Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 24 (16.6.1938)
- Date
- 1938-06-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2451012-2451035--83776-2541800- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2 Nr. 24 Der Israel i_t' arabische Hetze gegen die britischenTrupfffi p e n seien ganz maßlos, dabei könne er ver- |t|fj sichern, daß alle Untersuchungen den Takt und <!§§■ die Geduld der britischen Truppen von neuem ';||, erwiesen. Der von Sir John erstattete Finanzbellp rieht bietet kein erfreuliches Bild. Die großen Iptj- Ueberschüsse der letzten Jahre hätten sich in;>$'' Defizite verwandelt. Am Samstag wurde über den Bericht der £' Mandatarmacht ausgiebig diskutiert. Der f||«-' englische Vertreter hatte eine große Reihe von Fragen zu beantworten. Es wurde wieder von 'ff vielen Seiten, auch von der Leitung, betont, daß ||£ * die willkürliche Beschränkung der Einwändej|? rung eine Abweichung von dem Grundp r i n z i p e des Mandates bedeute. Auch ijf die Frage der Heiligenstätten wurde beh| rührt. Andere wollten wissen, von welcher Seite i.V die arabischen Terroristen finanziert werden. *«t Der Bericht der Ständigen Mandatskommis- H sion über Palästina wird voraussichtlich Ende nächster Wocfye dem Völkerbun d s rat vorf|j gelegt werden Und Ende August zusammen mit ff: den Sitzungsprbtokollen im Drucke erscheinen. Ii- " * ffi Aus den Einzelheiten des Berichtes der Reifgierung an den Völkerbundsrat seien 161-!§£ gende herausgegriffen: " Der Bericht weist eingangs auf die Störung der öffent- .|p liehen Sicherheit durch Morde, .Einschüchterungen und Sabotage seitens arabischer' Rechtsbrecher" 'hin," ||- durch die in wenigen Fäll^ir jüdische *Yergeltungs- Ift maßnahmen hervorgerufen wurden. Der Bericht schildert die- Formen des arabischen Terrors, betönt jedoch, daß äußerlich zwar das Lehen des Landes«, kaum beeinflußt erscheine, daß sich aber die wirtschaftliche Lage gegen Ende des Jahres 'sehr verschlechtert habe. Der Bericht nennt 438 Fälle ara-r bischer Aktionen, einschließlich 143 Angriffen gegen jüdische Siedlungen, 38 gegen jüdische Transporte und 109 gegen Militär und Polizei. 97 Menschen wurden getötet und 149 verwundet, davon waren 32 bezw. 83 Juden. Für den Schutz jüdischer Siedlungen würden 4859 jüdische Hilfspolizisten angeworben. Die Militärgerichte verurteilten *38 Personen, sämtlich Araber. , Der Bericht detailliert darüi die bereits bekannten Einwanderungszah 1 en des Jahres 1937.- Von 1572 zu Gefängnis und Ausweisung verurteilten illegalen Einwanderern waren nur 304 Juden, 1096 wurden ausgewiesen, darunter 95 Juden. Im ganzen stellt der Bericht ein sichtliches Absinken der illegalen Einwanderung von Juden fest. Nach einer ausführlichen Aufstellung. der Import- und Exportz i f fern wird ausgeführt, daß die Anwendung der Vorschrift der wirtschaftlichen Gleichberechtigung, wie sie im Art. 18 des Mandats niedergelegt ist, eine schwere Last für Industrie und Handel in Palästina, infolge des Fehlens -von Gegenseitigkeit bedeutet. Es wird festgestellt, daß -die Empfehlungen der Kgl. Kommission hinsichtlich der Eröffnung von Verhandlungen zur Verbesserung dieses Artikels mit dem Ziel, den palästinensischen Handel auf eine gesündere Basis zu stellen, von der britischen Regierung geprüft werden. Der Bericht schildert die. Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage im jüdischen Sektor, das Nachlassen der Aktivität in Handel, Industrie und Bauwesen und schätzt die. Zahl der Arbeitslosen für Ende 1937 auf 12000. Im Berichtsjahr stie'g die Zahl der Gesuche um Gewährung der palästinensischen S-t ä a t s b ü r g e rsc h aft erheblich ah. Während 1936 sich 5444 Personen darum beworben haben,, waren es im vorigen Jahr 12 194. , Die Naturalisierung erhielten 9925 Personen (1936 nur 4941). Insgesamt erhielten 1937 einschließlich Frauen und Kinder 21.728 Personen die palästinensische Staatsbürgerschaft. Werden die in Palästina v _ ^fTic)rn3^' -1 * - - . /-t zum Tode verurteilten Juden begnadigt? Jerusalem, 12:~ JanTT Ueber die Todesurteile in Haifa und die Bemühungen zur Begnadigung der Verurteilten gibt, „Palcor" folgende Darstellung; Freitag, den 3. Juni, wurde vor dem Militärgericht in Haifa das Urteil über die drei jungenJuden aus RoschiPina verkündet, die wegen Schießens auf einen arabischen Omnibus vor einigen Wochen vor das Militärgericht gestellt wurden. Schlomo Ben Joseph und Abraham Schein, beide 18 Jahre alt,' wurden zum Tode verurteilt. Der Dritte, Schalom Z u r a b i n , wurde für geistig minderwertig befunden und soll in eine Anstalt geschickt werden. Die Todesurteile unterliegen noch der Bestätigung des Truppenkommandanten General H a i n i n g. Das Oberr abbinat von Palästina sprach bei General Haining vor und bat um Gnade für die verurteilten jungen Juden. Das polnisc he Konsulat in Jerusalem erhielt von der polnischen Regierung die Anweisung, bei den palästinensischen Behörden bezüglich der Todesurteile über Abraham Schein und Schlomo Ben Joseph, beides polnische Staatsbürger, vorstellig zu werden. Der Verteidiger der Angeklagten, Dr. Philip Joseph, hat dem Militär-Kommandanten ein ausführliches Memorandum überreicht, in welchem er alle Gründe zusammenfaßt, die für eine Begnadigung der Verurteilten sprechen. Vor allem wird auf deren jugendliches Alter hingewiesen. Ferner weist der Verteidiger auf die Leiden hin, -die der Jischuw in den letzten zwei Jahren mit1 größter Selbstbeherrschung ertragen hat. Wie aus London berichtet wird, hat auch der englische Rabbiner verband ein Telegramm an den High Commissloner lü Jerusalem gerichtet, in dem um die Begnadigung der Verurteilten gebeten wird. f Der V"ejr band der litau i"'s<.c h e n Rabbiner und dör jüdischen GemeindeiHn^Litauen rsandten ein Telegramm an Generalleutnant *Hainihg. J3ie polnische^Wizo hat ein Telegramm ah Kömgin Mary mit der Bitte um" Gnade für die beiden Verurteilten . gesandt. Zu den Anwälten der Verurteilten -^gehört auch „Manchester Guardian". Das Blatt schreibt u. a..: „Zwei junge Juden, von denen einer erst 18 Jahre alt ist, wurden von dem Militärgericht in Haifa zum Tode verurteilt. Es wurde behauptet, daß sie einen arabischen Omnibus beschossen haben, und sie wurden im Besitz von Waffen gefunden. Gemäß der militärischen Rechtsprechung, die seit November in Kraft ist, ist das Tragen von Waffen ein mit dem Tode strafbares Vergehen, und es wurden auch in der Tat mehrere Araber, bei denen Waffen gefunden wurden, hingerichtet. . . . Die Handlungsweise der zwei jungen Juden ist unentschuldbar, jedoch wurde glücklicherweise kein Araber von ihren Schüssen getötet oder verwundet. Man muß daran denken, in welchem angespannten Zustand die Juden leben. Die Zukunft des Landes, das sie jetzt als ihr Heim