Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1938)
- Date
- 1938-03-10
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 92 sein, wenn Krieg entsteht, könnte es zu unseren Feinden übergehen und gegen uns kämpfen." Die Leidenszeit währte 80 Jahre. Dann führte G'tt sein Volk aus Aegypten in das Land, das er Abraham, Isak und Jakob verheißen. Pharaoh aber fand seinen Ton in den Wellen des Schilfmeeres. Bileam versuchte später noch einmal, Israel mit seTnem Worte zu vernichten. Ob er wollte oder nicht, stätt zu fluchen mußte er segnen. Im Kriege gegen Israel fand er den Tod. *?K -»3 Das alles wußte Mordechai, und darum war sr fest davon überzeugt, -daß auch diesmal G'tt sein Volk nicht verlassen werde. Was aber hatte Mordechai verbrochen, was hatte er Haman Unrechtes getan, daß dieser ihn töten wollte, ihn und alle Juden. Mordechai war doch ein großer Gelehrter und ein sehr frommer Mann. Er kannte das Gesetz der Thora: „Du sollst nicht hassen deinen Bruder, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Aber es fügte sich so, daß Mordechai — ohne es zu wollen — dem Haman in seinen dunklen Plänen immer in den Weg trat. Als Haman dem König den Rat gab, die Königin Vasti abzusetzen, da wollte er erreichen, daß seine eigene Tochter Königin werde. Aber das Fräulein Haman gefiel dem König nicht, und er gab der Pflegetochter Mordechais den Vorzug. Nun faßte Haman den Plan, den König zu beseitigen und sich selbst auf den Thron zu setzen. Aber auch dieses mißlang, und wieder war es Mordechai, der ihm in den Weg trat. Die beiden Buben wurden an den Galgen gehängt. Haman verstand es nun, sich bei dem König so beliebt zu machen, daß dieser gebot, jeder solle sich vor Haman wie vor einem König bücken. Jeder, der nun Haman begegnete, bückte sich vor ihm, nur Mordechai tat es nicht. Denn Haman hatte ein Götzenbild auf seiner Brüst hängen, und das zweite Gebot lautet: „Du sollst dich nicht vor ihnen (Götzen) bücken und ihnen nicht dienen." v Selbst, als Haman dem Mordechai nach dem Mahle bei der Königin Esther begegnete, bückte sich dieser nicht, Und als Haman sich dem Volke auf dem königlichen Pferd reitend, in königlichen Gewändern zeigen wollte, da wurde diese Ehre dem Mordechai zuteil, und ausgerechnet er, Haman, mußte Mordechai durch die Stadt führen. Als Haman den Plan gefaßt hatte, Mordechai zu beseitigen, beriet er sich — wie es Pharao getan hatte — mit seinen Freunden und Ratgebern. Viel Kopfzerbrechen machte es ihnen, den Monat herauszufinden, in dem er seine schwarze Tat zur Ausführung bringen könnte. Es wurde gelost, und das Los traf den Monat Adar. Da war große Freude, denn im Monat Adar war Moses gestorben. Aber daran dachte man nicht, daß auch Moses in diesem Monat geboren worden war. im "HIT Nun ging Haman zum König und sprach: „Es lebt da ein Volk zerstreut und abgesondert zwischen den Völkern in allen Provinzen deines Reiches, und seine Gesetze sind anders als die Gesetze des Volkes, und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht, und dem König nutzt es nichts, sie zu dulden. Wenn es dem König gefällt, so ergehe ein Schreiben, sie zu vernichten. Ich werde auch 3000 Talente Silber in die Schatzkammer des Königs legen. f Darauf erwiderte der König Achaschwerosch: „So gehe denn und tue mit dem Volke, wie es Dir gefällt." Aber: law |H" mn (Fortsetzung im nächsten Jahr.) EMKA. Denkt an die Werbewochen. Jedes Kind wirbt einen Abonnenten.