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Der Israelit · 1938-07-07 · Heft 27 (7.7.1938) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 27 (7.7.1938)
Date
1938-07-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite '6" Nr/ 27: D I 1 i t 7. Jul£l938 der der weitere Weg geebnet werden. Es sollen ihnen die Mittel und Möglichkeiten geschaffen werden, nach Verlassen der Jeschiwa bar aller materiellen Sorgen weiter für die Verbreitung der Thora zu arbeiten, Die einmaligen großen Spenden für die Jeschiwa werden unter dem Namen *?V Slü» „Feuermünze" verzeichnet. Neben dem Daf Jomi wird auch die Institution der Mischna Jomi angenommen und legalisiert. Eine andere Stelle der Proklamation appelliert an Alle, den Keren Hatorah der Agudas Jisroel so kräftig zu unterstützen, daß er imstande sei. all seine hohen Aufgaben zu erfüllen. Keren Hatorah soll das Finanzinstrument des thoratreuen Volkes sein. Außerdem soll die große rabbinische Bibliothek, die ein Lieblingskind . R. Meir Schapiras war, In der Jeschiwa bereichert und ausgebaut werden. Die Sefer Thora der jüdischen Gesamtheit. In einer eigenen Feier wurde die seinerzeit von R. Meir Söh'äpira begonnene Sefer Thora als „Spende des gesetzestreuen Judentums der Welt" vollendet1 und ihrem heiligen Zwecke übergeben. Der Festakt fand im großen Garten der Jeschiwa statt..'-Chor und Orchester sangen und spielten entsprechende Psalmen und die Freudentänze übertrugen sich auf die Straßen der Stadt, als drinnen die prominenten Persönlichkeiten die letzten Buchstaben in die heiligen Pergamente einschrieben. Dann formierte sich ein Zug. Fahnen- und Fackelträger (große Hawdalahkerzen) trugen unter Vorantritt einer Musikkapelle die neue heilige Thora unter einem Baldachin in die Jeschiwasynagoge, wo. sie im großen Schiursaal in die heilige Lade gestellt wurde. Damit hatten die offiziellen Feierlichkeiten am Dienstag ihr Ende erreicht. Die Feststimmung dauerte noch in der Stadt die ganze Woche an und fand ihren Ausdruck in vielen Veranstaltungen, u. a. auch in der Landeskonferenz der Zeiire Agudas Jisroel, über deren Verhandlungen wir bereits berichtet haben. Thorafeste in der Welt, Das freudige Echo, das die Lubliner Tage überall in der Welt, wo die Thora ihre Gemeinde hat, fanden, äußerte sich in entsprechenden Feierlichkeiten, mit denen man die enge Solidarität mit den Festgenossen in Lublin bekundete. Ueber eine würdige Feier in Frankfurt, die aus bestimmten Gründen vorverlegt werden mußte, und im Rahmen einer religiösen j Veranstaltung der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland stattfand, haben wir bereits berichtet. Längere Berichte gehen uns aus Jerusalem, London und Paris zu. Eine Festweihe in Jerusalem. Im Stadtviertel „Schaare Chesed", wo seit der ersten Kenessio Gedaulo Abend für'„Abend der Daf Jomi gelernt wird, wurde der zweite Sijum vom 28. Siwan ab mit Veranstaltungen gefeiert,, die eine ganze Woche in Anspruch nahmen. Als Dozent des Daf Jomi hat von Anfang an ohne Unterbrechung Rabbi Möfdeehai S1 o t n i k gewirkt. Die Feierlichkeiten begannen nach Sabbatausgang mit einem Vorj trag von Rabbi Jesaias Cheschin und erreichten ihren Höhepunkt am Montagabend mit einem Hadran von Oberrabbiner Duschinski, worauf sich ein Referat von R. Mosche Blau anschloß. Am Abend fand ein großes Festmahl statt. DU