Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1938)
- Date
- 1938-06-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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imPPPP^pyw—qw—wmm»".'- it ~v':3ÄlV38 ' ' / m m Frankfurt a. M. Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mains 2. Juni 1938 3. Siwan 5698 Nummer 22 GESETZ UND GESANG Wenn schon alle unsere Feste von Klängen der. Erlösung durchhallt sind, so ist insbesondere das SrflOWUausfest von einem messianischen Hauche durchzittert. Ruth, Boas, David ziehen als Festgäste in unser Haus ein. Etwas von der frischen Luft der Gerstefelder von Beslecheni weht durch unsere blumengeschmückten Synagogen. David, Der Sänger, tritt zu Mosche, dein Gesetzgeber, das Psalmwort ist Begleitmusik zum Donnerworte vom Sinai: In davidischen Gesängen loben wir Ihn, der — mit der Thara — „Seinem Volke Macht verlieh und es mit Frieden' segnete." An der g'ttlichen Tafel dermaleinst, so lautet ^ine sinnige talmudische Parabel, reicht G'tt, alle Väter, Lehrer und Helden übergehend, d e n Kelch zum Segensspruch dem König David. Er allein darf mit erhobenem Kelche •das Lob G'ttes künden. Von Abraham haben wir den Glauben, von Jizchäk das Heldentum der Selbstaufopferung, von Jakob die Kraft für den G'tteskampf. Mosche danken wir die Vermittlung des Gesetzes, Josua die . Eroberung des Landes. Aber was wäre das alles ohne Davids Gabe? Stummer Glaube wäre es geblieben, Opferkraft und Kampf ohne Siegesjubel, Gesetz ohne Schwung und Land als harter Boden, hätte uns nicht jener G'ttessänger gelehrt, unserem Glauben, unserer Kraft, unserem Preis und Dank Wort zu verleihen. David «rhebt den Kelch zum Segensspruche . . . Die Kämpfe und die jungen Leiden Davids haben ihre; Dichter und Dramatiker gefunden. Ein begnadeter jüdischer Dichter der Gegenwart schenkte uns ein schönes Buch, das den jungen David unserem Verständnis näherbringt. David der König und Eroberer wird uns gelegentlich auf der Bühne gezeigt. Unser David kann für uns nur! in seinen eigenen Liedern leben, die uns lehren, mit dem Pokale des Heiles ebenso wie mit dem .Tränenkelch G'tt zu preisen: - ppi »ms mp>8 >i Dtfa-fkwk mxw oid '• «inpK n twm Die Serie der H a 11 e 1 g e s ä n g e dient zur Verherrlichung allunserer Feste — weil, wie es die Weisen begründen, in dieser Kollektion der Lobgesänge so ziemlich alles enthalten ist. was in den gehobenen Tagen unser Herz bewegt uniä : erschüttert:; Auszugaus Aegypten ("m flXSa)' die' Meeresüberschreitung ("m'n81 D\l)' die Gesetzgebung am Sinai (V7j?T D'inn)' der Menschheit 1 etztes' schweres Ringen um die Erlösung C'iai sV)' und zuletzt die messianische Hoffnung, mit dem Endziel derselben, das in der Auferstehung zu sehen ist (mSISl "^iinN n^nn)« In der Mitte steht die Gesetzgebung, die ihre Strahlen zurück- und vor sich wirft. Auszug und das Wunder am Meere waren die zwei Etappen zum Sinai. Und vom Sinai führt der Lichtweg bis zu den letzten Etappen, zur Erlösung und Auferstehung. Somit steht Schowuaus im Mittelpunkte der Skala unserer Feste. Es führt uns zur Höhe hinan, von der aus sich die Strahlen nach allen Seiten ergießen. Sinai und Beslechem rücken zusammen an unserem Feste, die Gesetzestafeln aus Stein widerklingen in davidischen Akkorden. Wir feiern Schowuaus! Aus dem Inhalt: Das ungarische Judengesetz im Oberhause angenommen ..........Seite 2 Stacheldraht in Palästina .....Seite 2 Um die Konferenz von Evian .... Seite 2 Emir Abdullas Paläsimaplan.....Seite 2 Die neuen Einwanderungsgesetze in Brasilien Seite 3 Wolf Pappenheim, der Kämpier . . . Seite 5 Die .i Namen des Schowuausfestes. Von Wolf S. Jacobson ..... Seite 4 Das Heim der Thora in Wien und weitere Wiener Nachrichten . . . .Seite 6 u. 7 Nach den Wahlen in Südafrika .... Seite 7 Erez Israel .............Seite 9 Literarische Warte Der Kleine Israelit Der Roosevelt'sche Plan und die Einwanderungsgesetze. Was wir von der Internationalen Flüchtlingskonferenz zu erwarten haben. Von der Leitung des „Agudas Jisroel Immigration Department New York" wird uns geschrieben: Nächsten Monat wird in Europa die Internationale Flüchtlingskonferenz zusammentreten, Ungefähr 30 Länder haben die Einladung der amerikanischen Regierung zu der Konferenz angenommen, deren Aulgabe es ist, Pläne für die Versorgung und Verteilung der Flüchtlinge in die verschiedenen Länder zu entwerfen. Die amerikanische Regierung hat" bereits Doli. 70.000 bewilligt, um die Ausgaben des Flüchtlmgsbüros zu decken. Diese Summe hat nichts mit den Mitteln zu tun, die nötig sind, um die Flüchtlinge in die neuen Einwanderungsländer zu führen und einzuordnen. Dem amerikanischen Plan gemäß müssen die Ausgaben für die Flüchtlinge, sowohl die Reisespesen als auch f älle anderen Bedürfnisse von privaten Organisationen und nicht von den Staatskassen der beteiligten Länder gedeckt werden« Letzteres wird ausdrücklich von der amerikanischen Regierung als Bedingung gestellt. Man wird also nur solche Flüchtlinge nach Amerika hereinkommen lassen, die die Stütze von Verwandten haben, bis sie sich selbst versorgen können.. Es wird ausdrucklich erklärt, daß sowohl, was das Einwanderungsaffidavit anbetrifft, als auch in anderen Einzelheiten die Einwanderungsgesetze nicht geäridert werden. Jeder Einwanderer wird genau denselben Forderungen bezüglich Gesundheitszustand und finanzielle Versorgung nachkommen müssen, wie es die heutigen Einwanderungsgesetze vorschreiben. Die zweite Bedingung, die die amerikanische Regierung als Grundlage für die Internationale Kon-' ferenz stellt, ist die, daß Amerika nicht veranlaßt werden soll, die Einwanderungsquote zu erhöhen. Alle Flüchtlinge werden also auch in Zukunft innerhalb derjenigen Quote einzuwandern haben, (Deutschland und Oesterreich zusammen 25 000) die vom Kongreß im Jahre 1924 festgesetzt wurde. In Amerika kann die Einwanderungsquote, nur durch den Kongreß geändert werden. In allen anderen Ländern ist die Aenderung der Einwanderungsbestimmungen viel leichter. In den europäischen Ländern, wie die skandinavischen Länder, die Schweiz, Frankreich, England usw. besteht keine Einwanderungsquote. Die Regierungen können jederzeit ohne Gesetzesänderung die Einwanderung beschränken oder erleichtern. Auch die südamerikanischen Länder sind in der Lage, ohne große Schwierigkeiten Einwanderungserleichterungen zu bestimmen. In den letzten Jahren ist die Quote von Amerika von keinem Lande, nicht einmal von Deutschland ausgefüllt worden. Kurz nach In¬ Fortsetzung siehe Seite 3.