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Der Israelit · 1938-05-19 · Heft 20 (19.5.1938) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 20 (19.5.1938)
Date
1938-05-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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19Zmäi 1938 Der I s r a e 1 i t Nr. 20 Seite 7 A g u-d-a s J i 's roel, die er mitbegrühdet, die er unermüdlich betreut, für die er. noch im hoch sten Älter weite Reisen gemacht, um ihr durch sein gewichtiges Wort Hindernisse aus dem Weg zu räumen, neue, schwer zugängliche Gebiete zu erschließen, in deren vorderste Reihen er seine Söhne und Enkel als Pioniere geschickt., dieser Dank darf hier in tiefer Ehrfurcht zum Ausdruck gebrächt werden, in jener Ehrfurcht, die uns niemals verließr wenn wir bei ihm sein durften, die uns immer' überkam, wenn wir aus weiter Ferne an unseren J—niarQ fpT dachten. Vinjt.-T'aa 'ItfK' dies ist-der große Löhn, wel eher dem in voller Einheitlichkeit seinen Le bensweg gehenden ZacTdik wird. „Wer die Thorafürsten liebt, hat thorakundige Söhne, wer sie ehrt, thorakundige Schwiegersöhne, wer sie ehrfürchtet, ist selbst ein Thoraträger" (Schabbos 23b). In Rabbi Wolf Pappenheim war Liebe und Verehrung utid tiefer Respekt zur Thora und ihren Trägern, darum würde er dieses dreifachen Glückes würdig. Und daß sein der Thora ge weihtes Leben, weiterlebt in seinen Söhnen, Schwiegersöhnen und Enkeln, daß der Name „Pappenheim" ihnen und uns weiter ein Vermächtnis, eine Gewißheit ist, daß dieses Leben, das leuchtend niederging, noch in ungezählten Generationen weiterleuchten wird T'01' das ist unser Trost! Die Beisetzung Wolf Pappenheims ^>"XT« Wien, 15, Mai. Zu der Lewajoh hatte sich eine über Erwarten zahlreiche Menschenmenge eingefunden. Vom Trauer hause bewegte sich der Zug zur Schiffschul, in deren Hof Oberrabbiner F. ü r s t einen ergreifenden Hesped hielt und Oberkantör Braun das vas sprach. Auch auf dem Friedhof versammelte sich eine größere Trauergemeinde, an die der Schwiegersohn des Verblichenen, Direktor JDr. Deutsch, Budapest, erschütternde Worte des Gedenkens richtete, die kein Auge trocken ließen. Es sprachen noch die Herren G. P a p p e n h e i m , S. Schreiber', Med.-Ra t Dr. R e i n i g e r und Jakob T e i t e 1 b a U m. Als dann' das . fn« in die. Tiefe gesenkt wurde, hatte wohl jeder das schmerzliche Gefühl: das Leben, dessen Epilog wir da beiwohnten, hat unermeßlichen Segen gespendet und uns alle überreich beschenkt. Es bleibt uns nur der eine Trost, daß der große Heimgegangene, der (hienieden ein nimmermüder Betreuer der Seinen war, auch in der anderen Welt ein ivv pbts sein werde. M. G. Korrespondenzen. Deutsches Reich. Auswanderungsberatung. Berlin, 12. Mai. Der Hilfsyerein der Juden in Deutschland teilt folgendes mit: In letzter Zeit haben sich in Portugal gewisse Schwierigkeiten ergeben. Es muß deshalb allen jüdischen Auswanderern, die in dieses Land zu gehen beabsichtigen, geraten werden, sich bald mit der or\- Kch zuständigen Beratungsstelle, des Hilfsvereins in Verbindung zu setzen. " 1 Umzugsgut von Auswanderern. B er Tin, 12.' Mai. Ein Runderlajß der, Reichsstelle für Devisenbr'- wirtschaftung weist darauf hin, daß" Auswanderer in letzter .Zeit in steigendem Umfangedazu übergegangen seien,; durch großzügige Ergänzung ihres< U.mzugs- £utes erhebliche Vermögenswerte .ins j Ausland zu überführen. Es'wird daher angeordnet; daß derjenige, der Umzügsgut nah dem Ausland befördern will)'dieses Gut;: mindestens 14 Tage vor, "Verpackung und' Verladung; der für ihn zuständigen Devisenstelle anzeigt. Dieser Anzeige ist ein genaues Verzeichnis der zur Ausfuhr bestimmten Gegenstände in . dreifacher Ausfertigung beizufügen, das ausweist, welche"1; Ge- §enständ&-bereitsvor dem 1. Januar. 