Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 19 (12.5.1938)
- Date
- 1938-05-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2451012-2451030--83714-2541733- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mpip *Ä?S9!?!K^^?^'*?SS^ ^r^RF^öeite -Ii ^^^^^^^^^^^^^^^^^^S^^^^^^^^S^iap^^ '■^^^^^^^^^^äi^^ffBt^^ Ä.^?^^^r.^^inS?-"5 .•„ » „Liebe. und Leid als Motive des Hohen Liedes und -:; ' der S'firah-Zeit". ' - :" -V; ::■ : Berlin, 10. Mai. Zu diesem Thema sprach in Berlin am 8. Mai in der Synagoge Lesaingstraße Oberrabbiner Dr. J. Cärl^b^cn, Hambürgj in einem religiösen Lehrvortrag. Ausgehend von dem Gedanken, daß das Hohelied das 7,größte "Religiöhsgespräch" sei, das je stattgefunden habe, schilderte der Redner die große Liebe, in derdie beiden Partner dieses Religionsgespräches —- Israel und GHt;— aneinander hängen, die die „vielen Wasser nicht verlöschen, und die Ströme nicht fortschwemmen" können. Doch wie diese Liebe schon im Schir Haschirim mit Leid und Not gepaart ist, so will es Israels Schickung, daß all sein liebevolles Streben zu ,G'tt nur den Weg des bitteren Leides geht, wie es die S'firah-Zeit — eigentlich eme_ Periode'des freudigen Niehterwarten»Könnens, des glückhaften Strebens von der Volkwerdung zur-geistigen Nähe mit G'tt — beweist. Damit stellte der Redner einleuchtenden Zusammenhang zwischen dem Hohen Liede, der Dichtung des Pessach, und der Omerzeit her. Zur eingehenden Erläuterung, besonders ab©*1 zum Beweise, daß Schir Haschirim höchste Poesie und also kein irdisch-sinnliches Lied mit morgenländischer Farbengebung sei, gab der Vortragende einen breiten Ueberblick über die Dichtung, vertiefte sich in einzelne P'sstlkim, Um Sie nach Form und Inhalt zwecks Erhärtung seiner Worte durchzugehen, und vermittelte so den gebannten Zuhörern künstlerische lyrische Genüsse. Ins Dramatische wiederum steigerte er seine Darstellung der Not und. Schuld, die die Omerzeit charakterisiert, wenn er-sie aus den Worten des Höhen Liedes; „Stärker als der Tod ist die Liebe" ableitete. Eingehend verweilte er. bei dem Motiv der unbegrenzten Liebe, die gerade den Zusammenschluß Israels mit seinem Schöpfer bestimmt, die als das höchste Gut, das der Mensch auf der Erde sein Eigen nennt, die besonders große und unzerreißbare Bindung bedingt und gerade auf diese Weise den Charakter des „Hohen Liedes" als des wirklich größten, weil mit dem höchsten Werte motivierten, Religionsgespräches bestimmt. Wer dann noch, so stellte der Redner fest, dieses Lied als einfaches Hirtenlied betrachtet, der erkennt nicht die besondere .Darstellungsweise" des Liedes und erfaßt nicht den eigenartigen Gang der Gedanken und. Geschehnisse in der Handlung dieser Dichtung, die sich in den Kreis unserer Auffassung des Sinnes als erklärende und klärende Umstände einordnen. ... ' .„."'....... -—rn.... . Orthodoxe Siedlung, Fulda, 9, Mai. Am vergangenen nat? forderte unser Raw von'der Kanzel aus die Mitglieder unserer 7v?np> auf, sich an einer Mittelstandssiedlung auf orthodox er Grundlage in Erez Israel zu beteiligen und so einen Kern der üf»«?