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Der Israelit · 1938-02-24 · Heft 8 (24.2.1938) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 8 (24.2.1938)
Date
1938-02-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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24. Februar 1938 liehen Verhältnisse im Einwanderungslande Fehler begangen, die den Einwanderer außerordenllich teuer zu stehen kommen. Es ist unerläßlich, sobald der Entschluß zur Auswanderung gefaßt ist, den Rat des Hilfsvereins in Anspruch zu nehmen. Hier ist guter Rat billig*! Dr. E. B. Korrespondenzen. Deutsches Reich. Examen-Vorbereitung für auswandernde Aerzte. Berlin, 23. Febr. Die Reicksvfif tretung der Juden in Deutschland, der Hilfsverein der Juden in Deutschland und die Jüdische Gemeinde B e r 1 i n beabsichtigen bei genügender Beteiligung für solche Aerzte, die Aussicht haben, nach den Vereinigten Staaten einwandern zu können, Kurse zur Vorbereitung auf die von allen Aerzten verlangten medizinischenPrüfungen zu veranstalten. Zweck der Kurse ist, die nötige Vorbereitungszeit ' für die Ablegung der medizinischen Prüfungen in USA möglichst abzukürzen. Die Teilnehmergebühr beträgt monatlich RM. 50.—, das -heißt RM. 300.— für den ganzen Kurs. Die Kurse sollen am 1. April 1938 beginnen. Um einen Ueberblick über die Teilnehmerzahl zu gewinnen, sind umgehende Meldungen erbeten an die Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde Abt. Aerzte Berlin N. 4, Oranienburgerstraße 29. Oesterreich. Wiener Stimmungen. W i e n, 17. Febr. Eine offiziöse Verlautbarung weist darauf hin, daß keine Veränderung hinsichtlich der Rechtslage der Juden in Oesterreich zu erwarten sei. Aehnlich haben sich auch der Präsident der Kultusgemeinde und der Präsident „Union" geäußert. Der Vizebürgermeister Dr. Krasse, der als scharfer Judengegner bekannt ist, wurde zum Präsident <les offiziellen Gewerbebundes gewählt. Rumänien. Verordnungen in Rumänien. , Bukarest, 21. Febr. Der Innenminister hat eine Weisung an die Standesbeamten ergehen lassen, sie sollten einen Uebertritt von Juden zum orthodoxen Glauben nur dann zulassen, wenn die Antragsteller den rechtmäßigen Erwerb der rumänischen Staatsbürgerschaft dokumentarisch nachweisen könnten. wir nun stark trotz unserer Schwäche im Bewußtsein unserer Bestimmung! Das werde uns Deutung und Sinngebung unseres Schicksals. — Dann ist uns Schabbos Schekolim ein Frühlingsbote und Peßachherold, der uns mit Hoffnung und Zuversicht erfüllt. Aphorismen zur Sidra. (Aus dem „Thoraquell", Herausgegeben von A. S. Friedmanh, Chorew-Verlag, Warschau.) „Wenn Du aufnimmst das Haupt der Söhne Israels nach ihren Zählungen, so gebe jedermann eine Lösung seiner Seele (Kap. 30, 12)". Wenn Du, so spricht G'tt zu Moses, ein Oberhaupt i&m Israel setzest, so sei es nur ein Mann, der bereit ist, seine ganze Seele für Israel und die Interessen des Volkes einzusetzen. (Alschich.) * * * Eine Feuermünze holte G'tt aus seinem Ehrenthrone und zeigte sie Mosche, mit den Worten larv» 51T3 „eine solche sollen sie geben!" Jede gute Tat hat nur dann ihre Bedeutung, wenn sie aus innerem Feuer entsprungen ist. Almosen ist aber in doppelter Bedeutung dem Feuer zu vergleichen. Man kann, je nach der Art, wie man die Unterstützung gibt, wärmend oder v e r z e h r e n d wirken. Die stille Gabe in diskreter Art ist der höchste Grad des Wohltuns. Der Israelit In einem Rundschreiben an die Präfekten ordnet «er Innenminister an, daß für die Beachtung der S o n n tagsruhe auch in den Landgemeinden Sorge getragen werden solle. Unter Berufung auf das Gesetz über den Belagerungszustand hat der Innenminister das Erscheinen einer Reihe von jüdischen und anderen Minderheitenzeitungen untersagt. Es werden