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Der Israelit · 1938-04-07 · Heft 14 (7.4.1938) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 14 (7.4.1938)
Date
1938-04-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Erez Israel als Musler für jüdische Uberseesiedlung Im Rigaer „Hajnt" wird zur Frage einer jüdischen Massenemigration nachgewiesen, daß es in gewissen Teilen Afrikas, Australiens und Südamerikas noch Landstriche genug gibt, die sich sehr wohl für Einwanderung und Ansiedlung eigneten, wenn nicht gerade in diesen Ländern scharfe Einwanderungsgesetze einer Immigration und Massenansiedlung im Wege ständen. Also auf der einen Seite die Ungunst des Bodens, auf der anderen die Engherzigkeit der Menschen, die eine Lösung der Judenfrage durch Auswanderung so erschweren oder unmöglich machen. Einen Lichtpunkt bildet aber bei allen Schwierigkeiten und Enttäuschungen der letzten Jahre Erez Israel. Allen natürlichen Hemmungen, allen Schwierigkeiten, die uns von der Mandatarmacht und von den arabischen Nachbarn in den Weg gelegt wurden, zum Trotze, ist doch Erez Israel in den letzten Jahren zu einem großen Zentrum der jüdischen Einwanderung geworden, das durchschnittlich 50.000 jüdische Seelen im Jahre aufnahm. Man sucht sich suche auf diesem Gebiete wären aber schon zu Anfang in sich zusammengebrochen, wenn die Mandatarmacht in den ersten Jahren Erez Israel nicht durch die Ermöglichung der Alijah zu jenem vortrefflichen Menschenmaterial verholten hätte. Gewiß hat die Macht nicht , adlen Erwartungen entsprochen, aber es muß doch anerkannt werden, daß viele Juden den Weg nach Palästina fanden und die Unternehmer so jüdische Hände für die Ausführung ihrer Pläne zur Verfügung hatten. Hier spielt sich eine Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage ab, wie sie sonst nirgendwo in der Welt der jüdischen Siedlung zugute gekommen ist. Es ist in den letzten Jahren auch ziemlich viel jüdisches Kapital nach Holland und England geflossen. Es kam nur Einzelnen oder dem Einwanderungsstaat zugute, jüdische Arbeiter und Angestellte hatten von diesem Kapital nichts, In Palästina schafft jedes neue Pfund weiteren Menschen Arbeit und Brot. Das Beispiel von Erez Israel beweist, daß , a £ i j n v -i i jüdische Masseneinwanderung nur bei gleichzeiden Aufschwung mit dem großen Kapital zu erj ' ~ ,. , ... * , ,„ ... . ii.. 1 t_ .j rt-o t-»_o j-____ . I tiger Gründung von stadtischen und ländlichen Niederlassungen Erfolg verspricht. Die Anhäufung von Juden in alten Städten schafft überall als Reaktion eine antisemitische Bewegung. Die Ansässigmachung jüdischer Bauern ist, wenn das Menschenelement und das Land es ermöglichen, unter politischen Gesichtspunkten leichter. Es klären, das ins Land floß. Daß aber dieses der Weg nach Palästina nahm, ist ja wiederum ein Beweis für den festen Willen und das ideale Streben des jüdischen Volkes nach diesem Lande seiner Väter, Alle die äußeren Faktoren, die zum Aufbau und Aufblühen Palästinas beitrugen, waren und sind auch in anderen Ländern vorhanden. Und dennoch konnte eine jüdische Siedlung nirgendwo in der Welt, relativ gesprochen, einen solchen Auftrieb nehmen, einen solchen Aufschwung erfahren und solche Erfolge zeitigen wie in Palästina. Freilich liegt es in erster Reihe an der Liebe des jüdischen Volkes zu seinem Lande, die alle Hemmungen im Schwünge nimmt, und auch an der Aufnahmefähigkeit des Landes, die viel stärker ist als von vorsichtiger oder böswilliger Seite behauptet wird. Es liegt aber, rein wirtschaftlich gesprochen, an der gleichzeitigen und paritätischen Entwicklung von Stadt und Land in Palästina> daran, daß beide Teile einen gesunden Produktionsaustausch vornehmen und sich so gegenseitig in die Arme greifen