1933; nachweisbar Eigentum des Auswanderers gewesen smd,-welche . Gegenstände seit dem i, Januar 1933 ^erworben Worden sind, " welche Gegenstande m unmittelbarem Zusammenhang mit der Auswanderung angeschafft wor den sind sowie den für die Verpackung und Ver ladung in Aussicht genommenen Zeitpunkt. Dem Ver zeichnis sind auch Unterlagen über den Wert und den Ansehaffungszeitpunkt der zur Mitnahme bestimmten Gegenstände beizufügen. Die Notwendigkei der Anschaffung neuer Einrichtungsgegenstände ist eingehend zu begründen. Ferner sind Angaben über die Vermögensverhältnisse des antragstellenden Auswanderers zu machen. Auf Grund dieser Unterlage trifft die Devisenstelle im Einvernehmen mit der zuständigen Zollfahndungs stelle endgültig die Entscheidung, welche Gegenstände als Umzugsgut in das Ausland verbracht werden können. Die Devisenstellen können in Ausnahmefällen auf Einreichung des Verzeichnisses verzichten. Die Anzeigepflicht an die Zollstellen wird hierdurch nicht berührt. Badevorschriften für Juden in Bad Kissingen. Berlin, 12. Mai. Von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland wird uns geschrieben; In Bad Kissingen sind am 2. Mai seitens - der Be hörden die Bestimmungen bekannt gegeben worden, welche den Kurgebrauch der jüdischen Kürgäste regeln. Diese Anordnungen enthalten zwar eine Reihe von Einschränkungen für den jüdischen Kurgast; es ist diesem aber Gelegenheit ge geben, in den konzessionierten jüdischen Häusern zu wohnen und eine Trink- und Badekur in der vom Arzt angegebenen Weise zu gebrauchen. Eröffnungsfeier der Jüdischen Volksschule in Kiel. Kiel, 16. Mai. Am Montag, den 25. April, wurde die Jüdische Volksschule in Anwesenheit des Vorstandes und vieler Eltern eröffnet, Rabbiner Dr. Winter be grüßte in einer Ansprache die Eltern, Lehrer und Schüler und sprach die Hoffnung aus, daß diese jü dische Volksschule für die Bildung und Erziehung der Schüler sich segensreich bewähren möge. Am Freitag Abend, den 29. April, fand in der Synagoge zur Eröffnung der Jüdischen Volksschule ein Festg'ttesdienst statt, der von der Gemeinde sehr zahlreich besucht wurde. Nach den* üblichen Sabbateingangsgebeten begrüßte der Vorsitzende, Herr M. Jonas, die Gemeinde und die Lehrer der Schule und wies auf die Schwierigkeiten hin, die sich der Gründung der Jüdischen Volksschule entgegengestellt hatten. Er dankte den Mitarbeitern und versprach, der Schule jede Förderung von Seiter. der Gemeinde zuteil werden zu lassen. Darauf hielt Herr Rabbiner Dr. Winter die Festpredigt, in der er die Bedeutung einer jüdischen Schule für Schüler, Eltern und Gemeinde darlegte. Er wies auf die grundlegenden Prinzipien hin, die Thora und Talmud für eine jüdische Schule fordere und führte aus, daß die Bildung und Erziehung der Kinder zu jüdischen Menschen das höchste Ziel des Judentums sei, das den jüdischen Gemeinden gestellt werde. Wenn aller. Unterricht im Dienste jüdischer Erziehung stehe, werde die Jugend für das Judentum nicht nur äußerlich gewonnen werden, sondern auch innerlich mit ihm verbunden bleiben. Mit. einem Aufruf an die Gemeinde Kiel, für ihre Jugend auch in Zukunft zu .sorgen, schloß die Predigt, Holland. Gegen „lästige Ausländer". D e n Haag, 13. Mai. Die in voriger '' Nummer gemeldete verschärfte Grenzkontrolle für. Flüchtlinge wird in den Zeitungen wie folgt begründet: Die Niederländische Regierung hat schon Ende März verfügt, daß - früheren österreichischen Staatsangehörigen nur dann die- Einreise nach Holland gestattet werden dürfe, wenn, sie im Besitz eines gültigen Passes mit deutschem; Vermerk sind, der die ungehinderte Rückkehr des Inhabers nach Deutschland garantiert. Außerdem "würde der Nachweis des Besitzes von mindestens 500 österreichischen Schillingen für kurze Aufenthalte und von 10 000 Gulden beim. Antrag auf Genehmigung zur Niederlassung in Holland gefordert. Nach der bereits gemeldeten neuen Verfügung soll, nach den Angaben, mit rückwirkender Kraft jeder nach dem 1. März eingewanderte Flüchtling als 1 ä s t ig e r.. A u s 1-ä n-d e.r ang.es.ehcn werden. Die neue. Maßregel richtet sieh vor allem gegen eine..der RegierungU) unerwünschte Einwanderungvon Juden aus Deutschland, deren Zähl yon" der niederländischen- Regierung auf etwa eine Viertelmillidn veranschlägt iwird.; rDa ihre Auswanderung nach , anderen Ländjern aüfeim,iner