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Der Israelit · 1938-03-31 · Heft 13 (31.3.1938) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 13 (31.3.1938)
Date
1938-03-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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31. März, 19,38 Der Israelit Nr. 13 Seite 5 Kein jüdisches Haus ohne die KEREN HATORAH Sammeldose! itte Dosen bei der Zentrale anfordern: Hamburg 13, H< ich Barthstraße 21 Völliges Schechitaverbot in Polen« Warschau, 27, März. Der Sejm hat das von der Kommission beschlossene Schechitaverbot mit Mehrheit angenommen. Es steht zu hoffen, daß die Regierung, die dem Antrag von vornherein entgegentrat, ihren' früheren Anschauungen treu bleiben und den Beschluß des Sejm nicht in dieser Form akzeptiert. * « * Nock am 24. März hatte der jüdische Sejm- C 1 u b eine energische Erklärung gegen die in der Sejm-Kommission unternommene Attacke erlassen. Die Erklärung fordert die jüdische Bevölkerung auf, ihre Solidarität in einer Sache zu zeigen, welche die jüdische Religion und die nationale Ehre der Juden an der Wurzel berührt. Die jüdische Bevölkerung wird aufgefordert, für den Fall, daß der Gesetzentwurf durchgeht, sich des Fleischgenusses gänzlich zu enthalten! Ein ähnlicher Appell ist von dem Rabbinerverband und von der Agudas Jisroel erlassen worden. Eine Delegation von Rabbinen sprach beim Premierminister, beim Kultusminister und Landwirtschaftsminister vor. * * =t= London, 24. März. Namens der Exekutive der Welt-Aguda gab Mr. H. A. Goodman dem Grafen; Raczynski, polnischen Gesandten in London, von der lebhaften Beunruhigung Kenntnis, die bei allen jüdischen Gemeinschaften der Diaspora durch die Nachricht von dem neuen Angriff auf die Schechita im polnischen Sejm hervorgerufen worden ist. Mr. Goodman lenkte die Aufmerksamkeit des Botschafters auf das ihm seinerzeit vom-, polnischen Außenminister Colonel Beck gegebene Versprechen, daß die religiösen Bedürfnisse der jüdischen Gemeinden in Polen jederzeit berücksichtigt werden würden. Ein neuer Gesetzentwurf über die polnische Staatsangehörigkeit? Warschau, 20. März, Es verlautet, daß die juristische Kommission des Sejm binnen Kurzem einen Gesetzentwurf in Beratung nehmen wird, der dazu bestimmt ist, im Auslande lebenden polnischen Staatsbürgern unter Umständen ihre polnische Staatszugehörigkeit abzuerkennen. Dieser Verlust der polnischen Staatsbürgerschaft soll eintreten nicht nur wenn jemand sich irgendwelcher Akte zum Nachteil des polnischen Staates schuldig gemacht hat, sondern auch wenn er wenigstens fünf Jahre seit der Errichtung der polnischen Republik außerhalb Polens lebte und auf diese Weise die „Fühlung mit dem polnischen Staate" verloren hat. Endlich, wenn er sich weigerte, der Anordnung eines polnischen Konsulates nach Polen zurückzukeh- Gßbüt Wi? das der Zizith und kostet nur wenige Groschen. Nun danke ich dem Schöpfer, daß es mii* beschieden ist, einen ganzen Rubel für dieses so wichtige Gebot zu opfern . . .", * * * Der „Kessaw Sofer" pflegte einem Jünger, der ihm unreife Thoragedanken vortrug, zu sagen: „So etwas kann man nicht sagen — man kann es höchstens niederschreiben ..." * * * Der Lubline.r Raw empfing einmal einen Mann, der als maßlos hochmütig galt, und unterhielt sich mit ihm lange. „Warum diesem arroganten Menschen SO Viel Ehre?" fragten die Freunde, „Ich habe von ihm viel gelernt", sagte der Rabbi. „Im Talmud wird dem