Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 30 (28.7.1938)
- Date
- 1938-07-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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w Seite 6 Nr. 30 "Ö e r" 1 s r a e v 28. Juli 1938* 'SM KEREN HATÖRAH ist der Treuhänder des jüdischen Volkes für die Erhaltung seines nationalen Gutes vom Sinai. Helfet de m K E R E N H ATO R A H t Keren HatorctH, H a m bu ng,H e in rieh Barths t r aß e 2 1, P ost.se h e c k ko rft-o: Hä rhb u rg 24753 die Judenrazzien berichtet, sowie über die nunmehr vierjährige Hinauszögerung der Sanktionierung der Ergänzung zum jüdischen Ländesstatut, wie vom Jüdischen Landeskongreß bereits im März 1935 beschlossen worden war. Vor der Kultusgemeinde stehen zwei große Aufgaben: Förderung derjenigen, die infolge des Judengesetzes ihre Existenz verlieren und neue Arbeitsmöglichkeit suchen, sowie aller anderen, die wegen ihres jüdischen Glaubens ver* schlosserte Türen finden. Diese Hilfsarbeit hängt aufs Engste mit einem großzügigen Erziehungswerk und mit dem Glaubensschutz zusammen. Durch Umschichtungskurse soll eine Auswanderungsmöglichkeit für diejenigen geschaffen werden, die in der Heimat kein Unterkommen mehr ,f inden.' Zum Schlüsse-wendet sich,- ,der .Jahresbericht mit einem Aufruf an die Gemeindemitglieder, die Kultusgemeinde in ihrem Aufbauvyerk .zu unterstützen. Mit verstörter Seele, heißt es in dem Aufruf, empfinden wir das tratsche Geschick unserer Glaubensbrüder, zugleich aber fühlen wir auch bei uns die niederschmetternde Wirkung des Zeitgeistes. Unser Gebet steigt zum Allmächtigen empor, daß er uns vor einer weiteren Verschlechterung unseres Schicksals bewahrt. In ehrlicher Arbeit Und in patriotischer Anstrengung wollen wir dazu, beitragen, daß die Regierung mit starker Hand die gegen uns gerichteten Ahgriffsversuche der extremen Strömungen in Schach halten könne. Treu unserem Glauben und unserem Vaterlande wollen wir an der besseren Zukunft Ungarns mitwirken. Tschechosloyakei. Jüdischer Stadtrat. Prag, 17. Juli. In der Sitzung der Prager Stadtvertretung vom 12. Juli wurde Ing, Oskar .Aschermann für die Jüdische Partei in den Stadtrat gewählt. Ing. Aschermann gehörte auch . dem früheren Prager Stadtrat an. Der; jüdische Stadtvertreter Dr, Frant. Fried - marin' wurde in .die juridische und in die Beschwerden-Kommission gewählt. Flüchtlinge m BrüniiV r * Brünn, 24. Juli. ,;: Zahlreiche Einwanderer - aus derh Lande Oesterreich ..wurden verhaftet und zum Teile per Schub wieder an die österreichische Grenze befördert. Durchführungsverordnungen zum ungarischen Judengesetz. Budapest, ,24. Juli. „Budapesti Közlöny" veröffentlicht zwei Regierurigserlasse, die: die Schaffung der Pressekammer; wie die Regelung des Theater- und Filmwesens vorbereiten sollen. Sämtliche Redakteure, ständige Mitarbeiter und sonstiges journalistisches Personal der Zeitungen sind bis 16. Aug. an zuständiger Stelle anzumelden, damit bis. 31. Dezember 1939 das Zahlenverhältnis der jüdischen Mitarbeiter zu den nichtjüdischen, ebenso wie ihre Bezüge; nach der Norm von 20:80 festgesetzt werden können. Die Bearbeitung