- der ihre Traditionen auf tri? flö"«t fortsetzen soll, dorthin zu verpflanzen. Durch genügende Beteiligung kapitalkräftiger Interessenten wäre ■ zu hoffen, auch Leute mit geringeren Mitteln aber besonderer Eignung mit einbeziehen zu können. Die Erfahrungen bei seiner Anwesenheit in »*«'■ hätten ihm gezeigt, daß ein solcher Plan vön allen maßgeblichen Stellen gefördert' und allseits begrüßt würde. So lange man vor der Wahl: Deutschland oder V*"8 gestanden und auch in '"N noch nicht die Erziehungsmöglichkeit in unserem Sinne bestanden habe, wären viele vor dieser Uebersiedlung' zurückgeschreckt. Heute laute die Frage: Amerika oder '*» und da müsse die Entscheidung zugunsten von »"« fallen, da die .' Versuchungen in Amerika zu groß seien. Es haben, sich eine Anzahl Interessenten gemeldet urid man rechnet noch auf Anschluß weiterer, Kreise. . " - . Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Kurt, Sohn des Herrn Gustav Thalmann und, Frau Kläre geb. Fleischmann, Kato1 wice (Polen), ul. Dyrekcyjna 10,;npna. raw/ 28. Mai. Verlobte; Jeanette. Buchhalter, Malecz (Polen) mit. Gustav Schwab, ICamieniec (Lit.) Jeschiwas:' Keneseth Beth Izchäk (London). —' Jaköb Teitelbaum mit Frieda Steinhof, Wien. — Sara Schwarz, Basel, mit Samuel Göldstein, Bratislava.,- :. Silber hp chp.ei t-?. Sally Jüngster und 'Frau Betty geb« Öppenheimer am .18. Ijar, 8 7. G e bu r t s t a g : Josef Mönath, Strümpfeibrunn am 19'." Mai. 7 0. G e b u r.t s Jt ag;:-.v;FT^u.,.Oj^ejlejjrer ..Jettchen Levi, Hämburg 13, Hansastr. 55, 3/ (früher Burgpreppach)., amv 13.' Mair y-f■ '•/ G e S t Ö r b e n f * Fanny Eschwege, . i*ulda, am 3. Mai.v\ - ' .; - .U'. •.•/>.;'/•' W. B. W; in; Aä'• Die Barmizwah iät'-«sroar "hwo/;s. •. ••'••.V''. •-'•••••y^.: * -i; . •-: - ^)c.^M-v».-.**j*rvA5^'^^s>;t-!icif4 , ^Ä^fe^;»*^'*}-!? d3i&:FMM^^ 'Eine Kundgebung der Staatszionisfen. In der Aula des Philantropins Verbreitete sich der' derzeitige Vorsitzende5 der Staatszionisfen, Herr Dr, Heinrich K U h n , Berlin, über drei Programmpunkte dieser Vereinigung. Der Redner bedauerte, nicht zurzeit in Erez Jisroel sein zu können, um dort an vorderster Stelle für das jüdische Volk kämpfen zu können. Bevor er ins Heilige Land sich begebe, wolle er die „Etappe"' organisieren und sie aufrütteln für den Kampf. Es gelte, die Zeit zu begreifen und sich selbst in den Zeitgeist einzuordnen. Allüberall seien die Völker damit beschäftigt, sich auf ihr Selbst zu besinnen und ihre Verhältnisse in allen Bereichen von Grund auf zu organisieren. Bliebe dann in dieser Neuordnung gleichsam ein „Rest", das jüdische Problem, dann .seien wir Schuld daran. Wieviel jüdisches Geld blieb unbenutzt für jüdische Zwecke?! Was hätte man Segen stiften können mit den brachliegenden Kapitalien? Hätte man vor zwanzig Jahren diese Kapitalien für das jüdische Land verwendet, — ein Teilungsplan wäre eine Lächerlichkeit gewesen. Läuterung sei heute notwendig, und man beginne sie damit, daß man Rechenschaft über sich selbst ablege. Ueber die Arbeit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, der Zentralwohlfahrtsstelle, der Zionistischen Organisation, des Jüdischen Zentralvereins, des Hilfsvereins der Juden in Deutschland und des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten wußte Herr Dr. Kuhn nichts Rühmenswertes zu sagen. Es seien dort sehr viele Kräfte beschäftigt; dieses ganze Heer von Beamten sei nicht in der Lage, rein bürotechnisch die Dinge zu verwalten. Die Spitzen der jüdischen Instanzen hätten sich den Vorschlägen der Staatsziönisten-Gruppg bislang verschlossen, den Aelteren in den Gremien sei er (der Redner) zu jung, und den Jüngeren wiederum schon zu alt. Es gäbe nur e i n Mittel: Schluß mit den Parteien und Gruppen innerhalb der Judenheit dieses Landes. Ein Volk dürfe nur eine Verwaltung und