Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 14 (7.4.1938)
- Date
- 1938-04-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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.1., April 1938 De i Israelit Nr. 14 Seite 7 Egoismus Platz gemacht habe.- Redner ermahnte zu größerer Emunoh. Per. Allmachtige habe-dem-jüdischen Volk immer wieder, geholfen, und es? sei .heilige Pflicht der Juden,; die Bruderliebe zu \ vergrößern. T'hillim und das:'Ülääriwgebet beschlossen den Tag, Der Erlös ein^r^ G1eldsatamliin^;-\v^del dem Komitee 'für besondere; jüdische Interessen für |di"e* Juden aus' Deutschland, die in den Niederlanden sich aufhalten, übermittelt/1—^ .'Ein!' größer Aufruf . ini,;den\ Blättern; , ersucht; um)-großzügige Hilfe; das; rührige 'üim mit" Elan arbeitende Komitee will ih: Kürze" den Betrag von zweihunderttausend Gülden ^zusammenbringen, um der Not einigermaßen steuernzu können Schweiz. England. Einreiseerschwerüngen. Bern, 30. März. Nach einer Verordnung des Eidgenössischen Justiz- . und Polizeidepartements müssen öster r e i - c.hische Pässe vom 1. April an mit einem schweizerischen Einreise- und Durchreisevisum versehen sein. Politische Flüchtlinge aus Oesterreich werden nach den 1033 erlassenen' allgemeinen Bestimmungen behandelt. Sie müsseh sich binnen 48 Stunden nach Ueberschreitung der Grenze bei der Polizei melden. Polen. Ausbürgerung polnischer Staatsbürger. Warschau, 28. März. 1 Der vom Sejm angenommene Gesetzentwurf zur Ausbürgerung polnischer Staatsbürger im ' Auslande hat folgenden Wortlaut: Art. 1: Ein polnischer Staatsbürger kann der polnischen Staatsbürgerschaft verlu t i g erklärt werden, wenn er im Auslande zum Schaden des polnischen Staates gewirkt hat, - öder ini Auslande wenigstens fünf Jahre nach der Wiedererstehung des polnischen Staates verbleibend, die Verbindung mit dem polnischen Staatsleben verloren hat, oder im Auslande weilend nach Polen zu dein Zeitpunkt nicht zurückkehrte, .nachdem eine Aufforderung des Auswärtigen Amtes der Republik ergangen war. f Art 2: Die Entscheidung über den Verlust der polnischen Staatsbürgerschaft erfolgt durch den Innenminister. Diese Entscheidung erfordert keine Begründung und tritt sofort in Kraft. Art. 3; Der Verlust der polnischen Staatsbürgerschaft des Mannes erstreckt sich auch auf dessen Gattin, der Verlust der Staatsbürgerschaft des Vaters (der unehelichen Mutter) trifft auch dessen (deren) Kinder bis zum 18. Lebensjahre, wenn diese Personen, in der Entscheidung über den Verlust der Staatsbürgerschaft nicht ausdrücklich ausgenommen wurden. Art. 4: Es kann auch nur die Frau allein die polnische Staatsbürgerschaft verlieren, wenn aus der ganzen Art' ihrer Lebensverhältnisse die Lösung der faktischen Ehegemeinschaft hervorgeht, und wenn die im Art. 1 dieses Gesetzes vorgesehenen Bestimmungen eintreten. , , Art. 5: Personen, die der polnischen Staatsbürgerschaft ini Sinne des Art. 1 dieses Gesetzes verlustig erklärt worden sind, können sogar nach der. E r-w erbung einer anderen Staatsbürgerschaft nur mit vorheriger , Bewilligung des Innenministers sich zeitlich auf dem Territorium des polnischen Staates aufhalten. Wer trotz dieser Vorschrift auf dem Territorium des polnischen Staates sich