wurde einem dafür neu ernannten Ministerialkommissar, dem bisherigen Sektibnschef im Ministerpräsidium, Dr. Ernest Träeger, übertragen. Die Anmeldung der Schauspieler, Regisseure; kommerziellen Leiter und Inspizienten von Theateruhternehmungen sowie des künstlerischen Personals der Filmtheater erfolgt bis zu demselben Termin beim Regierungskommissar für intellektuelle Arbeitslosigkeit. Die Bearbeitung dieses Materials und die Ausarbeitung der entsprechenden Verfügungen---unterliegt dem Kultus-, und. Unterrichtsministerium. Rumänien. Handelsabkommen zwischen Rumänien und .Palästina.;.■■: _ jB u k a r,e s t, 21. Juli. Zwischen Rumänien und Palästina ist ein. für, beide Teile vorteilhaftes Handelsabkommen beschlossen worden. Es sichert Rumänien eine Ausfuhr, die siebenmal so groß ist als die Einfuhr von Palästina nach Rumänien. Estland. - Estland schließt seine Grenzen. Tallinn, 18. Juli. Der Minister der öffentlichen Wohlfahrt erklärte in einem Presse-Interview, daß Estland beschlossen habe, keine jüdischen Flüchtlinge zuzulassen, nachdem in der letzten Zeit bereits' eine große Zahl von Juden aus Oesterreich und anderen Ländern nach Estland gekommen seien. Luxemburg. . Warnung vor der Einreise nach Luxemburg- Luxemburg, 25. Juli. Der Hilfsvereiri „Esra" in Luxemburg dementiert nachdrücklich eine in vielen Zeittingen " erschienene Notiz,- wonach gewisse- Einreisemöglichkeiten' 'im Herzogtum Luxemburg gegeben * seien. Entgegen dieser Meldung habe der Luxemburger Justizminister; niemals irgendwelche Zusagen1' "bezüglich ' der Auf<•■ enthaltserlaubnis für jüdischeü Einwanderer abgege- /. ben und es müsse ' nachdrücklich vor einer Ausreisen nach Luxemburg gewarnt werden. -.:-•-.;) England. Die Mandatsregierung zu Abdullas Staatsplan. London, 21. Juli. Auf eine Frage des Abgeordneten F. S. Gochs, ob die Regierung nicht den Plan des Emirs-Abdul! ah auf Schaffung eines vereinigten transjordanisch-palästinensischen Staates prüfen wolle, er-, widert? der Kolonienminister Malcolm MacDonald im Unterhaus, er habe seiner diesbezüglich früher erteilten Antwort nichts hinzuzufügen; die Regierung halte die Teilung für die beste Lösung, es sei zwecklos, Erörterungen über die von der Regierung zu befolgende Politik, anzustellen, bevor der Bericht der Teilungskommission vorliegt. Auf eine Frage Oliver Locket-LafflpsonR erwiderte MacDonald, die OelrÖhrenleitung in Palästina wurde wiederholt von Arabern beschädigt, von" jüdischen- Angriffen auf die Röhrenleitung hat man nichts gehört. Auf die Frag©, ob niöht diese Haltung der Juden die Regierung veranlassen könnte, die Zahl der Juden, die Waffen trägen' dürfen, zu erhöhen, erwiderte MacDönäldyr 'die Regierung Erwäge diese Frage. : 1 uii ~- Uhterstäatssekretär des Aeiißern, -B utl'e'f, erklärte auf eine Frage Fletchers: Ebenso' wie in dem Fäll des: früheren '"Mufti von Jerusalem fwird auch betreffend die angebBÜhe politische ^ätigteeit mehrerer anderer arabischer Führer im französischen Mändatsterritorium ein ehger Kontakt mit - der französischen 'Regierung'- unterhalten.' f" Erklärung Sir Samuel Hoare's. London; 21. Juli. Der