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Der Israelit · 1938-04-28 · Heft 17 (28.4.1938) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 17 (28.4.1938)
Date
1938-04-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Z2%. April 1938 . D, e r I s r a e 1 i %. Nr.. 1^ Seite-7 Polen' 21,5 'Proz. V Zehn > Jahrespäter, 1934/35, war diese Zahl auf 14 Proz. zurückgegangen. An. der Handelswissenschaftlichen. Fakultät macht dieser Rückgang 50 Proz. . aus.;,. In. Wilna , studierten 23 Proz. der jüdischen Stu denten, es folgten Warschau mjt 21,1 Proz., Lern berg mit: 20 Proz,, Krakau mit 16 Proz., Posen mit I, 7 Proz. Ani Polytechnikum, in-Lemberg studierten II, 9 Proz. Juden. Welches Studium bevorzugt der jüdische Student? Den größten Prozentsatz Juden weist das zeitungwissenschaftliche und joürnalis tische Fach auf. In den zahnärztlichen und philoso phischen Fächern beträgt der jüdische. Anteil 20 Proz. Höher als 15 Proz. ist der Anteil der , Judefl im juristischen und nationalökonomischen Fash und in den medizinischen, pharmazeutischen und chemischen •Fächern. Es folgen die Architekten, mit einem jüdi sehen Anteil von 14,8 Proz. Den kleinsten Anteil stellen die Juden an den Fakultäten für Leibes Übungen und für Berg- und Hüttenbau. Doch ist in diesen Fächern der Anteil der Juden an der Erriii gung der Diplome bemerkenswert; 1934/35 konnten 14 Proz. der jüdischen Anwärter mit Diplomen bedacht werden, während von den nichtjüdischen Stu denten dieser Fächer nur 12 Proz. diplomiert werden konnten, Für die Jahre 1936 und 1937 liegen noch keine amtlichen Erhebungen vor, der Rückgang in diesen Jährenist' besonders groß. Aniisemitische polnische Blätter schreiben: „Unter den' christlichen Hausbesitzern in Warschau ist eine Aktion im Gange, alle Hausbesitzer zu yej-pf Honten, keine Wohnungen ah Juden zu vermieten. Aehriliche Beschlüsse haben die Hausbesitzerörgariisationen in , Iiiöwraclaw und' Ostrowo in der Provinz Posen bereits gefaßt. ManNnimmt an, daß die Wirkung in Warschau/bedeutend größer sein würde,, da die Wohnungender Juden sich dann ziemlich auf das Judenviertel beschränken würden und auch die jüdischen Hausbesitzer keine christlichen' Mieter finden dürften." Unter dem Vorsitz des früheren Dekans des -Warschauer Rechtsanwaltsrätes ' fand'-- eine •"ordentliche Versammlung der ^Nationalen;;Advokaten-Vereinigung" statt. Es ist dies der einflußreichste Verband, der die „Entjudung" der polnischen Advokatenschaft anstrebt; -Es wurde ein Beschluß gSfaßri''der die letz» tens durch Sejm und Senat' getroffenen Vorkehrungen zum Schutz des polnischen AdvÖkä'tehtüms als "unzureichend bezeichnet und fordert;' daß"'dieVJuden in den Advökätenlisten >iuüd -Verbänden als solcher herausgestellt werden1. Weiter "wird1 gefordert! -' den Eintritt von Juden iifMdie R^chtsäriwakschaft gesetzlich einzuschränken. - 1 . " ' . "' In der Generalversammlung des ge'samtpolnis"c^ien Verbandes der S t a ä't s\b e aikl t e n , wür'de die' Ahnahme des Arierparagraphen beschlössen/ Gleicherer Schlüsse faßten die Phärniäzeutische Gesellschaft (ünd die Assistenten der Universität in Posen. In Plock verschied i^m Älter von .107 Jjajiren Abraham G a w r o n, der ,'anj deji. .polnischen .Aufstandskämpfen 1863 teilgenommen hatte und,,in Aberkennung seiner ^Tapferkeit mehriaäl ims^z^ich^ wor-< den war., . :, ■'";•,! .-,., , ", Holland. '..-^'V',,. Kundgebung der Solidarität,. .oooo«f , > i K A m s t e r<d a'm, f20; /Äpirü: •:;b : 'Zu'ünserem Bericht über 'den: amai:.]B*3 :'n*^ /!