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Der Israelit · 1938-03-17 · Heft 11 (17.3.1938) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 11 (17.3.1938)
Date
1938-03-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 11 Per I s t a 'e i l i 17, März 1938- ISRAEL tan ist. Der amerikanische Konsul hat einen Anwalt gestellt und bemüht sich stark zu Gunsten des „Angeklagten. Zum Abschied Artkur Wauchopes. Jerusalem, 13. März. Zu dem Berichte in jüngster Nummer über den Abschied Arthur Wauchopes ist noch hinzuzufügen, daß er kurz vor seiner Abreise auch eine Delegation der Agudas Jisroel unter Führung von Oberrabbiner Duschinski empfangen hat. Die Delegation drückte ihm ihren Dank aus für das Verständnis, das er bei der Aufbauarbeit stets den Interessen der Orthodoxie gezeigt hat und bat ihn, noch weiter dem religiösen Palästina sein Interesse zuzuwenden. In der Aussprache erklärte der schei- Die letzte offizielle Tat von Sir Arthur Wa u c h o p e , dem abgetretenen High Commissioner, war die Eröffnung des Passagierhafens von Tel Awiw. Unser Bild zeigt Sir Arthur Wauchope (X) beim Verlassen der Hafengebäude, begleitet durch den Konsul der Niederlande in Tel Awiw, Mynheer F. S. Hoopen (XX), der eine bekannt« Persönlichkeit in Schiffahrfs- und Bankkreisen ist. dende Hochkommissar, daß er von jeher religiös« Menschen hoch schätzte und daß 'es ihm eine Freude sein werde, auch noch späterhin die Agudas Jisroe! in ihren Bestrebungen zu unterstützen. Er versprach auch, seinen Nachfolger mit den Belangen und Idealen der Agudas Jisroel vertraut zu machen. Militärgerichte. Jerusalem, 8. ÖJLärz. Vor dem Jerusalemer Militärgerichtshof begann heute Nachmittag die Verhandlung gegen einen Araber, der naturalisierter Bürger der Vereinigten Staa- Registrierung der Arbeitslosen. Jerusalem, 10. März. Die Palästinaregierung hat sämtliche Polizeibezirkskommissariate beauftragt, eine Registrierung aller jüdischen und arabischen Arbeitslosen durchzuführen. Man nimmt an, daß diese Listen der neuen Untersuchungskommission als Material dienen sollen. Urteilsaufhebung. 'Jerusalem, 10. März. Das Oberste Gericht hat das Urteil gegen Julius Silbermannn, einen Juden aus Deutschland, der vom Gerichte wegen angeblichen Waffenschmuggels im Juli 1937 zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt wurde, aufgehoben und den Angeklagten aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Vom Wohnungsmarkte, Jerusalem, 9. März. Der Verband der Kaüfleute hat hier einen Streik von 1000 bis 1200 Ladenbesitzern arrangiert als Protest gegen die Zustände auf dem Wohnungsmarkte. Die Ladenmieten sind in den jüdischen: Stadtteilen um 100 Proz. gestiegen, weil die Sicherheitsverhältnisse eine Unmasse Ladenbesitzer zwangen, ihre Läden in die jüdischen Stadtteile zu verlegen. Der Verband verlangt, daß der städtischen Mietekommission das Recht verliehen werde, Mietermäßigungen bis zu 40 Proz. zu verfügen. Auf das Sanatorium in Tel Arza in Jerusalem wurden in der vergangenen Nacht 50 Schüsse abgefeuert. Aus der Agudas Jisroel-Bewegung. Vortrag in der Hamburger A. J.-Frauengruppe, In der Agudas Jisroel-Frauengruppe Hamburg- Altona sprach im Rahmen eines Teeabends Herr Dr. J Jacobsen über das sehr interessante Thema „Jüdisches Volkslied und Nigun". An Hand von Beispielen aus der jüdischen, synagogalen und neuhebräischen Musikliteratur zeigte der Redner, was der Unterschied zwischen einem Nigun und einem Volkslied ist — Nigun hier allerdings allgemein etwa als Melodie, nicht im" traditionellen Sinne als rein liturgische Melodie aufgefaßt. Hierüber kann man immerhin anderer Meinung sein; doch brachte dies die Diskussion nicht zutage. Es war schon ein Vergnügen, zu beobachten, wie selbst ältere Damen freudig der Aufforderung zum Mitsingen Folge leisteten — ein unbeteiligter Beobachter hinter der Tür hätte zeitweilig glauben können, er befände sich in einem chaluzischen Jugendbund und nicht in einer Versammlung von würdigen Hausfrauen und Müttern I Man ahnt, daß auch in diesem Kreise manches verborgene Talent schlummert, dem nur die nötige Schulung fehlt ,um es auch auf musikalischem Gebiete wenigstens zu einigem Verständnis zu bringen. Jedenfalls ist anzunehmen, daß wohl alle Teilnehmerinnen an diesem Abend fröhlich angeregt (vielleicht auch noch leise summend) nach Hause gingen. S. P. Agudistische Frauengruppe in Neutra, Die Leitung der „Nowaj" teilt mit: Frau Hanna