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Der Israelit · 1938-03-17 · Heft 11 (17.3.1938) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 11 (17.3.1938)
Date
1938-03-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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M*7, Märi 1938 NrJll Seite 7 .3 Die fällige1 IR a k'bi n e r v efsäm mlün-g wurde t<- vertagt :> ündi wjrd~ möglicherweise dieses Jähr über-', r haiipt rnicht rmeliEi; stattfinden.' Die Notwendigkeit ■•- einer Konferenz ergab sich aus den vielen Gerueh- - ten über; Änderungen des jüdischen Gemeinde-; stätutesin der rUtaüischen Verfassung und neue Maß- .:• nennen;zur.- Re'gefiingder jüdischen Gemeinschaft. In; letzterer Zeit sind-aber die Gerüchte auffallend verstummt. Es scheint, daß Vorberatungen des'Ministeriums kein.' Resultat ergeben haben, somit wird auch « die' geplante. Rabbinerkönferenz, die: mit .Cviel Arbeit und Kosten'.verbunden wäre, hinfällig. < t. -iiiln» den"•' breiten "Schichten'' der "Bevölkerung wächst die Unzufriedenheit mit' dem", hiesigen H e b r ä i - s c h e ri: G y m n a s i ü m, doch scheinen die Leiter dieser Anstalt nicht gesonnen zu sein,' Konzessionen zu machen und irgendwie'--auf die' Wünsche der Elternschaft einzugehen. Män munkelt' auch von Un-; regelmäßigkeiten im Palästiriaamt, Es scheint sich um eine , rein kriminelle /Angelegenheit, zu han- dein,. mit der sich die Polizei befaßt, allerdings bischer ohne. Erfolg.. - ■•::•'; . Lettland. -., ■ i'' Brief aus Lettland. •Riga, 15... März. ^'Einige Lichtblicke im Dunkel der. jüdischen Lage bildet die jüdische Situation in Lettland. Beispiel haft ist dort die Lage des jüdischen Chinn u c h. Die jüdischen Volksschulen werden in Lett land als Regierungsschulen angesehen und als solche auch "erhalten oder subventioniert. An der Spitze des jüdischen Erzlehungswesens steht' der Dezernent für jüdische Angelegenheiten beim Bildungsministerium, Ministerialrat Ch. M. C h o d a'k t o w , der auch als Agüdaführer in Lettland wohlbekannt ist. Ein jüdi sches Lehrerseminar wird von dem wohlbe kannten Pädagogen Arie Wohlgemuth geleitet. Aus diesem Seminar gehen gut. geschulte und im Jü dischen tief wurzelnde Lehrer hervor. Die Trennung der Geschlechter ist in den jüdischen Schulen streng durchgeführt. Besonders in den-Knabenschulen nehmen die jüdischen Disziplinen, bis zum Gemorounterricht hinauf,, einen hervorragenden Platz ein, ohne daß die profanen Fächer irgendwie darunter leiden, da diese dem von der Regierung ausgegebenen Normallehrplan entsprechen; Die Schufen, haben eigene tägliche G'ttesdienste. Neben den Volksschulen gibt es in . Lettland jüdische G -y m,n a s i e n , K in d er g. aYt e n , Ki vidi e r h e; i m e und S o m m e r k o Ion i e n , die alle im gleichen jüdischen Geiste " geleitet werden. f! Im allgemeinen ist zu sagen, daß in Lettland eine jüdische ..-.Generation . .von. stark^n^^iiidis.dhen,; Verantwortungsbewußtsein heranwächst'.' pi'fe Agudajugend bekommt aus den Schulen guten Nachwuchs. Die: jüdischen " L'ehrbüchei', die auf 1 ■Regieru'ngskosten herausgegeben 'werden, sind für äile^ jüdischöh Schulen im Lande'f-obligatorisch. Vom; früheren Lehrerbestaftde könnten; nun diejenigen im Amte-bteiberi, die auch früher schbn*~min'desiens: \ein'epdsiti^'Eitf- Stellung''zur Religion zeigten. ' ' -?i''Jv "fC; :rr: js.:: '.- ^Neb^n den Schule "ngibt'^s lh ^ettläilcl aü^h! pfeife größere" Anzahl von, K l e' i A e n J e^s'cTi i"teo t' h , die ebenfalls ' von der Regierung5 1 sabvennoriierl - j . ■ .■ _• . i j r t ■ .-:u; s . werden., , , , ,.-.-..,-..