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Der Israelit · 1938-05-25 · Heft 21 (25.5.1938) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 21 (25.5.1938)
Date
1938-05-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Kein jüdisches Haus ohne die KEREN HATORÄH Sammeldose! Bitte Dosen bei der Zentrale anfordern: Hamburg 13, Heinrich Barthstraße 21 jt*™**} bend für die Handhabung der Einwanderung sind die Wirtschaftlichen Bedingungen. Solange es unter der eingeborenenBevölkerung wie unter den dort lebenden Holländern Arbeitslosigkeit gibt, so daß manche Holländer sogar in das Mutterland zurückkehren müssen, kann von einer ausländischen Einwanderung in größerem Maßstab keine Rede sein. In letzter Zeit ist selbst ausländischen Musikern die Einreiseerlaubnis verweigert worden. So haben gegenwärtig nur Fachleute für Petroleum- und Goldförderung Aussichten, nach Niederländisch-Indien gehen zu können. In jedem Falle ist es ratsam, wie das Informationsblatt der Hicem mitteilt, sich vorher mit den europäischen oder amerikanischen Büros in Frage kommender Firmen in Verbindung zu setzen. Auch die „Vereinigung voor Joodsche Belangen in Nederlandsch-Indie", deren Sitz in Batavia ist, erteilt Auskünfte. Frankreich. Einwanderungsbestimmungen. Paris, 20. Mai. Dis Mitteilungsblatt der HICEM berichtet, daß sich in der kolumbianischen Presse eine starke Stimmung der Unzufriedenheit gegenüber gewissen Kategorien von Einwanderern zeigt. Die Handelskammern verschiedener Städte haben an den Präsidenten der Republik Eingaben gerichtet, die einen wirksamen Schutz der nationalen Arbeit fordern. So wünscht man besonders eine bessere Ueberwachung der Grenzen, und eine schärfere Abgrenzung der Einwanderungsbestimmungeri gegenüber unerwünschten Einwanderern. Hierunter werden in erster Linie Einwanderer ohne bestimmte Berufe verstanden." Die Diskussion ist ohne Einflüsse auf die Einwander ungsgesetzgebung, die unverändert besteht, geblieben. •Die Mitteilungsblätter der HICEM weisen noch einmal mit Nachdruck auf die Einzelheiten der Einwanderungsbestimmungen in Mexiko hin, da nach ihren Informationen in manchen europäischen Ländern falsche Gerüchte in Umlauf sind. Das neue Einwanderungsgesetz sieht eine jährliche Quote von je 100 Personen für Rumänien, Polen, Rußland, Litauen. Jugoslavien, China, Syrien und andere Länder mit arabischer Bevölkerung vor. Für Deutschland, England, Oesterreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Holland, Ungarn, Italien, Japan, Norwegen, Portugal, Schweden, die Schweiz und die Tschechoslovakei wurde eine -Quote von je 5000 Personen im Jahre festgelegt. . Lediglich die Zahl der Einwanderer aus den Vereinigten Staaten, aus Südamerika und Spanien wurde nicht beschränkt. Jeder Einwanderer hat 1000 merikanische Pesos vorzuweisen. Nur Industrielle und solche Kaufleute, die mit großem Kapital ein Unternehmen im Land gründen können (Nr. 4 der C. V.-Zeitung vom 27. Januar) sind nicht in der Quote einbegriffen. Es wird mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß das Visum eines mexikanischen Konsuls nicht eine Garantie dafür darstellt, daß die Einwanderungsbehörde dann auch die Ausschiffungserlaubnis erteilt. Gerade diese Behörde ist besonders angehalten, die Papiere der Einwanderer aufs sorgfältigste zu prüfen. Deshalb ist für jeden Einwanderer äußerste Vorsicht geboten, da er nur dann mit der Ausschifhmgserlaubnis rechnen kann, wenn seine Papiere in vollster Ordnung sind. Ausländer in Frankreich. Paris, 20. Mai. Im „Journal Officiel" ist eine Verordnung vom 2. Mai 1938 über die Aufenthaltsbedingungen für Ausländer in Frankreich veröffentlicht worden. Jeder in Frankreich wohnhafte Ausländer im Alter von mehr als 15 Jahren ist verpflichtet, sich binnen acht Tagen nach Grenzüberschreitung beim Polizeikommissariat seines Wohnortes zu melden und eine Identitätskarte zu beantragen. Er muß nachweisen,, daß er auf rechtmäßige Weise in Frankreich eingereist, ist. Die Identitätskarte kann verweigert oder entzogen werden, wenn ein Ausländer nicht die gewünschten Garantien zu bieten scheint. In diesen Fällen muß der Ausländer das Staatsgebiet binnen einer ihm gesetzten Frist verlassen. Die Normallaufzeit der