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Der Israelit · 1938-05-05 · Heft 18 (5.5.1938) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 18 (5.5.1938)
Date
1938-05-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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:m^mm^Wi 5. M&*1938* Ijp^flfsiiw^ - D;I s r a^eUii t ' Nr. 18 Seite 7 Zelm in so schlechter tage, daß sie alle, diese Wohlfahr-tseinrichtungenfin Anspruch nehmen mußten. . Bei 200 weiteren Kindern genügte eine Betreuung durch ein zelne Teile des . Unterstützuhgs werkes. - Das {rohe Kihdertreihen und! helle Xachen, das in den Pausen die Schulgebäude erfüllt,' ist gewiß Bonn; der reichlich . lohnet. Allein, in dieser nüchternen Welt der. Ziffern und Zahlen kann ein Budget von nahezu 7Ö.0ÖÖ RM. damit nicht gedeckt werden. Dieser Betrag wird zu einem Dritte! von der Kultusge meiiide getragen, zu einem weiteren von der Mitglie der- und Elternschaft und zum Rest von freiwilligen Spendern aufgebracht. Alle drei Säulen, auf denen, das gewaltige . Werk ruht, sind aber schon seit langem erschüttert und es bedurfte heroischen Mutes un.d festester Zuversicht, um den Kampf gegen die 'Ungunst der Zeit zu führen. Es gehörte die Umsicht und Tatkraft, die Begeisterung . und Opferfreüd© eines Mannes, wie Rabb. Dr. Joel P o. 1 l ak s , des Leiters der Talmud Thöra, dazu, das Bestehende zii-erhalten und —- in großartiger Weise auszubauen. Seit Anfang des Jahres 1922 Direktor und Sekretär der Schule ihr Kopf und "ihre. Hand, hat 'Rabb: Dr. Pollak eine in fachlicher, YeligieseYjuncl moralischer'. Beziehung; ei; iesene. Schar von L e h r,krr.äf t e h um sich ."gesani: melt, in der-der Idealismus und die-Liebe zum W^erlt stärker^ wajen^Ms-def-fDruck der materiellen 5^e% S - rfy^^^^Z':, ^.^.-v. - -.. j^-:. ^nT . . hältnisse. ..v, «.«s«**-»-----'? i Wenn sich„ fetzt , nach der Wiedervereinigung Oesterreichs mit Deutschland die Talmud Thiora in das bewährte, auf eine \gtoße,, Ver^angejoheit zurück blickende jüdis^hVräÜgiose"^ einfügt, so bedeutet dies zweifellos einen in jeder Hinsicht sehr beachtlichen, Gewinn,., eine ansehnliche Erweiterung des Umfanges,- eine" %etr'aehfc!iche Steigerung des moralischen Gewichtes . und - eine wertvolle Bereicherung um ein reiches Kapitel'aus der Kultur feschichte der "Juden in deutschen Landen. •' ----- " M. G. '. Jf"%,.. /Ungarn, " Die Zahl der Juden in Ungarn. ' - Budapest, 1, Mai. - Folgende Ziffern, die vom Generalsekretär der jüdischen Landeskanzlei in Ungarn, Dr. L. Bakoni stammen, sind von Interesse. ' Bekanntlich ' gliedert sich die ungarische Judenheit organisatorisch und weltanschaulich in drei Kategorien: Kongreßgemeindjen, orthodoxe und Status quo-Gemeinden. Die Kongreßgemeinden zählten im Jahre. 1933 292.155, die orthodoxen 134,972 und die Status quo- Gemeinden 17.440 Seelen. Die Zahl: der Juden in den acht Jahren von 1922 bis 1930 hat sich insgesamt um 25.000 verringert. Im;Jahre 1934 hatten die Kongreßgemeinden im Lande insgesamt eine Einnahme von , 6.735.403 Pengö, womit der Etat ungefähr gedeckt war. Die vier Budapester Gemeinden waren an den Ausgaben . der Gemeinden im Lande mit 70 Proz. beteiligt. Im jjahre 1934 kamen im Lande 110 Ehescheidungen^ davon:in Budapest 89, vor. Im gleichen