>.., ..... v '. . .Die allgemeine und .wirtschaftliche'itiage'~'fj§&'$r dischen Bevölkerung . in Xettland kann als ' beiriedigend. bezeichnet werjden.; Die;von .der Regierung* ger übte Toleranz wirkt sich auch in der gesamfe,n Bj^r yöikenmg. aus, so daß , sich zwischen Letten und .Juden ein-, freundschaftliches Verhältnis bilden Könnter. i Rumänien. Das neue rumänisch?. Bürgergesetz. ^. , ,, f y;; ' v; Bük.are;st", 9/ '#&rz. <:;Die Äj^führüpgsb^ zu J dem Bürger^ rech^sgp^etz jsijid ."nunmehr ef'schiehen. .Sie 'b.e^rfmeii zunächst, ^daß^^us^ def {P^k^1^/ äai^.'d^e' Bürger-, rechtspapiere eines rumänischen Bürgers r 'e v i d 'i e. f t werden, keinerlei Yer^U5^ .von- Rech t"d Ii folge. Daraus ergibt sich, daß eine Reihe von Zwischenverordnungen außer -Kraft treten. Das. Recht auf das rumänische Bürgerrecht genießenifäeh" "der -*Verordnung & -Kategorien/:Jrii-.Wesentlichen die Bewohner der neuen Landesteile, sofern. -,4e in diesen Landesteilen 4 Jahre Yor 1918 gelebt'.habeh, ferner die im alten Königreich wohnenden' Juden, 'flie in den -riteüeü Landeste'ilen gebWeh' würden,'1 wenn ihre Eltein dort1 ständiglebten. Ebens1^ sind Bürger a'H^die im altert'"Königreich geboren wurden; und nicht' fremde^ Untertanen: sind. ^'Keiner Revision unterliegt'' däS'' Bür^rr'ei?ji't der-; jpnigen.^ie 'vo0j*farjaAetit; 'V8nf KabMett' loder auf Grundjage ^dejö'"j-Pe'kteüV'''yb,m5: '30.- Dezember 1918 naturalisiert^ worden smdf Besondere Bestimmungen geften;'füf Dob^ '.' .'Die . Bür^ersc^äft^ bis zum 13. A^ilj{jvorgelegt, werden. .Der Gerichtshof. kann evtl. die Frist um 20 Tage 'Verlangern.' "iU.'".' „G'ttesdienste < für Frieden irad EinKeit'V 't3 Bukarest, 9; März-/ Der Ministerpräsident Patriarch IMirön Ghn'stea , hat an -den Oberrabtbiner Niemirowex?; ein" warmes Schreiben, gerichtet^^worin . gebete^ wird, - in)-.sämtlichen Synagogen des Landes am 13.^März Bütglttes-: dienste iii veränstalit'en, wie dies aüch in"; allen Kirchen des Landes geschieht. Die ß^tfesdienste;'sollen; abgehalten Werden bnnter dem Zeichen desi Wahlspruches: „Friede,, j^ind Einheit . inj»-, geizen >Land^e Friede und Einheit in allen rumänischen Seelen". Der Oberrabbiner halt demgemäß die Abhaltung der G'tfSKdienste. :fimAßn':ü&6l^t^^^i^&^ofdnet;. ,die Behörden^sind dazu. als. .jQ^e^ einteisgen Die jüdischen'Anwälte haben .irrfölge"; s'chanfef;"^olizeimäßregeth bei sämtlichen Gerichtshöf en :des Lanjlesrdjen Eid auf die neue Verfassung, ohne vSt&rung ^m«ge$>?k'onnen, "'^^^^ .v...^;'' .- -;'r ■"; '' Ungj «t. -ä? »arn; {. Ungarische Ministerreden;^ 1 B u d a p e s t , 8. März. Innerhalb weniger-s Tage haben sich der Minister Präsident Dr. Dar a*n y i und der Kultusminister Dr. Homan;in längeren. Reden mit der ^udenfrage befaßt. Der Ministerpräsident erklärte, es sei die Absicht der Regierung; den. Einfluß der Juden in Handel und Industrie sowie im industriellen Leben der Nation zu reduzieren, selbstverständlich auf legalem und friedlichem Wege. Heute beherrschten die Juden gewisse Zweige des Wirtschaftslebens in höherem Maße, als es ihrer Ziffer entspreche, Die Politik der Regierung werde dazu beitragen, die antisemitische Bewegung abzuschwächen. Der Kultusminister, machte einen Unterschied zwischen .'den Juden, die seit langen Jahrzehnten in .Ungarn lebten und'sich den Ungarischen Idealen angepaßt hätten und den Neueinwanderern, die z. T. umstürzlerischen Bewegungen anhingen und verantwortlich seien für die Verbreitung fremder Ideologien. Die Juden sollten danach streben, ihre Jugend in Uebereinstimmung mit der nationalen Iedologie zu erziehen. Das Programm des Ministerpräsidenten hat naturgemäß in jüdischen Kreisen starke Unruhe hervorgerufen. England. Anfragen