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Der Israelit · 1938-03-03 · Heft 9 (3.3.1938) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 9 (3.3.1938)
Date
1938-03-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Die bisherige Landungsbrücke in Tel Awiw wurde zum Passagierhafen ausgebaut. (Siehe Seite 2.) Neues Opfer in Palästina. Jerusalem, 28. Febr. Der Bürgermeister der jüdischen Ansiedlung von Jurra im Emek, Abraham Goldschlager, wurde heute nachmittag von vier Arabern überfallen und getötet. Die Attentäter entkamen. Goldschlager hat seit 17 Jahren in Paläsina gelebt und stammte aus Polen. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder. Aus der Agudas Jisroel- Bewegung. Vom Beth-Chinuch Berlin N. 4 (Artilleriestr. 31). Aufgabe des Beth-Chinnuch ist die charakterliche und geistige Ertüchtigung unserer schulentlassenen Jungen im Sinne des gesetzestreuen Judentums, sowie ihre Vorbereitung zum Berufseintritt bezw. zur Auswanderung; im besonderen eröffnet sich für die nach Erez Israel strebenden Jungen im Beth-Chinuch der Weg zum Chaluziuth. Das Beth-Chinuch nimmt Knaben aus allen Teilen des Reiches auf und setzt hierbei keine bestimmten Vorkenntnisse voraus. Von der Reichsvertretung und den beiden Berliner Gemeinden wird es weitgehendst gefördert. Die Notwendigkeit unserer bereits seit zwei Jahren erfolgreich arbeitenden Anstalt zeigt sich heute mehr denn je. Ueberall erwartet unsere Jugend ein schwerer Lebenskampf, und es genügt nicht, sie lediglich auf einen Beruf vorzubereiten. Sie muß vielmehr gleichzeitig die Aufgaben, die das Judentum ihr stellt, begreifen lernen und durch dieses Wissen gefestigt werden, damit sie sich im Leben bewähren kann. Hat sich doch die bisherige nicht genügende Berücksichtigung dieser Forderung oft schon bitter gerächt! Viele Jugendliche finden ohnehin nach der Schulentlassung nicht sogleich eine Lehrstelle oder Aus Wanderungsmöglichkeit; diese unausgefüllte Zeit vor dem Beginn der eigentlichen Berufsarbeit eignet sich am besten zur Verwirklichung des gekennzeichneten Zieles. Dieses bedingt zunächst, daß dem Unterricht in T'nach und Talmud, jüdischer Weltanschauung, Iwrith und jüdischer Geschichte ein großer Platz eingeräumt wird. Dieser Unterricht liegt in den Händen der Herren Rabb. A. Wolf, Rabb. S. Offenberg. Dr. P. Galewski und einiger Hilfsdozenten. Zur gleichzeitigen Berufsvorbereitung wird Unterricht in Englisch und Rechnen erteilt und an zwei Nachmittagen der Woche handwerkliche Vorlehre in Holz- und Metallbearbeitung, die dem Jugendpflege-Dezernat der Jüdischen Gemeinde untersteht. Die Teilnahme an unserem Unterricht befreit von der Berufsschulpflicht. Durch Arbeitsgemeinschaften, gemeinsame Sabbatfeier, wie durch Turnen, Spiele und Ausflüge wird auch die Erziehung zur Kameradschaft erstrebt. So ergibt sich für unsere Zöglinge eine" vielseitige und trotzdem einheitliche Ausbildung in einer Umgebung, in der sie sich wohlfühlen. Die in Berlin ansässigen Jungen nehmen nur am Unterricht und an den gemeinschaftlichen Veranstaltungen teil, während die auswärtigen auch in unserem Heim wohnen und beköstigt werden. In diesem können übrigens auch gleichgesinnte Jungen Aufnahme finden, die bereits in der Berufsausbildung stehen. Die Kosten betragen für Berliner RM. 20.— monatlich, für Auswärtige einschließlich Wohnung und Verpflegung RM. 55.