Staatssekretär des Innern, Sir Samuel H o ä.r e, erklärte auf die Anfrage eines Laböur-Abgeordneten, ob er nicht Instruktionen geben wolle, daß alle Flüchtlinge, die in,, einem britischen .Hafen ankämen und beweisen könnten, daß sie religiöser oder politischer Verfolgung / entkommen seien, zugelassen würden,- Folgendes: Er lege . größten -Wert darauf, daß die Gastfreundschaft Englands so weit ausgedehnt werde, wie es mit den sozialen und ökonqmijschen Bedingungen irgendwie vereinbar sei. Er habe jedoch bereits früher klar gemächt, daß man unmöglich^ohn^.Je^ aJ 1 e diejenigen, die hierher kämen, zulassen könnte. E^ sei" vielmehr eine sorgfältige Auswahl notwendig. Die Bewerber .könnten, bevor sie ihgg^ftegsgl ang£$^n,^ht;e„ individuellen Verhältnisse von den englischen Konsulaten prü- |en-3asse'»}l'Um das Risiko der! Ablehnung zu;,verringern!;-Es Sei -jedoch nötig, darauf zu gestehen, daß Perstf neri,* "die * nach England zu kommen. wünschen, jäie¥Tauf:d^mtegäteri "Weg tun,;da sonst <die Konjrörl/e nicht durchzuführen sei. K Diesig;, Politik ihabe au^df*;Unterstüt2rünig.:."der die Flüchtlinge, repräiseniierÖndeh- Orgänisä'tionen.?. ...-„-n:-..-.}: &- > ©er Abgeordnete1'erwiderte, daß? er den: wohlwollenden- Gftäräfeter; der- Antwort würdige, .den- Mider Maschiach trotz so vieler Beweise des* öpferwilleiis in Israel noch nicht gekommen ist,,;,dann sollen •wfr daran; denken,; daß es nicht Jgenügt,r'dj*'e. Gebote Gattes zu.-befolgen, damit man redlich'gelebt hat uSd anständig betrauert wird und dann riefch AbsJftlußide$/Erd,e|ile^e$$ d^^yfoUeTworbe^en.,l^e^-; platz"in der irdiscK'e"h^es^lfscnaft^miV einem ebenso ' fhlerworböriea im- * Gan :-.Eden; vertauschen kann. -t ist vielmehr mätwVridig, die? Gebote allesamt, sei , die gegehüb^r-,lG't.t allein;;sei es #ie gegenüber i Menschen zu erfüllenden, „vor G'tt" zu erfüllen, t.jien3C'Ziif;f JÄe8n«& der;^hr§; ße.fnfcs Nauens. m; allein, nötigen "wir die" Hilfe* ^ties^hrefrJei. in nur "dann* stehen Wir' wirklichstötig im Dienste seiner Verherrlichung. Und; gerade dann? <tfenn wir bis in die innersten Tiefen unserer Seele hinein esj gewohnt sind, all unser Tun nur auf die Mehrung der g'ttlichen Ehre allein abzustellen, nur danm lein gehen wir ■ stetig davor sicher, jemals einen' Isen. Anschejn^zife öfwecked, der;, jairgeejgnet wäre*, Ehre Gtttes 'zu^£^5T4«?ii> der,-ja:' aH. unser TunJ ■ 1 J'' -.'.»yvJMj?ii-.^s''i,,ii!>. *"Jr^ *io? | Kleines Feiiilletönj ______ äi Jüdische Gemeindesteuer J I / /NA * ■<■*--*■*-> ~~~'**~><z-*t;-^T*%M**09+tf, , ,> um 1600. —«f Im neuen Schockenbuche „Von jüdischen. Gemeinden und Gemeinschaft" von Kurt Wilhelm befindet sich ein Frankfurt er 'G emeindestat u«t'- voni 1603, in" dem wir über die damalige Steuerpflicht der Gerheindemitglieder u. a. folgendesI lesen: < Als tiefes Bedürfnis erkannten wir^ gleicht An^ Ordnungen* tzur, /Einschätzung , der- "Bewohner äHöiv deutschen Gebiete'öh'äje Ausnähme' zu" treffen,^damit'; _wir in kommenden .Zeifen 'einig seien/ und damifciin j'djen^ Bedjirfnisseh der' Gesärh^Heit nicht iiines"*' Ge- Jrqcri^en Hand am Unfebht Ahteil habe. Darum be-; jschlpssen alle Bezirke, um "Vjeden Verdächt des"Un- [reqhfs. .auszüschlie.