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Der Israelit · 1938-03-10 · Heft 10 (10.3.1938) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 10 (10.3.1938)
Date
1938-03-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Seite 91 serem teuren Lehrhaus gestohlen werde!" Da olieben sie wahrlich betroffen und fragten: „Wie sollte das möglich sein?" Da antwortete er ihnen nur; „Derselbe Dieb, der unser liebes Licht, den Mond, gestohlen hat, wird auch unsere Wärme stehlen können — den prächtigen Ofen unseres Lehrhauses. Was aber sollen wir dann in den Frösten tun?" — Und sofort erhoben sie sich und schrieben auf die Hauptwand des Ofens in großen und leuchtenden Buchstaben diese seltsame Inschrift: „ D i e s e r Ofen gehört ins Lehrhaus der heiligen Gemeinde Chelm." Wahrhaftig, wo sollte der närrische Dieb sein, der eine Sache stehlen würde, auf der ihres Besitzers Name steht? Und so steht denn jener Ofen auch bis zum heutigen Tage an seinem richtigen Ort, Wahrzeichen und Zeugnis allen Zeiten für die Weisheit der Chelmer. Und bis zum heutigen Tag ist die Gemeinde darauf aufrichtig stolz, freut sich und bricht in Verzückung aus: „Wo gibt's Klugheit wie in Chelm?" Dieser Ofen gehört ins Lehn, haus d. heil.Gemeinde Chelm Die drei Knaben in Susan. (Fortsetzung.) Mordechai fragte nun Jen zweiten Knaben; „Welchen Posuk hast du Heute in der Schule gelernt?" Der Knabe ant-! wortete: „Ich lernte heute ein schönes Wort aus dem Buche des Propheten Jesajah, es lautet; »752!? ä.ij?> 161 w narr nem (8,14) «?k ua» „Redet Rat, er wird zerstört, redet Wort, es wird sich nicht erfüllen, denn mit uns ist G'tt." Und wiederum sagte Mordechai zu Haman: „G'tt hat mir durch den Mund des Knaben Gutes künden lassen, ich fürchte_ dich nicht." Was ist der Sinn des prophetischen Wortes, daß Mordechai nicht mehr bangte und davon überzeugt war, daß G'tt auch diesmal seinem Volke helfen werde? .Gewiß," Mordechai war kein Prophet und konnte nicht in die Zukunft schauen. Aber er kannte die Geschichte seines Volkes, und diese sagte ihm, daß der Knabe wahr gesprochen. Manche Gefahr schon drohte dem Volke Israel, aber G'tt hat immer wieder geholfen. Mit 70 Personen ging Jakob hinunter nach Aegypten, und nach 130 Jahren wohnte im Lande Gosen ein großes Volk. Solange der Pharaoh lebte, der Joseph gekannt hatte, ging es dem Volke in Gosen gut. Als aber ein neuer König auf den Thron kam, begann eine schwere und lange Leidenszeit, und das Leben wurde zur Qual. Der neue König fürchtete das Aufblühen des Volkes, und er sann nach Mitteln, die Kraft dieses Volkes zu zerbrechen. (iXtf) Eines Tages ließ er seine drei Minister Ijob Jithro und Bileam zu sich rufen, um mit ihnen zu beraten, welche Maßregeln zu ergreifen wären, damit man das immer stärker werdende Volk in Gosen nicht zu fürchten brauche. Ijob schwieg, er fürchtete den Zorn des Königs; er wurde darum später von G'tt hart bestraft. Er verlor all seine Kinder und sein ganzes Vermögen. Jithro verteidigte das Volk. Er wies darauf hin, daß das Volk ja nicht für immer in Aegypten bleiben, sondern des Tages warte, da es sein G'tt wieder in die alte Heimat zurückführen werde. Und noch manches kühne Wort sprach dieser gerechte Ratgeber des Königs, doch er fand kein Gehör, ja. da man ihm nach dem Leben trachtete, floh er nach Midian, dort kam er zu hohen Ehren, er wurde Priester. Bileam, ein heimtückischer, habsüchtiger Mensch, bestärkte Pharao in seinem Vorgehen gegen die friedlichen Einwohner in Gosen. Es wäre Pflicht des Königs, so meinte er, das eigene Volk yor dem fremden Volk zu schützen. ■m IUI- Nun trat Pharaoh vor das Volk und sprach: „Seht, das Volk der Kinder Israel ist stärker und mächtiger als wir. Wohlan, wir wollen ihnen mit List beikommen. Es könnte

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