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Der Israelit · 1938-06-09 · Heft 23 (9.6.1938) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 23 (9.6.1938)
Date
1938-06-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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9. JiinM938<" Der Israelit Nr, 23 Seite 5 Juden in der palästinensischen Polizei. London, 3, Juni. Der Kolonialminister Malcolm MacDonald machte am* Freitag im Unterhaus nähere Angaben über die Verwendung von Juden in der palästinensischen Polizei. Er betonte, sowohl im transjordanischen GrehzkorpSi als auch in der Polizeitruppe Palästinas dienten eine erhebliche Anzahl von Juden. Darüber hinaus seien .4589 Juden für den Schutz der jüdischen Siedlungen eingestellt worden. Von diesen seien ungefähr eintausend motorisiert und bewaffnet. Sie würden von den Mandatsbehörden bezahlt. Die übrigen dienten als Reserve. Holland. Brief aus Holland. Synagoge und Luftschutzraum. — Jüdische Hilfsarbeit. Amsterdam, 3. Juni, Gelegentlich 'des Umbaues der Großen Synagoge in Rotterdam und des Zubaues eines Gemeindehauses beschloß die Exekutive der jüdischen Kongregation nach Rücksprache mit dem Bürgermeister und den Stadträten von Rotterdam, den großen Keller der Synagoge zu einem gas- und bombensicheren Luftschutzkeller auszubauen. Aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens des G o - mite voor b i j z o n d e f 1e J:ö ö d s c h e belangen (Komitee für besondere jüdische Belange) fand in Amsterdam e'rne Festsitzung statt. Der Vorsitzende j des Komitees, A. Asscher, sprach den Regie- rungsstellen, den Gemeindeverwaltungen und den vielen Nichtjuden, die durch ihre Beiträge das Hilfswerk unterstützt haben, Dank für ihre Mitarbeit aus» Er wies darauf hin, daß mit Hilfe des Komitees bereits 5000 Auswanderer von Holland aus weitefgewandert sind. 11.000 Personen konnte man mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aufgewendet wurden in den letzten fünf Jahren für Auswanderung 333.000 Gulden, an Unterstützungen 1,515.000 Gulden und an Darlehen 65.000 Gulden. Hilfe kam u. a. vonseiten des Joint Distribution Committee, der Hicem und des Council for German Jewry. Der Oberrabbiner von Amsterdam richtete an die Gemeinde ein Schreiben, in welchem er zu großzügigen Gaben für die Unterstützung der aus Oesterreich Eingewanderten aufruft, Frankreich. Eine neue Gesellschaft zur Ansiediung von Ostjuden in Palästina. Paris, 7, Juni. S. Marcovici - C 1 e j a , der bekannte Pariser Industrielle, begab sich an Bord der „Queen Mary" nach Amerika, um die amerikanische Judenheit für seinen Plan der Gründung einer Gesellschaft mit einer Million Pfund zur Förderung der Ansiediung osteuropäischer Juden in Palästina zu gewinnen. Cleja, Autor eines kürzlich erschienenen Buches über jüdische Probleme, hat einen großen Teil des Gründungskapitals in Europa bereits gesichert; Juden und Nichtjuden beteiligen sich daran. Die Gesellschaft Igibt Obligationen heraus, die durch Transferabkommen mit europäischen Regierungen garantiert sein werden. Sie wird auf geschäftlicher, nicht philanthropischer Basis beruhen. Griechenland. Ein Königswort. Saloniki, 1. Juni, König Georg II. hat eine Reise durch Thessalien und