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Der Israelit · 1938-06-23 · Heft 25 (23.6.1938) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 25 (23.6.1938)
Date
1938-06-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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^SB^S^SSSSS^^S^^l^^s!^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ -23l! Jüof 1938 "* * Der I-s r a e 1 i t Nr. 25 Seite 3 Zum Thoratag in Lublin. (Fortsetzung von Seite K) berechtigten Stolz und die Sicherheit, das für seine Ausbildung und spätere Berufsausübung nötige Maß von Selbstsicherheit. Diese in der Thora wurzelnden jungen Menschenpflanzen sollten sich in heller, wärrner Sonne zur Höhe emporranken. Der Jünger braucht sich nicht mehr vor den Herren um karges Brot und kümmerliche Tägeskost zu demütigen. Bekannt ist die Zurechtweisung R. SchapirasVan einen geizigen wohlhabenden Mann, der nie für die Jeschiwa und für die Lernenden etwas übrig hatte, bei einem Feste -derselben aber sich weigerte, auf die Galerie zu gehen und partout einen Ehrenplatz unten im Festraum, beanspruchte. „Ihr habt lange genug auf die Jünger der Thora herabgesehen, so tut es auch jetzt!" sagte der Rabbi lakonisch. Wollte der weltkluge Rabbi eine Art Rabbinerseminar gründen, Gemeinderabbiner und geistige Führer erziehen? Der amerikanische Philanthrop ,W a r b u r g s. A. fragte ihn, wozu es nötig sei, für Polen vierhundert Rabbiner Jahr für Jahr auszubilden? „Nein," sagte R. Mehr, „meine Aufgabe ist, höchstens vier bis fünf Rabbiner im Jahre als Lehrer und Führer ihrer Gemeinden zu entlassen, dazu aber 395 Baalebatim, die sich auf die Qualität eines Rabbiners verstehen! . . ." Jung ist R. Meir von dannen gegangen. Es war ihm nicht beschieden, sein Haus bis zur letzten Ausgestaltung vollendet zu sehen. Die Zusammenkunft in Lublin ist eine Willenskundgebung des thorat reuen Volkes, das große Werk fortzusetzen Rabbi Meier Scb.apira *-?"TtT. der Begründer der Lubliner Jeschiwa, und sein jüngster Schüler 1931. Mit dem Thorafeste in Lublin erleben wir ein neues mächtiges Aufleuchten der großen Seeie des Lubliner Raw, das uns alle in ihren Lichtkreis zwingt. Ein Fest der Thora für uns Alle, Von Wolf S. Jacobson. Ein Wort der Gemoro, welches sowohl der Jeruschalmi (Peo III, 7} als auch der Bawli (Psochim 8b) bringen, findet im Drange unserer Gegenwart einen neuen Sinn: ypnp fKIP" DTK bxih r6tJ7 yfr »Wer keinen festen Boden unter den Füßen hat, kann nicht hinauf ziehen zum Fest"! Wir alle, die wir mit ganzem Herzen hatten teilnehmen wollen an dem großen Jubeltag der Thora, .die wir uns in einer Zeit, da alles schwankt, doppelt hatten kräftigen und ermutigen lassen wollen, und erfüllen mit dem Bewußtsein VxiEP üb „Israel ist nicht verwitwet, solange es mit seiner Thora verbunden", wir alle, die wir nach Lublin so gern gefahren wären, und nicht können, nicht dürfen, wir verstehen nun dieses Wort in seinem heutigen Sinn. Wir bescheiden uns, wir bleiben, wo immer wir wohnen, zuhause, aber wir tun etwas, m ü s s e n e t w a s tun: Wir tragen etwas von dem Geist von Lublin in unsere Häuser, in unsere Gerfeinden! Es ist ein alter schöner Brauch: Wenn ein reicher Mann sein Kind verheiratet, dann richtet er den Armen des Ortes eine Mahlzeit aus; da geht es gewiß nicht so reich zu, wie auf der Hochzeit selber, aber alle Teilnehmenden spüren doch etwas von dem Frohsinn und dem Glück, die auf der Hochzeit selber herrschen! So wollen wir es auch halten an allen Orten! Unsere Mahlzeit ist die „Mahlzeit der Armen*', es wird ihr der große Glanz fehlen, der in dievSen Tagen über Lublin gebreitet ist, aber etwas werden wir doch merken, wenn wir am 28. Siwan zusammenkommen, der Thora die Treue schwören, und aus unserem . . . fl^tf Tä*\y -Sang wird die große und geliebte Gestalt Meir Schapiras aufsteigen, und er wird ein ■p'jQ sein für uns alle, die er liebte, denn er liebte jeden von Jisroel mit seiner ganzen großen Liebe! Drei äußeren Anlässen dient die ma'Än minn in Lublin! Zum zweiten Male ist an diesem Tag der ClPn OVO; zum zweiten Mal hat der ">jqt> sp seine Lerner durch ganz Schas geführt! Das ist der eine Anlaß! Der zweite: Die f?W HTin *1S0 wird an diesem Tag vollendet, deren Schreibung Rabbi Meir Schapiro vor acht Jahren noch selber begonnen! Der dritte: Die „Jeschiwas Chachme Lublin" weiht an diesem Tage ihr sechstes Stockwerk ein! »Das jüdische Volk geht jetzt durch eine Zeit voller Schwere und Bitterkeit. Wo wir leben und was wir erleben, wir wenden unsern Blick nach Lublin, und Kraft, Zuversicht, Selbstbewußtsein, neuer Lebensmut, neue Daseinsfreude durchströmt uns! Wie haben sie gelacht, die Allzuweisen, als Meir Schapiro daran ging, seine „Weltjeschiwo" aufzubauen, wie hat man ihn verspottet, wie oft hat man ihm falsche Motive unterschoben und wehe getan: mehr als 4l/2 Jahre ist der Schöpfer des Werkes tot, seine Jeschiwoh lebt, und N das sechste Stockwerk, das man am Tag der Thora einweiht, kündet davon, daß das jüdische Volk entschlossen ist, dies Werk immer weiter auszubauen, zur höchsten Höhe zu führen! Wie hat so mancher gegen den •»öl'' TT opponiert, er störe das „Lernen in die Tiefe", „schabloniere" es — wenn am 28. Siwan Tausende zum Grabe Meir Schapiros pilgern, um ihm auch für diese Gabe zu danken, dann treiben sie keinen „Totenkult", dann huldigen sie dem längst gestorbenen Manne, dessen Daf J o m i 1 e b t! Und wenn am Abend des gleichen Tages die größten Thorafürsten unseres Volkes die letzten Buchstaben der mir» ISO schreiben werden, die man auch SO billig bespöttelte, als Meir Schapiro den Plan zum ersten Mal aussprach — ich erinnere, daß damals ein ernster Mann unseres Kreises zu mir von „Amerikanismus" sprach — dann wird zu gleicher Stunde in der ganzen Welt in Hunderttausenden von jüdischen Herzen ein Wort aufflammen: "»Kj? HtJEMj?! Wahrheit hat Bestand! Und dieses Wort "»Kp KÖttftj? wird in unseren Seelen lebendig bleiben, und wird uns allen werden zu einer gewaltigen Kraft, zu einer Quelle des Trostes, zu einer heiligen Gewißheit: miOT i-lVtt und doch: 1»n^ nnöT "o^dö '*ntund doch: *p npmi npan. Wie schwer unser Schicksal ist, immer wieder straffen wir unsere Gestalt, heben uns entgegen dem Himmel; wie sehr wir auch hin- und hergeworfen sind, wir klammern uns an G'tt, wir halten fest an Ihm! Wie sehr wir auch physisch leiden, unsere Seele ist und bleibt ungebrochen: der K1 a 1 Jisroel schreibt sich eine neue Sefer Thora, bekundet durch sie seinen ungebrochenen und ungeschwächten Gesamtheitswillen! Wie sehr man uns auch haßt und leiden läßt, unsere minn fonft wächst an diesem Leide nur; Wir beenden Schaß und beginnen es aufs Neue.' Wie sehr man auch unsern Glauben an unsere Volkeszukunft vernichten möchte, stärker als aller Druck ist unser Vertrauen: Wir glauben an den Sieg des Geistes, des G'ttesgeistes, des Thorageistes — L'ublins Riesenjeschiwoh ist ZU eng, zu klein geworden, sie braucht mehr Raum für die ihr zuströmende Jugend: ein neues Stockwerk, und der "^y '33 sind doch nicht gar so wenige! Wir können nicht alle ilbiy sein, die Verhältnisse verbieten es uns, aber wir, alle können in den tausendfachen Chor einstimmen, der in Lublin ertönen wird in der feierlichen Sijumstunde: san nbw p mnw "\b rtüiva nv ^01 m^n nawn unsere tägliche Verbundenheit mit der Thora Seil 45 Jahren Tabak JOSEPH, Sandweg CIGARRENLAGER allererster Fabrikanten zu jeder Preislage und Geschmacksrichtung. Probort ZU Diensten, auf Wunsch unverbindliche Vorlage. KEIN LADEN. Telefon 44475 ' 75 | | Kleidung für Auswanderer M aß - Konfektion Tiyj - Verarbeitung Frau F. MAIER WW. Fahrgasse 94 1 Minute von der Konstabier Wache

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