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Der Israelit · 1938-04-07 · Heft 14 (7.4.1938) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 14 (7.4.1938)
Date
1938-04-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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...„., 7. April 1938 Der I s r a e 1 i t Nr. 14 beite;>; KE R.E N HATORAH steht im Dienste unserer Jugend! Talmud Tora-Schüleh - für unsere Jugend! Religionsunterricht in lehrerlosen Gemeinden - für unsere Jugend! Keren Hatorah-Heime - für unsere Jugend! \ Subventionierung des Jeschiwa-Besuches - für unsere Jugend! Landesdirektorium des Keren Ha tora h, Hamburg, Postscheckkonto: Hamburg 24753 Wenn wir wollen, ist es kein Märchen. Der Fels Israels wird helfen. Er hatte einst das Galuth Mizrajim im hilflosesten Augenblick in Freiheit timgewandelt. Er will unser Vertrauen zu ihm, will, daß wir mit dem Weg in die Freiheit Seiner Thora entgegenziehen. Ein neues Pessach wird sein. Wie das Pessach Mizrajim wird auch dieses Pessach erst in Schewuoth, in der Treue zum G'tteswort der Thora, seine Vollendung finden. Nur die Bindung des G'tteswortes gibt die wahre Freiheit des zur Vollkommenheit strebenden Menschen. Mit der Thora wird unser Volk und jeder einzelne in ihm zum Segen und von G'tt gesegnet. Galuth-Not und Galuth-Fluch wird dann geschwunden sein und der dreifache Knoten „Volk Israel, Land Israel und die Thora" für immer bestehen. Erziehung zur Selbsterziehung. Von C, Die SituationsVeränderung der Juden in der Welt hat viele, auch der thoratreuen Menschen von ihrem Erziehungsraum entführt. Das Elternhaus, die örtlich jüdische Gemeinde, der Erziehungsbund mußten verlassen werden, und gleicher Erziehungsraum wurde in den meisten Fällen, wollin thoratreue junge Menschen ausgewandert sind, nicht angetroffen. Das Ergebnis ist erschreckend. Die Treue, die man dem Erziehungsinhalt bewahrt, ist zeitlich wie inhaltlich äußerst kurz bemessen. Die Loslösung vom Erziehungsraum wandelt in einigen knappen Monaten das scheinbar Gestaltetd in ihr Gegenteil, und die Gegensätzlichkeit von Seele und Körper wird zu Gunsten des Körperlichen entschieden. Die allgemeine Situationsveränderung muß natürlich im Bereich der Erziehung zur Auswirkung kommen. Sie hat eine Aenderung der Erziehungssituation zur Folge, die sich wiederum in der Gestaltung des Erziehungsverhältnisses auswirken wird. Auf Grund von Erfahrungen ist uns bekannt, daß wir in allen unseren Erziehungsunternehmungen stark an den Erziehungsraum gebunden waren. Wir haben alle äußerlichen Momente genutzt, um den jugendlichen Menschen äußerst stark in den Erziehungsraum hineinzuziehen, und eine besondere Festlegung erblickten wir darin, ihn selbst zum Träger und Gestalter des Erziehungsraumes zu entwickeln. Gleichzeitig war dadurch seine eigene Entwicklung gewährleistet, und ging ihm auch an Selbständigkeit verloren, so war aber seine Beständigkeit gesichert. Er fühlte Verpflichtungen gegenüber dem Erziehungsboden, und erst langsam löste sich der Mensch von der Umgebung, und der Uebergang zur Selbständigkeit war das Ergebnis einer natürlichen Entwicklung. Die Konzeption der Selbsterziehung wurde zwar auf solchem Wege nicht gefaßt, und das Ergebnis war eine gewisse Erstarrung in seiner geistigen Arbeit und in der Höherentwicklung seiner Persönlichkeit. Jedoch dem Erziehungsinhalt hielt er die Treue, und war auch bereit, für diesen Erziehungsinhalt Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen und Opfer zu leisten. Dieser geruhsame Entwicklungsgang wird heute nicht möglich sein, einmal weil die Verankerung im Erziehungsraum unmöglich geworden ist, und dann ist die Erstarrung, die das Ergebnis solchen