^4"' Holland abgehaltenen''^r-i'ayV) wird'uns -erg&K&nfl ktä* geifdes nütgeteilt: 0 / - ' ';if, ^"Si' r> 'Die J Anregung 'z'ur1 Abhaltung des Taanis -Zibbiri? ging vom Ohe r r a b b i her d e r A s c h ken a?s fiti aus. In vier Gemeindesynägögen in Amsterdam fanden entsprechende G'tteadienste statt. In der großen Schul mußten 150 bis 2CftrWeüschen in den Gängen und im VgiJSajBBa&^ejhsjL i^^nh^m^S^?1^11^11 Hollands wurde der Taanis, ebenfalls .abgehalten, und maii Sftrt aTlel^^h^kl^yen,', dan* Unzählige auch aus ausgesprochen» fllberä^ Kr^gilsetf sJdh'^ara-' -r'pb^fl be'feiligrten.,':"'1 ->v l'iß 1 «iw< i;>.*)»,.';• :> nyh *»b. •'• i s. i:j]5»/l vih u:r. ilrcj. Jir^A-.Svanio «ih:.- ■ ';>? ■■■■.a fij':,!:?2«<;A 'isu.;:-;sbo>; nr*-.:.<r!i\s . : i«q ' i -• 'Die* Flüchllingsfräge in Hollands •> ">'" * Den Haag, 25. April, In der Zweiten Kammer im Haag, rollte,;,ein. Abgeordneter wiederum die Flüchtlingsfrage auf. Der Ministerpräsident C o l j in] sagte darauf, man habe jetzt schärfere -tJ'MäßriäKmeli Ergriffen, weil es sich/!"'um Menschen^* n i c hiia;n g r ©n^eSh'd e'h Lande gekommen'.- seien, Diese l(Tatsaehe allein genüge, um sie auf das Asylrecht riieht anzuwenden. TDie Erfahrung habe gezeigt, daß; die erlassenen ■ 'Maßnahmen ./ eine vorbeugende , Wirkung erzielt hätten, ünd daß ihre ehtgegehkom-; m'end~e Anwendung in Verbindung mit den Ausnahme- " be^timniungen':' d.en '^Behörden genügend Spielraütti ließe, um unnötige Härten zu vermeiden.' 'Strenge Mäßnahmen seien erforderlich "gewesen, um das Land " in dieser «plötzlich, aufgetauchten Situation vor grö-!; ßeren Schwierigkeiten zu bewä'hreh'. '•' ' Italien. ' Eine Stimme des Vatikan. , : 1 : Rom, 20, April, Das offizielle Organ des Vatikans, „Qsservatpre -Romano", bespricht in . seinem . heutigen. Leitartikel die ungarischen' Gesetzesentwürfe gegen die Juden und betont den Ernst der jüdischen Lage in Zentral europa. - '. 7 -England. Palästina und das englisch-italienische Abkommen. London, 22. April. In dem zwischen England und Italien abgeschlos senen diplomatischen Vertrag ist, entgegen allen vorangegangenen, sich allerdings gegenseitig wider sprechenden Meldungen, Palästina überhaupt nicht erwähnt. Entweder ist also über diesen Punkt' eine Einigung nicht erfolgt, oder man hat es vorgezogen die getroffenen Vereinbarungen lediglich in dem Protokoll niederzulegen, das. der Oeffentlichkeit vorenthalten bleibt. In zionistischen Kreisen ist man der Auffassung, daß Italien lediglich darauf bestanden habe, dem in Aussicht genommenen;jüdischen Staat den Negew nicht einverleibt zu sehen. , Der Negew war bekanntlich in den Vorschlägen'' der Peel-Kommission' auch nicht (als Bestandteil des* jüdischen Ge bietes 'vorgesehen;' (Siehe Wochenrtmdschau.) - . Die Pessachunterstützung für Polen. Lohd'o'n, 20. April', Der Polish Appeal der R e 1 i e f F e d e rja.t i o n, des „Ort" und. des K ere n H a t h o r a , hat einer großen Zahl jüdischer Gemeinden und Institutionen iii Polen Lst. 2.400.—- als Pessachhilfe überwiesen Der' Betrag entstammt dem Sonderaufruf, den der Chiefrabbi. speziell zu diesem Zweck erließ ]■ Erschwerung der Einreise nach England. ' Loh d ö n, 25. April, Wie die Zeitungen berichten, werden vom 2. Mai an die Inhaber ö s;t e r r, e i c h i s c h e r. P ä s s enur dann zur Einreise nach England zulassen, wepn diese Pässe (mit einem e n g lisch en Sich t,v e r m e r k versehen sind. . .,!