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Der Israelit · 1938-06-02 · Heft 22 (2.6.1938) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 22 (2.6.1938)
Date
1938-06-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 22 B^!!^5S^^^|^P^^^^?^S^^^^^^^^^^ Der -I s r a e 1 i t «•taUMv^Jfefc ^Sjs£ Juni 1938* Um die Konferenz von Evian London, 24. Mai. Im Unterhaus fragte Miss Rathbone den Premierminister, ob er nicht eine Konferenz von Vertretern der Dominions zum Zwecke der Formulierung einer Empire- Politik in der Flüchtlingsfrage einberufen wolle. Mr. Chamberlain antwortete, das Problem könne nicht durch das Empire im Ganzen, sondern nur von Großbritannien und den einzelnen Dominions nach ihrer besonderen Lage behandelt werden. Auf eine weitere Frage der Abgeordnetn, ob es nicht Pflicht gerade des British Empire sei, die Initiative zu ergreifen, zur Lösung der Wanderungsfrage in größerem Maßstabe, erfolgte keine Antwort. Liaison Committee des High Commissioners for Refugees London, 23 Mai Unter Vorsitz von Prof. Bentwich fand im Sitzungssaale des Home Office eine Zusammenkunft des Liaison Committee des High Commissioner for Refugee statt, an der Vertreter von 20 jüdischen und nichtjüdischen Organisationen, darunter der Gesellschaft der Freunde, des Joint, des Council for German Jewry, der Agudas Jisroel und der Jewish A g e n c y teilnahmen, Den Hauptgegenstand der Erörterung bildete die Beziehung der Kommission zu der von Präsident Roosevelt auf den 6. Juli nach Evian einberufenen Staatenkonferenz in der Flüchtlingsfrage. Ein Unterkomitee wurde eingesetzt, um die Fühlung mit der Roosevelt- Konferenz aufrecht zu erhalten. Die Vertreter der Agudas Jisroel stellten die Frage der aus Oesterreich auswandernden jüdischen Gruppen zur Diskussion, deren geordnete Emigration eine der dringlichsten und dabei eine durchaus ausführbare Aufgabe sei, da es sich um rund 3000 Seelen handle. Das Komitee" drückt seine Sympathie mit dieser Anregung aus, und es wurde beschlossen, daß Vertreter der amerikanischen und britischen Organisationen der Frage ihre Aufmerksamkeit zuwenden' sollten. Auf einem Bankett, den der Vertreter des Council for German Jewry gab, waren u. a. auch der High Commissioner Sir Malcolm, der Erzbischef von Canterbury, der Chiefrabbi, ein Vertretr des Kardinal E r zbischof von Westminster, ein Vertreter des Innenministeriums anwesend. In allen Reden spiegelte sich der Wille wider, den Flüchtlingen zu Hilfe zu kommen. Insbesondere fand der Erzbischof warme Worte für das Los der Heimatlosen und Worte höchster Anerkennung für die jüdischen Organisationen. Ein Jüdischer Rat in Wien. Wien, 2. Juni, Die Polizeibehörde hat einen Rat von 8 jüdischen Persönlichkeiten ernannt, der in allen, die österreichischen Juden betreffenden Angelegenheiten der Behörde beratend zur Seite stehen soll. Jedem Mitglied dieses Rates ist ein besonderes Ressort zugewiesen. Es wurden ernannt: Dr. Leo Landau: Wohlfahrtspflege, Dr. Leopold Plaschkes; Friedhöfe und Steuerbüro. Dr. Isidor Klaber: Schulwesen, Dr. Mendel Rosenberg und Ignatz Steinfeld (Agudas Jisroel): Kultus, Dr. R. Ornstein; Kulturangelegenheiten. Siegmund Bondi (Agudas Jisroel): Synagogen, Dr. Ignatz Körner: Altersheimverwaltung, Auswanderung und Sport. Die Stacheldraht grenze in Palästina Jerusalem, 31 Mai. Die letzten uns aus Palästina zugegangenen Nachrichten schildern die Stacheldrahtgrenze im Norden, über die wir bereits wiederholt berichtet haben. Es ist, technisch gesehen, die größte und weitgehendste Absperrung, die je ein Land gesehen hat. Von den 70 Furten des Jordan wurde die Hälfte unpassierbar gemacht, während 35 von der Höhe aus genau überwacht werden können. Auch die „Times" vom 28. Mai beschäftigt sich mit dieser ungeheuren Barriere und weist ihre Notwendigkeit nach. Freilich, meint das Blatt, wäre der Grenzschutz durch gegenseitig en guten Willen sicherer ünd billiger. .Es wäre eine Tragödie ohnegleichen, wenn der zukünftige jüdische Staat nur hinter einem Stacheldrahtverhau existieren könnte. Nicht ganz unschuldig an dieser Maßnahme sei, nach dem Berichte, auch die französische Regierung, die es ihrerseits an Wachsamkeit an der syrischen Grenze hat fehlen lassen, wodurch die revolutionäre Tätigkeit des in Syrien weilenden G r o ß m u f t i wesentlich erleichtert wurde. * * Die Vorfälle in Jerusalem und Haifa halten immer noch die Bevölkerung in Atem, obwohl sich GsD. die Lage im Laufe dieser Woche merklich beruhigt hat. Das Ausgehverbot in Jerusalem, das sich auf die Zeit von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens erstreckt, hält noch an. Von den 20 in Haifa verhafteten Revisionisten wurden 17 wieder freigelassen, während