Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1938-06-30 · Heft 26 (30.6.1938) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 26 (30.6.1938)
Date
1938-06-30
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2451012-2451037--83815-2541841
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 111 so wenig wie du die Sterne des Himmels zählen kannst Und sie alle, die Blätter, nehmen flüssige Nahrung und geben Wasser wieder ab. Der Baum will gleichsam essen und trinken wie Mensch und Tier. Der. Mund, mit dem der Baum i die Nahrung aus dem Boden zieht, das sind die Faserwurzeln, Der Boden enthält all die Stoffe, die der Baum benötigt, um zu wachsen, Kalk. Schwefel, Phosphor, Kali, Kiesel usw, All diese Stoffe lösen sich im Wasser auf, und mit ihm gelangen sie durch die Wurzel in Stamm, Aeste und Blätter. Der „Saft" steigt im Holzteil des Baumes hinauf bis zu den Blättern. Hier wird er gekocht. Die Zellen der Blätter sind die Töpfe, die Sonne liefert das Feuer. Wie im Kochtopf auf dem Herd verdunstet das Wasser aus den Blättern, der eigentliche Saft geht wieder zurück, und es bilden sich Äste, Blüten, Früchte, Rinde usw. So arbeitet die Pflanze um zu leben. Auch die Ackerkrume ist in fortwährender Tätigkeit, den Dünger zu verarbeiten, der ihr zugeführt worden. Wir Menschen können nicht der Pflanze und nicht dem Boden, darauf sie steht, gebieten, daß sie tätig seien, und nicht gebieten, daß sie am DntP ihre Tätigkeit einstellen. Nun aber entsteht die Frage; Warum gerade sechs Jahre auf dem Felde arbeiten und im siebenten Jahre die Feldarbeit einstellen? Man sagt uns; In den Monaten p'j und ■ntPfl waren die jüdischen Landwirte so in Anspruch genommen, daß sie sich nicht mit der min beschäftigen konnten, Nil sagte zu seinen Schülern: „In den Monaten lO'J und zeigt euch nicht vor mir, beschäftigt euch mit der noJIS' um in den andern Monaten euch mit der mm beschäftigen zu können." In sechs Jahren waren es also zwölf Monate, da nicht „gelernt" werden konnte. Diese zu ersetzen, war das siebente Jahr ein Tiwnw -Jahr, und konnte nun in 12 Monaten nachgeholt werden, was vorher in 12 Monaten versäumt worden war. (o^anj? bt]i)> Und in den IM "PST *IQD lesen wir folgende Berechnung: nüöttf ist geboten worden, weil an den QVUtP wächst, was doch eine rDfc'ja ist. Der Erde nun diese öTiaty zu ersetzen (nämlich ruhen soll) hat rT'Ilpn das nö'OT-Jahr gegeben. Die OTQW von sechs Jahren, jedes Jahr mit 52 cmt? bei 364 Tagen, ergeben 312 Tage. Die 52 des siebten Jahres, und außerdem noch ein Tag für jedes Jahr — denn ein Jahr hat 365 Tage — ergibt noch sieben Tage, das ist noch ein n2W Zusammen 365 pTnw "den 365 Tagen des , flp'OE? -Jahres, an denen die Erde ruht. Das Wachstum der Erde am mtP ist doch von. n"apn so gestimmt. Wie wir nun am m ein pip bringen mußten, weil G'tt den Mond verkleinert, so sollen wir das nt^aiP - Jahr beachten, weil G'tt der Erde keinen t\2V7 gegeben. Das ist der Sinn der Worte: (ntito nattr») btfV - n*^ raer psn nrattt Der Midrasch sagt: Die Tauro klagte vor dem Allmächtigen: „Wenn Israel nach dem heiligen Lande kommt, jeder seiner Arbeit nachgehen wird, dieser im Weinberg, jener auf seinem Acker, was wird aus der Tauro werden?" G'tt antwortete: „Ich gebe ihnen das-Jahr, da wird jede Arbeit ruhen, und sie werden Zeit haben, Tauro zu lernen." EMKA. Das Grab Davids. In alter Zeit besuchte einmal ein Pascha von Jerusalem das Grab des Königs David, oder, wie es die Moslim nennen, des Nebi Daud, ..des Propheten David", auf Zion. Um besser sehen zu können, bog er sich über die .Oeffnung, die zur Gruft führt; da entfiel seinem Gürtel sein mit Perlen und Diamanten besetzter Dolch. Er befahl sogleich, ihm den Dolch zu holen und man ,ließ einen Moslem an einem Seile hinab in die Gruft. Nach wenigen Minuten wurde er emporgezogen. Aber er war tot. Da ließen sie einen zweiten Moslem an einem Seile hinab, aber auch er wurde als Leiche wieder emporgezogen. Und so geschah es einem dritten und einem vierten. Der Pascha schwor, daß er seinen kostbaren Dolch haben müsse und wenn die ganze

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.