„ . i\ ..... Arabien. Ein Jude in~ Jemen ermordet. Jerusalem, 24. April. Ein Jude, namens Jehia Chajim H a b s c h u s h ist m -'Sa n aa im Jemen'beim Passieren: des mohanimedänischen Viertels^irh Alter von 60 Jahren von jungen Arabern zu Tode ge steinigt worden. ■ Der Mord wird auf die'im ganzen Jemen betriebene antijüdische Propaganda zurückgeführt. ' - . Amerika. 'Rabbinerwahl, I . ,N e w York, 12.. Äprjl, Heute wurde* der zu Besuch hier weilende frühere Rabbiner der Mr. ^Gemeinde Frankfurt a. M., Rabbiner- Dr..' Jakobi: Hto {{mann, zum ■. Rabbiner \ der „ Oh e w Ze dsikür G ern e ind e New :Y o rk gewählt. . Die' ,,0hew^Zedek"-Gemeinde ist. die älteste ungarische'Gemeinde, an .;der früher die. großen* Talmudgelehrten Rabbiner Klein, Rabbin'er Levy und der bekannte Kantor Jossei R o s e.n b 1 a 11 gewirkt haben. Ratjfbinifr'-2:r¥öfMann ijWircl'-'(die Stelle' zu den hohfen;; Feiertagen antreten. Man erwartet von seiner WalJ.;e^enj-neuen^ Anl^ieb,..im ^UptowJ^j^ew. Y|orks in' Bezug auf das religiöse Leben..'und einje.^tärk^er^ Konzentration und einen Halt füj 'die hunderte A einwantfeYnden; Orthodoxen Juden äul Deu^chianHr . n -JV' 'i ,d"- •'ifT";' •5< '* ^; '-'^ i:w}Sc8:;'^ .t>\ll--A aos -;Mr( ^c*it^ .^^PA^b^MlPR^nalV n^t^i liov, :»batftf7£/t.;//l ~. Ato-d. v. Ne w-¥-o tkpW: AprÄ;.u* Die Unterredungen, die der Präsident Franklin D. R o ose'velt am 13. April mit Henry Morgen- 't h au sen., Bernhätd B^ar.u'ch . 'Mgr. R'ü mm e l und' James MäcDonald geführt hat, wurden am folgenden Tag" als „Vorbereitende Konferenz über die Flüchtliijigsfrage" fortgesetzt.1'- Zu- 'den Besprebhüfig'en ,wurdey mes&al u. a. dfer^' Uhterstkatssekretäf des Ar- |beitsamtesf- Mr. George^1 M% s s 6 r s m i t h , der' frü-: .here. 'amerikäliische Geskhdte in Oesterreich, und1 die' ^Sekretärin '''fles. '•Afhefts^mtÖs, Mi;s. Perkins, zu-; 'gezdgeh.1 EsV'verlautetj,:daß' die Schweiz in ihrer Antwort gebeten hat,! die Konferenz nicht innerhalb ihrer Grenzen ' abzuhalten, ■ sondern' in einem; Lände, > das unmittelbar an Uer'Löfewhg der Probleme mitärbeiten' könne. Im übrigett haben'vsowohr die Schweiz als aucli: E'c ti:ad o'r inzwischen' j-Bre prinzipielle; Zu-J stimiQÜüg1 'iti der Koriferehzu'ertfeilti so däß jetzt : hür; noch' die'; 'Antworte^' der ' ehg'lis'cHen Doniinions^' aus^ stehen/ In' 'einer Aeuß^rüng-raus£Mlle 1 b o tfrn & 'wird' u. a. gesagt, daß jüdischen Einwanderern keine besondere Erleichterung gewährt werden könne. Nichtbritische Fremde' würden' weder zur Einwanderung ermutigt werden noch würden sie finanzielle Beihilfen erhalten. Nichts werde man unternehmen, was eine Gruppeneinwanderung erleichtern könne. Man werde sogar Schritte ergreifen, um die Ansammlung von Fremden in besonderen Gebieten zu verhindern. Südafrika. Zur Frage der Einwanderung in Südafrika. Johannisburg, 20. April. In der letzten Tagung des Parlaments stellte der Innenminister fest, daß seit dem Inkrafttreten des neuen Einwanderungsgesetzes, d. h. im Zeitraum vom 1. Februar bis Ende Dezember 1937, der Einwanderungskommission' 2282 Anträge auf Daueraüfenthalt von Juden aller Länder zugingen, von denen 1654 abgelehnt wurden. Es wurden somit 628 Juden zum Daueraufenthalt zugelassen. Dabei war die jüdische Einwanderung nach Angaben des Ministers vorwie-: gend Familieneinwanderurig. Von den Zugelassenen waren 167 Frauen, 223 Kinder und 94 betagte Eltern hier Ansässiger, während 15 sonstige Verwandte zugelassen wurden. Nur 113 Anträge sonstiger Antragsteller und ihrer Angehöriger wurden bewilligt, Die Gesamtzahl der Einwanderer seit dem neuen Gesetz im vorigen Jahre betrug 7,73, darunter 345 aus