im Unterhaus. London, 9. März. Im Unterhaus fragte der Abgeordnete M and er den Ministerpräsidenten, was gegen die hie und ' da im Widerspruch mit ' den. Minderheitsverträgen vorgenommene Unterdrückung russischer, ukrainischer und jiddisbh'ei- Zeitungen unternommen worden sei. Untersekijetär Butler antwortete, es handle sich hierbei um eine ^Angelegenheit, die der Zuständigkeit des Völkerbundes unterliegt. Auf eine weitere Frage, ob diese -Angelegenheit nicht, mit König Karol anläßlich seines Besuches in -London erörtert werden könne, antworteteder Sekretär, er könne kein Versprechen geben, werdet aber die von dem Abgeordneten angeregten Pttökte iäber vormerken. Mr. Henderson fragte, ob dte Regierung bereit sei, angesichts der furchtbaren iökonomischen Notlage der jüdischen Bevölkerung Mitteleuropas in der nächsten Sitzung des VölkerbündfaHes ''eine internationale Hilfsakt ion-: ei^i sc h;li e ß Ii c h 'eines international en :ßar.l'feh e ns anzuregen. Die Antwort häutete negativ. Die Regierung sei sich der' allgeführten Momente durchaus bewußt, halte es ab^r* weder für möglich noch für a n g e b r a elf t, -eine Initiative in der Angelegenheit zu ergreifen-f- ' Die Unterhausdebatte über Palpstina. *• "■>' London, 8, März- " In der heutigen Sitzung des1-Unterhauses legte; wie von 'uns bereits kurz berichtet, die' Regierung ein ZÜsatzbtidget von Lsf: 423.000 hauptsächlich für die Verteidigung Palästinas vor!'Der Vorsitzende betonte, 'daß die Debatte 'nicht zxr einer Besprechung der alfgemeinen Pklästina^Politik'1 'der" Rägierunjg! ausf. genützt werden dürfe.' Dies geschah trotzdemV obgleich sich^ die führenden Mitglieder des Hauses an der Aussprache nicht beteiligten. Aus den Erklärungen~des Kolonialministers ist am wichtigsten die Mitteilung^ daß die Regierung nunmehr an eine gründlich^ 'hydrographische Untersuchung de&Xandjes herajn|gheü|^{eil ja natürlich von der Mpglich'keit ' der Bewässefurigr die" Ausführung des Tenungsplänels, insbesondere die Grenzziehung und idie? Frajl'e des'lBevölkärungsa<fstauschesin hohem Maße, Käbhängig *ei. Auf'^verschiedene Fragen hinsiöhtli'ch der strategischen ^ProblSine, die mit der^ Tei.-. lutig .^erkiiüpft sindf. antw8rtete-Ormsby-Gore, daß es die - Regierung fürnbesser%" gäehalteh habe, nicht einen einzelhen ' Militär11 der technischen Kommission; beiH züg'eb%rh, söndern ^iti Bezug-äut die militärischen Fra^ getri das Urteil d%S Generalstäbs in London einzuholen. ' . ':>'' t*;,~ " - Hauptredner v^ar Mr.^Mör^aJn Jones, während Lloyd-iG e o r g eT! die Debatte durch zahlreiche Zw-i- ' schenfragen belebte. Mr. Jones krltiiserte ^ie Haltung der Regierung und der Verwaltung, die dem Mandat und der Balfqur-Deklaration. nicht treu geblieben sei. (rPie dilatorische Haltung, der Regierung. 1 sei unyerstnädlich. Wenn das so weiter gehe, ,treibe man .einer Katastrophe entgegen, denn die Bevölkerung Palästinas5 könne den jetzigen Schwebezustand nicht mehr lange aushalten. >v James de, Rothschild betonte, daß der Mufti rtöch', immer' in der Lage sei,' ' von Beirut; aus das jgan^fe" Mahdätgebiet zu beunrdhigfen. In ^fezug' auf die! Frage vder Einwanderung führte« der "Pe^ef aus, die B alfpur-Deklaration unddas Mandat" seWn noch immer binden^ und es .stehe hiermit im. Widerspruch, daB. man die''Einwanderung beinahe eingestellt;pder jedenfalls beträchtlich reduziert habe. Gleich dem Vorredner ist auch Herr von Rothschild der Meinung, daß das Mandat, durchaus. durchgeführt werden könne . und daß seine loyale Durchführung beide Völker in Palästina zum Frieden, führen und glück- 'K'cn machen' 'kötine'. "'JDgr Teilungsplan werde nur