Mazedonien unternommen. An zahlreichen Orten empfing er auch Delegationen^ der jüdischen Gemeinden. In Erwiderung einer Ansprache in V o 1 o sagte der König u. a., er schätze die griechische Judenheit als ein friedliches, dem Fortschritt zugängliches Element, das treu und gewissenhaft seine Pflichten dem Lande gegenüber erfülle. Es wurde auch daran erinnert, daß Georg L, der Großvater des jetzigen Regenten, zu wiederholten Malen in Triccala bei dem Kaufmann Haimaki Cohen gewohnt hatte. a Indien. Rücktritt des jüdischen Bürgermeisters. Bombay, 2. Juni. Bürgermeister Dr. A. Moses in Bombay ist von seinem Amt zurückgetreten. In der Oeffentlichkeit wird seine Amtsführung besonders anerkennend beurteilt. E R E Z I S R A E L. Die Unruhen vor Schowuaus» Ruhige Feiertage. " Jerusalem, ■ 1. Juni. Ueber die-blutigen-Ereignisse, die^dem-TSchowu.ausfeste vorangingen, wird uns zusammenhängend wie folgt berichtet!; . Am Morgen des 24. Mai ging plötzlich eine TerrorweHe über Jerusalem hin,, die den Tod eines Juden und zweier Araber und die Verletzung von fünf Juden und vierzehn: Arabern mit sich brachte. ' Der Gouverneur von Jerusalem ordnete deswegen den Ausnahmezustand für die' Zeit von, 7 Uhr abends bis 5 Uhr morgens für das ganze Gebiet von Jerusalem an. Währenddieser Zeit durfte kein Einwohner der Stadt das Haus verlässeh. Der erste Fall war _die E r sc h i e.ß ung eines Arabers in äer Straße; der Propheten. Kurz darauf wurde eine Bombe unter die vor dem Departement für öffentliche Arbeiten.; auf Arbeit wartenden' zahl^ reichen jüdischen und arabischen Arbeiter geschleur. dert," die explodierte. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten. Nach diesem Zwischenfäll fielen Araber über jüdische Arheiter her und begannen gegen diese ein 'Steinbömbardement, bei welchem vier jüdische Arbeiter * Verletzungen, erhielten. Um,. die gleiche Zeit würde - ein j ftdis c h er. Arbeiter, in einer benachbarten engen Gasse erschossen. Etwas später wurde ein aus Ejn K a r e m in Jerusalem eingetroffener mit Arabern besetzter Autobus in der Nähe des Montefiore-Viertels in Jerusalem^ beschossen. 12 Araber und .eine, russische Nonne wurden verletzt. Um die. gleiche Zeit wurde ein Araber in der Jahuda-Straße getötet,: ein zweiter Araber in der Gaza-Straße verletzt. Hernach wurde ein mit Juden besetzter Autobus, der aus Bet Hakerem eintraf, von 'Arabern mit Steinen bombardiert. Der Chauffeur wurde verletzt. Einem Häuserblock im Montefiore-Viertel wurden 120 Pfund Geldbuße auferlegt. . , Noch während die Unruhe in der Stadt andauerte, verhaftete die Po Hz ei.- s i e b e n Jude iv meist Revisionisten« Es verlautet, daß drei, von ihnen in das Konzentrationslager Akko gebracht. werden Sollen. . •; . , : -: ' > ■ - - ._ Wie man -erfährt,; hat der : Gouverneur von Jerusalem verfügt, daß den Jerusalemer jüdischen Auto-' bus-Chauffeuren;die ihnen zu ihrenv Schütz bewillig- ' ten Revolver wieder, abgenommen werden, weil man Vergeltungsakte seitens dreier Chauffeure befürchtet, welche Söhne des am Sonntsg: von zwei Arabern erstQehenen::53jähHg0n'-K'essels(dimieds Jakob 11schaki sind. Der Distriktskömmissar hat die Leitung äef Jüdischen GiimemAe^m„r3^T^p^cmri ersucht^ie*;üdisch^^^^ zu bewahren. Die Gemeiüdeleitung hat demgemäß Ginen Appell an .. die .Juden in Jerusalem erlassen, Zurückhaltung zu üben und die Behörden bei: Atff-" rechterhältung von Gesetz und ' Ordnung ' zu unter1-' stützen. ' 1,V; *;;1i- .. fcc: Arabische Autobusse , werden jetzt durch er4g^ tische, jüdische und arabische Polizisten .auf Polizei.