Feierlichkeiten setzten sich am Dienstagabend mit einem Hädran vom Aw Besdin, Rabbi B e n g i s , fort. Die folgenden Tage und Abende brachten Vorträge und Referate des Dozenten des Daf Jomi, R. Mordechai Slotnik und des bekannten Maggid, R. Benzion Jodler. Die Thoramanifestation in London. Am Sonntag fand in einem großen Saal von Whitechapel der Sijum auf Daf Jomi statt, verbunden mit einer feierlichen Kundgebung aus Anlaß der Lubliner Tage. Am Präsidiumstisch, von dem aus die großen Kandelaber festliches Licht in den Saal Schickten, sah man neben den Führern der Aguda die besten Männer des thoratreuen London. Bei aufmerksamer Stille eröffnet R. S p ä t m a n n als Organisator' des Festes den Festakt mit einer, hebräischen Ansprache, worauf Rabbiner Dr. S.chönfe.ld den Vorsitz übernimmt und in einer englischen^ und jiddischen Rede die große Bedeutung des Daf Jomi schildert. Sodann ergreift, der Präsident der Agudas Jisroel, Jäcob Ro Senheim, das Wort zu seiner Festrede. Rosenheim überbrachte die Grüße1 der Agudas Jisroel-Weltorganisation und feierte das Andenken der leuchtenden, Leben sprühenden Persönlichkeit Rabbi Meier Schapiras s. A. und entwickelte ini Anschluß daran die B e d e u t u n g d e s „ D a f Jomi" in, der heutigen geschichtlichen Situation des jüdischen Volkes.- Alle Stadien der Jahrtausende zurückliegenden . Gqlusperioden der Vergangenheit bis zu den chinesischen Mauern ., einer . in. egoistischem Nationalismus 'versunkenen Welt sind heute wieder! bekannt;; ' ..'Dabei trüben die Schatten dunkler Zweifel selbst die wenigen Lichtpunkte/ die aus der, Finsterpis 'auftauchen: das nationale Heim im heiligen Lande und die der hochherzigen Initiative ' des amerikanischen Präsidenten entstammende Konferenz von Evian. Im Augenblicke höchster Not Und dringendsten Auswanderungsbedürf nisses bleiben die Tote - P .a - 1 ä s t i n a s fast gänzlich für uns verschlossen und man sinnt die Annahme eines Teilungsplanes an, der Heilmittel in neuer D o s i-e r-u ng> -gereicht.; .ha mia^n it t'Wffin D'awnna.: — was den Juden das Leben, das Wo h n e n in der Finsternis möglich gemacht hat und weiter möglich machen wird, es ist der b aby Ionis che Talmud. Es ist die mündliche Lehre, die r-ni s"yn in ihrer umfassendsten, konzentriertesten Form,, wie sie in den 2600 Blättern des Talmud baSli ihreiij Niederschlag gefunden hat. Sie war und ist es, diese mündliche Lehre, die vor allem den I n t e 11 e k t des Juden mit einer ungeheuren Wucht in Zucht genommen, geschärft und zu höchster Leistung auch in den schwersten Prüfungen aufgeputscht hat, Sie war und ist es, die in Halacha und Agada, das beglückende Gefühl der G'ttesnähe, der r-TDia nmvn. in das bekümmerteste jüdische Herz, in die dunkelste jüdische Kammer hineinträgt und dem Martyrium des jüdischen Geschichtswegs seinen Sinn und damit seine Tragbarkeit verleiht. Sie ist es endlich, die dem praktischen Leben des Juden, dem Leben der Mizwohserfüllung, dem Glück der Sabbate und Festtage und des Gebetes vor G'tt, erst das rechte innere Verständnis sichert und es vor Mechanisierung und Veräußerlichung mit starker Hand bewahrt. In der Form des Daf J o m i schlingt aber die Thora scheb'al pe zugleich ein Band der nationalen Einheit um die ü h'& r alle Ozeane Wandernden und schließt sie vor dem Auge des jenseits aller Zeit und