mehrere jüdische Zeitungen, die teilweise in jiddischer oder hebräischer, teilweise in deutscher oder ungarischer Sprache erscheinen, betroffen, darunter jedoch nicht das zionistische Hauptorgan, Der Minister des Innern hat eine scharfe Order an die 71 Distriktsgouverneure erlassen, worin die S c h 1 i e ß u n.g aller politischen Klubs angeordnet und allen Beamten einschließlich der Lehrer, Aerzte, Ingenieure usw. verboten wird, sich an irgendwelcher politischen Tätigkeit zu beteiligen. Auch wird den Beamten eine anständige und objek- . tive Haltung gegenüber allen Bürgern vorgeschrieben. Polen. Verbot der Endek-Partei in Wilna. W a r s c h a u , 20. Febr. Im Bezirk Wilna haben die Behörden die Endek- P.artei aufgelöst. Drei Mitglieder wurden in ein Konzentrationslager verbracht. Der Antrag auf Erlaß eines v ö 11 i g e n Schächt- *■ Verbotes ist einer Sejm-Kommission überwiesen worden. Erklärungen im Sejm. Warschau, 17. Febr. Im Sejm erklärte nach einer Anfrage von Senator Trockenheim, ob das Picket-Stehen vor den jüdischen Läden legal oder illegal sei, der Premierminister, das Gesetz sei dunkel. Das Picket-Stehen sei aber in früheren Jahren auch von jüdischer Seite schon ausgeübt worden. In der Debatte kamen zahlreiche Stimmen gegen die Ghettobänke und andere antisemitische Tendenzen zu Wort. Senator Trockenheim hielt eine längere Rede, in der er ausführte, er habe den Eindruck, daß der polnische Senat anfange, einzusehen, wie schädlich der antisemitische Kampf den Staatsinteressen sei. Der Boykott sei durch-und durch ungesetzlich. Ein wichtiger Beschluß des Warschauer Rabbinates. Warschau, 16. Febr. Vor einiger Zeit beschwerten sich zwei jüdische Advokaten beim Oberrabbinate gegen zwei Rayonrabbiner, die sich weigerten, ihren Kindern Matrikelkarten auszustellen, solange diese keiner Miloh unterzogen werden. Die Petenten betonen in ihrem Schreiben, daß sie areligiös gesinnt seien und daher die Beschneidung nicht vornehmen ließen. Sie wünschen aber dennoch, daß das Oberrabbinat die zuständigen Rabbinen zur Ausstellung der Matrikel auffordere. Daraufhin hielt das gesamte Rabbinat eine Sitzung ab, auf der beschlossen wurde, sich dem Verhalten der beiden Rabbinen anzuschließen und grundsätzlich die Ausstellung der Zeugnisse bei Kindern, die in den Bund Abrahams nicht eingeführt worden sind, zu verweigern. Als Begründung führt das Rabbinat an, daß Kinder ohne Miloh eben nicht in die Liste von jüdischen Kindern gehören. Kleines Feuilleton* Aus jüdischem Geiste. Vor Rabbi Abraham Zwi, dem Verfasser des „Pissche Teschuwa" erschienen mehrere Pächter zu einer Gerichtsverhandlung. Es war ihnen vom Gutsbesitzer auferlegt worden, ihm eine gewisse Summe abzuführen. Bei der Umlage des Betrages kamen sie aber in Streit miteinander, da jeder behauptete, er zahle zuviel zugunsten des Anderen. Nachdem der vom Rabbi vorgeschlagene Vergleich von allen Pächtern abgelehnt worden war, nahm sich Rabbi Abraham Zwi jeden Einzelnen vor und fragte ihn, wie hoch er seine Kollegen einschätze. Nun fällte der Rabbi das Urteil auf der Grundlage des Gutachtens, das jeder für jeden abgab. Wollte einer protestieren, sagte der Rabbi: „Zehn Zeugen im Saale belegen die Richtigkeit der Einschätzung". * * Der Chofez Chajim pflegte zu sagen: „Ob Chassidim oder Misnagdim, ob Sefardim oder Abendländer! Die Einen beginnen mit einem ..Mismor schir Chanukas", die Anderen mit „Hodu", die Dritten mit „Jehl Chewod". Und alle einigen sich in einem Lobgesang zu Ehren G'ttes." * * Zu Rabbi Eliokim Schapiro in Grodno kam ein Mann jammernd und händeringend: „Rabbi, ich bin verloren, mein Haus ist abgebrannt." „Panke G'tt." sagte der Rabbi, „besser ein Baal Habajith ohne Haus, als ein Haus ohne Baal Habajith." " * * Nr. 