-. autos eskortiert, wenn sie durch., [die Straßen Jeru.-,. salems fahren. . ■'*"• :..\ .. . .Arabische. Frauen ermordet.-. [ ^, Arabische Terroristen drangen, in das Dorf K i r - j?a z e 1 E u ein, um Rache an einigen Dorfbewohnern, dle sie auf dem Kerbholz hatten, zu nehmen. Als sie die Männer nicht antrafen und die Frauen derselben den Aufenthalt der Gesuchten nieht verraten wollten, töteten'sie drei dieser Frauen. In der Nähe von Haifa wurde eine arabische Frau unter den gleichen Umständen angegriffen-und verletzt. " « Ernte niedergebrannt. 'Die Bjr_a n~d sV 1 f t ü ng e n auf jüdischen Feldern durch Terroristen häufen sichjbesonders im^jöber- und Niederg alil. In den jüdischen Kolonien Jawniel," Aje'let Haschachar, Mischmar Hajarden, Rosch Pina wurden'1 viele Felder fast ganz niedergebrannt, der Schaden ist sehr groß. Nachdem die Felder von Rosch Pina im Umfang von mehreren hundert Dunam niedergebranni waren, "griff das Feuer, vom Wind begünstigt, auf arabische Felder über. Die Juden, .die den Arabern halfen, das Feuer zu löschen,. ..wurden von den Terroristen beschossen._Fa.st zu gleicher Zeit wurde der der Regierung gehörende Wald im Galil in Brand gesteckt. "Juden und Polizisten, die das Feuer zu -löschen versuchten, wurden von Terroristen beschossen. Ueberfälle bei Safed. Sechs jüdische Arbeiter, die eine beschädigte Militärstraße repariert hatten, wurden bei der Rückr kehr von der Arbeit am Abend von Montag in der Nähe von Safed von arabischen Terroristen beschossen. Einer der angegriffenen Juden, Elijahu Avatichi, ,wurde getötet, ein zweiter, Nahum Bebe, wurde verletzt, Avatichi war 38 Jahre alt. er hinterläßt Frau und Kind. In der letzten Zeit hatte er an der Errichtung des Stacheldrahtzaunes gearbeitet. _.......... .... Seit Junibeginn herrscht eingiermaßen Ruhe. Die Festtage sind phne-namhafte Zwischenfälle verlaufen. , Weizmann vor der Teilungskommission. Jerusalem, 3. Juni. Die neue Teilungskommission hat am letzten Mittwoch den Präsident der Jewish Agency, Dr. W e i Z m a n n , in geschlossener Sitzung gehört. Er war begleitet vori Ben Gurion, Shertok und dem 'Rechtskonsulenten Bernard Joseph.. Weizmanns Ätissage 'dauerte zweieinhalb Stunden. Nähere Angaben über den' Verlauf der Sitzung liegen bis zur Stunde! noch; nicht vor. Die Jewish Agency hat ihren Rechtsstandpunkt in einer Denkschrift dargelegt; die der Kommission übermittelt worden ist. Das Echo des polnischen Bürgergesetzes In Erez Israel. \ J. e r'.u s ä>l e m , 2. Juni. •; ■ Das " neue Gesetz, das der-'polnischen Regierung die Handhabe gibtn 1 polnischen; Bürgern im Auslandedas Bürgerrecht' abzüerkennen/ hat in den Teilen der" polnischen Kolonie M'-Erez Tsraelv die von den Bestimmungen^ evj^ werden" können, große •Erregung hervörgerufeh"!Zu Tausenden melden sich tfJüdejn polnischer,. Natiönälrt&t /zur Er 1 a n g u n g des iJMßl ä s t'i n a b ü f g e r'r'e p'ii t e s'; Wie