ein Ziel haben,- man setze eine autoritäre Führung ein. Wenn man sich beispielsweise den Etat der jüdischen Gemeinde in Berlin näher ansehe, dann falle auf, daß mehr Posten der Konservierung als der Liquidation dienen. Die Warnungen von staatszionistischer Seite schweige man tot, und es tue ihm weh, dieses alles sagen zü müssen, aber es bliebe nichts anderes übrig, als der Appell an die Öffentlichkeit.. Man wird fragen, was zu tun sei. Für Erez Israel sind keine Zertifikate zur Verfügung gestellt. Niemand wagt es, gegenüber dem Mandatar unseres Landes in eindeutiger Weise die Rechte des jüdischen Volkes zu vertreten . und zu. sagen, .daß er seinen Pflichten nicht nachgekommen ist. Es gelte, eine geordnete Auswanderung zu organisieren und um unsere Rechte auf großzügige Einwanderung in unser-, Land zu kämpfen. Aber auch in-Erez Jisroel sei ein Kampf um einen neuen Juden erforderlich. Es könne nicht geduldet werden, daß man dort noch Gruppen antreffe, die Auswüchse der europäischen Kultur dorthin verpflanzen. Achtung des jüdischen Gesetzes sei notwendig. — Zum Schluß seiner Ausführungen, die wiederholt von starkem Beifall unterbrochen waren, rief der Vortragende zur Disziplin und Einordnung auf, damit diese Epoche der Verkennung und Erniedrigung durch eine solche der Entfaltung und Gesundung abgelöst werde. . Ha. . Polnische ' Nationalf eier in Frankfurt. Am 3. Mai fand in der Synagoge Unterlindau 21 . ein feierlicher G'ttesdiens't aus Anlaß der polnischen Nationalf eier statt. Herr Generalkonsul Korzeriiowski; in Begleitung der Herren des polnischen Generalkonsulats, nahmen an__der Feier teil. ' , . . « . . . ' Herr Rosen w a js s e r Ehielt die .«Festrede-, die teils in' polnischer, teils in deu.ts.cher> Sprache gehalten war. ":."" ' -\. •'; •'• i Zu den Hauptpunkten der polnischen Verfassung vom 3, Mai 1791 gehören,; führte Herr. Rosenwasser aus, das Streben:;1. nach Einigkeit, 2. nach -Gesetz, 3. nach Recht. Diese drei Hauptpunkte?sindHür die polnische Nation ein unzertrennbares Ganzes,; die in' der Tradition des polnischen Volkes verankert sind. ■ In dieser Tradition sehen auch die Juden Polens die Gewähr für ihr Sein und ihre Existenz in Polen. Die Feier nahm einen sehr .imposanten Verlauf und war die Teilnehmerzahl auf mehrere Hundert — polnische Staatsbürger — zu schätzen.;. Trioabend im Kulturbund. £;.'-■ •Lilly Sc h-w-ar 2 u M a y.e r. t'ös^er;.flü_ayier)«'.^nnie Steiger-Betzak (Violine) < und. Dir vJ; S«&,o'in_. (Cello) vereinigten ..sich, äu r-eii^Mlt^^^^^^hß^^ - leitend hörte man das bekannte, Dumky-Trio' pp. -.90 ybja Anton Dvorak. Als Uräuffülu^ngl^iel.^ VioHnsonate von, Rosy G e i g e, r: - K ul 1 ni a n h , Tvonr derkurz zu sägen ist, daß;"<ssi5e nur das Bild .-ergänzt; was wir; bis;jetzt von der-hervprra^ %a^en/'-ÄnlSie^ iiebeyplle^ Pfnferpretin. ' He|tlfch ■ klang zum, Schluß Mendelssöiili^^tKo in d-moll? in seiner gariz^^errficheri/Rom^ik;auf. , .- :> •; A. K. '. Viu .->JiL ■-/■ '; •■ ■ ■ •.r'; ''i-ji '^'■■r' iak" '■ ■ " . ■. W Franldürter Vereinskälender. ■ Verein Mekor Chajiin, Schabbos morgen nach Schluß der;Synagoge: wxn ■t; vHer-r Rabbinats-Assessor Dr. E. Posen, — nachm. 4,15 Uhr im Hörsaal;; Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. — 4 15 Uhr im Vereinslokal: Mikro,- Herr Rabb. H. 'Mayen —; Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale, Midraschvortrag, Herr Dr, Jos. Saffra, Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, faiK qor. — vorm. 9 Uhrim Vereinslokal, omaR Herr Rabb. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr'im-Vereins-: ' lokal, k-iw. Herr J. Soff er, Montag u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal: nwa* Mitgliederlernen. — Montag abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal; (]*Hn) Herr Rabb .Dr, J Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schul, rup»' Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal: Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Mittwoch, den 18. Mai: Lazarus Seckel-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho fällt der Vortrag wegen der Droscho des Herrn Rabbiner aus, - Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a» M. Thora und Mussar. Herr Rabbiner Jos. J, Horovitz hält seine allwöchentlichen Mussar - Schiurium Wie folgt: Messilas Jeschorim, Schabbös von 16—17 Uhr, für die Jugend. — Chauwaus Halwowaus, Schabbos von 17.30—18.30 Uhr, für Baale Battim. Sonntag, 9—10 Uhr, Dienstag und Donnerstag 20—21 Uhr für Baalebatim t"» inna. Herr B. Rachelsöhn, mna nawa Dienstag 20.30 Uhr. Sandweg 6 c. Herr Dozent J. Ehrentreuvtm mit crans», Sonntag eine Stunde vor nmn/ Friedberger Anlage 7. Herr R.-A. Dr. E. Posen own msa, Sonntag nach nmn Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr J. Sofer. ni. täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, Hans Handwerkstr. 18, I- Herr Rabb. Feuerwerger, Jugendschiurim; Schabbos 12—13 Uhr: a*nn, Schabbos 15.30—16.30 Uhr: mas naoa'm. Sonntag, 19—20.30 Uhr: raff'ob'öS. Mittwoch 20—21.30 Uhr: na» naoa 'na--Für Baale B a 11 i m : Sonntags jeweils 1 Stunde vor ran» (ntJ»ü0e Montags, Mittwochs, Donnerstags 18.15—19.30 Uhrs SyS» K33 'OB '03- HerrZuntz, D"n rrtiK, Sonntag nach n'iw, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Der Schiur vor n»^» unter Leitung des Herrn Zuntz (rna» '»a) findet 45 Minuten vor Synagoge, Montag bis Donnerstag im_ Hörsaal der I. R. G. statt. Agudistische Frauenzweigstelle. Am Montag, den 16. Mai, abends 9 Uhr pünktlich wird Herr Dr. S. Ehr mann im Hörsaal Friedberger Anlage 5 einen Vortrag über „Megillath Ruth" halten. Gäste, Damen, willkommen, Am Mittwoch, den 18. Mai, wird Herr Dir. Dr. Elias in der Samson Raphael Hirsch-Schule abends 9 Uhr pünktlich den Geschichtskurs fortsetzen. Gäste, Damen, willkommen. Jüdisches Lehrhaus, Die Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften Nr* 4 (Rand), Nr. 5 (Messerer), Nr. 6 (Blau und Heschel), Nr, 8 (Horovitz), Nr. 9 (Marbach), Nr. 10 Dienemann), Nr. 11 (Lemle), Nr. 12 (Auerbach), Nr. 13 (Günderer heimer), Nr, 14 (Gündersheimer und Schönberger), Nr. 15 (Salomon), Nr. 16 (Neumann), Nr. 17 (Rieß), Nrr 18, Nr. 30 (C. Neuhaus) können im jetzt begin^ nenden Frühjahrslehrgang nicht abgehalten werden. Nach Möglichkeit sollen aber diese Kurse im Herbst-Lehrgang nachgeholt werden. Gebetzeiten. "las Freitag abend 7.25 Samstag nnawn 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstatf nachm. 1.00 und 5.00 Halachischer Vortrag Samstag Abend 9.00 . . , Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6 30 2. Minjan 7.30. An G'ttesdienst anschließend: Lernen des D"n npa-Vereins im Hörsaal Nachmittags 7.15 . .... . .1."::. Jefilßnlegeii am Morgen 3.30 . Gebetzeiten in Wien (Schiffschul). Freitag. abend 7.25 Schabbos haschkomo 6.15 Schabbos schacharijs:8.3p ".'.." V; Schabbos minchah 12.15 und 4.00. ■ Mpz'e Schabbos 8.15 Werktags.« Schacharis 6.00 Miiticha 7.0Ö 1: m