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Der Israelit · 1938-04-14 · Heft 15-16 (14.4.1938) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 15-16 (14.4.1938)
Date
1938-04-14
Page
– (sequence 19)
Language
German
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14. April 1938 Erscheint monatlich 13. Nissan 5698 Die vier Kinder der Hagadah. Am Purim habe ich euch erzählt von den drei Knaben in Susan, die aus der Schule kamen und dem Mqrdechai auf der Straße begegneten. Heute wollen wir uns mal jene vier Kinder etwas näher betrachten, die gleich dem Propheten Elijahu an den beiden Sederabenden unsere Gäste sind. Ihr kennt ja die Namen dieser vier Kinder: bwvb sjtp unran on ytzn oan Merkwürdige, sonderbare Namen, aber bevor wir uns diese Namen etwas näher ansehen, möchte ich etwas anderes vorausschicken. Nicht wahr, euer Lehrer hat eine sonderbare Angewohnheit, immer fragt er, und er wird hiöhfc müde, immer wieder zu fragen. Aber, er muß sich doch davon überzeugen, ob ihr ihn verstanden habt, und ob das Gelernte von gestern nicht heute schon wieder verflogen ist. Zuweilen fragt er aber auch, euch anzuregen, zu denken und zu überlegen. Aber heute wird von manchen Schulmännern gefordert, daß auch zuweilen die Kinder den Lehrer fragen sollen. Nicht als ob sie den Lehrer prüfen sollten. Das ist überflüssig. Denn der Lehrer weiß alles; ob Geschichte, Geographie» Bibel, Rechnen usw., er weiß überall Bescheid. Aber das Kind hat vielleicht dies oder jenes nicht recht verstanden, oder es möchte noch manches wissen, darum soll es fragen. Und dann, man glaubte immer, am Antworten erkenne man, ob ein Kind klug oder beschränkt, ob es fleißig oder träge sei, ob es aufmerksam oder zerstreut beim Unterricht gewesen. Aber noch mehr ist das alles bei seinem Fragen zu erkennen. Seht ihr, das wußte auch und weiß auch unsere tausend Jahre alte schöne Hagadah, freilich, das hat sie aus der Tauroh gelernt. Und darum regt sie euch immer wieder an den Sederabenden an, wenn auch nicht den Lehrer, dann eben den Vater zu fragen. Und ihr macht von diesem Rechte reichlichen Gebrauch. Was ihr alles wissen wollt.' na- Was ist der Unterschied zwischen dieser Nacht und allen anderen Nächten usw. na warum essen wir nsa und Tna« Welche Bedeutung hatte das Peßachopfer? Und dann fragt ihr singend 1, 2, 3 bis 13, wer weiß es? Freilich, die Hagadah macht es euch leicht, sie legt euch die Fragen in den Mund, und sie lehrt auch den Vater, was er euch antworten soll. Aber darüber hinaus regt euch noch manches an, zu fragen; und der Vater gibt euch gern Bescheid. Die Hagadah ist ja so wunderschön, und so schön auch die vielen Kommentare in hebräischer und deutscher Sprache. So, nun könnten wir eigentlich zu dem QDJi gehen. Doch bitte, wartet noch ein wenig, ich habe euch noch was zu sagen. Die heilige nun enthält bekanntlich 613 (ynn) Ge- und Verbote. Der Psalm 19 stellt diese in sechs Gruppen zusammen. Erste Gruppe, nwirv Lehren, das sind die Grundwahrheiten unserer Religion, die von Maimonides zusammengestellt und in unserm Sidur zu finden sind: Es gibt einen G'tt, der die Welt erschaffen hat, alles ordnet, erhält und regiert. G'tt hat sich dem größten aller Propheten auf eine übernatürliche Weise offenbart. Die heilige Schrift, und alles, was sie enthält, ist wahr. Die Seele des Menschen ist unsterblich und lebt nach dem Tode des Körpers in einer anderen Welt fort. G'tt belohnt die guten Taten der Menschen und bestraft die bösen derselben, sowohl in diesem wie in jenem Leben. G'tt wird sein Volk und die ganze Menschheit durch den Moschiach erlösen, G'tt wird die Gräber öffnen und die Toten auferstehen lassen.

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