Weges war, im allgemeinen kein erstrebenswertes Ziel. Noch lange bevor der gestaltete Erziehungsraum das Seinige hat leisten können, nämlich die eindeutigen Grundlagen der Entwicklung zu legen und weiter das Streben im Menschen nach Höherentwicklung wachzurufen, verläßt der jugendliche Mensch denselben, und es fehlt ihm außer Selbständigkeit auch die Beständigkeit. Mithin ist das Ergebnis der Untreue gegenüber dem Gesamterziehungsinhalt ganz natürlich, und die Fragestellung ist mit dem „Wie erziehen wir zur Beständigkeit?" gekennzeichnet, Das Moment der Auswanderung hat uns hauptsächlich zu dieser Fragestellung gebracht. Obwohl, wie schon aufgezeigt, es auch früher notwendig gewesen wäre, die Verbindung zum Erziehungsraum nicht absolut zu gestalten, weil diese Festlegung das Ergebnis der geistigen und seelischen Erstarrung nach sich zog, so wurde früher wenigstens dem Erziehungsinhalt die Treue bewahrt. Die vollständige Andersartigkeit des Einwanderungslandes im Vergleich zum gestalteten Erziehungsraum gibt die Veranlassung zu den traurigen Erfahrungen, die wir mit unseren Menschen machen mußten, die wir als begeisterte junge jüdische Menschen verabschieden, und die nach kurzer Zeit sich uns gänzlich entfremdet haben. Die Entscheidung zur Andersartigkeit ist nicht erfolgt auf Grund eines tiefen Verständnisses für diese Andersartigkeit, sondern sie ist veranlaßt worden durch die Schwäche des Menschen und die Schwere der Aufgabe, außerhalb des Erziehungsraumes der Fremdartigkeit gegenüber sich behaupten zu können. Das Moment der Auswanderung muß also in Betracht gezogen werden, um den jugendlichen Menschen mit Fähigkeiten und Ueberlegungen auszustatten, daß er der Fremdartigkeit des Einwanderungslandes begegnen kann. Die Schwierigkeit ist im weiten Maße davon abhängig, in welches Land derv jugendliche Mensch' auswandert, und welche soziale Eingliederung er dort erfährt. Die Andersartigkeit im Vergleich zum ursprünglichen Erziehungsboden ist nicht überall gleich, und es ist sicherlich leichter, einen ähnlichen Erziehungsraum in England aufzufinden als in Amerika, und lecihter noch wird ein solcher in E. J. anzutreffen sein. Die soziale Eingliederung in E. J. wird mit weniger Gefahren verbunden sein, als dies heute in einem anderen Auswanderungsland möglich sein wird. Dieses sind sicherlich wichtige Gesichtspunkte, die wir in den Bereich der Erziehung mit einzubeziehen haben, jedoch wird die Fragestellung damit nur abgeschwächt, aber keinesfalls auch nur annähernd gelöst. Schon deshalb nicht, weil es für uns unmöglich ist, in jedem einzelnen Falle solche Gesichtspunkte herauszustellen, weil die Auswanderungsfragen an die verschiedensten technischen und materiellen Vorauggetzungen geknüpft sind. Einen großen Raum in der Erziehungsarbeit nimmt die Arbeit für die praktische Ausbildung unserer jungen Menschen ein. Die Schule hat sich in ihrem Lehrprogramm auf die Anforderungen des fremden Landes eingestelltf die Jahre nach der Schule stehen ebenfalls im Dienste der praktischen Ausbildung. Eine solche Er geht dabei schon zugleich auf die symbolische Bedeutung dieser drei Dinge ein. Und indem er auf sie eingeht, beleuchtet er die von R. Gamliel gegebenen Begründungen. Er geht von der ersten Mischna in Sewochim aus, nach welcher alle Opfer, welche man nicht für ihren eigentlichen Zweck geopfert hat, an und für sich Opfer bleiben, nur nicht das Pesach- und das Chatosopfer. Sie stehen der Heiligkeit ihrem Wesen nach ferner, darum bedürfen sie besonderer Heiligung! In den drei Mizwaus, die dem Seder ihren Inhalt gelten, ist nun angedeutet^ wie weit das jüdische Volk von der Heiligkeit in jenen ägyptischen Golusjähren iern war, darum soll in