aufhält, unterliegt einer Gefängnisstrafe im Ausmaße von 1 bis 5 Jahren und einer Geldstrafe in .unbegrenzter Höhe. In der Begründung dieses Gesetzes wird u. a. hervorgehoben, daß die polnischen Staatsbürger, die sich im- Auslande aufhalten, "j e dfe n Kpntakt a U;C h den ideel-len mit Polen verloren haben, und der Besitz der ^polnischen Staatsbürgerschaft von ihnen lediglich zum Zwecke der Erlan-:; gung des Konsularschutzes ausgenützt " wird. Außer-: dem soll durch dieses Gesetz der Gedanke zum Ausdruck gebracht werden, die breiten Massen der polnischen Staatsbürger müßten sich endlich dessen bewußt sein, daß der polnische Staat von ihnen nicht eine passive und gleichgültige, sondern eine positive und aktive Mitgestaltung der Verhältnisse verlangt. Auf Wünsch der Regierung wurde .diesem Gesetzentwurf die Dringlichkeit zuerkannt: Die erste und zweite Lesung ist bereits erfolgt. Auch der Senat hat den. Entwurf angenommen, ' Rumänien. Das neue rumänische Kabinett. . Bukarest, 31. März. Es wird hier mit Befriedigung festgestellt, daß ins heue Kabinett mehrere Politiker aufgenommenwurden, die als tolerante und . maßvoll denkende Persönlichkeiten bekannt sind. Man hofft daher, daß das neue Ministerium "im Großen und Ganzen auch in Bezug auf die Judenfrage eine gemäßigte Politik! verfolgen wird. Anfragen im Unterhaus. '[ ^London, 30. März. Mr. Ormsby-Gore erklärte heute im Unterhause ^auf<eme Anfrage,' daß?infolge der klimatischen, und; ö.knoomischen1 Bedingungen <;und im Hinblick - auf die vorha.nd.enen> \ .eingeborenen1 ■ Bevölkerungen innerhalb 'J des englischen Kolonialreiches kein Gebiet •?-e'3#iW'i er e , wo europäische; Auswanderer in grö- ^Befrei'-Siedlungen wohnen konnten.. Man habe in; der lettzteit, Zeit" die Gouverneure einer Anzahl der,.Kolonien in Bezug auf die Möglichkeit der Oeffnung ihrer Territorien für Flüchtlinge mit einem kleinen Kapital befragt. Leider seien die Antworten, soweit sie bisher eingegangen seien, wenig befriedigend. Auf den Einwand eines Abgeordneten, ob. es nicht wünschenswert sei, daß England seinem traditionellen Ideal der Gastfreundlichkeit gegenüber leidenden Menschen treu bleibe, erwiderte der Minister: „Gewiß, aber wir können doch unmöglich Menschen wegschicken, um in Westafrika oder an anderen Plätzen solcher Art zu sterben." Auf eine weitere Anfrage antwortete der Vertreter des Auswärtigen Amtes, daß die englische Regierung die Aufforderung der amerikanischen, wegen Bildung eines Sonder-Komitees für die Aus Wanderungsprobleme empfangen habe und sehr bald antworten werde. (Es ist zu beachten, daß die Antwort des Ministers hinsichtlich, der Unmöglichkeit größerer Siedlungen in den englischen Kolonien sich natürlich nur auf diese K ö lonien selbst bezieht,, nicht etwa auf die Dominions, in denen vielmehr ungeheure Länderstrecken der Besiedlung harren und einer Siedlung nur solche Schwierigkeifeis entgegenstehen, die energischer und konzentrierter Aufklärungs- und Werbearbeit wahrscheinlich nicht dauernd standhalten würden. Mit bloßen Anfragen bei den Regierungen ist es dabei allerdings nicht getan, Red.). -j Aegypten. Ein Jude im ägyptischen Parlamente. Cairo, 1. April. Zum ersten Male in der ägyptischen Geschichte ist ein Jude bei der