Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1938)
- Date
- 1938-05-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2451012-2451029--83700-2541718- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
^^^^t^H^^P ^o->-Xivstw^m^mn^^^K, Seite 10 Nr. 18 V*i •,V'A?5^W|S^38' Ahnungen eines Kindes* Bei Safed wurden vor kurzem, wie berichtet, unter sechs anderen Juden bei einem arabischen Ueberfall auf einen Autobus ein Vater mit seinem Kinde ermordet. Der Junge, Baruch David. Se g a 11, war Schüler der fünften Klasse der Gemeindeschule in Safed. Dem „Hazofe" wird von der Schule das Aufsatzheft Baruch David Segalls zugestellt, in dem sich u. a. folgendes kurz vor seinem Tode abgefaßte Aufsätzchen befindet: •nWa '3Dra by pKn nsan by aunn noan aaw *nn -j*»«n »f*i»ai D-riyn toa •pk-w 'an ns o,>xm-w -pm 'Erms?1? ornDK Jim1? anKi maanv^a wik nijmsw mr? Mb -pm u^k 'o^ka bn tnxriö mm aunn 'j'ki •nna bxznb -lnr-n mmn pasy nn •?» pm ynon Vsr n«nn 'uni ü^aaian na rwwi 'h-jh "pn -pso -»am p«a yaon -?3 p •»jki »int ■>•? mmui •>•?:? a'S'sa d'jw "ps rh-»n nsi •sraom alnyn bv a»wi.awm V»..a»in k1? "»äs 'JH ns'-wa pw^ u1? ■»nni ••jm^ »V *ianaw inn bv pi -m dw p ojv.ö.m'w mn\T n« 'a« »aw n^b naa nam y»:iiiÄ .uw-awn »jn -mto bv -a«nn kMm. 'ViH" jff'K -»a« qk -»a pm1? bw kV naa 'a«i laV^nVia •*M *pi a^in '3K -Htan-? -wik xb 'jki nnpa nip w.'i ni^'^n bs atm 'jx pr-?m am affin *t!3?i nsa-yoia *3««r onn« D'iai -?sr nenn'axc a^»^» •rvnnx mawna ^0 irr *p"ia :nsa nsxa •»anyn o/Tirvaa 'n nna Ta^n Zu Deutsch: Auf meinem Nachtlager. Wenn ich im Bette liege, denke ich über die Lage im Lande nach und wie die Juden in aller Welt unterdrückt werden, und wie hartherzig und erbarmungslos die Araber sind. Und oft ist es mir, als stürmen sie plötzlich zu uns hinein und wir keinen Ausweg zur Rettung haben. Dann denke ich an die schöne Landschaft, den hohen Berg Azmon und ich schaue zum Fenster hinaus und zum Mond und zu den Sternen, wie sie auf mich herabsehen und mir Licht spenden. Oft hat© ich aber. etwas auswendig zu lernen, dann denke ich an all jene Dinge gär nicht, nur noch an meine Aufgabe. Wie oft aberi;höre ich nachts Schüsse, und ich fürchte, eine Kugel könnte in die Türe einschlagen, dann kann ich nipjat mehr schlafen; Ich denke immer, daß ich im Schläfe mich nicht retten konnte, dagegen, mir nichts passiert, wenn ich wache. Manchesmal denke ich aber auch an andere Dinge, etwa, daß ich von hier wegfahre ... Baruch David Segall, Schüler der fünften Klasse der Safeder Gemeindeschule. Aus jüdischem Geiste; Rabbi Eisel Charif, .der infolge seines sprühenden - Geistes berühmt und auch ein wenig, gefürchtet war, sah einmal einen reichen Geizhals seiner Gemeinde, wie er am Rüstetag zu Pessach seine Taschen leerte und sie genau auf Brotkrumen untersuchte. „Nicht nötig", sagte Rabbi Eisel. „Chomez, das einem Nichtjuden gehört, bedarf keiner Wegräumung, und Ihr, verehrter Herr, seid ja Jude nur bis zur Tasche . . ,." * * * Rabbi Meir S i m c h o und sein großer Kollege Rabbi Jossef Rosin, (der