Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1938-06-16 · Heft 24 (16.6.1938) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 24 (16.6.1938)
Date
1938-06-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2451012-2451035--83781-2541805
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

EoFJünY193r ^w^^^r-^^"^*-J?2; Ti'&Pt} Der '&%*Q$^9£&%?k-. >-'^®!^^'^*Ä»: "V*£' sr a e 1 i t Nr. 24 Seite 7 KEREN HATORAH ist der Treuhänder des jüdischen Volke s für die Ertialto ng seines nation alen Gutes vom Sinai. [ Helfet dem KERI Keren Hatorah, Hamburg,Heinrich Barthstr EN HÄTO a ß e 2 i; P o s;t s RAH!; checkko'nto: Hamburg 24753 Amerika, Eine Miilionenaktion für in Amerika. Thorazwecke New York, 10. Juni. Auf der großen Konferenz, die vor kurzem, wie berichtet, der Orthodoxe K e h i 11 o t h v e r - band in Amerika abgehalten hat, ist u. a. be: schlössen worden, einen Betrag von einer M i 11 i o n Dollar, zum Zw eck e der Befestigung des religiösen Judentums und seiner Institutionen aufzubringen. 100.000 Dollar sollen sofort' für jüdische religiöse Erz i e h u n g s - z wecke flüssig gemacht werden, und zwar zunächst für die Gründung von Talmud Thora-Schulen und die Verbreitung und Vertiefung jüdischen Wissens an Plätzen, wo religiöse Erziehungsinstitute nicht vorhanden sind. Ein großes Komitee hat die sofortige Ausführung der Beschlüsse in die Hand . genommen. An der Konferenz beteiligten;sich die prominentesten religiösen Persönlichkeiten von; Amerika, die alle zum Ausdruck brachten, daß eine aktive Tätigkeit zur Stärkung des religiösen Geistes unter den Juden Amerikas eine unabweisbare -Notwendigkeit sei. Im Auftrage der Agudas Jisroel: referierte auf der Konferenz Rabbiner Dr.. J u n g über die P r o b- 1 e m e der Orthodoxie u n d i h r e weitere Gestaltung-! Herr Schenkolewski referierte über Emigrationsfragen. Hilfsarbeit in Amerika. New York, 10, Juni. Die Testamentsvollstrecker des am 17. Dezember 1935 verstorbenen, Präsidenten der Electric Company, Jacob F o x , haben den Herren William Rosenwald und Edward M. M. Warburg als den Vertretern des Joint Distribution Committee und des Komitees für die jüdischen Flüchtlinge einen Scheck über 100 000 Dollar aus der Hinterlassenschaft von Jacob Fox übergeben. Dabei wurde mitgeteilt, daß Jacob Fox, der an einer akuten Blinddarmentzündung erkrankt war,- sich weigerte, die Operation an sich, vornehmen zu lassen, bevor er nicht ein neues Testament aufgesetzt hatte, in-welchem er die Juden aus Deutschland bedenkt. Die 100 000 Dollar werden zugunsten derjenigen, die nach Amerika -kommen, verwendet werden. Das American Joint Distribution C o m-m i t f e e hat im Jahre 1937 943 800 Dollar für Hilfe an die notleidende jüdische Bevölkerung in Polen ausgegeben, .nicht eingerechnet die von der American Joint Reconstruction Foundation für Kredite zur Verfügung gestellten Summen. Von dem erwähnten Betrag wurden 250 000 Dollar allein für Wirtschaftshilfe ausgegeben; hiervon wurden neue produktive Berufszweige und Industrien der Juden finanziert. Die Hadassa hat 22 000 Dollar an Henriette S z o 1 d für die Jugend - A1 i j ah überwiesen. Auf der Jahresversammlung des Verbandes für jüdische Erziehung in New York wurde