Jahre sind iii- Ungarn 936 Personen, darunter in Budapest 217, aus dem Judentum Ausgetreten. -Zum Judentum übergegangen oder zurückgekehrt sind imgleichen Jahre. £81 Personen. ' '■■ Jüdische Beratungen, in Ungarn. Budapest, 2. Mai. Nach dem bereits gemeldeten Aufruf der Jüdischen Landeskanzleien .liegt auch; eine .Kundgebung der Repräsentant e n .d.e r Bu d a p e s t e r I s r a e- ' 1 i t i s c h e n G e m;e.i n 4 e vor, ' die. auf ihrer jung» sten Sitzung einstimmig beschlossen i;wurde. In e'rs'ter Reihe bezieht sich die Entschließung auf /den weiteren Ausbau d.er sozialen Fürsorge der Gemeinde, sodann aber auf den. notwendigen U m - s c h i c h t u n g's - .und U mi t e 11 ü n g s p r ö z e.ß, der durch ^entsprechende Spr a ch - und Fach - kurse gefördert werden soll. " Dem Knabenr üftd Mädchen-Ghmnasium.der Gemeinde wird eine höhere Gewerbeschule angegliedert, die der fachlichen Ausbildung der Schüler dienen soll. Wichtige Maßnahmen wurden auch in Sachen der Arbe i t s lös eh- IUI t e r S t Ü t Z ung getroffen. Alle Fragen der A u s- ' w a n d e r u-.n,g,. sollen „in Gemeinschaft . mit; den^ zuständigen Organisationen be^aiiiäelt"'\^(Bi;äenJ^- ,:j ~t Durch das Schächtverbot werden die orthodoxen . Gemeinden sin ihrem Etat empfindlich getroffen, da ihre Institutionen in hohem Maße, yon .,den .ScHaclitgebühr,en lebten. - Mit Rücksiehtauf - die, Lage haben"; die Lehrer! .-der Budapester Orthodoxen, Gemeinde ' freiwillig auf 10 Proz,; ihrer-Gehälter.; zugunsten, der wichtigsten Institutionen der;Gemeinde:.verzichtet. Die Jüdischen Abgeordneten Dr. Geza Des i.7und. Dr. Sigmund O r o v a,-ebenso Dr. Aladar D e m enyi,; der getauft;'ist, sind aus der Regierungspartei ausr getreten". - '■-'; '; ..; , "■■ iii unserem Ve* ♦" noch zu haben: Ein Dokument der Zeil von S. SCHAGHNOWITZ Preis broscti. J( 2.—, geb. JH, 3.— Das Budt, 265 Seiten fiark, ift ein Dokument der Zeit üon ergreifender Realität. Ein junger jüdifdier Wenfth aus einer areligiöfen, am Judentum nöllig desinteremertenTamiUewirduom Sturm der 2ett erfaßt u«4 aufjüdifdien Heimaftoden gefegt. Mit der Wadit der Jugend und der Überzeugung rei|t er am Ende audi die €ltern und feine ganze Umgebung mit zur jüdifdien Höhe. Jn ungemein anfdiau- Hdien Bildern entrolltTuh nor dem Rüge das Ceben der Hadifdiarah, das neue Werden in £rez Jsraet, die Gntwidilung der erfteri orthodoxen Kibbuzim. Jüdtfdies üeben öftUdier und wetlUd\er Obfemanz kommen, uon au^en geflogen, ftdi näher und finden fida vollends auf dem heiligen üäterböden, der zur Heimat der Jungen geworden ifr. | Rußland. < 'Rückwanderung aus Biro-Bidschan. $A Riga, 29. April. p| "iDie! Örganisätibnen, die sich mit der" Kölonisa- ^|iohstätlgkeit in Biro-Bidschan befassen, sind beunruhigt über, die wachsende Tendenz unter den Bewohnern , des Jüdischen autonomen Rayons,, jtjas. Gebiet zu; verlassen und sich in anderen Teilen' der Sowjetunion anzusiedeln. Die in der jiddischen Sowjetpresse wiederholt geäußerte'Besorgnis darüber, daß; es -nichtgenügend Kandidaten zur Änsiedlung in B i r o - B i ds c|h ^abgebe,;;komm;tsjetzt im^Hinblick auf die unter? den alten '.Kolonialen .herrschende''' Rückwänderungstehdenz stärker zürii Ausdruck. Um dieser' Tendenz -. entgegenzuwirken, ■ ist in