zu Vrel schwereren- Verantwortlichkeiten und" Verwicklungen führen. Der jüdische Staat werde isoliert sein und keine Möglichkeit zu ökonomischer Entwicklung besitzen. »> Der ehemalige Kolonialminister A m e r y bekannte sich zur Politik der Teilung nicht weil sie gut, sondern weil sie unter den gegebenen Umständen die relativ beste sei. Die Teilung selbst solle aber eine E r f ü 11 u n g des Mandates bedeuten. Man dürfe daher bei Festsetzung der Grenzen^ des jüdischen Staates nicht die Zahl der heute in Palästina lebenden Juden in Betracht ziehen, sondern die Anzahl der nach Palästina strebenden und auf die Einwanderung nach Palästina angewiesenen jüdischen Massen. An der Debatte beteiligten sich weiter George Lansbury, Cazalet, Wedgewood und andere. Die Ausführungen Wedgewoods führten zu einem scharfen Zusammenstoß mit dem Kolonialminister, der sich persönlich gekränkt fühlte. Im Rahmen seiner Antwort erklärte Ormsby-Gore, daß die Mandatarmacht unter allen Umständen verantwortlich .bleibe für die AufrechterhaJtung von Gesetz und Ordnung im Lande, und daß sie diese Verantwortung nicht dadurch los werden könne, daß sie die Juden in Palästina bewaffne und es ihnen überlasse, ihre Kämpfe mit den - Arabern auszutragen. Die Regierung werde sich nicht treiben lassen, eben so wenig wie die Mandatkommission, Auf eine weitere Frage von Wedgewood, ob nunmehr nicht der Zeitpunkt gekommen sei, wiederum die ökonomische Fassungskraft des Landes der Schedule für die Einwanderung zu Grunde z\i ,legen.c antwortete Örmsby-Gore in verneinendem Sinne. Man werde vorerst weiter die Emwanderungsziffer in freiem Ermess e n nach den Umständen festsetzen müssen. Der Zusatzetat wurde ohne Abstimmung genehmigt. Der Board of Deputies für die IJilf«arbeite in Polen. m:. London, 13. März; Der Board o f D e.p u t Le s hat .beschlossen,. eine großzügige Sammelaktion, für die polnischen Juden einzuleiten. Zu den Organisationen, die für dieses große Werk herangezogen werden, gehört auch der Keren Hator ah. (JPB.) Heu e r s c h i e n e n .• Renegaten des Geistes Von Oberrabbiner Dr. JOSEPH CÄRLEBACÜ. Wer die tiefe Gründlichkeit'und .die bestrickende Schreibweise Joseph Carlebachs kennt, wird mit Freuden diese Schrift begrüßen,;die keine Zeitschrift^wöhnlicher Artist; sondeni . eine Berichtigung, eine Ehrenrettung der von eigenen Söhnen mißverstandenen und mißdeuteten Thora, Carlebach nimmt das .neueste Werk von Eljas Auerbach „Wüste und ge- 'lobtes Land" als ein' typisches Beispiel unhaltbarster-bibeli kritischer Spekulationen. ^Es geht in dieser Schnft weniger , darum, den Wahrheitsgehalt der biblischen Berichte* nachzuweisen; sie bedürfen keiner Belege; es werden- :vielmejir die methodischen Grundlagen,,der bibelkfitischen Beweisführung gezeigt und ad absurdum'geführt, damit eine interessierte le-5 serschaft, besonders eine an fremden .Lehrquellen geistig ge,-; nährte Jugend.erfährt, wie.sie jene Hypothesen Wellhäusens" ' und seinet'NafcKbeter *zü; werteWJha«.'> Preis RM I.OO. Außerdem erscheint in dritter Auflage: Die Well der Gebete I. Kommentar zu den Werktagsgebeten rgriffe'n: und' 'die Nachfrage ist sd -großi -daß-seiuiNpuerscheinen zum. dritten!'! '''>;;' .. Jrpße.^eji^e, avsTSsen ynrd.^ ,,•,:..'J)fls(ßuc\i^i'iri srcÄön^'Leinu;'ähd6ah3'' zum Preise' vo^KM,'5.00 erhältlich^'' U; bie^ell der Bebele II. 1 Kommentar zu den Sati>äf- und Feiertagsgebeteh " ' 'bibher vergriffen, erscheint in den nächsten Wochen >, Israelit und Hermon Jüd. Buchverlag 6.m.b.H. Frankfurt äm' Main - Schützenstraße 12 P6stsc,h.-Konlo Fr^nl^furt a. M. Nr. 19802

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