alles Raumes Seienden zu einer unsterblichen Front der G'tteskünder und G'tteskämpfer zusammen, bis die Stunde der Erlösung winkt. S"33. ' e Thorafestversammlung, in London Jacob Rosenheim spricht keinerlei wesentliche wirtschaftliche Erleichterung verheißt, die nackte Existenz des jüdischen Palästina aufs Spiel setzt und eine Periode ewiger Kämpfe zwischen Juden und Arabern'heraufbeschwört. Für die Konferenz V o n E v i a n 'bietet das, was bisher an Aeußerüngeri der verantwortlichen; Staatsmänner vorliegt, keinerlei aufmunternde Prognose und die Zersplitterung unter den; jüdischen Organisationen andererseits, der Mangel an Verständnis für die ewigen religiösen Aufgaben des jüdischen Volkes, die i seine Existenz bedingen, ist bei den größten dieser jüdischen Organisationen trotz des Ernstes der Stunde schlimmer als je zuvor. Verflogen ist der Traum einer nahen Erlösung — das jüdische Volk hat sich für lange Zeiträume schwersten, dunkelsten Golusgeschickes zu rüsten. '.;. \ Zwischen den „ Gefahren v e.r nichtends t eil G o:l us dr.u c k e s undäeh. ungeheuren' Gefahren^der ä u.ß er.s t en Ä s s i.'m.iLa ti'ö na^n' ei'i ire *f:r<e'im d e llmwelt in den Landern der neuenÄEinwaöderung sollen Millionen Junten, ' sollen, ihre Kihder und Kmdeskinder die Zeiten: überdauern, Und Ungebrochen, bei;;, aller. Armütc inner lieh a.ufrech'te "und •>- glückliche Menschen.;fbleip'fen^''; - ''- ..Gibt es eine Lös urig; d i e s es P r o b - 1 e m s? ";• "'• - •'' - "•' - <• ■ - - Mit prophetischem Blicke hat "Rabbi Meier. Schapiras. Ä.- das .Dunkel' dieser Golus-Schreckenszeiien vorausgeschaut und' ssiriWm Volke in det volkstümlichen Sprache einer'die Z e i t e n und die R au m e umspannenden neue if "f n s t i t u t i o n das alte Der gewaltige Eindruck dieser Rede wurde noch erhöht durch das folgende "V'ax-Gebet des Herrn Kantor Samuel Roth. > . , Es wird' nun dürch.die anwesenden Rabbiner -0"P j ausgelernt und der heue Turnus begonnen, wäs wie- ■ derum von geistvollen halachischen:i und agädischen : Reden begleitet wird.; Die Schlußrede,hält der Präsident der englischeni Agudas Jisroel, Herr H. A. Goodman. Die Ver-; anstalturigen in 'Lublin, in London und überall be-; weisen, wie irrig:die Meinung derer sei, die da glaub-! teh, schon das Erbe des thoratreuen Judentums antreten ZU können. Es sei überaus von Bedeutung, daß in einer Zeit, da die Welt die Thora verkennt! sich ungezählte Tausende in dieser überwältigenden- Weise zur Thora bekennen. Man müsse lange eine ■ Veranstaltung der letzten Jahre suchen^ .der^sölch höhte Bedeutung innewohnt,;; , -. '.j *. Mit Dänkesworten des> Vörsitzendeja/- nimmt';der offizielle Akt seih Ende. - ' > < vij£ ^■UÄs. ^schließende^ F e s t m a'h'F stand unt^R Leitung von H. iA. Goodman, der in de& Einleitung :,seihe besondere Genugtuung darüber:/- ausspricht, daß, auch die Jugend am Feite so stark vertreten sei, Daiiäuf hält ein Vertreter der Jugend, Herr H a 1 p e nmyy.als Öeiegierter de4r Z'.eiire Agudas Jisroel/,in;,Manchester, eine warhie Begrüßungsredey der noch,-weitere Begrüßungen von vielen1 T eilnehmern iplgfen. Erst Jange nach "Mitternacht, nimmt die Feier mit; einer ^ch^uißr rede des Vorsitzenden sowie mit. Gesängen »^tn« Freudentänzen ihr Ende. ■'• .; :;/ j.;. t "'■ ' ::;; ■■'■3 r.zi;: ,:h$r^.

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