zahnärzten müssen vom Kolonialminister.f bezw. ■dem .Generalgouverneur bestätigt werden.,: Außerdem muß ein Spezialdiplora für Tropen-Medizin, Jausgestellt' von einer belgischen Universität,^oder^ vöii der Tropenmedizihschüle in Antwerpen ' vorgelegt -werden.

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