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Der Israelit · 1938-03-10 · Heft 10 (10.3.1938) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 10 (10.3.1938)
Date
1938-03-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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*-im?f^^^«f^^^^^^^^i^^^^^^^^^^^^^i^^^^^^^^^^5J|^^^Hj ii*5¥-?f'ifr:1 Seite 4 Nr. 10 D Israelit 10, März .1936 nen, sondern sehr derben Tone dargelegt und durch Zitate nicht jüdischer Theologen erhärtet wird, während die Geschichtlichkeit des Buches gestützt auf die Untersuchung eines Juden nicht geleugnet wird» — Hier soll keine Entgegnung geschrieben werden. (Das ist an leitender Stelle in Nr. 8 geschehen. Red.). Nur erkenne man daran, wie weltlich selbst ein Literat an ein solches Buch herangehen kann, von dem er selbst sagt, daß es ein den Heiligen Schriften zugehöriges Buch ist, Und nicht er allein, ein Stürmer und Dränger' mit jugendlichem Feuer und dadurch übereiltem Urteil, er findet sogar die Billigung eines Dozenten der Hebräischen Universität in Jerusalem, dessen Fachgebiet ganz wo anders liegt; des > Prof. Hugo Bergmann, der dem Verfasser —/"yirenn man den Bjrier* der als Approbation abgedrückt ist- .ernst Hu Pehmen hat. — zustimmt. -, " '• Nicht in Erez Israel „nur, sondern :üb,erall, macht das Studium und die Kenntnis der Bibel erfreulichere Fortschritte, und damit auch die Verbreitung der hebräischen Sprache. Datie?: dürfte es an der Zeit sein, die Heiligkeit unserer Bibel in erneute Erinnerung zu bringen. Jeder befleißige .sich, jedes biblische Buch kennen zu lernen, er vergesse aber nicht, die Distanz vor dem heiligen Buche zu wahren! Korrespondenzen. Deutsches Reich. Die Deutsch-Holländische Palästina-Verwaltung, Frankfurt a. M., 8. März. Die Deutsch-Holländische Palästina- Verwaltung, genannt „Kolel Hod", versendet in diesen Tagen ihre Zirkulare mit der Bitte, die Adar-Leerung der roten Büchse vorzunehmen. Nach alter Ueberlieferung sind sämtliche Challoh- Gelder, Rabbi Meir bal Haneß-Gelder, Machazis Haschekel-Gelder, Matnas Jad-Gelder und Maskir Neschomaus-Gelder nur an die Deutsch-Holländische Palästina-Verwaltung Frankfurt a. M., Röderbergweg 6, Postscheckkonto Nr. 9553 Frankfurt a. M. abzuführen. Transferierungsmögüchkeit ist vorhanden. Die Armen des Heiligen Landes warten sehnsüchtig auf die Hilfe durch die Deutsch-Holländische Palästina-Verwaltung. auf einen jüdischenAbnehmerkreis beschränken. Alle zum jüdischen Buchhandel gehörenden Personen und Unternehmen werden vom Sonderbeauftragten des Herrn Reichsministers für Volks auf klärung und Propaganda, Berlin W. 8, Wilhelmplatz 8/9 erfaßt und bedürfen seiner Zulassungsgenehmigung. Alle Anträge sind, direkt an die bezeichnete Stelle zu richten. Lehrerfortbildung, B ß r 1 i n , 3. März. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden teilt mit: Als Einrichtung der von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden organisierten Lehrerfortbildung soll zu Beginn des neuen Schuljahres in Berlin ein Kursus eröffnet werden, der Lehrern, die bereits ein pädagogisches Examen abgelegt haben, die für einen Werklehrer an Volksschulen nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse vermitteln soll. Der' einjährige Kursus findet nachmittags statt und wird 20' Wochenstunden umfassen. Es kann nur eine beschränkte Teilnehmerzahl r. aufgenommen werden. Die Teilnehmergebühr beträgt Mk. 5.