Thoragelehrten ein kleiner Bruchteil (Achtel vom Achtel) Stolz als erlaubt zugesprochen und empfohlen. Wie soll ich aber die Bruchrechnung machen, wenn ich nicht weiß, wieviel Stolz und Hochmut im Ganzen ausmachen? Nun weiß ich es . . ." Historische Notizen. Der Weg hinaus. Während zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in Böhmen und in Mähren noch bedeutende Talmudgelehrte und viel traditionelles jüdisches Leben ren, Folge zu leisten. Die Entscheidungen, die auf Grund dieses Gesetzes erfolgen, sollen unmittelbare Rechtswirkung haben und keiner Berufung unterliegen. Das Gesetz würde, wenn es wirklich zustande käme, viele Tausende von polnischen Juden berühren, die seit vielen Jahren in Amerika, Palästina, Deutschland, Oesterreich und anderen Ländern ihren Wohnsitz haben. (Das Gesetz wurde inzwischen vom Parlamente angenommen. Siehe auch Wochenrundschau.) Die antijüdischen Exzesse in Warschau. Warschau, 23. März. Hier wurde heute Abend ein offizielles Communique ausgegeben, in den für den „run" auf die Banken vom letzten Samstag eine „Gruppe von Spekulanten" verantwortlich gemacht werden, denen man zur Last legt, daß sie absichtlich eine Panik erzeugen wollten, um einen Druck auf die Kurse der Börsenpapiere auszuüben. Der Minister des Innern hat infolgedessen 12 von diesen Spekulanten festnehmen lassen und in ein Konzentrationslager geschickt. Von den 12 Verhafteten sind 4 Christen und 8 Juden. Der Warschauer Regierungskommissar appellierte in einer Pressekonferenz an die öffentliche Meinung, keine weiteren antijüdisehen Exzesse zuzulassen, Die Regierung werde keinerlei Straßendemonstrationen dulden. Die Behörden, so erklärte der Kommissar, hätten Beweise dafür, daß gewisse Händler junge Huligans, mieteten, um die Läden ihrer Konkurrenz auszuplündern. Im Senat interpellierte Senator Trockenheim heute den Premierminister über die antijüdischen Exzesse. Rumänien. Die Schechita in Rumänien bedroht. Bukarest, 25. März. Ein soeben erschienenes Dekret schreibt die Betäubung von Vieh und Geflügel vor der Schlachtung allgemein vor. "Das Dekret bedeutet ein absolutes Schechitaverbot, wenn auch die Behörden erklären, es sei Sache der geistlichen Autoritäten der Juden, für eine rituell einwandfreie Betäubungsmethode zu sorgen, Eine solche Methode existiert bisher bekanntlich nicht. Italien. Wahlkampf innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Italien. Rom, 21. März. Zwei Kandidatenlisten sind für die bevorstehenden Wahlen zu dem Rat des Verbandes jüdischer Gemeinden in Italien ausgegeben worden. Die erste vorzufinden war, ließ sich hundert Jahre später eine Entwicklung feststellen, die nur als Weg hinaus aus dem Judentum charakterisiert werden kann. Nachfolgende Sätze aus dem Brief eines damaligen Rabbiners zeichnen die Situation: „Von 100 Kultusvorstehern setzen sich 93 über die wichtigsten Religionsgesetze hinweg, essen öffentlich trefe, entweihen öffentlich den Sabbat usw. Es gibt Vorsteher, die an ihren Söhnen nicht die Miloh vollziehen ließen, deren sämtlichen Kinder getauft sind usw. Vorsteher, die den Weihnachtsbaum anzünden, beraten über das Wohl und Wehe der jüdischen Gemeinde. In der damaligen Zeit saßen im Vorstand der Wiener jüdischen Gemeinde sechs Herren, die Väter getaufter Kinder waren, nämlich; David Ritter v. Gutmann, Leopold von Lieben, Hofrat Dr. Benno Rappaport, Wilhelm Kuffner, Dr. Arthur Kuranda und Dr. Adolf Stein. Gutmann und Stein