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Der Israelit · 1938-06-02 · Heft 22 (2.6.1938) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 22 (2.6.1938)
Date
1938-06-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 108 „Hast du Silber gern?" „Ja," antwortete verblüfft der Dieb, indem er mit seinen Händen in den Silbermünzen wühlte. „Bringe das Silber wieder dahin, woher du es genommen hast, du hast ein Gebot G'ttes verletzt!" „Ich will es aber nicht zurückbringen!" schrie der Dieb. „Bring es zurück," gebot die Stimme. „Ich will nicht!" war die Antwort des Diebes. Kaum hatte er es gerufen, als zwei feurige Fische aus der Quelle der Oase herausschössen, jeder packte ihn an einem Ohr, und sie drückten seinen Kopf hinein in den Silberkasten, bis er fest datin stecken blieb. Darin steckt er bis heute. Als Sakkai geendet hatte, war AH Badah mit Schweiß bedeckt. Scheu schlich er zu der Quelle und schaute hinunter. „Was gibt's Hort?»' fragte ihn Sakkai. Sakkai sprang zur Quelle —, er sah nichts als klares Wasser. lfDie Goldfische," schrie der Araber. , 0 Herr, erlaube nicht, daß sie mir ein Uebel zurügen," bat er und fiel vor Sakkai in die Knie. „Warum sollten sie dir etwas tun?", fragte Sakkai und stellte sich ahnungslos. „Ich habe deine Börse mit Gold gestohlen und deinen Sack mit Juwelen," winselte der Araber, indem er die entwendeten Gegenstände aus seinem Mantel herauszog und so Sakkai zeigte. „Verzeih* mir, verzeih' mir!", wimmerte er. „Nur G'tt allein kann verzeihen," antwortete Sakkai und öffnete Börse und Beutel. „Was soll das bedeuten?", rief er aus, als die Steine und die Kiesel zum Vorschein ka-- men, die er selbst hineingelegt hatte. - „Ein Wunder ist geschehen!", und der Meistererzähler sah, wie der Araber starr vor Schrecken auf die gewöhnlichen Steine blickte. Die Fische haben das Gold und die Juwelen in Steine verwandelt, in ganz gewöhnliche Steine! Wehe ich Unglücklicher, mein ganzes Vermögen habe ich verloren!" Dann warf er sich zu Boden, schaute in vi,, klare Quelle und tat, als ob er sich mit den Fischen unterhielt, sprang wieder auf und sa,^. zu dem Araber; \ „Die Fische haben mir gesagt, wenn wir heilige Stadt unversehrt erreichen, werde:, sie die Steine und die Kiesel wieder in Gold ai A, Juwelen verwandeln." Ali Badah, immer empfänglich für übermal t< liehe Dinge und für Wunder, beeilte sich, seihe Kamele zur Weiterreise vorzubereiten. In kurzer Zeit brachen sie nach Jerusalem auf. Sakkai erreichte schnell und sicher die Stadt und war noch vor dem Schawuothfeste am Ziel seiner Reise. Der Fuchs und die Fische. Dem Talmud nacherzählt von Airred Werner, Ein römischer Kaiser hatte den Juden das Studium der G'tteslehre streng verboten. Aber Rabbi Akiba .hielt dem Verbote zum Trotze vor aller Welt religiöse Vorträge. Einer seiner Bekannten machte ihm deshalb Vorwürfe. „Akiba", sagte er, „fürchtest du denn gar nicht die Macht Roms?" „Ich will dir eine Fabel erzählen," erwiderte der Rabbi. „Der Fuchs ging einmal am Ufer eines Flusses spazieren, da bemerkte er, wie die Fische scheu und geängstigt von einer Stelle zur anderen huschten, „Was fürchtet ihr?" rief ihnen der Fuchs zu. „Die Netze der Menschen", war die Antwort. „Ich will euch einen guten Rat geben," sprach der Schlaue, „kommt aufs trokkene Land und wir wollen wieder in Freundschaft zusammen leben wie einst unsere Ahnen im Paradies". Da lachten die Fische, daß der Flußlauf bebte; „Du willst das klügste aller Tiere sein? Wenn wir schon in unserem Lebenselemente nicht sicher sind, wie sollen wir dorthin gehen, wo schon der Aufenthalt den Tod bringt?" „So sage ich dir," schloß der Rabbi, „wenn wir bei der Beschäftigung mit der heiligen Lehre, die doch unser Lebenselement ist, nicht sicher sind, wie ginge es uns erst, wenn wir dieser Lehre untreu würden?!" Fröhliche Ferien im Gebirge mt^mmmmmmammm^^i^fmmmm^mmmmmmmmmmism Berlichingen im herrlich, Jagsttai Spiel, kleine Wanderungen, erstklaeri£e Verpflegung, mäßiger Pensionspreis (Kinder von 6 bis 15 Jahre). Wer kommt wieder mitSi Defes*' . D. Katz, Lehrer, Frankfürt a. M., Oberer Atzemer 9 I.

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