heutigen Wahl in die Deputiertenkämmer gewählt worden. Es ist Renai Catawy B e y, der Sohn eines berühmten Millionärs in Cairo. NEU ERSCHIENEN: Renegaten des Geistes Von Oberrabbiner Dr. JOSEPH CARLEBACH. \ ■ Wer die tiefe Gründlichkeit und die bestrickende Schreib-; weise Joseph Carlebachs kennt, wird mit r-reuden'diese Schrift begrüßen, die keine Zeitschrift (Jewöhnlicn^r'Art'ist, sondern eine Berichtigung,'"eine Ehrenrettung der von eigenen Söhnen mißverstandenen und mißdeuteten Thora. Carlebach nimmt das neueste Werk von EliasifAuerbacb „Wüste und gelobtes Land" als' ein - typisches Beispiel''unhaltbarster bibelkritischer Spekulationen. Es geht in dieser Schrift weniger darum, den Wahrheitsgehalt der biblischen Berichte nachzuweisen, sie bedürfen keiner Belege; es werden vielmehr die methodischen Grundlagen der bibelkritischen Beweisführung gezeigt und ad absurdum geführt, damit eine interessierte Leserschaft, besonders eine an fremden Lehrquellen'geistig genährte Jugend eriährt, wie sie jene Hypothesen Wellhausens und seiner Nachbeter zu werten hat. Preis RM l.OO. Außerdem erscheint in dritter Auflage: Die Welt der Gebete I. Kommentar zu den Werktagsgebeten von Rabbi Dr. EHE MÜNK, Paris/früh. Ansbach Die zwei ersten Auflagen dieses in seiner Art einzigen Werkes waren so rasch vergriffen und die Nachfrage nach dem Buche ist so groß, daß sein Neuerscheinen zum dritten Male große Freude auslösen wird. , Das Büch ist in schönem Leihwandband zum Preise von RM 5.00 erhältlich. ' Die Weif der Gebete II. . Kommentar zu den Sabbat- und Feiertagsgftbetea bisher vergriffen, erscheint in'den nächsten Wochen Israeli! und Hermon Jiid. Buchverlag G.m.b.H. Frankfurt am Main - Schätzenstraße 12 Postsch.-Konto Frankfurt a. M. Nr. 19802 Personalien. 25jähriges Amtsjubiläuni des Herrn Oberrabbiner M. Rottenberg;' Antwerpen, Antwerpen, 4. April. Dieser Tage feiert, Herr- Oberrabbiner M. Rettenberg seih,25jähriges Amtsjubiläum in der werpener Gemeinde „Machsike Hadaß". Oberrabb, Rottenberg, der zu den Gedaulim unserer Zeit zählt, hat in den Jahrzehnten seiner Amtsführung in Antwerpen eine segensreiche Tätigkeit entfaltet und dieser ansehnlichen östlich-westeuropäischen Gemeinde den Stempel seiner Persönlichkeit aufgedrückt., Er gehört zu jenem Typus' von Rabbinern, die mit eisenfestem Charakter und mit unbeugsamem Willen gradeaus ihren Weg gehen und in Dingen der jüdischen Weltanschauung keinerlei Kompromisse kennen. Dieser Weg ist oft mit Dornen besät und es mangelt häufig nicht an Unzufriedenen,' die die psychologische Ehrlichkeit und Gradheit dieser Einstellung, — die naturgemäß , mehr Unangenehmes als Angenehmes einbringt, — nicht begreifen. Aber trotz und zum großen Teile auch dank dieser Einstellung ist es Oberrabb. Rottenberg gelungen, eine große treue Freundesschar, zu ^erwerben, die mit Liebe und Verehrung zu ihm aufblicken. Dieser Einstellung ist es' auch zu danken, dajJ es dem Jubilar .gelungen ist, in seiner- Gemeinde* eine jüdische Jugend zu erziehen, die treu zu Tauroh und Mizwaus hält und Vv.m Geiste echt jüdischer Ideale erfüllt ist und einer- Stand von Baale-Batim zu schaffen, die, — zum großen Teile gewesene Schüler des Raw, — für alles Jüdische Sinn und Herz haben. Die