Identitätskarte beträgt drei Jahre, Sie wird nur nach Beibringung eines Gesundheitszeugnisses ausgestellt. Zur Annahme von Arbeit bedarf der Ausländer ferner einer Arbeitserlaubniskarte. Sie wird nur Unter besonderen Voraussetzungen erteilt, z. B. Ausländern, welche in Frankreich ununterbrochen mehr als 15 Jahre wohnen oder die freiwillig in der französischen Armee gedient haben und Inhaber der Kombattantenkart? sind. Bei Wechsel des Aufenthaltsortes muß der Ausländer vor Abreise und binnen 48 Stunden nach Ankunft seine Legitimationspapiere beim Polizeikommissariat visieren lassen. Strenge Meldevorschriften bestehen ferner für Grundstückseigentümer, .Hoteliers und Pensionsinhaber. England, Die Zahl der eingewanderten judischen Aerzte in England. London, 20. Mai. Naeh der englischen medizinischen Zeitschrift „The Lancet" beträgt die Zahl der jüdischen Aerzte, die seit dem Jahre 1933 aus Deutschland ausgewandert sind und in England die Erlaubnis erhalten haben, sich dort niederzulassen und ihre Praxis auszuüben, bloß 187, eine Ziffer, die nur 0,31 Proz. der Aerzte Englands darstellt. Wenn man die Lage der Aerzte im allgemeinen betrachtet, so ist es übertrieben, zu behaupten, daß die wenigen deutschen Namen, die jetzt in bestimmten Straßen auf den Türschildern zu lesen sind, eine ernstliche Konkurrenz der bereits etablierten Aerzte bedeuten. Selbstverständlich ist es für den eingewanderten Arzt nicht leicht, Fuß zu fassen. Es sah anfangs darum auch aus, als ob ein solcher Arzt ohne Unterstützung einer Klinik und ohne einen großen Bekanntenkreis nicht vorwärtskommen könnte. Doch half Vielen das Vertrauen der Oeffentlichkeit zu den Fähigkeiten der ausländischen Aerzte. Eine wichtige Sitzung des Flüchtlingskomitees. London, 23. Mai. Heute begann hier im Ministerium eine wichtige Sitzung des Flüchtlingskomitees im Völkerbünde unter dem Präsidium von Sir Malcolm, des High Commissioners für die Flüchtlingsfrage. An der Sitzung nehmen auch Vertreter der jüdischen und allgemeinen Organisationen teil, die sich mit dem Auswanderungsproblem beschäftigen, für die Agudas Jisroel Mr. Goodman und Dr, M. Landau. Am Freitag hatte der politische Sekretär der Agudas Jisroel, H. A. Goodman, eine Audienz beim High Commissioner Malcolm, dem er die Notwendigkeit der Schaffung eines zentralen Emigrationsamtes (naeh wiederholtem Vorschlag von Jacob Rosenheim) vortrug. Der High Commissioner versprach, daß diese Vorschläge auf die Tagesordnung der am Montag beginnenden Sitzung gestellt werden. Die Aguda dringt auch darauf, daß die jüdischen Flüchtlinge aus Oesterreich mit in den Bereich der von der Kommission behandelten Flüchtlingsprobleme einbezogen werden , Angesichts dieser Tagung gewinnt auch die von uns bereits berichtete Aussprache zwischen dem Präsidenten der Weltaguda, Jacob Rosenheim, mit dem Präsidenten der Ica, Sir G o I d s h m i t und Lord Samuel eine gewisse Bedeutung. Polen. Ein Prozeß um den Sabbat. Warschau, 23. Mai. Vor dem Lodzer Kreisgericht wurde ein Prozeß verhandelt, der sich um den Sabbat dreht. Eine Hausbesitzerin kündigte zwei Mietern, mit der Begründung, daß sie ihr Geschäft am Sabbat offenhalten, obwohl die Vermieterin sich die Sabbatruhe in Ihrem Hause ausbehalten und vertraglich gesichert hat. Da die Mieter gegen die Kündigung Einspruch erhoben, kam die Sache zur Klage. Es stellte sich bei der Verhandlung heraus, daß die Mieter in ersterer Zeit vertragsgemäß am Sabbat geschlossen hielten, später aber, angeblich unter dem Zwange der Konkurrenz, ihre Geschäfte öffneten. Schon in der ersten Instanz wurden die Mieter zur Räumung der Wohnung verurteilt und die zweite Instanz b e s tätigte nun das Urteil des Amtsgerichtes, so daß sich die Mieter nun andere Häuser für ihre Sabbatgeschäfte werden suchen müssen. Südafrika. Der Ausgang der Wahlen in Südafrika. Johannisburg, 20. Mai. Der Ausgang der Parlamentswahlen in Südafrika bedeutet einen vollen Erfolg der Regierungspartei und der beiden Männer an der Spitze der Regierung und der Partei, General H e r t z o g und General S m u t s. Von 150 Sitzen wird die Regierungspartei im künftigen Parlamente 111 einnehmen. Der Verlust von vier Mandaten wird durch Schwächung der oppositionellen