Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1938-04-14 · Heft 15-16 (14.4.1938) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 15-16 (14.4.1938)
Date
1938-04-14
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2451012-2451027--83674-2541690
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 98 Zweite Gruppe, das find die nny* .Denkmäler oder Zeugnisse genannt. Sie legen Zeugnis darüber ab, daß die Erzählungen der heiligen Schriften von geschichtlichen Ereignissen keine Märchen oder Legenden sind, sondern, daß sie sich ganz so zugetragen haben, wie uns in der min berichtet wird. Unsere Väter haben 40 Jahre in der Wüste in gebrechlichen Hütten gewohnt bei Sturm und Wetter, bei Sonnenschein und Regen. Ein Zeuge dafür ist die G'tt hat die Welt in sechs Tagen geschaffen, am siebenten hat er geruht. Das kündet uns. der ras**« * Unsere Väter hatten sich in der Wüste schwer versündigt, sie mächten sich ein goldenes Kalb und beteten es an. Sie bereuten ihre Sünde und taten Buße. Moses betete zweimal 40 Tage für das Volk auf dem Berge Sinai zu G'tt. Am 10. Tischri sprach G'tt *nn*o- So kündet uns der Dritte Gruppe, das sind die ö'TlpÖ' Befehle. Nur wir haben diese Befehle zu befolgen. Jeden Morgen p^sn legen, an die vier Ecken unserer Kleider rPüPX befestigen, an die Pfosten unseres Hauses niTTö anschlagen. Miloh, Vierte Gruppe, das sind die niSÖ' Gebote, die ein jeder Mensch zu befolgen hat, Vater und Mutter lieben, ehren und achten. Vor einem grauen Haupte aufstehen; dem Menschen in seiner Not beistehen. Das Tier nicht unnötig zu mißhandeln und quälen. Fünfte Gruppe O'puv Satzungen genannt, Auch diese meistens nur uns gegeben und von uns zu beachten. Aber wir kennen nicht ihren Sinn, nicht ihren Zweck und nicht ihre Bedeutung. Die Asche der „roten Kuh" machte den Unreinen rein, den Reinen, unrein. Tiere,, die .nicht wiederkäuend sind und nicht gespaltene Klauen haben, dürfen wir nicht essen, Fische, die nicht Floßfedern und Schuppen haben, sind uns zu essen verboten, Kleider, hergestellt aus Wolle und Leinen (ttfiS7lp) dürfen wir nicht tragen. Speisen, hergestellt aus Fleisch und Milch, sind uns zu essen verboten. Warum alles dies? Wir wissen es nicht. Aber G'tt hat uns diese Satzungen gegeben, wir haben nicht das Recht, zu fragen: Warum all diese Erschwerungen? Sechste Gruppe, ö'üSIPö' Rech tsver Ordnungen, die ein Zusammenleben der Menschen miteinander ermöglichen. Nicht morden, nicht stehlen, nicht lügen und betrügen, richtig messen und wiegen. , DDH So, nun setzen wir uns an den Sedertisch und wollen hören, was das kluge und streng religiöse Kind zu fragen weiß. Es fragt nach Weisung der Tauro: „Was bedeuten die Zeugnisse, die Satzungen und Rechtsverordnungen, welche der ..Ewige, euer G'tt, euch' befohlen hat, D, h, im einzelnen. Warum haben unsere Väter im heiligen Lande an jedem Erew-Peßach das Peßachopfer ' essen .müssen? Und der Vater antwortet, das Opfer sollte immer ein Zeugnis (ntltf) dafür sein, daß der Todesengel die Häuser der Kinder Israel in Mizraim überschritt, als er die Äegypter schlug und unsere Häuser verschonte. Und warum müssen wir am Peßach rnXD essen?, frägt das Kind weiter. Und der Vater sagt: Auch das ist ein Zeugnis dafür, daß in der Nacht des Auszugs unsere Väter nicht Zeit hatten, den Teig säuern zu lassen, denn sie wurden gleichsam aus dem Lande gejagt, und sie backten, nun draußen aus dem mitgenommenen Teig ungesäuerte Kuchen. „Und was soll uns der Moraur besagen?" „Der Moraur erinnert uns daran, daß die Mizraiten unsern Vätern viele Jahre das Leben verbitterten." „Ja, aber 1, Vatery warum ist es eiiie so große Sünde, am Peßach pari zu essen, warum müssen wir so peinlich alles Gesäuerte aus dem Hause schaffen?" Und der Vatet Antwortet; „Ja, J, Kind, da muß ich dir die Antwort schuldig bleiben. Das paif" Verbot ist ein j?irt' und die Bedeutung der D^pin kennen wir nicht. Aber gerade deshalb müsse« wir um so vorsichtiger sein. Sorgt auch ihr dafür, daß kein pan mehr sich im Hause während nop befindet. G'tt hat nicht nötig, uns zu sagen, warum er uns dies oder jenes Gebot gegeben." * *! * Und nun, 1, Kinder, habe ich euch im Auftrag der Haggadah oder sagen wir im Auftrag der Weisen noch eine Antwort zu geben auf eine Frage, die nicht gestellt worden ist. Und diese Antwort * gibt uns nicht die min sondern die Haß?» in fl'nöS Sie lautet: •pip^s nosn im* pvüsa -p» nosn m^ro „Nach dem Genuß des PeßachrOpfers darf man das Festmahl nicht mit einem Nachtisch beschließen. Und was uns diese naVn heute noch besagen will? ' .Ihr habt gesehen, der Väter hat die, mittlere Mazzoh in zwei Stücke zerbrochen, ein Stück wieder ' in die Sederschüssel zurückgelegt;. und ein Stück unter das Polster oder Kissen. Dieses letztere Stück nennen wir pijTBX' Ist nun die Mahlzeit beendet, wird vor dem Tischgebet der pip'BK gegessen. Und nun darf nichts mehr gegessen und nach dem vierten Becher nichts mehr, getrunken'werden. Und warum

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.