Biro-Bidschan' eine' von offizieller Seite inspirierte ,-Bewegung im Gange, die alten Siedler zu veranlassen, im Rayon zu bleiben, Die Initiative hierzu haben die Vorkämpfer der jüdischen Änsiedlung in Biro-Bidschan ergriffen, die sich bereits 1928 dort niedergelassen haben.' Anläßlich der Feier des 10. Jahrestages der -Gründung Biro-Bidschans richteten sie an die Siedler den Appell, im; Rayon zu bleiben. Unter ähnlichen Losungen führt auch der „Biro-Bidschaner Stern", die jiddische Tageszeitung des Rayons, eine Aktion gegen die Rückwanderungstendenzen. Arabien. Die Leiden der Juden in Jemen« Jerusalem, 29. April. ' Wir haben bereits in voriger Nummer von dem Mord an einem jemenitischen Juden berichtet. Es handelt sich um den 60jährigen Juden Chaim C h aIlse hu.se h., der sich ahnungslos in das mohammedanische Viertel zur Besorgung von Geschäften begab und von Gassenjungen mit einem Steinhagel empfangen wurde, daß er zusammenbrach. Chaim Ghabschüsch war von Beruf Kupferschmied, ein fleißiger und angesehener Mann. Er hinterläßt eine Frau mit sieben Kindern. Der Name Chabschüsch ist in der Gemehrtenwelt nicht unbekannt. Der Vater des Ermordeten haiie vor 50 Jahren als Kundiger den bekannten Forscher Josef HaJev i aus Paris auf seiner Reise durch Jemen begleitet; Gerade jetzt bereitet die Hebräische Universität eine hebräische Ausgabe der Forschungsärbeitsn von Chabschüsch vor. Südamerika, Paraguay als Siedlungsland. (Aus einem Briefe an, den „Schild", das Organ des 1 Reichsbündes ''jüdischer Frontsoldaten). ";;> Itaugua, im März 1938. Paraguay ist :3ein ideales Land, um sich landwirtschaftlich.zu betätigen, zumal es gesund« und für jeden Europäer erträglich; ist. Mit ganz wenigem Geld' kann mah sich hier eine "neue' Existenz ':gründen, selbstverständlich nur dann, wenn, man den festen Willen hat, durchzuhalten,: .und alles, aber auch alle,s, hinter seih läßt, was einem Europa mit seiner sogenannten Kultur bietet. Paraguay ist noch sehr primitiv und lehnt auch noch heute vieles ab, was wir als Europäer vielleicht bei, uns als selbstverständlich finden. I$s, ist fast .so groß . wie Preuße^ ihai aber,nur 1.200,000 Einwohner, .ist '.reich an,,Vieh und freien Ländereien. >:, Hier wachsen Bananen,1 'Apfelsinen,1 Weintrauben; Granatäpfel,';; Mandarinen*' Gtfape-Fruit; usw. DurchschhiHstemperatur brTfVflh Mal. ■ bis . Oktober 8 bis 30 Grad, von^Noyember-bis .I^ärz bis, zu .45 Grad Celsius:. Ha^ptsäc^licjler^Anb^. von Mais, Bohnen, Erbseny. Zuckerrohr, '"TaDäk Und Baumwolle; Getreide Svädhst hier; nicht. Eine Viehzucht, wie wir sie bei üns!: kehhenv' gibt - e&*hfer:tnich.t. Eine r Milchkuh gibt im [Durchschnitt :3-r5 Litsti Milch. Kyhe kosten 3000 Ji»jsj;5000 Pesos c/1 30 bis 50 RM.' Pferde dasselbe, line;Zunta . Arbe.itsochsen, JQ,0Q0 bi» 12.000 Pesos ~ 100i—120 RM. Öehs,en lihö^hier sehr notwendig,' da sie alle Arbeit verrichten müssen, wie in Europa die, Pferde. Pferde sind nur zum Reiten da und ersetzen hier das Fahrrad..Die Preise für Milch je Liter 10 Pesos, Butter Kilo 150 Pesos, Fleisch Kilo 22 Pesos, (wbhl unrituell! Red. des „Israelit"), Mehl 24 Pesos, Eier das Dutzend 30—35. Pesos (1 Peso 1 Pfg ). Ein spezial-landwirtschaftlicher Betrieb kann in Paraguay nicht existieren; alle treiben' hier die