Rogoczewer), gerieten einmal am Rüstetage zum Sabbat in eine tiefe hala- «hisshe Diskussion. Keiner wollte nachgeben. Da schlug Rabbi Meir Simcho in seiner jovialen Art vor: „Wir holen den ersten besten Amhaarez von der Straße herein und tragen ihm unseren Streit vor. Einem von uns wird er recht geben, und daraus erfahren wir, daß eben der Andere recht hat." Der Rogoczower war einverstanden. Ein Fuhrmann, der gerade des Weges kam, wurde hereingeholt und sollte entscheiden. Sofort entschied sich der Rosselenker für die Meinung Rabbi Meir Simchos. . „Also habe ich recht!", triumphierte der Rogo- | czower. „Nein", lachte Rabbi Meir Simcho unbeirrt, „heute, am Erew Schabbos, haben alle Juden der Stadt in der Hast der Sabbatrüstung „verdrehten Kopf" (sind verwirrten Sinnes), so meint er wahrscheinlich, der Rogoczower habe recht und drückt sich nur Ve-r kehrt aus ..." Warum hartgekochte Eier im jüdischen Ritual eine solche Rolle spielen (im Trauerhäuse, am Vora&eild zum neunten Aw, am Sederabend, fragte man den Lubliner Raw. „Weil," sagte der Rabbi, „das Ei als Symbol für das Schicksal Israels gelten kann. Je mehr es mit Feuer und Wasser behandelt wird, je länger es gekocht wird, um. so härter und. wider stands fähiger wird es." Zu Rabbi Chajim Sonnenfeld in Jerusalem kam einmal am Freitag eine kleine Tournstengesellschäft aus Amerika und drückte den Wunsch aus, den Sabbat beim Rabbi zu verleben. Natürlich wollten die Herren es nicht umsonst haben und legten zehn Pfund auf den Tisch. Zum Staunen der anwesenden Freunde nahm der Rabbi das Geld an und bat. sie, seine . Gäste zu sein. - Am Sonntag erschien Rabbi Chaim bei den Gästen im Hotel und brachte ihnen die Pfundnoten zurück. Alles Sträuben der Gäste nützte nichts. Sie mußten das Geld zurücknehmen. „Der Rebbe hat es aber doch vorgestern angenommen," wunderten sie sich; „Ich wollte, daß sich meine Gäste „'ganz; wohl ['.und! i zu Hause'; a'n meinem Tische fühlen,'^ sägte: 'Räi$>i Chaim, „darum nahm; ich ' das . Geld-, zum ' Scheine j-an- und freute mich, als Sie auch ungeniert Ihre Wünscht;; stellten. Nun aber, sei es doch fern von mir, für. gebotene jüdische Gastfreundschaft am Sabbat "BeH Zahlung anzunehmen." J -'; Ein frommer Gelehrter, Rabbi Pinchas Cohn, aus Preßburgj hatte sein Lebenlang den sehnlichsten Wunsch, nach Erez Israel auszuwandern und sprach jedes . Jahr am Sederabend die Formel „Nächstes Jahr in Jerusalem.'" mit ganz besonderer Inbrunst aus. Später wurde ihm der Wunsch erfüllt.- Er siedelte mit Familie nach Jerusalem über, lebte aber. dort in bitterster Not. Am Sederabend betete er wieder und mit noch größerer Inbrunst- „Nächstes Jahr in Jerusalem!" „Nun sind wir doch in Jerusalem," fragten die Kinder,* „wozu jetzt dieses unnötige Gebet?" „Nun wollen wir erst recht und mit vollster Inbrunst G'tt anflehen," sagte Rabbi Cohn, „daß ,wif bei dieser gräßlichen Not auch nächstes Jahr noch in Jerusalem sin.d! ..." ' 7 -■ 3b Historische Nötigen- Von Saly Geis in Jerusalem. Bereits in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurde es selbst in traditionstreuen jüdischen Kreisen allmählich ganz selbstverständlich, sich, ohne es zu merken, von der christlichen Theologie beeinflussen zu lassen. Diese Umwandlung zeigt sich in einer. Anzahl Worte des religiösen Lebens, Z, B. verwandelte sich Schabbos in Sabbat, Tenäch in Bibel,: Tehillim, in Psalmen, Beis-Hakneses in Synagoge^ Tefilloh in Gebet. Wo noch hebräische Vornamen, gebraucht wurden, zeigte sich die. gleiche charakteristische Erscheinung. Jizchok wurde Isak, Riwkoh Rebekka, Jehoschuah Josua, Jirmijahu Jeremias usw; Es blieb aber auch auf diesem Gebiete nicht nur bei Aeußerlichkeiten, sondern griff auf das Gedank-; liehe, über. So finden sich in der; Tehillimrtlebers'eiti^ zung von Dr. Michael Sachs, eines um die jüdische: Wissenschaft verdienten Gelehrten strenger Tradif; üonstreue, folgende Ünbegreiflichkeiten; 2, 12 staH „Rüstet euch mit Lauterkeit" „Huldigt dem Sohne",. 29, 1 und 89,7 statt „Söhne der Mächtigen" „Söhne der Götter", 50, 1 statt „G'tt, GW „der G'tt der Götter". Wenn so die Wissenden und Führenden von äußeren Einflüssen sich nicht immer frei halten konnten, was mußte dann das Schicksal der Masse sein: mußte diese nicht ein Opfer der Assimilation werden? Esf wurde in der Emanzipationsepoche von den meisten^ Kennern und Lehrern des Judentums der Verhängnis-., volle Fehler begangen, nach Aehnlichkeiten mit den anderen zu suchen, statt das Besondere, Originaler Unterscheidende im Judentum sich immer wieder zum Bewußtsein zu bringen und den Jungen wie den. Alten zu vermitteln. Auf solche Weise konnte das Merkwürdige vorkommen, eine für die Interessen-der christlichen Theologie sehr verständliche Uebersetzung (nämlich Tehillhn 2, 12) von jüdischer Seife nachzuschreiben. fi J < \Moritz - Veit,, Vorsteher der Berliner. Jüdischen Gemeinde, schreibt am 4. März 1842 San -tlbHän«'%acoby in Königsberg:. ' —v -- - \ ,, . . . es ist eine Kabinettsordre an das Staatsministerum erlassen worden, in weichet ' der,-König seine- Ansicht über Juden und. Judentum zusammenfaßt und Vorschläge darauf basiert, Der leitende Gedanke ist der: daß bei den Juden Nationalität und , Religion so eng verbunden seien, daß eine durch die; andere bedingt sei. Auf dieses in der Weltgeschichte einzige Verhältnis sei bei allen Maßregeln der Regierenden Rücksicht zu. nehmendes sei mit der größten-„Toleranz" dafür zu sorgen, daß weder den einen -noch den anderen Gewalt geschehe." - Die Kabinettsordre betraf die schon s.eit zwei Jahrzehnten schwebende Frage eines Judengesetzes. Die Ansicht des Königs — es war Friedrich Wilhelm IV. — stand sehr bemerkenswerter Weise im Gegensatz zu den Informationen, die, vonjüdischer Seite der Regierung gegeben wurden.. Die jüdischen Führer in den Städten waren meist radikale Assimilanteh, für die das Judentum nur die Bedeutung eines nebelhaften. Monotheismus hatte, Wo .in den Städten — Berlin, Posen, Breslau — Rabbiriatssitze frei wurden, wurden sie nicht wieder besetzt und nur von der Gnade des Vorstandes