Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 14 (7.4.1938)
- Date
- 1938-04-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 14 Der Israelit?>i Besprechungen zwischen Agudas Jisroel und Misrachi. Paris, 4. April. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß eine Verpflichtung für alle Teile der gesetzestreuen Judenheit besteht, gemeinsam bemüht zu sein, um die Lösung folgender Aufgaben: 1. Die Hebung des Ansehens und der Ehre des Thoralernens und die Schaffung der notwendigen wirtschaftlichen Bedingungen für ein sorgenfreies Studium, insbesondere für die Begabten und zur höchsten Leistung Befähigten; 2. Die Sicherung des religiösen Lebens in den verschiedenen neuen Gebieten der jüdischen Einwanderung; 3. Die Schaffung und die Vorbereitung einer für die Thorawahrheit und Mizwotheriüllung eintretenden Literatur; 4. Die Sicherung der Thorageltung und ihres Einflusses in dem sich entwickelnden jüdischen Leben in Erez Israel; 5. Die Stärkung des religiösen Judentums in B>?ez Israel durch die Vergrößerung der Alijah religiöser Kreise, durch wirtschaftliche Aktion, insbesondere durch ländliche und städtische Siedlungen und durch Stärkung und Seßhaftmachung des religiösen Arbeiters kamen Führer der Organisationen Agudas Jisroel und Misrachi zu einer Aussprache in Paris zusammen, um im Einklang mit dem Wunsche, der bei der letzten Weltkonferenz des Misrachi in Zürich und in der Waad Hapoel-Sitzung der Agudas Jisroel in Marienbad geäußert worden war, zu beraten und einen Weg zur gemeinschaftlichen Arbeit zu suchen, ohne daß hierdurch die Selbständigkeit und der besondere Standpunkt beider Organisationen in verschiedenen Fragen berührt wird. An den Sitzungen, die in Paris am 3. und 4. April 1938 (2, und 3. Nissan 5698) stattgefunden haben, beteiligten sich von Seiten der Agudas Jisroel die Herren Jacob Rosenheim, Dr. Isaac Breuer, Dr. Salomon Ehr mann und Rabbi Mösche Blau, von Seiten des Misrachi Rabbi Me'ir Berlin, Rabbi Sew Gold, Rabbi Schmuel Brot und S. Schragai. Nach umfassender Klärung der verschiedenen Fragen wurden allgemeine Grundzüge für die Grundlagen gemeinsamer Aktion in allen oben erwähnten Angelegenheiten ausgearbeitet. Diese Grundzüge werden nunmehr den obersten Instanzen der beiden Organisationen zur Prüfung und Bestätigung vorgelegt werden. Im Einklang damit sollen alsdann gemeinsame Kommissionen gebildet werden, um die Einzelheiten auszuarbeiten und sie zur Durchführung zu bringen. Diese Kommissionen sollen ihre Arbeiten im Laufe eines Monats beginnen. Unter den bei der Beratung gefaßten Resolutionen gelangte auchdie folgende zur einstimmigen Annahme: Die Weltorganisationen Misrachi und Agudas Jisroel bringen zum Ausdruck, daß Arbeiter und Kolonisten in Erez Israel, die sich — in diesem Schmittojahr 5698 — im Sinne des Ausspruches unserer Weisen als „Helden an Kraft" bewährten, indem sie es auf sich genommen haben, das G'ttesgebot „Es feiere das Land einen Sabbat für G'tt" durch die Tat.zu erfüllen, daß diese Arbeiter und Kolonisten Anspruch haben auf die Anerkennung aller Teile der Judenheit und auf materielle Stütze durch den Keren Haschmitto, damit sie der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Herr werden können. Regierungen u. Parlamente zum amerikanischen Aufruf, New York, 5. April, Die Einladung des Präsidenten Roosevelt Tan die Mächte, sich zu einer Beratung übe,? eine Aufnahme von Flüchtlingen zusammenzufinden, hat in den meisten Ländern große Aufmerksamkeit erweckt und .auch in den Kabinetten und Parlamente^ ^jAerhall gefunden. Die holländisch^ -Regierung hat dem Aufruf zugestimmt und> stell bereit erklärt, sich in dem zu bildende^ Ausschuß vertreten zu lassen. Auch das "P^üMment befaßte sich mit der Frage de^ Flüchtlinge und Einwanderer. In der-' Ivius"llf e n Kammer drängten bei der Ber^a^nggJQber den Justizetat verschiedene Ab- ^g&riSjpete auf eine baldige A e n~d erung des F°r emdenrechtes, damit endlich die zugewanderten Fremden nach einer festen Rechtsgrundlage behandelt werden könnten. Der Minister erklärte, Holland sei nicht in der Lage, die Rechtslage der Auswanderer in einer Weise zu verbessern, die einen Emigrantenstrom nach Holland zur Folge haben könnte, der für das Land nicht tragbar sei. Er habe aber in Genf wiederholt angeregt, neue Betten für den Auswanderungsstrom in Ländern, die einen Mangel an Menschen haben, zu schaffen. In der Zweiten Kammer wurde eine Interpellation über diese Frage eingebracht, und die Interpellanten führten aus, daß die neuen Maßnahmen dem traditionellen Asylrechte' Hollands widersprächen. Eine zustimmende Erklärung zum amerikanischen Vorschlag ließ auch die schwedische Regierung Roosevelt zugehen. Im