—. In Fällen, in denen diese Beträge nicht oder nur teilweile aufgebracht werden können, werden sie, soweit möglich, durch Mithilfe Der Hochkommissar verabschiedet sich. Jerusalem, 27. Febr, Sir Arthur Wauchope hat ' sich gestern Abend durch eine Rundfunkansprache von der Bevölkerung Palästinas verabschiedet und reist morgen nach England ab. Die Palästina-Regierung entließ heute sieben arabische Beamten, darunter den Inspektor der moslemischen religiösen Gerichtshöfe, der gleich nach dem der öffentlich-jüdischen Körperschaften ergänzt. Aufnahme erfolgt in der Regel zu Beginn jedes Sommer- und Winterhalbjahres; Voranmeldungen können jederzeit stattfinden und sind möglichst frühzeitig erwünscht. Alle weiteren Auskünfte erteilt das Büro bereitwilligst. Das Kuratorium besteht aus den Herren: Rabb. Dr. J. Weinberg, Rektor des Rabbiner-Seminars, Vorsitzender; Rabb. Dr. L. Berkovits, Rabb. Dr. Ed. Biberfeld, Fr. Cohn, Rabb. Dr. J. Jakobovits. Rabb, Dr, H, Klein, Dr, med. Fr, Levy, Studienassessor E. Löwenthal, C, Salomon und A, Schoyer, Zweite litauische „Beth Jakob "-Konferenz- Montag, den 15. Schwat, fand im größten Saale K o w n o s unter dem Vorsitz der Ehrenpräsidentin des litauischen „Beth Jakob", Frau Oberrabbiner Schapiro, die feierliche Eröffnung der zweiten litauischen Beth Jako b-K onferenz statt. Nach zahlreichen Begrüßungen seitens der verschiedenen „Snifim" und Organisationen nahm der Mariampoler Raw, Rabbi S. Heller, das Wort zu seinem großangelegten, zweistündigen Referat über y-in ]wb- Die originellen, tiefen Mussargedanken, die in musterhafter Rede vorgetragen wurden, zwangen das Auditorium in ihren Bann. Der Vortrag erbrachte den Erfolg, den sich die Leitung von Beth Jakob davon versprochen hatte, nämlich das Problem iwb sn<i zu einem Problem der jüdischen Oeffentlichkeit zu machen und hinterließ bei allen Zuhörern einen starken Eindruck. Mit Deklamationen der Dichterinnen Frau Jehudis Glass-Stein und Frl. H. H i rschowitz und warmen Schlußworten von Frau Rabbiner Herckin (Sagur-a) wurde die erste feierliche Konferenzsitzung geschlossen. Der zweite Tag der Konferenz war mit einer Reihe von Referaten aus den verschiedensten Aufgabengebieten von „Beth Jakob" ausgefüllt. Besonders erwähnenswert ist das Referat von Frau E. Schmu- 1 o w i t z (Kowno) über „die Angehörigkeit des litauischen „Beth Jakob" zur Weltorganisation ,,Nowaj", das eine leidenschaftliche Debatte hervorrief. Obwohl fast alle Teilnehmerinnen sich ideologisch zu der Weltorganisation „Nowaj" bekannten, blieb doch alles beim alten, um auch weiterhin allen Schichten des litauischen Judentums die Möglichkeit zu geben. „Beth Jakob" zu besuchen. Mittwoch, den 17. Schwat, feierte der Kownoer „Beth Jakob" sein sechsjähriges Jubiläum unter Be-. teiligung sämtlicher Konferenzdelegierten. Nach eindrucksvollen Reden einiger Konferenzteilnehnierinnen, worin man hauptsächlich auf die Bedeutung der ■"TT3-Organisation hinwies, erhielten die Gäste aus Erez Israel, Herr Jakob Landau und Herr Silbe r b e r g , das Wort, deren Bericht über die Lage der P. A. J. in Erez Israel alle Anwesende aufs tiefste beeindruckte. Nach einem Appell für eine aktive Arbelt für den Keren Hajischuw und einigen erfolgreichen Gesängen des Kownoer ,",n,3-Chores schloß Frau Rabbiner H e n k i n (Seduva) die zweite litauische Beth Jakob-Konferenz mit dem Wunsche, die nächste Konferenz in Erez Israel abzuhalten. Mufti rangierte, ferner einen Neffen des Mufti, den Administrator der Awkaf-Güter und zwei Prediger der Omar-Moschees. Während des Jahres 1037 haben. 