Parteien mehr als ausgeglichen. Der Wichtigste Partner der Regierung im Wahlkampfe war die Partei der Nationalisten des . Dr, M a 1 a n , die aber von ihren 104 Kandidaten nur 27 durchbringen konnte. Die vereinigten Parteien von Hertzog und Smuts bleiben nach wie vor am Ruder, so daß sich in der inneren Politik,- wohl auch in der' Einwanderungspolitik, in Südafrika fürs erste nichts ändern wird. Aus der Agudas Jisroel-Bewegung, Jugendtagung der Z'irei Agudas Jisroel Zürich. Die Jugendtagung der Agudas Jisroel vom 15. Mai war von über zweihundert Jugendlichen aus der ganzen Schweiz besucht. In seiner kurzen Begrüßung ging der Präsident der Züricher Jugendgruppe von dem als Motto der Tagung gewählten Satz, — der ebenfalls als Transparent in der Mitte des Saales angebracht war, — aus dem III, Buche, Kap, 25, aus, der den Begriff des Schmitta -Jahres Sabbatjahres erklärt, aus, weil der Gedanke dieses Siebenjahres, welches als Erlaß- und Brachjahr bezeichnet wird, dieser Versammlung der Jugend den eigentlichen Sinn gebe. Die Aufgabe der religiösen Jugend sei vor allem die Verstärkung der religiösen Idee zu propagieren! R, Guggenheim, Luzern, Präsident der Landesorganisation der Agudas Jisroel, der sein Verständnis für die Wünsche der Jugend immer bewiesen hat, begrüßte die Tagung und gab vor allem seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Jugend die Bedeutung der praktischen Arbeit: die Leistungen für die Fonds, erkenne, indem sie diese Probleme als ersten Programm-Punkt behandle. Anschließend hielt Chawer Alex Lewenstein ein mit jugendlichem Eifer vorgetragenes Einführungsreferat, in welchem er den Sinn und die Bedeutung der Fonds definierte, die nicht nur finanzielle, sondern geistige Kraftreserven unserer Bewegung sind und sein sollen. Mit einem dringenden Appell an alle, sich in die ideologische Bedeutung unserer Fonds zu vertiefen, da daraus erst die notige Begeisterung und Opferbereitschaft entstehen könne, schloß er seine Ausführungen. Es würde den Rahmen einer solchen Berichterstattung sprengen, wollte man im Einzelnen über die Arbeit in den anschließenden Arbeitsgemeinschaften — die in kleinen Nebensälen gehalten wurden — für die Fonds berichten. Die früher schon erwähnte vorzügliche Organisation erleichtert dem Berichterstatter auch darin die Arbeit, indem sie in knappen zusammenfassenden Referaten über die drei Arbeitsgemeinschaften orientieren ließ. Bei der Beth Jakob- Arbeit wurde von unseren Mädchen gefordert, nicht nur finanziell für dieses Mädchenschulwerk zu arbeiten, sondern über diese Bewegung mehr zu vernehmen, und den Geist dieser Schulen, soweit er auf die hiesigen Verhältnisse paßt, auf unsere Gruppenarbeit zu übertragen. Dieser Berichterstattung, welche Frau Franzie Goldschmidt-Lewenstein übernommen hatt?, schloß sich noch eine kurze Berichterstattung über die Organisation der agudistischen Frauen an, die seit der Kenessio Gedaulo große Fortschritte gemacht hat, wobei die Schweiz an einer der ersten Stellen stehe. Keren Hajischuw kann nicht nur über eine Steigerung der Einnahmen berichten, sondern auch über die Popularisierung dieses Palästinafonds, woran die Vertreter der agudistischen Kibbuzim, die in der Schweiz weilten, großen Anteil haben. Die Zeit konnte daher für die Besprechung der besseren Ausnutzung der bestehenden und der Schaffung von neuen Geldquellen verwendet werden. Aehnlich lautete die Berichterstattung über Keren Hathora, in welcher Arbeitsgemeinschaft noch speziell die Möglichkeit der Berücksichtigung von Sonderwünschen für einzelne Jeschiwaus diskutiert wurde. Recht gemütlich gestaltete sich das. gemeinsame Mittagessen, bei dem die in den Arbeitsgemeinschaften begonnenen Diskussionen von Manchen fortgesetzt wurden und im übrigen zur Auffrischung von Bekanntschaften die einzige Gelegenheit bildeten, da tagsüber alle stark in Anspruch genommen waren. Gemeinsames Singen von hebräischen Liedern trug ebenfalls zur Förderung der Geselligkeit bei. Am Nachmittag hielt Herr Rabb. Dr. T. Lewe nstein sein Einführungsreferat über das Schmittaproblem. Der Referent führte hauptsächlich aus, daß das Schmittagesetz unmöglich ein Agrargesetz

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