Belehrung der Jugend und der Baale-Batim ist die Hauptsorge des Antwerpener Raw. So hat die „Jesaudei-HataurV'-Sohule in Antwerpen, eine der besten Tauroh-im-Derech-Erez-Schulen im Westen; unter seiner Leitung und Obhut einen starken Auftrieb genommen. Der Raw ist nicht nur Ehrenpräsident; und Inspektor der Schule, sondern erteilt persönlich Unterricht in den höheren Klassen der Schule in Sseier Mizwaus Haschern. Diese Stunden, die von nachhaltiger religiöser Wirkung sind, sind für die Schüler die schönsten Stunden, auf die sie sich' die ganze Woche freuen. Für. die schulentwachsene Jügend sorgt der Raw durch Abendschiurim innerhalb der Agudäs Jisroel und für die Baale-Batim ist der tägliche 5chaß-5chiur unter Leitung des Raw einer der beliebtesten und bestbesuchtesten Schümm. ' Aber nicht nur für Limud Hatauro allein t sorgt ,der Antwerpener Raw. Es gibt fast keine jüdische Institution der . Gemeinde, die sich' nichtder väter- 'liehen Sorge 'des Oberrabbiners erfreuen - kann. Wir^dürfen bei dieser , Gelegenheit seine ihm treu zur Seite •stehendeL Gättin, — eine Tochter des Zehlemer Raw s. A.1 — nicht vergessen. Eine echt jüdische „Rebbezin", von - edelstem Charakter und feinfühlendemHerzen., Sie ist die Mutter des Hauses und der Gemeinde. Und ^dieses Haus des Raw dürfte .für viele beispielgebend sein. Nicht gering ist der Anteil dieser Frau an'der Erziehung ihrer Kinder zur vorbildlichen f Jüdischkeit, zu Talmiaei-Chacnomlm, die Tauro Borabim lernen und lehren. Wir erwähnen noch, daß der Antwerpener Raw Mitglied der Exekutive des Rabbinischen Rates der' Agudas Jisroel ist und seit der Gründungsversammlung in Kattowitz, wo er persönlich anwesend war, ist er ein eifriger* Mitarbeiter der Agudas Jisroel und nimmt bei fast allen agudistischen Konferenzen und Kongressen aktiven Anteil. Im Jahre 1932 ist der Jubilar vom belgischen König in Anerkennung seiner Leistungen mit dem Kronorden dekoriert worden. Möge es unserem lieben Raw und seiner Gattin vergönnt sein,: noch viele, viele Jahre in bester Gesundheit und in ungetrübtem Glück für Tauroh und Jüdischkeit in unserer Gemeinde zu wirken ad bias Gauel zedek Omen. B?"y W S. O. Köln, 29. März. Am 3. April vollendete Lehrer in R., L. Nußbaum, sein 70. Lebensjahr. Der Jubilar war in Hegenheim i. Elsaß, in Merzig und seit 1896 in Bocholt i. W. als Lehrer und Prediger tätig. Während seiner Amtszeit hat er sich stets für die religiösen Belange eingesetzt und das Banner der a -»in und URT allezeit hochgehalten. Sein Erziehungsideal erblickte er darin, seine Schüler zu religiösen Juden zu erziehen. Von heiligem Eifer für das jüdische Schrifttum beseelt, widmete er sich täglich dem .Talmudstudium. Bis zu seinem Wegzug nach Köln leitete er die Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Lehrer des Niederrheins. In Verehrung und Dankbarkeit erinnern sich zahlreiche Lehrer und Schüler seiner segensreichen Tätigkeit. Möge es ihm noch lange vergönnt sein, in körperlicher und geistiger Frische für die Belange des konservativen Judentums zu wirken. wsnas? Beuthen, 27. März. Wir haben den Heimgang von Gottfried Altmann zu beklagen. Der bekannten Kattowitzer Familie AHmann entstammend, war er seit dem Tode von Stadtrat Wiener der führende