--monatlich. Meldungen sind zu .richten - an das Sekretariat der Jüdiscllfen'Lehrerbildungsanstalt, Berlin SW. 19, Lindenstraße 48—50. Tagung der Israelitischen Landesgemeinde von Mecklenburg. Rostock, 1. März. Wie alljährlich fand im Februar die Tagung der Israelitischen Landesgemeinde von Mecklenburg in Rostock statt. Nach Begründung der Delegierten referierte Herr Direktor Samuel über die Lage der jüdischen Gemeinden Mecklenburgs, die durch Abwanderung immer schwieriger geworden sei. Für das Landesrabbinat Mecklenburgs erstattete Herr Rabbiner Dr. Winter, Lübeck, eingehenden Bericht, in dem er über die Veranstaltung der G'ttesdienste, die Erteilung des Religionsunterrichts, über das Gemeindeleben und die Jugendfürsorge ausführlich referierte. Insbesondere berichtete er über die Veranstaltung von Gemeindeabenden und die Betreuung der jüdischen Jugend und empfahl, in den Gemeinden Kurse für die schulentlassene Jugend einzurichten. Nachdem der Vorsitzende Herrn Rabbiner Dr. Winter für seine segensreiche Tätigkeit in Mecklenburg den besonderen Dank der Versammlung aus gesprochen hatte, referierte Frl. Hertz über die Fürsorge für die notleidende jüdische Bevölkerung an ihren Bericht schloß sich der von Frau Dr. Lind e n b e r g über die Tätigkeit des Wohlfahrtsaus Schusses und die Winterhilfe an. Dann wurde der Rechnungsabschluß für 1937 genehmigt und der Voranschlag für 1938 bestätigt. Nach einer Aussprache über die Wünsche und Verhältnisse der einzelnen Gemeinden sprach Her Dr. Arnold H o r w i t z über Auswanderung als Ver treter des Hilfsverema. Mit dar Aussprache über diesen Vortrag fand die ergebnisreiche Tagung ihren Abschluß. Herausgabe jüdischer Literatur genehmigungspflichtig. B e r 1 i n , 3. März. Die Presse-Abteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Vielfach besteht in jüdischen Kreisen nicht die notwendige Klarheit über die amtlichen Bestimmungen für die Herausgabe von Büchern und Broschüren. Um allen Beteiligten Unannehmlichkeiten und Nachteile zu ersparen, wird auf Folgendes hingewiesen: Laut Anordnung des Sonderbeauftragten des Herrn Reichsministers für Volksauf klärung und Propaganda vom 30. 7. 37 besteht eine besondere Genehmigungspflicht für die Herausgabe jüdischer Literatur, einschließlich aller Sonderdrucke, Festschriften und ähnlichen Broschüren, gleichgültig, in welchem Druck¬ oder Vervielfältigungsverfahren sie hergestellt werden, ob sie verkauft oder unentgeltlich verteilt werden sollen. In der Regel werden Herstellung und Vertrieb jüdischer Druckwerke nur im Rahmen des jüdischen Buchhandels gestattet. Jüdische Buchverleger und Buchhändler dürfen ihr Gewerbe im deutschen Reichsgebiet ausüben, ihre Tätigkeit auf jüdische Literatur und Der meinde, Ungarn. Brief aus Ungarn« Budapest, 3. März. Sekretär der Pester Israelitischen Kultusge- E p p 1 e r , wenn sie Alex E p p 1 e r , hielt eine Vorlesungsserie über Statistik und Wirtschaft der ungarischen Juden. Wir entnehmen ihr folgende Daten: Die Zahl der Juden in Ungarn nimmt ständig ab. So hat sie sich von 1920 bis 1930. von 5,9 Proz. auf 5,1 Proz. verringert. In Budapest ist die Abnahme noch bedeutender.. Hier ist die Zahl der Juden von 20,3 Proz. auf 19 Proz. gesunken. An Stelle der natürlichen Zunahme ist die natürliche Abnahme getreten, dies ist ein Zeichen des wirtschaftlichen Abstieges. Innerhalb der Verdienenden machen die Juden bloß 5,3 Proz.. aus. Sie' sind zwar in der Industrie mit 7,56, im Mandel mit 42,95, in den geistigen Berufen mit 25—42 Proz. vertreten, aber sie partizipieren in der Landwirtschaft bloß 0,33 Proz. und zwischen den öffentlichen Angestellten beträgt ihre Zahl 2,85 Proz. Bezeichnend für die kulturelle Stufe der ungarischen Juden ist der Umstand, daß sie 23,7 Proz. derjenigen ausmachen, die eine Mittelschule absolvierte«. Innerhalb der Hochschül-Absolventen beträgt die Zahl der ungarischen Juden 16,44 Proz. Erschreckend hoch ist die Zahl der jüdischen Arbeitslosen innerhalb der geistigen Berufe in Budapest; sie beträgt 26,6 Proz., sie ist also mit 10' Proz. höher als die Verhältniszahl innerhalb der Bevölkerung der Hauptstadt. Von den 60.000 Mitgliedern der Kultusgemeinde sind bloß 2800 mit höheren Beträgen besteuert (4,7 Proz. der Mitglieder).: 95,3 Proz. der., hauptstädtischen Juden können nur .mäßige Summen für die Erhaltung ihrer Gemeinde beisteuern und 24 Proz. sder Juden in Budapest sind auf die öffentliche Wohltätigkeit angewiesen. ' •. . Ein Büdapester Jude jinamens Ludwig W ei n e r hat dem Königssohn Ö 11?6 von H a b s b u r g einen Miniatur? Säbel