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Der Israelit · 1938-07-14 · Heft 28 (14.7.1938) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 28 (14.7.1938)
Date
1938-07-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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14fe>Juli 4,938 'ff-. D er I s Ii t Nr. 28 Seite 3 Die Verhandlungen in Evian. Acht Staaten zur Aufnahme von Einwanderern bereit. E v i a n , 10- Juli. Ueber das Resultat der zweieinhalbtägigen Verhandlungen in Evian bis zur Pause am Wochenende ist zusammenfassend zu berichten, daß, wie Argentinien und Brasilien, die bereits in der Eröffnungssitzung ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit ausgesprochen haben, nunmehr auch folgende "südamerikanische Staaten sich gewillt selben, ihr« Töea einer größeren Einwanderung zu öffnen: Ecuador, Mexiko, Uruguay, Peru, Columbien und die Dominikanische Republik. Weniger guten Willen zeigten Chile und Venezuela. E&u&iof könne eino größere Zahl von'Bauern, aber Intellektuelle nur in geringem Maße aufnehmen. Mexiko könne sich an der Lösung nur in bescheidenem Umfange" beteiligen, sehe aber in der Konferenz eine Kundgebung der Völkersolidarität. Uruguay werde bemittelte Landwirte bevorzugen. Der Vertreter P e r u s# sagte, sein Land habe, wie ganz Amerika, von der jüdischen Einwanderung viel profitiert. Columbien, so sagte sein Vertreter, sei bereit, landwirtschaftlich gebildete Einwanderer aufzunehmen, habe aber keinen Platz für Kaufleute und Intellektuelle. Ebenso meint der Vertreter D.o m i - nicas, die fruchtbaren Felder seines Landes böten agrarisch geschulten Emigranten eine . gute Heimat. . Bei den öffentlichen Verhandlungen am Mittwoch war der Bericht des High Commissioner für die Flüchtlinge, Sir Neill Malcolm, das bemerkenswerteste Ereignis. Malcolm erklärte, daß die privaten Organisationen ein so wertvolles Werk geleistet hätten, daß es am richtigsten sei, ihnen die Führung zu überlassen. Er teilte mit, daß ihm die Delegation * der Hicem, der bedeutendsten Hilfs- und Siedlungsorganisation, erklärt habe, es seien, im Durchschnitt 1000 Pfund für j e d e n e i nz einen PI üchtling notwendig , um diesem die Möglichkeit der Einwanderung-; zu schaffen. Die Mittel .für die Unterbringung dö^ Ehiigrahten sei die Hicem auf der Basis einer ~14jährigen Anleihe aufzubringen bereit. Das Problem stjellfe ,drei große Aufgaben; ' -:i "i . i- ]■_.. 1. Verf ügujngst elJung/von; ..G.^ujid und .Boden; ■ * 2j Vorbereitung u n d Umschulung der ■ Emigrant e n'; .;' " . 3. die Aufbringu nj^eHe X- Q e 1 . dta Ittel. Wenn die Regierungen in den erst^rzwei Punkten Entgegenkommen zeigen,, werde?es-an den Geldmitteln nicht mangeln. In. seinem Expose; kam der Hohe Kommissar auf die;Ff age: "zu sprechen, ob das Emigrantenproblem kollektiv" überhaupt zu lösen sei. „Ich muß* dies y e r h e i ^^^'^^agte - Ne^ill Malcolm, „weil ich . glaube, dsß^dlff Massensie dluhg zu hefti g e n Geg^ji^r eakt io n.e n in den Siedlungsländern führten 'wiifde.: Ich.< betöre, daß: ich hier nicht hur die,, zu befÜT^hfen^e ~. E^Iehung. des Antisemitismus,, sondern, überhaupt eine;qAjiii s-> 1 ä n d/er fei h-d 1 ich k eti j$eineJ Tnrlivjdli^u .und., privat,; aber mit Unterstützurfg. der' Regierungen :-!