Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1938)
- Date
- 1938-06-02
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Seite 107 überdrüssig wären, wollten sie die Goldfische essen. "- : , ' .:- : Aber Moses verbot es. Er war gerade im »Begriff, auf den Berg Sinai zu steigen, um die G'ttesgebote zu empfangen, nahm die Goldfische an sich und steckte sie in die Falten seines Gewandes. Obwohl sie dort ohne Wasser waren, blieben sie doch am Leben, denn es war eine Zeit der Wunder. Aber der feurige Leuchter der Herrlichkeit G'tte, blendete die Fische so, daß sieihn baten, &\e wieder 2urückkehren zu lassen. Doch Moses beruhigte sie und sagte zu den Fischen: „Ihr allein von G'ttes kleinen Geschöpfen werdet seine Gebote hören! Und Ihr sollt immer darauf achten, daß sie gehalten werden, In den Quellen der Wüste, -in allen Wässern sollt Ihr auf der Hut sein und die Menschen daran erinnern, sie zu erfüllen. Weil Ihr G'ttes Herrlichkeit gesehen habt, wird Euch eine große Kraft innewohnen." Er, nahm die Fischlein und setzte sie in einen nahe vorbeifließenden Bach. Eine Welle kam und entführte sie über die Felsen, und bald waren sie in unterirdischen Quellen verschwunden. Dort leben sie nun und halten Wacht darüber, daß , die Gebote G'ttes gehalten werden. Wehe dem, der das Gesetz verletzt. Dank ihrer Wundermacht können sie'' /.Ihrer .Macht." warf der Araber dazwischen, „welche Macht haben denn die Goldfische?" ° „Mehr Mächt als tausend Teufel", sagte Sakkai. „Höre nur weiter!" Eines , Tages kam ein junger Mann, der seine tagten Eltern» verlassen hatte und in die Wüste :lohen war, zu einer Oase. Er beugte sich zu ,r Quelle hernieder, um zu trinken, da hörte < eine feine Stimme: „Gehe zurück nach Hause! Du hast das Ger t G'ttes veraltet, gehe zurück und sorge für •ainen Vater und deine Mutter!" Der junge Mann hörte nicht auf die Stimme <nd bestieg sein Kamel. Aber das Kamel brach unter, seinem Gewicht zusammen und verwandelte sich in Rauch. So saß der junge Mann einsam im Sand. Die Sonne brannte auf ihn hernieder, und als er seinen Turban löste und ihn ausbreiten woflte, verwandelte sich auch der Turban in Rauch. Er ergriff seinen Mantel, aber auch der löste sich in Rauch auf. Ein Kleidungsstück nach dem andern — alle wurden zu Rauch . . . Entsetzt kehrte er zur Quelle, zurück, aber die Oase war auch nichts anderes mehr als. Rauch. Nur zwei Goldfische, flammend wie Feuer, bewegten sich darin. „Helft-mir!" schrie ei'. Die Fischlein schwammen in dem Dunst wie im Wasser und sagten: „Halfst du deinen Eltern?";,Ich will es tun, ich will es tun!" schwor der Mann, „nur rettet mich." Sofort stieg eirie Rauchsäule aus der Quelle und verwandelte sich in Beine, Körper und Kopf eines Kamels. Die Kleider des Mannes erschienen wieder aus . dem Rauch, er legte sie an, bestieg sein Kamel, " ritt nach Hause und sorgte von nun an gewissenhaft für seine Eltern. ], „Noch schlimmer," sagte Sakkai, der mit Genugtuung bemerkte, wie der Araber ihm Voll Spannung zuhörte, „noch schlimmer und viel trau-; riger erging es einem Dieb, der den Fischen zu entfliehen suchte. Der Dieb war ein Kameltreiber. Viel kräftiger als du und immer fröhlich bei allen seinen Verrichtungen. Sein wohlhabender Herr war ihm zugetan und hielt ihn wie seinen Sohn. Aber der Treiber war ein unehrlicher Mensch und stahl, so oft er konnte, seinem Herrn Silber und Gold. Als eines Tages der Herr die Kamele belud, packte der Treiber einen Kasten mit' Silber, und verbarg ihn unter seinen Mantel. Aber der Kasten war so groß, und^der Dieb so ungeschickt, daß man wohl sehen konnte, wie er etwas verbergen wollte. "So fürchtete, er sich denn, seinem Herrn unter die Augen zu treten und floh in die Wüste. In einer Oase macht er Halt. Hastig öffnete er den Kasten, als er eine Stimme hörtei Auf eigener Scholle Kfar Schmarjahu Zufriedenheit Was dir, o Mensch, hienieden Vom Schöpfer war beschieden, Ob klein die Gabe oder groß; Magst auf den Bergen thronen Und in der Wüste wohnen, Es wird dein sich'res Erdenlos. Du schöpfest an den Quellen Und an des Meeres Wellen Gleichviel in deinem Wasserkrug: , Drum hege keine Sorgen Für heute oder morgen, Denn wer zufrieden, hat genug.