Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1938)
- Date
- 1938-06-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2451012-2451037--83807-2541833- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
letzüng gegenüber den- Arabern, die Ausführung, zugunsten*>nder -Araber bedeutet seine Verletzung 'gegeriüber den Juden. - Die Mehrheit der Mandatskommission —4 und eine sehr autoritative Mehrheit — legt das Man-; dat vollständig entgegengesetzt aus. Nach ihrer Ansicht sind die Mandatsbestimmungen nirgends mit einander streitig und sie sieht in der Entwicklung der jüdischen nationalen Heimstätte —; manclie Mitglieder sagen selbst deutlich: des Judenstaats — unbedingt und ohne Reserve den Zweck des Mandats. ' Die englische Regierung hat sich in Genf so fair gezeigt, ihre Auffassung zu Gunsten einer besseren zurückzustellen.- „S'il en est sinsi, que la Societe le' dise". Diese Tatsache ist von unübersehbarer Tragweite. Der innere Widerspruch - des Mandats b i 1 d et d e n T rag pf eiler des Teilungsplanes, Wenn nun die Mandatskommission recht hat — und a u f Gru n & i ah relan g e r B e f a s s u n g \ m i t, d i e,s e r F r a g e h a 11 e;. i c h die s'.-f ü r z w:e if & 1 s f r e-it —r d a n.n ^e-riiia I I t -d e ü{ T eiliun^ s.p lajn^^s ei n e . y ö hk e r r e c h i 1 ic ke- B ä s i.s. .,!; ..... .... •. - _ ' •;- „ 'sy . .■ /■ . i; - ••' - ' .• - - ->*' '----- ■; , Die ausländischen ' Hillsorganisationen erwarten allerdings, daß die Juden Wiens und des übrigen Oesterreich die größten iAnstrengungen machen, um die" Mittel für lokale Fürsorge- und charitative Zwecke selbst aufzubringen, damit die ausländischen •Fondssich völlig , in den" Dienst der Auswanderung, stellen können. " Die" ausländischen ^Hilfsorganisationen wollen keine Opfer scheuen, um die Auswanderung einer möglichst großen Zahl von Juden aus Oesterreich zu -ermöglichen, die' Hilfe hierfür konstruktiv aufzubauen und alle Bestrebungen auf planvolle Lenkung der Auswanderung zu unterstützen. Unerläßliche Vorbedingung für eine geregelte systematisch geleitete Wanderung, die "allein in Frage kommt, ist es, daß jene. Auswanderer, die im Besitz der erforderlichen Mittel .sind,, nicht nur für die eigenen Fahrtauslagen, sondern im Rahmen der Möglichkeit' auch für bedürftige Wanderungsgenossen aufkommen. - Dieheute bestehenden E i n r e i s e v o r s c h r i rten der meisten Einwanderungsländer stehen einer nennenswerten Immigration entgegen. In dieser Hin-. sieht soll die von Präsident Roosevelt angeregte Em i g.r a t i o n s k o n f e r e n z in Evi'an Abhilfe schaffen. . Diese Konferenz, an der die Regierungen von 23 Staaten teilnehmen sollen,. hat keinen politischen Charakter'.'und ist als eine ausgesprochene Arbeitstagung gedacht, die praktische Resultate" erbringen soll. .-• .