~riü:r. so kann-man an die schmerzliche Frage her^hgehtenw' Im übrigen erwartet .'der Hohe Kommissur sehr viel von der Zusammenarbeit zwischen: dem'\IHohen Kommissariat des Völkerbundes und der < schaff enden permanenien Konimission. Aus den am ersten Verhandlungstage abgegebenen Er kl ä r u ng en sind noch .folgende zu nennen? Der Vertreter Kanadas sagt, sein Land, das , in den r letzten zehn Jahrjen: 10 000 Flüchtlinge aufge-* nomiüen Inabe, •'wolle unter der Voraussetzungümifev helfen, daß die Ursprungsländer zur Generallösung des Problems beitrügen. Austral,i;e.n.erklärt;: sich außerstande, neue -Fluohflinge aufzunehmen. B!e li i e Of erklärt sich bereit, 'in seinen Kolonie n . Ansiedlern Platz zu scha'ffenV dagegen'kann Holland seine Kolonien für diesen Zweck nicht bereithalten. Belgien habe; in'letzterer Zeit 10 000, Holend 15000 Flüchtlinge aufgenommen.!i Die Konferenz beschloß die Einsetzung von z w e i Ä u-s-s ch ü s s e n.. Das eine Komitee erhält die ausschließliche Aufgabe, mit den privaten F 1 ü c h 11 i n g s o r g a n i s a t i o n e n Fühlung zu nehmen.: ^Präsident dieses Ausschusses ist der australische Handelsimnister, es gehören dem Komitee /I5ejgien, England, die Vereinigten Staaten, Frankreich!, Haiti, Holland und die Schweiz an. Das zweite Komitee, das in erster Linie * die "technischen* Und f i n a ri'z i eil eh1 F rag e n zu erörtern hat, wird vom norwegischen Vertreter, dem Präsidenten des Nansenamtes, Hanson, geleitet. Als MitgliederHgehöten ihm,. ah$; .Brasilien, Kanada, Chile,: Englärid,; die. Vereinigten-' Staaten, Frankreich, Haiti, Holland und diei|Schw!eizi.j;Der. Hoh^r Kommissär^ für . die Flüchtlinge aus Deutschland nimmt an allen Beratungen teil. Neben der Konferenz werden auch die privaten Verhandlungen fortgesetzt. Sämtliche privaten Organisationen, die in Evian vertreten sind, haben sich Donnerstag zum ersten Male zusammengefunden. Neben den 24 jüdischen Organisationen nehmen an den Beratungen acht verschieden^. Emigranten-Vertretungen teil, die insgesamt 15 Vertreter nominiert haben, um mit der Konferenz das Einvernehfnen zu pflegen. Von den im Laufe des Tages -überreichten Denkschriften schildert die des Jüdischen Weltkongresses die Lage der rumänischen, polnischen und ungarischen Juden. Eine zweite Denkschrift ist die des Arabischen Komitees, das gegen eine weitere jüdische Einwanderung nach Palästina protestiert. * * * Am Freitag hat der Ausschuß, der die Aufgäbe hat, die einzelnen Flüchtlingsorganisationen oder Emigrantenverbände zu hören, acht Stunden ununterbrochen getagt und elf von den in Evian vertretenen 33 Organisationen (24 jüdische und neun andere) vernommen. Der Konferenzausschuß hörte u. a. die Vertreter des American Joint, des Londoner jüdischen Council, der Hicem, der Ica an. •;!!