dem Aussprechen ihres Sinnes und ihrer Bedeutung uns unser damaliger Stand, unser Tiefstand, klar werden, und so sollen wir zur Heiligung gelangen! Dies Aussprechen trägt in sich die Kraft deNr Erkenntnis und den Segen desBekenntnisses. Der Z 1 a c h gibt eine andere Begründung für den Satz des R. Gamliel, durch die er die Fassung vib W3in »T Nr und gleichzeitig die Voranstellung der des Symbols der Freiheit, vor Tn»/ das Symbol der Knechtschaft, erläutert. Er sagt; Wer sich nicht den inneren Zusammenhang zwischen diesen drei Mizwaus zum Bewußtsein bringt, inain 'Y* ns» xb der ist noch nicht herausgekommen aus der Last des ägyptischen Golus, denn für ihn fehlen von den 400 dem Ahn vorausgesagten Golus jähren noch 190. Wer sich aber klar macht, daß die verkürzte Dauer des Golus durch seine verstärkte Schwere ausgeglichen wurde, daß also in Wahrheit das "in» das Ende des Golus herbeigeführt hat — und darum auch sinngemäß zuletzt erwähnt wird, der hat verstanden, wie doch Prophezeihung und Wirklichkeit übereinstimmten, er, nur er, erlebt daher die Befreiung aus Aegypten als eine verdiente. 3. Die größeren Schwierigkeifen erheben sich aber bei der Ableitung aus den Schriftversen. Für das nns läßt sie sich verstehen, denn in dem Befehl an Moses und Aharon hinsichtlich des ersten Pessohopfers heißt es ja schon 12, 13): D3$>» 'audbi om r\H wmi oer onk ivs o'mn rmb ditj ds^> ">m auch die Begrnüdung für Tna findet sich ja schon in dem on^n ns ■mwi in dem 14. Vers des ersten Kapitels, außerordentlich schwierig scheint aber die Ableitung für die nsB. Der Ran beschäftigt sich schon mit dieser Frage und legt den Nachdruck auf das nnnann$> nVa'» nb") des begründenden Schriftverses (12, 39): hätten sie verweilen können, dann hätten sie ihren Teig gären lassen, denn das ägyptische Pesach galt nur für die Nacht und den Tag; am nächsten Tage durften sie arbeiten und auch Chomez genießen. Hätten sie sich darum in Aegypten noch etwas aufhalten können, dann hatten sie ihren Teig für den nächsten Tag in Gärung übergehen lassen, denn auf das Verbot von JWY» tob waren sie noch nicht verwarnt. Weil sie aber keine Zeit hatten, backten Sie Mazzaus, und in Erinnerung an diese schnelle Erlösung wurde ihnen das Essen der Mazzaus befohlen! Die sachlichen Schwierigketten, die aus .verschiedenen Gründen in dieser Begründung liegen, sollen hier nicht erörtert werden; sie werden vom Taus-f aus Jaumtauw zur Stelle gefragt und vom Nimuk e Hagrib durch eine teilweise Korrektur im Ran zu lösen versucht. iav vv)' - . Für uns handelt es sich hier aber um eine andere, um die grundsätzliche Frage: Auch wenn infolge jener schnellen Erlösung man schon gleich nach dem Auszug Mazzaus aß, obgleich die siebentätige Mazzopflicht erst nnnb galt, so ist hier doch die Rede vom Pessachopfer, welches mit Mazzaus zu genießen schon der Befehl an Moses und Aharon erging, unabhängig von dem Doppelwunder des nanann? iVa* sbv Vielleicht gewinnt daher, trotz der anderslautenden Erklärung des Raschbam und des Bartinora, welche das na nw bv als Frage nach dem Motiv der Mizwo auffassen, die Erklärung des *tt snr an Wahrscheinlichkeit, daß dies na DW bv die Frage nach dem Namen der Mizwaus bedeutet. Denn dann ist der jedesmalige Schriftvers eine gute und einleuchtende Begründung, denn das ist eben das Kennzeichen der Mazzo, daß sie schnell gebacken wird! (Schluß folgt.) Wochenkalender. Vom 9. — 16. April 1938 I Vom 6. — 15, Nissan 569S 'BT van Samstag 9 8 b Sonntag 10 9 a\> Montag llj 10 ^b Dienstag A.pril 12 ici 11 yb Mittwoch 13 12 nvr>n *r? Donnerstag 14 13 nb Freitag 15 14 ü Samstag 16 15 ^•mn 'v »ins» pari ppTia nos 3"iy nos rnt7

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