und helfen konnten. Die Anlegung von Pardessim, mit dem Zweck, Zitrusfrüchte nach Europa zu exportieren, hat sich mehr als rentiert und ungemein viel zur Entwicklung des Landes beigetragen, auch ziemlich viel Kapital angezogen. All die ersten Verkommt aber, in allen Fällen darauf an, daß man der landwirtschaftlichen Produktion einen Markt an Ort und Stelle schafft, ohne welchen sie zum Zusammenbruch verurteilt ist. Daran scheiterten auch die ersten Versuche der Kolonisation in Argentinien. Das Geheimnis des palästinensischen Erfolges liegt zum guten Teile darin, daß dort Stadt und Land Hand in Hand gehen. Wenn es in Uebersee irgendwo gelingt, jüdische Dörfer und jüdische Städte auf engem Räume zu schaffen, so könnten dadurch alle Reibungen mit der heimischen Bevölkerung vermieden werden. Gerade in Afrika, Australien und Südamerika gibt es noch genug der Landstrecken, die Platz hätten für diese beiden Arten von Siedlung. Ein paar Millionen Menschen könnten dort angesiedelt werden ohne geringste Belastung für das Land, Nur darf der Fehler nicht wiederholt werden, neue Konzentrationen inmitten alter schon übervölkerter Zentren zu schaffen. Die Alijah nach E. J. ist zur Zeit durch wirtschaftliche und politische Faktoren gestört» auch ist der zur Verfügung stehende Boden im Lande nicht so groß, um die Judenfrage auch nur teilweise zu lösen. So muß man wieder nach Uebersee ausschauen. Aber für alle Neugründungen in überseeischen Ländern muß uns Erez Israel als Muster dienen. Die Liebe zu E. J. ist auf andere Länder und Kontinente nicht übertragbar, aber aus den dort erzielten Erfolgen könnte man überall etwas lernen. WENDE DES GALLITH Ein Vorwort zum diesjährigen Pessach. Von Saly Geis in Jerusalem. Ein Vergleich des Galuth in Mizrajim mit dem Galuth, wie es seit der Zerstörung des zweiten Beth-Hamikdasch besteht, weist bedeutsame Unterschiede auf. Das erste Galuth währte zwei Jahrhunderte. Das zweite Galuth dauert nun schon fast zwei Jahrtausende. Das erste Galuth vereinigte das gesamte Volk in dem Mizrajim gehörenden Lande Goschen. Das Zusammensein in einem gemeinsamen Lande erhielt das Volk. Es bestand bei allem Schweren in diesem Galuth der Kitt des Territorialismus. Das zweite Galuth zersprengte das Volk in viele, zum Teil in weit entfernte Länder. .Aber eist der heutigen Zeit blieb es vorbehalten, die wirkliche Zerstreuung — selbst nach den entlegensten Winkeln des Erdreiches —; zu vollziehen. Die Tragik des zweiten Galuth ist weit größer als die des ersten; aber die Tragik der Jetztzeit übertrifft bei weitem alle früheren Galuthetappen. Der größte Teil der jüdischen Seelen hat sieb anderen Weltanschauungen assimiliert und der Thora entfremdet. So besteht die Gefahr, daß' die jetzige Zerstreuung in der Zerstreuung noch; verheerender als das bisherige Galuth wirkt. Freilich winkt bereits Erez Israel. Aber auchhier schmachtet heute die Thora noch im Galuth. Daher muß sich der Ruf nach Erez Israel mit dem Ruf nach der Thora verbinden. Nur diese Parole führt aus Wirrnis und Verzweiflung; einer lichten Zukunft entgegen. ^^PP^P' ♦ ♦ ♦ ♦ läiK "n bwbtä jm Von Wolf Jacobson» Eine der schwierigsten Stellen in unserer Pesach- Hagodo, welche Jahr um Jahr uns die Pflicht des 130^ ruinn zu einer nicht leichten Aufgabe macht, ist wohl das Wort des Rabbon Gamliel; .•mm nso ,nos jn iVxi warn ss' «V nosa ibx nnn nwVw ms sV» Schwierig ist, warum bei diesen drei Dingen ein besonderes Aussprechen erfolgen muß — dies finden wir bei anderen Tatgeboten doch nicht! Ferner: die Begründung, die er diesen drei Pflichten gibt! Ferner: der Ausdruck warn »t» kx* Nt>» wir hätten die gebräuchlichere Fassung SX' erwartet! Schließlich: Aus den Begründungen der einzelnen Pflichten geht hervor, daß mn auf die Bedrückung in Mizraim hinweist, nos und nsn hingegen auf die B efreiung aus Aegypten, warum steht in» also an letzter Stelle? 