•■ Müli. •';Ü( zur 99 AUFRUF Drei Wochen-Aktion" An alle .Söhne des Volkes der Thora, ob sie bereits das Glück haben, im Lande der Thora zu weilen, ob sie noch in den Ländern der Gola wohnen, wenden wir uns mit der dringenden Aufforderung, in den bevorstehenden „drei Wochen" dem Keren- Hajischuw nach dem höchsten Ausmaß ihrer Kräfte zu spenden, um ihn in die Lage zu versetzen, in den Zeiten schwerster Entscheidungen von unabschätzbarer Tragweite, denen wir unmittelbar entgegen gehen, seine Aufgaben erfüllen zu können. Ein jüdischer Staat soll im Heiligen Lande erstehen. In den „drei Wochen" des vergangenen Jahres hat zum ersten Mai die Mandatarmacht diesen ihren Entschluß kundgetan. Das Volk der Thora hörte es mit furchtbarster Bestürzung und mit stürmischer Freude zugleich, Denn dieser jüdische Staat kann ebenso zur öffentlichen und herrlichsten Heiligung des göttlichen Namens und zur Anbahnung der uns geweissagten Zukunft wie — G'tt verhüte es! — zum vollendeten Gegenteil führen. Aus Bestürzung und aus Freude muß nun in diesem Jahr, da an der Ernsthaftigkeit des Entschlusses der Mandatarmacht nicht mehr zu zweifeln ist, die rettende Tat erstehen. Dieser jüdische Staat muß sich zu einem Staat der herrschenden Thora entwikkein, wenn er Bestand haben soll. Kein, anderer jüdischer Staat wird auf heiligem Boden sich behaupten können. Die Agudas Jisroel ist die Weltorganisation der herrschenden Thora. Ihr liegt es ob, den.Kampf um den Staat der herrschenden Thora mit höchster Energie aufzunehmen. Das Finanzinstrument in diesem Kampf ist der Keren Hajischuw. Wer daher dem Keren Hajischuw spendet, bekennt sich zum Staat der herrschenden Thora. Eine solche Bekenntnistat verlangen wir während der kommenden „drei Wochen" von allen Söhnen des Volkes der Thora. .Es: bestimme ein' jeder einen seinen Verhältnissen entsprechenden Mindestbetrag, den er Tag für Tag während dieser „drei Wochen" für den Keren Hajischuw zurücklegt. Tag für Tag während dieser „drei Wochen" lege er damit Bekenntnis ab, daß er den jüdischen Staat als Staat der herrschenden Thora fordere. f! Während dieser ,3rei Wochen" ist in unserer nationalen Vergangenheit der jüdische Staat zweimal in Trümmer gegangen, weil er der Staat der herrschenden Thora nicht mehr war. Inr!den' „drei Wochen" dieses Jahres sollen alle Glieder des Volkes der Thora Tag für Tag dazu beitragen, daß mit G'ttes Hilfe der Grundstein für den jüdischen Zukunftsstaat der herrschenden Thora gelegt werde. Mit der Durchführung dieser j über die ganze Welt sich erstreckenden Aktion werden die Landesstellen des Keren Hajischuw betraut. Möge der Erfolg < dieser Aktion den Beweis erbringen, daß das Volk der Thora sich der Größe der;,Stunde, und ihrer unermeßlichen Verantwoftungsschwefftj |bewüßt ist. ' :' :' •'• -• ■ .- ■!; •■')-'' '■ -''Iii Wer sich zum Volke, der Thora zählt, beweise ies durch die Tat!; \ ■;'l 1 J e r u< s c h a 1 a j i m , 1. Tarrrmus 5698 >a.ss*7»'; KEREN HAJISCHUW Hanhalö Dr. Isaac Breuer, Dr. Falk Schlesinger, Elieser Sirkis Direktorium: Bunem Alter, Dr. M. Buxbaum, Samuel Eden, Raw Pinchas Epstein, S. Fischer- Schern, F. Gelernter, S. Jankelewitz, :S. Kahn, Raw Mosche Kbhri, Jakob E/ajiidau, Albert, Löwenthal, Pinchas Mondry, Manfred Neuberger, M. Ch. Okun, Jehuda Roseristrauch, Israel Schapiro, Sam Travis, Dr. M. Wallach. '" Postscheckkonto der; Palästina-Zentrale Frankfurt am Main Nummer 53 900 J e t>'z:t ■'dt leiste! Sommerkleidum fürlHerren und[Knab'en von '' [Frankfurt a.' 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