drei Revisionisten aus Tel Awiw für 3 Monate nach dem Konzentrationslager in Akko verbracht wurden. Nach den Berichten in der hebräischen Presse kann kein Zweifel darüber herrschen, daß sich die Juden in den Angriffstagen kräftig zur Wehr gesetzt hatten. Ob und inwiefern welche dabei über das nötige Abwehrmaß hinausgingen, läßt sich nicht sagen. Jedenfalls wird sowohl in der Presse wie in Aufrufen der offiziellen Stellen die jüdische Bevölkerung ermahnt, die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten und sich nicht zu Gewalttaten provozieren zu lassen. Eine Armee von 1000 jüdischen Arbeitern, alle bewaffnet und unter militärischer Disziplin, haben heute ein befestigtes Arbeitslager an der Nordgrenze bei Kedesch Naftali bezogen, bevor sie mit ihrer Arbeit an der Aufrichtung der Drahtverschanzung, die Nordgrenze entlang, beginnen. Nach der Vollendung der Drahtverschanzung soll dieses Lager in eine permanente Siedlung verwandelt werden. Der Gruppe gehören Mitglieder der Histadruth Hoowdim,T. des Poel Hamisrachi und der Poale Agudas Jisroel an. (Weitere Berichte siehe „Erez Israel" auf Seite 9.) Emir Abdullas Palästina-Plan. London, 24. Mai. Der Korrespondent des „Daily Telegraph" in Jerusalem teilt Einzelheiten aus dem Memorandum mit, das der Emir-Abdul la von Transjordanien der T e c h n i,s c h e n K o m m i ss i o n unterbreitet hat. Das Memorandum regt die Schaffung eines vereinigten Staates von Palästina und Transjordanien, unter arabischer Souveränität an, der den Juden in eigenen Territorien Selbstverwaltung gewährt. Dem Gesamtministerium und dem Parlament würden jüdische Mitglieder in verhältnismäßiger Zahl angehören. Der Plan solle zunächst auf-10 „Jahre angenommen werden und das Gebiet während dieser' 10 Jahre von britischen Streitkräften besetzt .bleiben. Nach Ablauf von 9 Jahren werdenendgültige Entscheidungen über das weitere Schicksal des Staates zu treffen, sein. (Siehe auch Jerusalemer Brief in Nr. 21.) v- - Das ungarische Judengesetz vom Oberhaus angenommen. Budapest, 1. Juni; Wie im Korrespondenzenteil dieser Nummer mitgeteilt wird, haben die Vereinigten Ausschüsse des ungarischen Oberhauses das ihnen vorgelegte Gesetz zur „Wiederherstellung des wirtschaftlichen und sozialen Gleichgewichtes" im Prinzipe angenommen. Nunmehr hat auch das Plenum des Oberhauses das Gesetz angenommen. Bei der vorausgehenden Debatte im Oberhause ergriff auch das jüdische Mitglied des Oberhauses, Oberrabbiner Dr. Immanuel Low, Szeged, das Wort, um im Namen der von ihm vertretenen Judenheit Gerechtigkeit für die jüdische Gemeinschaft in Ungarn zu fordern. Noch Andere sprachen für und wider das Gesetz. Die Debatte zog sich einen ganzen Tag hinaus und endete mit der Annahme des Antrages, der jetzt Gesetzeskraft erhält. Zentralratsitzung der polnischen Agudas Jisroel. Warschau, 29. Mai. Am Montag fand , im Wiener Saal in Warschau eine Sitzung des Zentralrates der polnischen Agudas Jisroel statt, an welcher sich 150 Delegierte aus dem ganzen Lande beteiligten. Alle aktuellen Fragen des jüdischen Lebens, wie die Lage in Erez Israel, Abkommen mit Misrachi, Chinuch, Kaschruth, Sabbat usw. wurden reiflich besprochen. Unter vielen anderen Referaten hielt der Präsident, J. M. Lewin, einen eingehenden Vortrag über die politische Lage in "Erez Israel. Seiner Meinung nach sei der Judenstaat eine fertige, unabwendbare Tatsache, In Anbetracht der Situation werden mit der Jewish Agehcy Verhandlungen geführt, um die Ge setze der Thora als G r u n d 1 a g e des kommenden Staates zu sichern, In diesem Zusammenhange bespricht Redner auch die Basis für das Abkommen mit Misrachi. Gerade jetzt, sagte der Referent, sei eine verstärkte Arbeit der Orthodoxie für den Jischuw ebenso, möglich wie dringend notwendig, und es sei Pflicht Aller, am Bau eines thoragemäßen Erez Israel mitzuarbeiten. Ueber die jüdische S i tua t i o n in d e r Welt referierte Dep. L. Minzberg. Keine jüdische Partei dürfe heute eine Sonderpolitik führen, sagte er, alle müssen heute Schulter an Schulter zur Milderung der Lage arbeiten. Eine Reihe wichtiger Beschlüsse auf organisatorischem Gebiet und zur Regelung elementarer religiöser Angelegenheiten wurde angenommen. Andere Entschließungen betreffen die jüdische Lage in Polen und in Palästina. Wochenkalender Vom 4. — II. Juni, 1938 / Vom 5. - 12.,Siwan 5698 '»i* sp ma "i phs na-7»a rot? Samstag 4 5 3 niynw y\v. Sonntag 5 6 «j 'K dt mtfa» Montag 6 7 aa 'a dt Aiya.^ Dienstag Juni 7 . fCO. 8 M . ■ an nt?» Mittwoch 8 9 n - ■ v. ■ Donnerstag 9 10 713 Freitag 10 M : U Samstag 11 12 » '3 'K i?^S.KB>3Jl3» Auswanderer kaufen gut und preiswert bei

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