8 Seite 5 Massenversammlungen in Warschau. Warschau, 17, Febr. Am letzten Mittwochabend wurden in Warschau zwei Massenversammlungen abgehalten zum Zwecke der Hebung der KaschrulkvefKäliflisse in der Stadt. Beide Versammlungen waren von vielen Tausenden besucht. Von prominenten Rabbinen. und politischen Führern wurden große Reden gehalten, worauf in beiden Versammlungen eine gleichlautende Resolution beschlossen wurde, die im Wesentlichen« folgendes besagt: Die Versammelten bekennen sich zu der neuen Kaschruthordnung in Warschau und verpflichten sich, nur solches Fleisch zu kaufen, das den Stempel des zuständigen Rabbinates trägt. Alles unkontrollierbare Fleisch, auch Geflügel, das aus der Provinz gebracht wird, darf fortan nicht mehr gekauft werden. Es wird beschlossen, eine Propaganda zur Einhaltung der rabbinischen Verordnungen in der ganzen Stadt zu* entfalten und aus jedem Bethause die angesehensten Mitglieder in das sentrale Kaschruth- Komitee zu delegieren. Litauen* Erklärungen des litauischen Staatspräsidenten. K o w n o , 17. Febr. Anläßlich des zwanzigsten Jahrestageder litauischen Staatsgründung wohnte der Staatspräsident von Litauen, S m e t o n a , mit seiner Gattin einem Bankett des jüdischen Frontsoldatenbundes bei, wobei er seiner Sympathie und Anerkennung für die Juden Litauens und ihre staatsbürgerlichen Leistungen Ausdruck verlieh. Der Präsident betonte, daß trotz der Verfassungsänderung eine tatsächliche Minderung der nationalen und religiösen Rechte der Juden vollkommen ausgeschlossen sei. Das Verfassungskomitee des Parlamentes lehnte die Aufnahme einer Klausel zum Schutze des Minoritätsrechtes ab, beschloß aber einen Paragraphen, in dem die Gleichheit aller litauischen Bürger ohne Unterschied von Religion und Nationalität ausgesprochen wird. Lettland. Eine neue Jeschiwa in Lettland. Dwinsk, 16. Febr. Auf den Namen des Gaon Rabbi Meir Simcha ^'Xt wurde eine neue Jeschiwa errichtet, die in den letzten Tagen feierlich eingeweiht wurde. Die Feier, an der sich bedeutende Rabbinen mit ihrer Anwesenheit und mit Reden beteiligten, gestaltete sich zu einem großen religiös-gesellschaftlichen Ereignis der lettländischen Judenheit. England. Vom Unterhause. London, 21. Febr. Im Rahmen eines längeren, aber gänzlich belanglosen Frage- und Antwortspieles über Palästina im Unterhaus erklärte der Minister u. a., man habe sich dafür entschieden, den Antrag der Jewish Agency. die jüdischen Omnibus-Chauffeure mit Waffen auszurüsten, abzulehnen. Mehrere Fragen, die sich auf die Palästinapolitik im Ganzen bezogen, lehnte der Minister ab zu beantworten. Rabbi Loeb Katzenellenbogen aus Brisk pflegte auf halachische und theoretische Fragen, die an ihn von Lernenden und Jüngern ergingen, kurze, präzise Antwort zu geben, ohne auf weitläufige Auseinandersetzungen einzugehen. „Warum so kurz?" fragte man ihn. „Will ich euch Sagen", antwortete Rabbi Loeb; „Der Fragende kommt mit dreierlei Absicht zu mir. Erstens will er seinen Scharfsinn zeigen, zweitens will er meinen Scharfsinn prüfen, zuletzt will er wohl auch die Halacha erfahren. Ueber den Stand seines Scharfsinns bin ich schon gleich durch die Art seiner Fragestellung orientiert. Das Maß meines Scharfsinnes kenne ich und brauche es nicht zu zeigen. Bleibt also die Halacha, und die ist mit einigen wenigen Worten ausgesprochen." BBaBaaBBBBBBBBBBBBB Wochenkalender. Vom 26. Februar - 5. März 1938 Vom 25. — 2. Adar II 5698 - W ip Samstag Febr. 26 18 mn»*» ie o'bp» 'ö bapi tav Sonntag 27 19 TB «rinn j^staa Montag 28 ■ 20 p Dienstag Mä'Z 1 TIR 2 n> Mittwoch 2 22 V ]Bp 1133 DT» Donnentag 3 23 3 enn Dum 'k Freitag 4 24 «3 ptn twvt ja Samstag 5' 25 33 nposn 'HipB ns«r J

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