allgenlein -be- ^stätigt wird, bemuht sich ^et ^ölnisehe Generalkönsul •in j|ro$Älem':.hacn"'*|C#ä,ltenv die"!Intölfessen der iüolni-J sehen Jtiden in -Erez'13srä"el; waferzufrehmen.!:' Aus Petach Tikwahs Jugendtagen. Nacherzählt von Helene Wolf in Petach Tikwah. (Fortsetzung.) Der Araber wehrte ab, es sei dies lebensgefährlich ,. für sie, denn einer der Dämonen, die er jetzt aus dem Kranken austreibe, könnte in sie hineinfahren, wenn sie in das Haus käme. Stundenlang glaubte der arme Patient im Rauche ersticken zu müssen, endlich verlor er das Bewußtsein. Erst als der Heilkünstler 'ihn verließ, die Tochter die Tür öffnete und der Rauch allmahlichrabzog». kehrte die Besinnung wieder. Am nächsten Morgen kam^^iör^al-abische Arzt aus Jaffa, dessen Heilmittel das Fieber vertrieb"^nV.0yA4g,- auch andere Siedler am Malaria erkrankten, brachte man sie nach Jaffa. Nachdem R. Sorach wieder vollkommen hergestellt war, wurde sein Haus vollends bewohnbar gemacht. Dieses einfache Haus aus Mörtel deuchte ihm köstlicher, "als eines Königs Palast; war doch damit die schöne Zeit des ersten Erez Jisrael-Aufbaus in seiner Erinnerung verknüpft. Wirklich überdauerte das Haus auch die stürmische Regenzeit des Winters, während das Heim eines amerikanischen Siedlers, das nicht nach dem Rat des arabischen Baumeisters errichtet worden war, in einer winterlichen Sturmnacht einfach zusammenstürzte. Es war ein Glück, daß die Insassen gesund in Barnetts Hause untergebracht werden konnten. Als die Regenzeit vorüber war, wurde mit dem Pflügen begonnen. Die meisten Siedler begnügten sich mit dem primitiven arabischen Pflug. Doch R. Sorach- und einige andere kauften in Jaffa europäische Pflüge und bereiteten" alles*Vor, um den Boden gut durchzupflügen.; Währenddessen hatten die anders» befeits fertig gepflügt und' fingen bereits an, Sesam' zu säen. Barnett spannte seine Maultiere vor den Pflug; aber es konnte ihn nicht ziehen. Er bat einen Araber um Hilfe; der weigerte sich aber, obwohl ihm die Hälfte der künftigen Ernte versprochen wurde. Er war eben mißtrauisch gegen den europäischen Fetisch. Selbst die Zusage doppelten Lohnes half nichts. R. Sorach mußte allein mit seinem Maultier den Pflug führen. Unter großer Anstrengung wurde der Boden umgebrochen —- es War sehr guter, aber schwerer Boden. Der Lohn so großer Anstrengungen blieb nicht ausj Barnetts Feld brachte 60 "Garben, während das in arabischer Weise bearbeitete nur 40 trug. So sahen die Siedler den Segen ihrer Mühe. Das stachelte ihren Eifer an. Und Ende des Sommers 1879 J5639) zog-man nach Jerusalem. 30 Kamele, beladen mit Weizen. Gerste, Durrha, Sesam und Linsen führten das Maasser (10 Proz.) ihrer ersten Ernte in die heilige Stadt, in die Schechuna Meah Schearim, die damals nur 20 Häuser -zählte. Die Kamele lagerten an einer großen: Zisterne. Boten: wurden , in : die Stadt geschickt, um die Kohanim und. Lew^im zu rufen. Sie kamen, um den ihnen geheiligten Anteil zu nehmen von dem Boäen,|den G'tt gesegnet hatte. Nach fast 2000 Jahren; der Verödung hatte der Allmächtige frommen, jüdischeh Menschen ihre Mühen um das Heilige Land ieloÄntj '; . : V. n ' .j'Jr. - - (Fortsetzung folgt.)

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