größere Hindernisse stoße,; wolle sich die niederländische Regierung gegen einen besonders mit Rücksicht auf die hohe Zahl von Arbeitslosen im eigenen liande unerwünschten Zuzutf schützen/'Die ZahTder in deri' letzten fünf Jahren aus Deutschland ZügewarideMeny-*pll, nach , den Abgaben, . etwa'25 QQO rbetragen,,,von-denen, allein;in den. .letzten zwei( Jahren etwa lÖ'ÖÖQ nach und dort!.g6D'l'iebenseien. Im ietzfSn MöÜat'";habe die Zähl der 'zugewanderten Juderi 2000 beirafgen. L>n;.' Aehnliche Maßnahmen mit ähnlicher Begründung wurden auch in Belgien getroffen. Ungarn. Das Judengesetz in Ungarn angenommen. Budapest, 15. Mai. Wie „Europapreß" meldet, hat das Abgeordnetenhaus am Freitagnachmittag nach lebhafter Debatte den Gesetzentwurf über die Ju de nfrage in allen Lesungen mit großer Mehrheit angenommen. So wird der Entwurf in seiner von der Regierung Daranyi ausgearbeiteten ursprünglichen Form demnächst Gesetz werden. Der Regierungswechsel in Ungarn wird an der Ausführung des Judengesetzes nichts ändern, da das neue Kabinett Imredy das von Daranyi ausgearbeitete Gesetz über „die Sicherung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gleichgewichts", zu dem auch das Judengesetz gehört, vollauf zur Durchführung bringen wird. Jugoslavien. Eine Erklärung des Prinzen Paul von Jugoslavien. Zagreb, 15, Mai, Prinz Paul von Jugoslavien hatte kürzlich dem Vizepräsidenten der jüdischen Gemeinden des Landes eine Unterredung gewährt und bei dieser Gelegenheit Dr, David A 1 b a 1 a seine Sympathie für die Juden seines Staates zum Ausdruck gebracht. Der Fürst versicherte, daß seine Regierung nicht daran denkt, Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen. Frankreich, Madagaskar teilweise siedlungsfähig» Paris, 8. Mai. Wie die vom Internationalen Arbeitsamt herausgegebenen „Informations Sociales" in ihrer Ausgabe vom 18. April mitteilen, ist die von der polnischen Regierung in Uebereinstimmung mit den französischen Behörden nach Madagaskar entsandte Studienkommission nach sorgfältiger Prüfung der Verhältnisse zu der Schlußfolgerung gelangt, daß der zentral gelegene Teil der Insel in einer Höhe von 800 Meter über dem Meeresspiegel für Weiße zur Ansiedlung geeignet ist, die in Form der bäuerlichen Kolonisation vor sich gehen müßte. Als Vorbedingung hat die Kommission die Durchführung bestimmter Arbeiten bezeichnet. Es handelt sich dabei um Verbesserung der Wege und Verbindungen ins Innere des Landes, Verbesserung der ' sanitären Verhältnisse und schließlich um Wasserregulierungsarbeiten. Erst wenn diese Vorbedingungen erfüllt sind, ist mit einem praktischen Einsatz der Auswanderung nach Madagaskar zu rechnen. Dabei wird auch weiter, wie der Kommissionsbericht besagt, sehr vorsichtig zu Werke gegangen werden müssen, zumal die polnische Regierung von vornherein erklärt hat, daß sie nur an Projekten interessiert ist, die Aussicht auf Erfolg und vor allem Garantien für Dauer bieten. England. Wichtige Verhandlungen in Sachen der Emigration. London, 16. Mai. Dieser Tage fanden Besprechungen und Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der Aguda-Weltorganisation Jacob R o °j.e n h e i m , dem Präsidenten der Ica, Sir Goldschmidt und dem Präsidenten German Council of Jewry, Lord Herbert Samuel statt. Außer Jacob Bosenheim waren auch Rabbiner Dr. Schönfeld und Mr. H. A. Goodman bei den Konferenzen zugegen. (JPB.) Bolivia protestiert. London, 3. Mai. Hiesigen Presseberichtenzufolge hat Bolivia dagegen protestiert, daß Paraguay das strittige Gebiet von C h aco einer jüdischen Masseneinwanderung öffne. Griechenland. Erfreuliches aus Griechenland. Saloniki, 6. Mai. Der Minister für öffentliche Wohlfahrt übermittelte deir Jüdischen Gemeinde Saloniki eineri Betrag von 100 000 Drachmen zur Verteilung unter die jüdischen Armen anläßlich des Peßachfestes., Gouverneur K y r i m i s hat bestimmt, daß eine Anzahl arme und obdachlose jüdische Familien in einem neu errichteten Vorort von Saloniki kostenlos wohnen dürfen. i.\

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