21 542 Juden die palästinensische Staatsbürgerschaft erworben, gegen 9313 im Jahre 1936. Unter den neue npalästinensjsehen Bürgern sind über 9000 frühere polnische. Untertanen, 2000 Deutsche, 1800 Russen, 1100 Jemeniten und 130 Rumänen, Die Arbeit der agudistischen Frauen. Von Nowaj wird uns berichtet: Auf Einladung einiger Damen aus dem orthodox-jüdischen Kreise sprach m Nove Zamky am vergangenen Sonntag vor einem zahlreichen Damenpublikum, das der große Saal der orthodoxen Volksschule kaum fassen konnte, Frau Hanna Lieberm a n n aus Bratislava über die Aufgaben der gesetzestreueh jüdischen Frau und setzte sich mit dem Programm der Agudas Jisroel auseinander. Sie sprach in ihrem mit großem Beifall aufgenommenen, äußerst inhaltsreichen Vortrage über die Pflichten der jüdischen Frau und Mutter für die jüdische Gesamtheit und erörterte konkret die Aufgaben, die ihrer Lösung durch sie entgegensehen. Zu der jüngeren Generation sprach über dasselbe Thema hierauf in sehr eindrucksvoller Weise Frl. M. Salzer, Bratislava. Die Vorträge haben eine solch spontane Begeisterung hervorgerufen, daß hierauf einmütig die Gründung einer Frauen- und Mädchengruppe der Agudas Jisroel ausgesprochen wurde, worauf die Gäste gleich in engerem Kreise Anleitungen über die Organisierung der Gruppe gaben. Die jungen holländischen Gruppen. Frau Rothschild besuchte die jungen holländischen Gruppen, um einen engeren Kontakt mit denselben herzustellen. Es fanden Arbeitssitzungen mit den Vorständen der Gruppen in Amsterdam, Rotterdam und Den Haag statt. Die Arbeitsmöglichkeiten einer agudistischen Frauengruppe sind trotz des einheitlichen Zieles sehr verschieden, und dürfte der Erfolg dieses Besuches vor allen Dingen darin bestehen, daß nunmehr die Vorsitzende Einblick in die Arbeitsmöglichkeiten der einzelnen Gruppenvorstände gewonnen hat, während andererseits die noch unerfahrenen Vorstandsmitglieder aus den gewonnenen Erfahrungen der agudistischen Frauenorganisation reiche Anregung gewinnen konnten. So haben sämtliche Damen Mut zu ihrer Aufgabe bekommen, weil sie fühlten, daß die Arbeit agudistischer Frauen sich vieler Weggenossen zum gemeinsamen Ziele erfreut. Es war weiterhin die Aufgabe der Vorsitzenden, etwas von der Begeisterung des Marienbader Frauenkongresses und von dem Verpflichtungsbewußtsein für die sozialen und kulturellen Aufgaben den Mitgliedern der Gruppen zu vermitteln. Deshalb fanden in Amsterdam und Rotterdam Vorträge mit anschließender Diskussion statt. Im Haag mußte der geplante Abend verschoben werden, da die Feierlichkeiten für die Prinzessin Beatrice die Absichten durchkreuzten. Ate Ergebnis der Aussprachen können wir mitteilen, daß die drei Vorstände Amsterdam, Rotterdam und Den Haag beschlossen haben, eine Landesorganisation zu bilden, um weitere Gruppen zu gründen und auch agudistische Frauen an kleineren Orten organisatorisch und geistig zu erfassen. Die holländischen Gruppen sind eifrig bemüht, ihre Verpflichtung für den Mädchenkibbuz in Jerusalem zu erfüllen. Eine intensivere Fühlungnahme mit der weiblichen Jugend in Holland wurde bereits angebahnt; und solle in naher Zukunft verstärkt werden-

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