Liebermann, Bratislava, hielt auf Einladung der Frauengruppe in Nitra einen Vortrag über die Ziele und Bestrebungen der agudistischen Frauenorganisation. Im Namen der Mädchengruppe richtete Frl. M. Schlesinger, Nitra, herzliche Begrüßungsworte an den verehrten Gast und erteilte Frau Liebermann das Wort. Vom Marienbader Frauenkongreß und seinen Beschlüssen ausgehend, wies sie auf die bereits erzielten Erfolge hin. Sie berichtete über die Leistungen auf dem Gebiete der Mädchenerziehung in Erez Israel und hob die Bedeutung des zu errichtenden Mädchenkibbuz in Jerusalem hervor, zu dem die nötigen Beträge sichergestellt werden müssen. In der ganzen Tschechoslovakei werde diese Aktion mit Erfolg durchgeführt. Sie schloß ihren inhaltsreichen, mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag mit einem warmen Appell an alle thoratreuen Kreise, sich der Agudas Jisroel anzuschließen und sie tatkräftig zu unterstützen. Agudistische Frauengruppe in Karlsruhe. Rabbi Mosche Blau in London. Rabbi Mosche Blau weilt zur Zeit in London und hielt dort eine Reihe wichtiger Konferenzen ab. Auch mit den zionistischen Führern kam auf Einladung von Dr. Brodetzky Rabbi Mosche Blau in Fühlung. In Begleitung des politischen Sekretärs der Agudas Jisroel-Weltorgänisation, H. A. Goodman, machte Rabbi Blau einen Besuch im Kolonienministerium und beim früheren Gouverneur von Jerusalem, Sir Ronald S t o r e s , sowie bei anderen -hochgestellten englischen Persönlichkeiten, die an Palästina interessiert sind. Vermischtes. Briefkasten. J. A. in Amsterdam. Die Aufsatzreihe wird demnächst in Buchform erscheinen. Die einzelnen Nummern können wir nicht schicken. Die Agudas Jisroel-Frauengruppe hat in vergangener Woche ihr Winterprogramm abgeschlossen. Allwöchentlich hat sie einen gemeinsamen Schiur mit anschließender anregender Diskussion gehabt. Herr Rabb. Dr. Michalski hat wie im vorigen Jahre Abschnitte aus dem Chaurew erklärt. Frau Dr. Marta Weil hat die Erklärung der Sprüche der Väter fortgesetzt. Außerdem hielt Herr Lehrer J. Rabinowitz einen lehrreichen Vortrag über den jüdischen Kalender. Frl. Hanna Kaufmann referierte über „die Wertschätzung der Bibel in der englischen Literatur". Den Abschluß des Winter-Semesters bildete eine Gedenkstunde, die dem Gedächtnis der jetzt in Marienbad verstorbenen Frau Gertrud Heinemann geweiht war. Die Vorsitzende der Gruppe, Frau Sofie Ettlinger, hielt einen ergreifenden Nachruf. Sie rühmte die Herzensgüte, die selbstlose Hilfsbereitschaft der Verstorbenen, die in Karlsruhe vorbildlich war; sie hob besonders ihre Verdienste um die intensive Tätigkeit der Handarbeitsabteilung der Gruppe hervor, Anschließend behandelte Herr Rabb. Dr. Michalski die Abschnitte aus dem Chaurew: „Unterstützung des Nächsten" und „Almosen und Liebestätigkeit" und zeigte, wie die Verklärte auf diesen und auf anderen Gebieten segensreich gewirkt und Hervorragendes geleistet hat. Spontan kam aus der Mitte der tief ergriffenen Zuhörerinnen die Anregung, durch eine Spende für das Schulwerk der Aguda die Verklärte zu ehren. Das Gedächtnis an sie wird in der Gruppe in hohen Ehren gehalten werden. Gedenkfeier der Chewra Kadischa Groß-Berlin. Berlin, 15, März. Der 7. Adar wurde auch .in diesem Jahre in der Berliner Chewra Kadischa, der hohen Bedeutung des Tages und dem Ernst der Zeit entsprechend, mit religiöser Feierlichkeit würdig und stimmungsvoll begangen. In den frühen Morgenstunden machten die aktiv tätigen Mitglieder, die diesen Tag fastend begingen, den traditionellen Rundgang auf dem Friedhof in Weißensee. Nachdem auf verschiedenen Gräberfeldern Gebete gesprochen waren, hielt Rabbiner Dr. Link die nach Inhalt und Form gleich wirksame Gedenkrede. -' Mit aller Eindringlichkeit betonte der Redner, daß nur in der unentwegten Treue zum G'ttesgesetz das Andenken unseres großen Lehrers am sichersten gewahrt ist. Bei der Seelengedächtnisfeier in der „Alten Synagoge" hielt Dr. Link dem verewigten Rabbiner Dr. Freimann ^"ST einen Nachruf und widmete ihm warmempfundene Worte des Gedenkens, aus denen man nicht nur die glühende Verehrung vor dessen Gelehrsamkeit und seinen menschlichen Qualitäten heraushörte, sondern ganz besonders auch die Stimme warmherziger Freundschaft, die den Redner mit dem heimgegangenen Rabbiner in tiefster Verbundenheit einte. Mit dem Kaddischgebet schloß die eindrucksvolle Gedächtnisfeier.

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