< ■•■■>;; Den Absichten der JüinberufeK'entsprechend, sollen .die Auswanderungsmöglichkeiten in erster Linie? den Juden in" Öeutschlaiid und im Lände Oesterreich 'zugute kommen; '-' "} r .'s.;:;;'" . :t' < Kon^spondenzeiii Deutsches Reich. Von der Aüswanderungsarbeit der Kultus gemeinde, ' " Wien, 23. Juni. In der Zeit vom 2. Mai bis 9. Juni 1938 konnten, , wie die Auswanderungsabteilung der Kultusgemeinde, mitteilt, .1148 Personen mit Hilfe der Auswanderungsabteilung der .Kultusgemeinde auswandern. Als Zielländer wurden angegeben:- Argentinien, , Belgien, Bulgarien, Columbien, Dänemar^, Ecuador, Estland, England, Frankreich, Griechenland, Holland, Holl - 7 Indien, Italien, Luxemburg, Panama, Palästina, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Süd^Ostafrika, Tschechoslovakei, Türkei, Uganda, Uruguay, Vereinigte Staaten von Nordamerika und Zypern. Allen diesen Personen wurden die nötigen Auskünfte erteilt, Hilfe bei Beschaffung der nötigen Dokumente sowie Reisezuschüsse gewährt. Eine: Ermöglichung der Ausreise durch die Auswanderungsabteilung kommt derzeit nur für . jene'Per- : sonen in" Frage, die bereits im Besitze einer gültigen Einreisebewilligung ihres Ziellandes sind. «Juden in Badgastein. .... . - '.:,...'_ ,Wien, 27. ,Juni. Die, K u r k o m m i s s i q n B a d g a s t e i n teilt mit: Unter Zugrundelegung des Erlasses des Reichsministers des Innern' vom 24. Mai werden den staatlichen und gemeindlichen ■ Trägern der Küreinrich- ...tu^ngen für die Au,fnahm'e. jüdischer Kurgäste Beschränkungen' auf erlegt. Es war in derkurzen' Zeit nicht' "möglich1,1die -lür Juden notwendiger! zusätzlichenseparaten Etiränlä'genzu schaffen. Badgästein kanjä' daher den jüdischen Gästen nicht die. Bequemlichkeiten bieten, auf . die. sie als Kurgäste Anspruch erheben können" und'' ist daher, nicht in d x r Lage, jüdische Kurgäste' ä" ü f z u n e h m .e n. Die am Tage dieser Verlautbarung in ^Badgästein» weilenden jüdischen Kurgäste können ihre Kur noch unbehindert beenden; Jüdische Schüler im Lande Oesterreich. -;.;: •. Wien; 27. Juni. ' Eine Verordnung regelt die Judehfrage an, allen S c h u l e n in Oesterreich, welcheüber die Pflich.tschulen, also die Grund- und Hauptschule, hinausgehen. Von dem im " September beginnenden Schuljähr an gilt das Verbo t - d es';!g e m e ins ä-m e n U n t e r ti c h t e s voit arischen und jüdischen Schülern ansämtlichen, also" auch privaten Schulen... Jü-' dischen Schülern ist' der Besuch, ,yon Lehrakademien, ' Handelsschulen und: kaufmännischen .Wirtschafts-: schulen untersagt-.' " Ungarn. : Gewerbegebieten tätigen Fremden pr>6 zentual b eg r.en~z t werden soll. Für Ausländer, die nur eine Arbeitskarte, oder eine zeitlich begrenzte Aufenthaltserlaubnis besitzen, wird .die Eintragung ins Handelsregister wesentlich erschwert, Ein© . 'erhebliche Erschwerung erfahren auch die Bestimmungen über den Konkurs bei. Fremden, wobei die Entschei- ' düngen ausländischer Gerichte berücksichtigt werden können. Im übrigen wird auf Fremde, die in Frankreich Handel treiben, die gleiche Behandlung angewandt 'werden,, die französische Untertanen in dem Ursprungsland dieser Fremden gehießen. Ostafrika. Als Landwirt in Kenya., Aus einem Brief an den Hilfsverein. Kenya-Colony, Ende April. . . . In Mombassa wurde ich vom Leiter des dortigen Komitees vom Schiff abgeholt. Die Polizeikontrolle war sehr, schnell erledigt. Da ein Schreiben des Komitees aus Nairobi; iyorlag, brauchte ich nichts zu hinterlegen und bekam das Visum „A", was wohl „all right" heißen soll. In Mombassa war es sehr heiß, ich blieb nur von 10 Uhr früh bis 4 Uhr nachmittags. Um 4.3Ö Uhr fuhr ich "in einem fabelhaften Zug bis morgens 9, Uhr nach Nairobi. Natürlich dürfen Europäer nur -II. oder L> Klasse fahren.. In N. wurde ich vom Leiter des .Komitees, Herrn S . . . mit einem Namensvetter von mir und einem Farmer aus Deutschland, Herrn M., erwartet. Aie Begegnung warin ■ Englisch'" und von dieser Minute ab 'hieß es mit Englisch zurechtkommen. In :Nairobi r wohnen einige Deutsche. . als. Ingenieure oder Mechaniker. Die, jüdische Bevölkerung ist' 90 Prozent, auch mehr, polnische Juden, die," wie Wir sehen, fc'enr viel Gutes tun. Sie sprechen alle durchweg englisch oder ein Jiddisch, das ich' aber nicht verstehen kann. Eine kleine Synagoge gibt es auch. Wie. mir Herr S. sagte, hat er mich auf meine guten Zeugnisse hin^ akzeptiert und will sich . auch Weiter für' mich interessieren. 4 ' Nach dreitägigem Aufenthalt in Nairobi — natürlich mußte ich für mein Geld in einem ersten Hotel wohnen—- hatte ichein. „Meeting" mit Herrn S. und dem bekanntesten Farmer .hier, Präsident der Kenyä-Farmer-Association und Direktor vieler anderer landwirtschaftlicher Vereine. Die eigentliche Landessprache ist nicht Englisch, sondern Suaheli, weil kein einziger Neger auch nur ein Wort englisch kann. Die Farm selbst ist sehr schön, vier Autostunden oder 12 Zugstunden von Nairobi entfernt. Die Arbeitszeit ist von 6 Uhr iriorgeris bis 6 Uhr abends. Die Arbeit selbst macht mir, obwohl sie nichts mit europäischer Landwirtschaft zu tun hat, sehr viel Vergnügen; noch dazu, daß ich meine nochmalige Lehre bei dem bekanntesten Farmer durchmachen kann. ' Ich" bin sehr glücklich, daß ich hier sein kann. Die Natur ist fabelhaft. Wir sind hier ca. 7000 Fuß Ü. d.;M. und vertrage ich das Klima auch sehr gut. Man arbeitet nur <in kurzen Hosen und Khakihemd. Dann muß man hier alle.s selbst machen, man ist sein eigener Schmied und' Tischler, Maurer und Maler. Es ist sehr ratsam, wenn' sich jeder, der als Farmer hinausgehen will,, recht viel und die verschiedensten -Werkzeuge hinnimmt. Das. Leben in den Städten — wie alle Kleinigkeiten,s z. B. Zahncreme, Seife, Sonnenbrille, Schuhsohlen;' kurz gesagt: alles — ist in Kenya unverschämt-teuer. Am-Freitag verreisten meine Arbeitgeber. ,Da habe ich jetzt doppelte Arbeit, denn so ganz einfach ist es nicht, mit ca. 100 Negern, iiöch däzü, wenn man nur einige Brocken Suaheli kann, fettig zu werden"' Ich-kann Ihnen, sehr geehrter Herr,Doktor, nur kufz.jsagsn, i«h. bjn glücklich und i-kann , G'tt danken, daß . ich in Kenya . bin , ,: . ■r-; .-i . -. ' ';■' :<i < -.v\>/ "!:";. ': ' " ' Äitiiefika. Das Kaschruthwesen in . New York . gerichtlich anerkannt. , New York, 24. Juni. Als großer Sieg des Kaschruthwesens unter der Regie des New Yorker Rabbinates kann eine gerichtliche Entscheidung der letzten Tage angesprochen Werden. Schon vor Jahren hat das Kaschruthkömitee öffentlich bekanntgegeben, daß alles Geflügel ohne Koscherstempel des Rabbinates als trefo ZU gelten hat- Ein jüdischer Metzger, der sich an die Verordnung des Rabbinates nicht hielt, wurde vor kurzem mit einer1 Geldstrafe von 250 Dollar belegt. Die Wirkung dieses Gerichtsurteils auf andere Metzger, die; bisher sjeh. der Aufsicht des Rabbinates nicht unterstellt,; .ihren Betrieb aber dennoch