ßen' däß' Hie Einschätzung wie folgt, geschehe:' jedV"'Gemeitt'de und -jjUdef -Bezirk efcwfhl,en Einsch^e^,t'M^nnleV" 'der-'- Treu'ei"- der ^¥eüe - zu G;tt, Manner- "der * W ährrieit und'j GHtes^urchtj- Die' sollen jeden Mann iin'd jede Frau ohne List und . Trug einschätzen, und zur Zeit der Einschätzung sollen' sie durch Mantelgriff beteuern, daß sie keinem Menschen zti Liebe und keinem zu Leide abschätzen, N^ch.. der, ^T^e^ Einschätzung sollen sie für jeden Eingeschätzten jdie fiMlfte'^ abziehe^bund1' yons. -der; Hälfte soll jJe^e^ 'Wer- VÖm; Mnsimmiüi^ört\;.^htfetnV wöhnii'1 ist'^&rpfiichteti' indf&yOrti-'&i köminen,/1in denifder Rabbiner.^göttfeitt. Sit^/hatf .j^ie .lEinsc&a&sWr" Sind^vei^flt'pntet;! die: Einschätzung deines jeden Jg^ehreim zü; naflten.^'Es ist be^ schlössen, einen-^^tmi|' vom .^Hünderf ^Saonatlich'izu —t-eben, und:?5war' r/egTrinendr'iriit 'deni''Md&ät Tisdhriil'jahres' 3^5'j(i^)..rAß' :ife»m€l4teMe_t-•'!&• -die ___-rJi: 1 utiib^t^L .iwjii: ___ erheb des ^allersteir^f"irnd •.G^^lf^._.15fe ErwlHlten-'ifsollen darin ang^selie»^ (-j^^nnerJ tie:sftmme^i,nidTe nvor^'-Königen stehen k&nn&L'.um' 6§ttiein^e.n; -Ifi^ei^dte^l Stunden und mit 4 den^^eislartd" ElÄs?enj''ii oWninns nicht verwaisen läßt, zu vertreten. r Die eingegangenen Beträge werden;.in eine Kasse ^getan, zu-f'der jeder ^der Erwählten eineji- Schlüssel ]hat, und keiner soll \.ohne Wissen;.und :;Willen -4.es ^anderen eine Ausgabe machen. .-.;'• : .-. , \ ' '••"■/*■■' , ■ . ■■ SoH%en"'sfejh1 Leute-j weigern, > den Betrag, -zu- .'zaHi?. _len,\-SO'^slndn'die;» Rabbineml-ünd Vorsieherder, .be- |treffend«» Gemeiride verpflichte^ diese; i-Leute -yont;jedem rGenteindeföcht, -Vota G'tteshaus ^unditalleja!^ir|- Srichtüngen auszuschließen. 'Ifire :Nämen.}sp(Hen in ein Verzeichnis geschrieben werden, das allen Gemeiniden zugesandt., wird, um es .an die Sy.nagogentüren | anzuschlagen, ,4^d "all,f7^Jlenyjes''^6re'ri,i' und1 gewarnt Isein,... *r m, . ' " ' * """' . °' v:' ( . " , tTI!i ■■ ■■■■ .. }■ n . - /;.! . ■<■ . f' 2rH'i'- •■ ■■•■■] ■.'; "j! -/ ' ' . ' : "'• Ferner ist beschlossen, daß keine Gemeinde" Beiträge zurückhalten darf, um dadurch Forderungen an 1 die Gesamtheit gehend, zu machen. Die Eingänge; müssen stets ungeteilt vorhanden sein, Und" die Weii sen w§r^ri über berechtigte Förderungen der Gemeinden,wachen. G'tt bew^ri^ün^V^ör -aIfÖn°BöseWr '■' :'rni9* nSiUMW slTi-f xoh orii;: Pje..^ößßi-er^ rG^emeinJerf jjl^d^ geeigsi^^i ^nn^jmit .'deV'.^lgWyi?zu_' 1&fyt&äs6, d$e Schäfihteg;!auf dem Lande zu^prüf^n^mit ifin^'^we- { Gesgt-ze und Bestimmühgeh zü['wje'Öe^h^lfeh;;ünd?^e ' anzuh^ten,V d'äß;"^ie - ihre. Pfli6hten3,g'ewi^rilikft f «• 11 *" ' ' .-i * " *!t-- -3 f J«■ * - 11 I '* r\;J v r- H d ij. *-,?--*-,,* füllen^b£,i;7 .irr;i., .. ,,;7r .--•••-•^••-*<- ■ : . " * * °' ' i>. * -1 n''!0.^ . \ . * k : J&V-' Gelehfter^/^ej in..' DeütscHiand"' 'RäbbihCTSchülßfi - l"eäten, einzunoJ,en.-. 'Der Tjtel. eines: ^Ghäwer-',^ der von äußerh&fjb' PjeutschlaridSj^lebendWn RaTibitfefn erteilt ist, soil-j.i$.~> TJ^utscKlana; nicht jbeachte'¥5 -werdön, ■j ij