mitgeteilt, daß sich die Zahl der Schüler in den jüdischen religiösen Schulen New Yorks um 1000 erhöht hat. Der Verband gibt über zwei Millionen Dollar Jährlich für jüdischen religiösen Unterricht aus. Im Jahre 1937 wurden 102 Lehrer für jüdischen religiösen Unterricht qualifiziert. Die hier abgehaltene Konferenz Jüdischer Sozialfür so r g e v e r bä ri d e in den USA. hat einen speziellen Ausschuß zur Förderung der Ansiedlung von Juden aus Deutschland in den nicht überbevölkerten Gebieten der Vereinigten Staaten eingesetzt. Der Leiter des Fiüchtlingskomitees der Regierung, Chamberlain, hat die Mitarbeit der' Regierung zugesagt. . - . . ' ' , . Außenminister Cordeil Hu 11 teilte mit, daß bisher achtzehn Nationen ihre Teilnahme an der Konferenz in Evian zugesagt haben. Amerikanisches, New York, 7. Juni, ' Das K o m m an dq .der amerikanis che n Flotte im Pazifischen Ozean ging von Admiral Arthur Hepburn an Admiral C1 aud e C. Blo ch über, Admiral Bloch ist Jude, 1877 geboren und von Jugend auf in der Marine tätig. Er nahm an der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China teil. Admiral Bloch war ein-besonderer Freund des früheren Präsidenten H o-av e r , der ihn: als den „ersten jüdischen Admiral seit den Zeiten Noahs" bezeichnete. Nach längerer Krankheit verstarb in New York im Alter von- 78 Jahren der „Monatsrischer Rebba", Rabbiner Jehoschüa Rabinowicz. DeY Verstorbene war Präsident des Chassidi'schen Rabbiner-Verbandes für die Vereinigten Staaten und Kanada. Argentinien. Guter Rat für Siedler. (Aus einem ICA-Kolonistenbrief an den Hilfsverein). Kolonie Avigdor, 10. Mai. Den Juden aus Deutschland, die durch die Verhältnisse gezwungen sind, ihre Berufe aufzugeben und sich mit einem ihnen bisher yöllig fremden Gebiet, nämlich der Landwirtschaft, anzufreunden, möchte ich als älterer Mann und als neuer Siedler einige Tatsachen mitteilen und Fingerzeige' geben, die ihnen vielleicht das Einleben und die gänzliche Umstellung etwas erleichtern könnten. Geschieht das letztere in einem fernen Lande, dessen Sprache, Bewohner und Gewohnheiten ihnen gänzlich unbekannt sind, dann ist die Umstellung und das Eingewöhnen um so schwerer, ja, es wird zur Unmöglichkeit, wenn der Betreffende nicht seine ganze Energie und Willenskraft aufbringt, um sich dem neuen Berufe mit seinen primitiven Verhältnissen anzupassen." Es ist daher in keiner Weise angebracht, die Verhältnisse und-die Zustande, die in einer solchen Siedlung bestehen, schöner und angenehmer zu färben und zu beschreiben, als sie tatsächlich sind, vielmehr alle Berichte in Briefen und Zeitungen sollten rein erfahrungsgemäß die wahre Sachlage schildern. Geschieht dies, dann werden dem neuen Siedler viele Enttäuschungen erspart, 'deren er ohnedies schon genug erdulden muß. Dies dürfte allgemein für alle jüdischen Siedlungen zutreffen, insbesondere wäre es aber für die ICA-Siedler angebracht, die nach Avigdor und gleichartigen Siedlungen, kommen, um hier in Gemeinschaft mit ihren Familienangehörigen öder sonstigen Vor- Und Mitgängern eine sogenannte Familiensiedlung zu beziehen und zu bewirtschaften. Diese besteht in den meisten Fällen aus 75 ha Land, von denen ein,Teil mit niedrigem( ca. 20 Jahre altem Wald bestanden