zum Geschenk gemacht, welcherdie hebräische Aufschrift trä^t: „Haschern Sali Uihzudosi". Baron Moritz vön -^Zichy hat sich im Namen Ottos in überaus warmen Worten für das prächtige Geschenk bei Herrn Weiher bedankt. Den schriftlichen Nachlaß des Sprachforschers- ^Bernhard Munkacsi hat seine Familie der ungarischen Akademie der Wissenschaften überlassen. Die . Akademie hat nun die Herausgabe des- Nachlasses beschlössen und protokollarisch festgestellt,, daß Munkacsi der getreue Diener, Stolz und Förderer der Wissenschaft der ungarischen Nation gewesen und daß sein Nachlaß von bedeutendem, ja hervorragendem wissenschaftlichem Werte ist, Munkacsi war bis zu seinem im Vorjahre erfolgten Tode Schulinspektor der Pester Israelitischen Kultusgemeinde. Dr. Alexander Dach,- Chefarzt des Spitals der Orthodoxen Israelitischen Kultusgemeinde in Budapest, ist im 76. Lebensjahre gestorben. Er war ein vorbildlich frommer Jehudi. Die Rabbiner S u ß - mann und Steif haben seine _ charitativen und religiösen Verdienste an seiner Bahre gewürdigt. Die 'Zentralkanzlei der orthod o' x e n Israelitischen Juden Ungarns hat mehrere Rundschreiben an die Kultusgemeinden versandt. Zwei dieser Rundschreiben rufen zur Teschuwo auf, - ein drittes beschäftigt sich mit dem Schmittoj ä h r in Erez Israel und machte es zur Pflicht der Jereüm, am Schabbos- Schekolim für Unterstützung der frommen Kolonisten zu spenden. Ein viertes Rundschreiben gibt über Ausstellen und Stempelgebühren der Matrikelauszüge Weisungen. Ein weiteres Rundschreiben regt die Schaffung von juristischen Beratungsstellen innerhalb der Gemeinde an in Anbetracht dessen, daß die Behörden seit einiger Zeit sich sehr eingehend mit der Staatsbürgerschaft der Juden beschäftigen und verschiedene Dokumente von ihnen einfordern. Dieses Rundschreiben enthält detaillierte juridische Ratschläge und Aufklärungen in dieser überaus wichtigen Angelegenheit und teilt mit, daß die juridische Sektion der Zentralkanzloi bereif ist, alle Anfragen eingehend zu beantworten. Der Oberrabbiner der Orthodoxen Israelitischen Kultusgemeinde in Tab, R. Simche Bunem Breuer, Mitglied der Landesrepräsentanz der orthodoxen Juden Ungarns, ist in Budapest gestorben und wurde in seiner Gemeinde zur Kewüro getragen. Rumänien, Die Ueberprüfung der Staatsbürgerschaft. Bukarest, 4. März. Es verlautet, daß die Ausführungsverordnung zu dem - Gesetz über die U e b e.r p r ü f u n g der Staatsbürgerschaften noch die s e Woche erscheinen wird. Gleichzeitig wird durch besondere Gesetzesverordnung der von der jetzigen Regierung nach ihrem Amtsantritt bereits einmal verlängerte, Termin für die. Einreichung der Dokumente, bis zum 1. A p r H hinaus g e schob.e n. Nach dieser Gesetzesverordnung soll auch bestimmt werden, daß sich die der Ueberprüfung unterliegenden Personen vor Gericht v e r t r e t en 1 a s s &-w kön.n e n , falls-, das Gericht nicht ihr persönliches Erscheinen für" notwendig, hält. X ■; *v Zur Ablegung des'Eides auf die .neue VerfaS^ sung sollen diejenigen Anwälte, die von' den Anwaltskammern endgültig oder Yorläufi^yon . der Anwaltsliste gestrichen worden .• sind, n i c n t zugelassen werden. Die . Bestimmung betrifft insbesondere die j ü - dischen Anwälte, die dem Gesetz über die Ueberprüfung der Staatsbürgerschaften unterliegen und denen von einer Reihe von Anwaltskammern einstweilen die Erlaubnis zur Berufsausübung entzogen' wurde. . - Polen. iy Ein Ueberiall auf einen Chassidimrabbi. Lemberg, 7. März. Am Montag früh wurde im Zuge auf der Strecke Warschau—Lemberg in der Nähe von Lemberg der K omarner Rebbe, Rabbi Baruch S c h a p r i n, von einer Gruppe Hooligans überfallen. Der Rabbi urde tätlich angegriffen und einer aus seiner Begleitung, Rabbi Schönfeld, wurde schwer verletzt. Dem Eingreifen des Schaffners war es zu danken, daß die Ueberfallenen mit dem Leben davonkamen. Der Zwischenfall rief unter der polnischen. Judenheit große Aufregung hervor. 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