Deutschland, 22 aus Oesterreich, 42 aus Lettland, 148 aus -Litauen und 75 aus Polen, , i Weiterhin .wurden während desselben,Zeitraumes 1492 Personen auf. zeitweilige Einwanderungserlaubnis ins Land hereingelassen, von denen 705'das Land1 wieder verlassen mußten, «.während 237 Verlängerungen der. Erlaubnis über die Dauer von sechs Monaten Einaus erhielten. Die vorläufige ämtliche Statistik für dasvorige Jahr zeigt einen Rückgang von in Deutschland geborenen Einwanderern von 3468 im Jahre 1936 auf 1Ü3. Die' Vergleichbaren Zählen für'holländische Einwanderer, die Unter den nichtbritischen die erste Stelle einnehmen, zeigen nur einen Rückgang von 197.6 auf 1302, also .verhältnismäßig eine .weit geringere (Abnahme. Im übrigen lassen die Zahlen bei fallendem Umfang der Gesaniteinwanderuhg eine Zunahme der Einwanderung aus dem britischen Weltreich erkennen. . :.Die Zahl, der in früheren Quotaländern geborenen Einwanderer ging von 920 auf 545 zurück. .Die' osteuropäische Einwanderung aus Estland, Litauen, Lettland, Polen und Rußland schrumpfte auf die praktisch bedeutungslose Gesamtziffer von 344 zusammen. Personalien. Rabbi Mosche Landinski V"2tf' der Rosen Jeschiwa von Radin. London, 25. April* Ueber. den vor kurzem abberufenen Leiter der Chofez Chajim-Jeschiwa in Radin, Rabbi Mosche Landinski, geht uns aus London eine Würdigung zu, der wir folgendes entnehmen: v Rabbi M. Landinski wurde 5622 in einem Städtchen bei Bialystock als Sohn eines angesehenen Tälmudgelehrten geboren und er verbrachte ein gut Teil seiner Jugendjahre auf der damals ersten und weltberühmten Jeschiwa zu Woloschifl, die ein Jahrhundert lang fast die ganze jüdische-Welt mit hervorragenden Rabbinern versorgte..»: Seihe Begabung machte ihn zum. Lieblingsschüler der dortigen großen Meister und sein gewaltiger Eifer im Lernjen trug ihm den Nämen i;Räbbi Mosche MasziniaV^ Tön. Bezeich-' nend für «den -Geilst/der ^Jieschqwa lunrdoden damaligen Bak&ürintf isfo tdaß. Ratty ^qsq^e. jahrjela»j|j ^Usam-, m£ni,:mii ßinfm^ JC^iger^ern^t ohne daß jdie ^eiden, während 4er* Lernzeit 'käüth eine Minute fänden. Sich* über p^rsöriliehe' Dinge •'a^szuspVecKe'nk u*hd ^sfca £eH? gehseitig %«rineriztilernen;; Als .' sich'hdie. /b«i<len i Gei ndssSn (ersti späten £m)reifeny &.lte£tav£, fe^henj jAjn$tej trafe^ikonf^en sje ^ch^ka^nii^inner^.^aß^sie in, jungen Jahren,.beide an .einer Gemorq gesessen nabeÄf^eslr'-C^a^eV 0 waf^R'abWrfHfrScft- Lewinsoh»; der "jung"' tver^iotbene^SchimegeMt>}i& des-- Cho1»' fez Chäjim. Als der Chofez. Chajim auf die Suche nach einem ersten Roseh ,Jeschiwa fürseine Lehranstalt .ausging, würde inih der damals junge Rabbi Moschi Landinski von Rabbi N. Z. Berlin S"sr in Wolöschin empfohlen. Er war damals 30 Jahre alt^. und so stand er über 46 Jahre auf seinem.; Posten; undbildete ganze Generationen aus, indem er den Geist von WoToschin mit deni Chas'sidus von 'Radin zu einer vollendeten Synthese vereinigte. Und es war' erstaunlich, wie .1 dieser vergeistigte Gelehrte, der .sichin „.höheren, >W?Jten bewegte, -so , ausgezeichnet. Bescheid wußte in allen, weltlichen Fragen und besonders,.in den jüdischen Problemen der Zeit. Mit; Klugheir und Weitblick ausgestattet, hätte er auch ■ die* materielle: Entwicklilng seiner Jesehiwa und das eibliche. Wohl seiner Schüler stets im Auge» J3er . Chofez Chajim, mit dem der Heimgegangene sein( Lebenlang in engster Freundschaft lebte, bezeichnete ' Rabbi Mosche als „lebendigen Seforimschrank", wozu

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