abhäh^ige-'Räbbinatsyerweser ernannt, i so in Berlin der; äl^ .Gelehrter - wie als Persönlichkeit hervorragende DrV Michael - Sachs. Die Gesinnung dieser Vorsteher, zeigt z. B'." ein Gutachten (1825) des Rüben Gumperz jn Beflijri an die Regierung,: in dem dieser die Rabfim^ Wächter" tituliert, ..zeigt ierner^ die Tuteach«, - daß i845 nicht Dr.. Sachs, sondern. ein Geschäftsmann zum Kultusminister delegiert . -würde,;: als'^dieser »it »einem in den jüdischen Belajagej}.Sach|?gVsjt|ÜD<li^en ^konferieren wollte,' und: daß, 'als^manl; dann bei-^er Bildung. einer Kommission zur'1 Beratung ' über; die Gesetzesvorlage Dr. Sachs;'nichti-übe^gBhen ."konnte, neben ihm und einigen änderen sechs, Mitglietter der Reformgesellschaft ernannt wurden.,, . .^..^ :.. *. . '.. : . Die Pariser Zeitschrift „Arch. isrp enthält" in Nr. 13 des Jahres 1864 eine Unterredung mit dein--.Komponisten -Giacomo Meyerbeer (1791-—.1864).- M. sagte u. a.; . ... „Um Jude zu sein, ja,- um nur etwas, Jude zu sein, muß man hebräisch verstehen, wie man französisch verstehen muß, um Franzose zu sein. Denn das Judentum ist nichtnur eine Religion, sondern auch eine Nationalität ... Nicht nur .die Jungen, sondern auch die Mädchen müßten im Alter von drei Jähren anfangen, hebräisch su lernen; sie würden dann nid der- Gefahr ausgesetzt sein, ihre Religion we.chseln zu wollen. , , Die hebräische Sprache allein genügt, jüdisches Denken anzuregen/ Dieu, G'tt, sagen mir ^nichts]-Herr, Ewiger, sind ebenso christlich wie jüdisch. Dei^jSchem Hawaje "aber, sagt mir etwas; besonders, wepi ich Weiß, daß dies ein geheimnisvolles Wort ist, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereinigt;" Montreux, 28. April. Die Eröffnung des Sciminersemesters der Jeschiwo findet Sonntag, den. 8'. Mai, statt. Neuanmeldungen werden noch bis 15. "Mai entgegengenommen. . Berlin, 3. Mai. Das Jüdische Lehrhaus Berlin beabsichtigt, ab 9. Mai 1938 einen englischen Abend- Intensivkurs einzurichten^ Ziel des: Kurses Ist, eine gefestigte Grundläge für eine wirkliche Beherrschung des Englischen und eine Einführung in die Kulturkunde der angelsächsischen Länder zu geben. Der Kursus wird vier Monate dauern.. Schulgeld monatlich. 25 RM, Unterricht von Montag bis Donnerstag täglich abends von 7—10 Uhr, in Gruppen von höchstens 15 Teilnehmern. Die ' Durchführung des Kursus erfolgt in. Zusammenarbeit.'mit der Schul - abteilung der R ei chsvertret u n g der Juden in Deutschland. — Meldungen zur Teilnahme mit dem Vermerk: „Betrifft englischen Abend-Intensivkurs" sind zu richten an das Sekretariat des Jüdischen Lehrhaüses Berlin W. 50, Marburgerstraße 5. Berlin, 2. Mai. Der Brit Chaluz i m D ä t iim hat in* diesen Tagen eine instruktive Broschüre über Jugend-Hächschara herausgegeben. Diese; ist-, unter der Adresse: Berlin W. 50, Augsburgerstr. 60, kostenlos zu beziehen. , D. St. ir, - B« in K. Betrarht. Briefkasten. B. Die Barmizwoh ist Dnjölpa 'S-f , -'Es':- kömmt •■: 3*»nw .rav der 17.-Nissan-in riWß^^&towtmii^smmwwJiiiiiMit i^^^^^m^/ä^^.