sogenannte Mischwirtschaf t, das heißt/ man hat 5—^6 r Milchkühe, Hühner, bebaut sein Land und versucht 1 " noch nebenbei, eine -kleine Verdienstmöglichkeit, die. man,., wenn man einigermaßen der Sprache mächtig ist, sehr schnell findet. Handwerkern und gelernten •Arbeitern kann man nur den Rat geben, wenn sie in >r der Stadt bleiben wollen, ffi c h t nach hier äüszuwatt-' dem; denn der Hiesige arbeitet so billig, daß kein Europäer dagegen konkurrieren kann. Jeder, gleich. '" welchen Beruf er auch hat, kann sich hier landwirtschaftlich betätigen, denn hier muß man sich vollständig umstellen und versuchen, so schnell wie mög» lieh sich der Arbeitsweise der Hiesigen anzupassen. Alles was wir unter Landwirtschaft in Deutschland gelernt haben, ist hier vollständig nutzlos. Hier muß man von der Pike auf von vorne wieder anfangen. ■ Auch wir haben dieses erleben müssen, und unser Lehrgeld beäahlt. Dann wäre noch etwas über die Preise der Ländereien zu schreiben. Wie schon oben erwähnt, verfügt Paraguay über viel freies Land, welches zum größten Teil in Privatbesitz ist. Alles dies Land ist kultiviert und für uns leicht zu bearbeiten. Die Preise sind selbstverständlich sehr verschieden, je nach der Lage, und schwanken zwischen 3000 bis 5000 Pesos c/1 pro Hektar. Mit 4—5 Hektar kann sich eine vierköpfige Familie ganz gut ernähren. Es gibt hier auch sogenanntes freies Land, welches der Staat kostenlos abgibt, Die Aerztefrage hat sich nach der letzten Revolution 'sehr geändert, da heute kein Arzt hier in . Paraguay das Patent mehr bekommt. Er kann selbstverständlich hier seine Praxis ausüben, aber wenn ein hiesiger Arzt dann seine Praxis nach dem Ort verlegt, wo sich ein ausländischer Arzt niedergelassen hat, so muß laut heutigem Gesetz der ausländische Arzt seine Praxis aufgeben. Dieses ist auch der Grund( weshalb wir vorläufig keinen anfordern können und wollen, da man die Verantwortung nicht übernehmen kann. Zum Schluß möchte ich noch erwähnen, daß wirj vorläufig keine Permissos (Rufscheine) abschicken j, können, da wir im Laufe des nächsten Monats zwei Gruppen aus Deutschland erwarten, desgleichen unsere Familie. So ist es momentan ausgeschlossen für uns, noch mehr anzufordern. ' Amerika. Flüchtlingskommission. Washington, 1. Mai. Präsident Roosevelt hat den früheren Vorsitzenden der amerikanischen Stahl-Korporation, Mr. Taylor, zum amerikanischen Vertreter in der vorgeschlagenen Interna ti o n al en Flüchtlihgskommiss i o n ernannt. Ferner hat Roosevelt ein amerikanisches Flüchtlingskomitee ernannt mit Mr. James G. Macdonald als Vorsitzenden, Dem Komitee gehört auch der Vorsitzende des Joint Mr. Paul B erwald an. . Jüdisches aus Amerika. New York, 28. April. Der litauische Gaon Rabbi Elchonori Wassermann aus Baranowitschi, feierte das Pessachfest in C h i c a g o , und seine Anwesenheit gab dem jüdischen •religiösen Leben in der Stadt großen Auftrieb. Seine halachischen, agadischen und Mussarvorträge fanden gewaltigen Zulauf, seine Anregungen und Ermahnungen drangen den Massen tief ins Herz. Man hofft, daß es mit Hilfe dieses prominenten Mitgliedes der Gedole Morazath Hatorah gelingen wird, die Agudas Jisroel in "Amerika zu befestigen. .'^^r^R::

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