gehörten sogar dem Kuratorium der „Israelitischen Theologischen Lehranstalt" — also des Rabbinerseminars — an. Damals taufte sich auch die Urenkelin des berühmten Prager Oberrabbiners Rappaport, Frau des Baurats von Kuh. All diesen Situationsbildern, die sich verhundertfachen ließen, sei nur noch eines hinzugefügt. Die Berliner jüdische Gemeinde akzeptierte die 400.000 Mark-Stiftung des Geh. Medizinalrates Dr. Wolf Cohn, die Nutznießer, die den Sabbat beobachten, ausdrücklich ausschließt. Diese „jüdische" Welt fordert wahrlich das schmerzhafte Eingreifen des Höchsten geradezu heraus. S. G. Liste enthält Repräsentanten des gegenwärtigen Rates, die zumeist zionistisch gesinnt sind. An der Spitze dieser Liste steht der bekannte Industrielle Frederigo Jarach in Mailand. Die zweite Liste repräsentiert die assimilatorischen Elemente in der'italienischen Judenheit, geführt von General Liuzzi in Turin und General di Nola in Rom, Man erwartet eineu lebhaften Wahlkampf. * * * In elfter Stunde ist eine Verständigung zwischen den zionistischen und assimilatorischen Gruppen in der italienischen Judenheit erreicht worden und eine einheitliche Kandidatenliste für die Wahlen zum Kongreß der jüdischen Gemeinden wurde aufgestellt. Das Kompromiß bedeutet einen Sieg für den Oberrabbiner von Rom, Prof. Prato, der damit seinen Einfluß aui die Gesamtheit der italienischen Judenheit gesichert hat. In Bezug auf den Zionismus wurde beschlossen, den von der Regierung niedergelegten Richtlinien Zü folgen. England. Protest der Agudas Jisroel gegen die neue Schedule. London, 28. März. Im Namen der Exekutive der Weltaguda wurde dem Kolonienministerium ein Protest gegen die neue Zertifikatenschedule eingereicht, in der die Organisation der Weltorthodotie eine neue Einschränkung der jüdischen Einwanderung in Palästina sieht. Insbesondere wird dagegen Einspruch erhoben, daß in der neuen Verteilung die sog. R a bbinerzertifikäte gar nicht mehr in Betracht kommen. Die Erklärung zur Einwanderung'' und Einbürgerung in England. London, 22. März. Wie an der Spitze der jüngsten Nummer bereits kurz berichtet, gab in der Sitzung, des Unterhauses vom 28. März der Staatssekretär des Innern, Sir Samuel Hoare, eine Erklärung ab über die Zulassung österreichischer Emigranten in England. Darüber wird uns noch aus London berichtet: Der Staatssekretär sagte, es sei unmöglich, eine generelle Zulassung auszusprechen, weil das zu einer Ueberschwemmung des Landes mit Emigranten führe und die gefährlichsten Wirkungen auf geschäftlichem und sozialem Gebiete zeitigen würde. Die Regierung sei jedoch bereit, jeden einzelnen Fall, in dem es sich um verdiente Persönlichkeiten oder solche handle, deren Anwesenheit England zum Nutzen gereichen werde, in wohlwollendster Weise zu prüfen. Das Briefkasten. C. K. in H. Es trifft zu, daß Salomon v. Rothschild in Wien, der zweite der „Fünf Frankfurter", im Jahre 1855 starb. Die Angabe des Jahres 1885 beruhte auf einem Druckfehler. Gruß. L. K. in H. Der Geburtstag ist am 17. Mai. — Der Barmizwah-naw am na-raa '3 M. L. Der Geburtstag ist am 27. April, der Barmizwahnzv am nos a-nin naw. Wochenkalender. Vom 2. — 9. April 1938 / Vom 1.-8. Nissan 5698 V3V T)1 tjnp Samstag 2 1 13 v-mn 's »nrn rner Sonntag 3 2 *13 Montag 4' . 3 Tnn na Dienstag April 5 P'i 4 » Mittwoch 6 5 T3 Donnerstag 7 6 ro Freitag 8 7 03 nsipn Samstag 9, 8 b ^•mn 'v 'inxa nap

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