ist, aus einem massiven, ansprechenden Häuschen, enthaltend 2—3 Zimmer, eine Küche, einen angebauten Backofen und einen Abort, der nach spanischer Art eingerichtet ist, für uns also' der Ergänzung durch eine sog. Brille bedarf. Diese Baulichkeiten und das Land werden dem Siedler,: der doch meistens nur über ganz geringe Mittel verfügt, ohne jede Zahlung übergeben, und man kann dem Schicksal wirklich von Herzen danken, daß auch. den Juden aus Deutschland durch die Großherzigkeit und weise Voraussicht des Barons Hirsch s. A. die Möglichkeit gegeben ist, mit Hilfe der ICA eine solche Unterkunft und Betätigung zu finden. Die Maßnahmen, die die ICA im Interesse und zur Förderung der Siedler trifft, sind sämtlich wohl überlegt und durch die Erfahrung als bewährt anzusehen. Hierzu gehört vor allem auch die Kreditgewährung für 10 Pferde und 20 Kühe sowie für einen Sitzpflug und mehrere kleinere Maschinen, ferner die Einrichtung der baren Kreditgewährung für die ersten sechs Monate, in denen der Siedler wenige bezw. keine Einnahmen hat, denn der Milchertrag der 20 Kühe ist anfangs meistens nur gering. '. 9 Wenn nun der Siedler nach wochenlanger Reise sein Camp glücklich erreicht hat, darin fängt für ihn trotz dieser philantropischen und in der Welt wohl einzig dargebotenen Existenzmöglichkeit erst die'"große Sorge an. Hauptsächlich die Menschen, die aus ihren gutbürgerlichen städtischen Verhältnissen heraus mußten, stehen hier 'in den ersten Tagen, wenn sie «las leere. Haus und die weiten leeren Felder sehen, verzweifelt da. Sie fürchten* sich in diese gänzlich anderen Verhältnisse nicht hineinfinden zu können: aber dieser Zustand weicht bald einer milderen Auffassung. Jeder.Tag macht sie mit dem Boden, der Umgebung und den primitiven Verhält nis.se n v.e r t r a.u t e r , tuid bald, gewöhnen nie sich an das Landleben) das ihnen Freiheit und eine gewisse Sorglosigkeit bedeutet, für die jüngeren unddie Hausfrauen allerdings auch . viel Arbeit. Um nun über das anfängliche, oben erwähnte Gefühl der Verzweiflung schneller und besser;, hinwegzukommen, wäre es. angebracht, den: Siedler darauf hinzuweisen, aaß er, außer seinem Handgepäck, seine Sonstigen Gepäckstücke zu einem . Teile meistens erst in 2—3 Wochen,- zum anderen Teile erst in 2—3 Monaten nach Ankunft in Buenos Aires erhält, daß er also anfangs ziemlich hilflos in seinem gänzlich leeren Haus dasteht. Allerdings hilft auch hier wieder die ICA, indem sie Tisch und Stühle herleiht, ebenso Bettgestelle, aber wenn man keine hilfsbereiten Nachbarn hat, die mit Handwerkszeug, dem notwendigsten Küchengerät, ein paar Tassen, Tellern, Töpfen, Messern und Gabeln aushelfen, dann packt den Siedler die Sehnsucht, er denkt verzweifelt an frühere Zeiten, die noch gar nicht weit zurückliegen, und aus seiner Seelenqual heraus fließen Tränen^ Und gerade diesem Moment ist so leicht abzuhelfen, indem man dem. Auswandern empfiehlt, einen Koffer seines Handgepäcks mit Handwerkszeug und mit den oben erwähnten notwendigsten Gegenständen, einigen Decken und Betten, einem Petroleumkocher, Arbeitskleidung usw. zu füllen, die er bei Ankunft unbedingt sofort braucht. Es wird ihm dadurch mancher Kummer erspart bleiben, Im Übrigen empfiehlt es