ansehen, ist ungewiß, und während einer langen Zeit — während der kürzlichen arabischen Revolte und des gegenwärtigen Terrors — haben sie die Unfähigkeit der Polizei und der Militärkräfte gesehen, die extremen arabischen Elemente in Schranken zu halten. Die jüdischen Führer haben unaufhörlich Zurückhaltung gepredigt.!' Arabisches. Der Mufti aus Syrien ausgewiesen? ,.Hadsch Amin el Husseini, der G r o ß m u f t i von J e r u s ä 1 e m s der seinerzeit aus Palästina geflohen iist und -sichbisher in El Zok in der Nähe vörf~ Beirut aufhalten mußte, ist, nach einer Meldung? aus Jer4isajleni, von den französischen Behörden nach "M a d a - gaskar, der großen französischen Insel im Indischen Ozean, deportiert worden. .Eine Bestätigung der Nachricht liegt noch nicht vor, zl \. Im englischen Unterhaus hat, wie gemeldet Vor einigen Tagen Unterstaatssekretär ^Butler mitgeteilt, daß die Regierung mit dem französischen Kabinett wegen der Umtriebe des Mufti in Verbindung getreten ist. Die arabische Presse meldet, daß Anfangs Juli eine pro-paläs t i n ensi s p he K o,n f e - renz in Bagdad abgehalten werden soll.- Die Abgeordneten werden dieselben sein, die im vergangenen Jahr an der Konferenz in Bludan bei Damaskus teilnahmen. Jüdische Ärzte und Rechtsanwälte in Polen. Forderung der Verbände. Eine Landeskonferenz j u n g e r' A e r,z t e nahm in Kattowitz, eine Entschließung an, in der die Einführung des Numerus nullusan der Universität und die Zulassung jüdischer Aerzte nur noch für jüdische Krankenhäuser gefordert wird. Eine Landeskonferenz junjger Rechtsanwälte in Posen stellte die gleichen Forderungen auf und verlängte die Streichung einer größeren Zahl von jüdischen Anwälten aus den Anwaltslisten, oim das; rieniige^erhältnis zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Juristen herbeizuführen. :Der geschäftsführende Ausschuß de.s höchsten Rates der Rechtsanwälte beschloß in einer außerordentlichen Sitzung in W a r s c h.a ü ,. die Liste der Anwaltskandidaten für di^ nächsten fünf Jahre zu schließen. Die jüdischen Anwälte Alexander Margolies, und Leib Landau protestierten dagegen und erreichten die Annahme eines Zusatzantrages, wonach Kandidaten Jm vierten Jahr des Vorbereitungsdienstes zu den Prüfungen und zur Berufsausübung noch zugelassen werden sollen. Die Landeskonferenz der Reserveoffiziere in Lemberg nahm einen Antrag auf Ausschluß der Juden aus der Vereinigung an und demonstrierten öffentlich für die Entfernung von Juden aus der polnischen Armee. Die Polizei zerstreute die Ansammlungen. Der rumänische Ministerpräsident über die Revision der Staatsangehörigkeit. Czernowitz, 12. Juni. Ministerpräsident Miron C r i s t e a . hielt in Czernowicz vor Zivilbeamten eine Ansprache. Er sägte u. a., die Durchführung des Gesetz e s über die Revision der Staatsangehörigkeit werde eine befriedigende Unterscheidung zwischen den loyalen und eingeborenen Elementen der Minderheiten und jenen herbeiführen,,.die auf illegale Weise ins,Land gwekommen seien. Jedes Mitglied einer nationalen Minderheit, das'"m'Rumänien, geboren sei, und dessen. Loyalität außer, Zweiiel ßi&e, werde den Schutz und die Rechte des Staates, genießen. Die illegalen Einwanderer hingegen würden man in[]ehe,.Staaten-"zurückschickeriy aus denen:'= sie gekommen seien, i;~ ' .,!: I- '; 1 GELLHORN S T ßriI N W E O 9 f G EL I, f ■ i S -X E J N-'tyi'E-.G ,Sf