als „koscher" bezeichneten, wird nicht ausbleiben. ": 1 -Wie -niitgöteilt wird, hat" ein Kreis von ■ S a da;- ig'tfif e r;C h a s s i d i m-'in New York beschlossen,' den zur, Zeit, in-, .Waert'" dpmizilierenden Sadagorer Re b V.en, Rabbi Frie dm a n n t nach Amerika kommen zu lassen. " \ * ' Die Auswanderung und die ausländischen Hilfsorganisationen. , WKi en, 25. Juni.. Der. Leiter der Israelitischen Kultusgemeinde, J3r,, Josef L ö w e n lre r z , und'. der Leiter des Palästina- , ämtes, Dr; Alois R o t h e h bVf g , weilten vom 6. bis zum 15. Juni in London und Paris, uni mit den, ..maßgeber^den^ v.I^Uspjganisationen des Ausländes^ CöunciL for. Gernfän.. jeiyry, _ Joint ^Distrif bution jGömmittee und H 'i c e m ,'J"Öespr^ch'üngen' zu pflegen. ■ -> - :U: *- y ihn ^;r^'- - ] Ueber das Ergebnis dieser'":Besprechüngeh -wird berichtet: , - . - Bei den ausländischen Hilfsorganisationen besteht vollstes Verständnis für die Notwendigkeit materieller Hilfe für die Juden in Oesterreich sowie die grundsätzliche wärmste Bereitschaft, der Auswanderung von Juden a"usx Oesterreich weitestgehende Unterstützung zuteil werden zu lassen. Daher wurde zunächst die Finanzierung aller Bestrebungen auf Umschichtung sichergestellt, sowohl -der Umschichtung aufv die.:überseeische" Auswanderung^als -auch der iur die Vorbereitung. (Hachscharah) der Auswanderung nach Palästina.; Die'finanzielle Unterstutzungdes Ausladdes' Wird es ermöglichen, eine aris^ehhliche Zahl von Jugendlichen m Schulungsl'agetn ins Deutsch- Oesterreich unterzubringen. >.,«.. - . Auchu für die J u ein d.a;l l j a-hr-(Auswanderung von Jugendlichen. im (Alter, vöö 15t^17- Jahnen. .nach » Pafastinä]' sind' durch Bereitstellung von, Mitteln von : Seiten der - genannten Organisatidrieh-'i,Mö^li'cHkeiten geschaffen'wörtien. ' -n ,j 1 ~^'>- ■! Die Ausführung des ungarischen Judengesetzes.; Budapest, 26. Jühi. Die erste Ausführungsverordnung zum ungarischen Judengesetz ist jetzt' veröffentlicht Worden. Die Verordnung regelt:im einzelnen: die Aufnahmen in die: .•Aerzter, Ingenieur- und ,Advqkatenkammern ,;ünd schreibt den/.Privatunternehmunge.n, die nicht .aus-; sphließlich konfessionellen " Zwecken dienen, vor,' die r zUr Ausführung des''Gesetzes notwendigen stätistisehen Unterlagen bis zum;31.'Juli 1939 dem Regierungskpmmissäriat. für intellektuellej Arbeitslosigkeit zu / unterbreiten. Die landwirtschaftlichen\ Betriebe werden vön der Änmeldepfliclit einstweilen nur . dann "beführt, wenn sie' mehr als 'fünf Angestellte des intellektuellen Arbeitskreises beschäftigen. Die Verordnung sieht für. solche Unternehmungen, die das Judengesetz ,nicht oder nur unvollständig ausführen, die Einsetzung kommissarischer Leiter durch die Regierung vor; ihre Aufgabe soll solange währen, bis den Erfordernissen des Gesetzes Genüge getan worden ist. Frankreich. . ' ... i I I I . . . .. ' , , Neue Niederlassungsbestimmungen . < c . ( in Frankreich. - - ) t - P a rj s, >J28 Juni ] - Um Klagen abzuhelfen, die aus Kreisens des französischen Einzelhandels und der Industrie sich im-, ■ •mer stärker gegen die Konkurrenz von Eingewanderten erheben,- wurde eine Notv er o-r d n ü-n g erlas- \ ^sen, wonach künftighin die Anzahl der auf manchen i /