englischen .Unterhause erklärte, wie an anderer Stelle berichtet, der Unterstaatssekretär Butler, daß man die Anregung wohlwollend erwäge und eine Antwort äii "Roosevelt in Kürze zugehen werde. Auch in Frankreich fand der Vorschlag gute Aufnahme. Mit zusagenden Erklärungen reagierten ferner auf den Aufruf Roosevelts K o 1 u m - bien, Nicaragua, Chile, Panama und Venezuela. (Siehe auch Leitartikel.) Ein Judenausschuß in Ungarn gewählt. *'B u d a p e s' t-, 3. April, s Nach einer lebha^h Judendebatte im Parlamente hat die Regierungspartei der „Nationalen, Einheit" einen ,,Ju chenaus sehuß'^ gewählt,, der die Judenfrage zu studieren und der Regie-., rung praktische Vorschläge zu machen hat'. Der' Ausschuß besteht slus 14 Mitgliedern,die,; wie sein Präsident, Dr. Nagy de Tpsnod, alle der „Nationalen Einheit" angehören. In der Debatte betonte Ludwig Mezey von: der Regierungspartei, die Judenfrage dürfe nicht weiter die öffentliche Meinung irritieren; deshalb tue ..eine rasche, gesetzliche R e g e -}t; 1 u n gnot. Die Lösung, müsse im Einklang mit; der christlichen und nationalen Ethik erfolgen: Dr. Andreas C s i 11 e ry verlangte, daß die Staatsbürgerschaft der Juden überprüft werde, f. Karl Rassay (liberal) wies darauf hin, daß _[_- 7. April .1938 schon längst ungezählte Existenzen aus den f Ii—- zenzpflichtigen Gewerben, aus dem reglementierten Außenhandel, sogar aus den privatere Unternehmungen entfernt Wurden, während im* öffentlichen Dienst der Numerus nulhas für Juden herrsche. ... •. j: > Der Kossuthianer Dr. Rudolf Rupert, der schon bei der ersten Erwähnung des Judenausschusses in einem Zwischenruf gegen ihn pro?- testierte, erklärte auch jetzt, dieser Plan stehe; im Gegensatz zur Verfassung. Prominente englische Persönlichkeiten auf einer Veranstaltung der Agudas Jisroel. : London, 4. April. Eine Veranstaltung von historischer Bedeutung war das,vom Keren Hajischuw. organisierte Festessen, das vorige Woche im Park Lane-Hotel, dem vornehmsten Hotel des Londoner Westends, unter dem Vorsitz von Mr. Otto M. Schiff, O. B.. E. stattfand. Die Elite der englisch-jüdischen Gesellschaft, aber auch eine Anzahl hervorragender Nichtjuden waren* erschienen. Der Präsident der Jewish Board of Deputies, Neville L a s k i, bedauerte als erster Redner, daß der Botschafter der Tschechoslovakei, Jan * Masaryk, im letzten Augenblick am Erscheinen verhindert wurde. Redner begrüßt die Arbeit des. Keren Hajischuw, weil er einsehe, daß: ein Palästina ohne jüdische Tradition fruchtlos und ohne Wert sein müsse. Unter atemloser Spannung aller Anwesenden: ergreift der frühere High Commissioner für Palästina, Sir John Chancellor, nun das Wort. Er sei äußerst betrübt über die jetzige Lage in Palästina und hoffe zuversichtlich, daß bald Ruhe und Ordnung wiederhergestellt .sein wurden. „Wenn Menschen nicht in Friede nebeneinander leben können, dann gibt es nur einen Ausweg; sie zu trennen! Aus dem Grunde hat die Royal Commission sich genötigt gesehen, eine Trennung zu empfehlen. Dieser Vorschlag ist von Sr. Majestät Regierung akzeptiert worden, und eine andere praktische Lösung wurde von keiner Seite bisher vorgeschlagen." Sir Robert Waley-Cohen sagte daraufr er sei anderer Meinung wie Sir John und glaube Überhaupt nicht an irgendwelche Vorteile einer Trennung. Die Zeit werde noch kommen, in der der große Traum von Balfour in Erfüllung gehen werde. Es sprechen noch Kommandant L o c k e r - Lampson, Jacob R o s e n h e i m , d&r Präsident der Agudas Jisroel-Weltorganisation, Rabbi Mosche Blau, Palästina, Chacham Dr. Gaster, Otto M. S c h i f f , Ö. B. E. (der Vorsitzende des rAbehdsJ ,ujad~~" zum Schluß Miv H. Ay;G o o d m a n , dessen begeisternde Rede eineii großen. Eindruck;. hjnferlgQl, Er dahkt.i^f. Schiff; dem Vorsitzenden des. Abends, jnii (ver~! bindlichen Worten. -;; r;^ ^^■Mj'-ät. :'; ■• - h-:Ui%:\£ '-Ki; -:Mu" - i: ■,; „Vereinigte ' Staffen von Palästina/' Ein neuer Vorschlag. ' In°der „Pälestine Post" schreibt Richter Bernhard Rosenblatt : Der Teilungsplan soll dadurch verbessert werden, daß man eine F ö dje »j'. ratio ri innerhalb des neuen palästinensischen- Staates vorsieht. Teilnehmer sollen der Judenstaat und die, arabischen Staaten, die unter bri-•- tischem Mandat stehen, sein; Das Mtister geben die'Vereinigten 'Staaten von «Amerika ab.. W * ■ \ - ■ ~1 I DAS LICHT DER EWIGKEIT ■ von Rabb. Dr. Elle Münk: in Ansbach wT>schiert RM. 4.oo Lwbd. RM. 5.oo VERLAG DES ISRAELIT UND HERMON GMBH , Frankfurt a. M. Schützenstr. 12 Postsch« 1ÖÖÖ2 Kleidung für Auswanderer Maß - K o n f e k t i o n S v S - Vie r a r b e iiung Frau F.MAIER WW. Fahrga s s e 9 4 1 Minute von der Konstabier Wach'e ~ . I ■l i: i^vminuii^i