sich, möglichst auch im Handgepäck viele alte Kleidungsstücke und Schuhe mitzubringen, die hier bei der Arbeit auf dem fetten und bei Regen völlig durchweichten Boden nicht zu entbehren sind. Sehr praktisch und unbedingt erforderlich ist die Einrichtung des,, Vorfahrers", der seine Familie brieflich gut beraten und in den meisten Fällen alles für den Empfang seiner Angehörigen vorbereiten kann. Hierdurch wird dem Siedler auch das Einleben nicht nur leichter und heimischer -gestaltet, sondern er wird durch diesen gleich bei Ankunft mit den Einrichtungen der ICA vertraut gemacht. Vermischtes. Berlin, 7. Juni. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums E. V. hielt ihre diesjährige Mitgliederversammlung am Donnerstag, den' 16. ds. Mts., 20 Uhr, im Jüdischen Brüdervereinshaus, Berlin W. 62, Kurfürstenstr. 116, ab. Herr . Dr. Arnold Berney sprach über das Thema „Der makkabäische Staatsgedanke und seine Wurzeln in der Geschichte". Berlin, 13. Juni. Aus dem Jüdischen Auswandererlehrgut Groß-Breesen wird uns geschrieben: Im Jüdischen Auswandererlehrgut Groß-Breesenf über Obernigk (Schlesien) werden in den nächsten Monaten durch Auswanderung einige Plätze frei. Es werden Jungen und Mädchen im Alter von 15—23 Jahren aufgenommen. Anfragen sind möglichst bald an den Leiter, Prof. Dr. Curt Bondy, zu richten. London, 3. Juni. Anläßlich des Geburtstages der Königin Ma ry wurde auf dem Cunard White Star D. „Queen-Mary" bei der Ueberfahrt von New York nach Southampton ein Gala-Diner (auch in der rituellen Abteilung) abgehalten, beiwelchem gleichzeitig des zweijährigen Jubiläums des beliebten Dampfers (27. Mai) gedacht wurde. In den verschiedenen Tischreden wurde das Schiff als ein Instrument des Friedens zwischen den Nationen bezeichnet, eine Sendung, die auch ganz den Wünschen der Königin Mary entspricht. Personalien. Regensburg, 12. Juni. Mit tiefer Erschütterung Vernahmen unsere Gemeindemitglieder die traurige Kunde von dem in ferner Welt erfolgten Hinscheiden des Dir. Jakob Meyer, Hamburg. Mit innerer Dankbarkeit gedenken wir der segensreichen Einrichtungen, die der Verewigte in unserer Mitte schuf! Der noch heute bestehende „Jüdische Kulturbund Esra" wurde^.auf seine Initiative hin im Jahre 1911 ins Leben gerufen und der Synagogetichar, der noch jetzt in erhebender Weise den G'ttesdienst verschön nert, wurde von ihm gegründet. Sein seltenes gütiges Herz ließen ihn zu einem Freund der Armen werden;und durch seine "inoa nana trocknete er gar manche Träne. Als Redakteur der „Laubhütte:' setzte er sich' mit seiner ganzen Persönlichkeit für die Belange des thoratreuen Judentums ein und stiftete somit unsagbaren Segen1 .für den Möge er ein pVn aiü. für. uns alle sein! Möge aber auch seih mar seinen. Angehörigen und unserer alten traditionsreichen n^'np in dieser schweren Zeit . beistehen. M. L. PAS LICHT DER EWIGKEIT von Rabb. Dr. Elle Münk: in Ansbach broschiert RM, 4.oo Lwbd. RM. 5-OÖ VERLAG DES ISRAELIT UHO HERMflH GMBH.Jtanklütl fl. M. Schützenstr. 12 Postsch. -19802 Kleidung für Auswanderer M aß - Ko nfektion ■ V erarbeilun g Frau F. MAIER WW. Fahrgasse 9 4 . 1 Minute von der Konstabier Wache '*^$&Ar-Z«.:'-'i--

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.