1. Wir möchten zunächst die Lesarten für diesen Ausspruch des Rabbon Gamliel feststellen. In unseren Mischnajaus steht wohl die Begründung, die R. Gamliel für diese drei Festzeichen gibt: nos, weil G'tt die Häuser unserer -Väter in Aegypten übersprang) ruf»' weil unsere Väter aus Aegypten erlöst wurden, mn» weil die Aegypter das Leben unserer Väter in Aegypten verbitterten, — die Ableitung aus den Schriftversen fehlt hier aber. Sie findet sich zwar in der Mischna unserer B a b 1 i -. Gemoro (Pes. 416b), im Jeruschalmi aber ist die Lesart der Mischna genau wie in unseren Mischnajaus, und auch die Gemoro im Jeruschalmi erwähnt die Ableitung aus den Schriftversen nicht. (Eine kleine Abweichung von unseren Mischnajaus besteht insofern, als der Jeruschalmi statt des mn in unserer Mischna nnn» lies.t.) Rif, Rosch und Ranibam (Hilchaus Chomez Umazoh VIII, 4} bringen sowohl die Motivierung als auch die Ableitung dieser Motivierung wie in unserer Mischna im Babli; sie verlassen aber bei der Motivierung die ursprüngliche Reihenfolge, motivieren zuerst fODr dann in» und dann nsa- Und Rambam und Rosch leiten — im Gegensatz zum Rif und auch zu unserer Mischnafassung — die Mazzobegründung mit dem in unsere man übernommenen . •. opsa p'aon sbv av ein. Tur und Schulchan Oruch (473) sprechen sich über Einzelheiten nicht aus, sondern erwähnen nur, daß man, wenn man zu ir ns» und nr in» kommt, die Mazzo bezw. das Mo« raur hochheben soll. Nicht aber das Fleischstück, das zum Andenken an das Pesachopfer ist, wenn man T^aiR l3»ni3K triE? nos ausspricht, weil dies so aussieht, als ob man durch das Hochheben das Fleischstück zum Opfer weihen wallte. (Tur z. St., siehe Psoch. 116). Unsare Fassung: ptow tt'mm ffl» nos anstelle der ursprünglichen . . . ovbv — nos befindet sich ausdrücklich an der oben zitierten Rambamstelle, dort ist auch schon unsere heutige Lesart: it nsn und m mn gegenüber der ursprünglichen nx» und WS, ohne das hinweisende it und m registriert. 2. Wenden wir uns nun unseren Einzelfragen zu- Warum muß man gerade bei diesen Geboten ihre Bedeutung aussprechen? Die einfachste Begründung: geben Tausfaus! Sie sagen (116a naT omni« Tri) „Das Schriftwort: „Und ihr sollt sagen: „Es ist ein Pesachschlachtopfer" verlangt, daß man ausspricht, was der Sinn dieses Opfers ist, und da Mazzo und . Moraur dem Pesäch gleichgestellt sind,, muß man auch bei ihnen die Begründung aussprechen". Tausfaus hat also die Lesart unserer Mischna im Babli mit den Motivierungen aus denr Schriftversen vorgelegen, und der beim Pesach angezogene Schriftvers (Schmaus 12, 27) dient nach ihnen daher nicht nur dazu, das Pesach zu begründen, sondern auch zugleich die Verpflichtung zum Aussprechen dieser Begründung. Tausfaus fassen also dieses KW nos naT Dninki als einen selbständigen Satz auf und nicht als Antwort auf die vorhergehende Frage: na^K nnK' '3 'yn rmj?n nn oa^ia (12, 26), welche unsere Hagodo im- Sinne des Jeruschalmi zu unserer Mischna dem Roscho in den Mund legt und dem sie darauf (ebenfalls nach dem Jeruschalmi) mit dem andern Schriftvers (13, 8); 'V "t fi#* ii* i«93 antwortet. Auf diese Weise ist diese so oft gefragte Schwierigkeit einfach gelöst! Vielleicht leiten gar die maoin ^ya die ganze Pflicht der Hagodo, die wir in der Regel, auf Grund der Mechilto, aus dem Wort mini (unserer Antwort an den Roscho!) ableiten, aus diesem KW nos naT amnsi ab, denn um Pesach, Mazzo- und Moraur kreisen ja alle unsere Gedanken an; diesem Abend. Eine andere Begründung für das Aussprechen gerade dieser drei Mizwaus gibt der Mharscho*

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