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Der Israelit · 1938-02-24 · Heft 8 (24.2.1938) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 8 (24.2.1938)
Date
1938-02-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 8 Der 1s r a eli t '24; Februar 1938 V K E RE N HA TO RA H steht im Dienste unse r e r J u gend' Talmud Tora-Schulen - für unsere Jugend! Religionsunterricht in lehrerlosen Gemeinden - für unsere Jugend I Keren Hatorah-Heime - für unsere Jugend! \ Subventionierung des Jeschiwd-ßesuches - für unsere Jugend! Landesdirektorium des Ke-ren Hatorah, Hamburg, Postscheckkonto: Hamburg 24753 U£Ä Trinlten, Unterhaltung und ähnlichem verloren gehe, sondern, daß sie mit Worten von Weisheit und Thoralernen verbracht werden; denn den Hauptteil seiner Weisheit erwirbt der Mensch gerade in der Nacht. Im Sommer soll man vom 15, Aw ab anfangen, auch wieder Nachts zu lernen und mit den länger werdenden Nächten immer mehr. „Und wer (das nächtliche Lernen mit den länger werdenden Nächten) nicht mehrt, (dessen Lebenszeit) wird verringert." (s. Bowo basro 121b.) 8. „Ein Haus, in welchem bei Nacht nicht Worte der Tauroh erklingen, wird vom Feuer verzehrt d" > en. j 9. Wer die Möglichkeit hat, sich mit der Tauroh j zu beschäftigen und nutzt sie nicht aus, oder wer | schon Mikroh und Mischnoh gelernt hatte und dann aufgehört hat, um sich den nichtigen Dingen dieser Welt zuzuwenden, und sein Thoralernen aufgegeben hat, der gehört zu denjenigen, von denen es heißt: „Das Wort G'ttes hat er verachtet" usw. (Bemidbar 15, 31.) 10. Wer das Taurohstudium im Reichtum unterläßt, d. h.: wenn ihm die Möglichkeit dazu leicht gegeben ist, dessen Los wird sein, es aus Armut zu unterlassen. Umgekehrt: Wer das Taurohstudium in Armut hochhält, d. h.: wenn seine Lage ihm das Lernen schwer macht, der wird es einst im Reichtum hochhalten können. Guter Rat ist - - - billig, Vom Hilisverein. der Juden in Deutschland wird uns geschrieben: Wer heute im öffentlichen jüdischen Lebeu steht, wer die Arbeit der Organisationen kennt und mit ihren Leitern Fühlung hat, der ist von der Ueberzeugung erfüllt, daß Auswanderung nicht nur das beherrschende Unterhaltungsthema, sondern das überragende jüdische Tagesproblem geworden ist, zu dessen öffentlicher Erörterung, wo immer dazu sich Gelegenheit bietet, unsere Menschen mit gespanntem Interesse von überall her zusammenkommen. Das haben z. B. auch die zahlreichen jüngsten Vortragsveranstaltungen des Hilfsvereins im Reiche besonders deutlich gemacht: sie waren durchweg sehr stark besucht. Dringende Bitten vieler jüdischer Gemeinden, weitere Vorträge zu veranstalten, liegen vor; ihnen wird im Rahmen des Möglichen entsprochen werden. Im übrigen aber sprechen die Besucherzahlen in den 16 Beratungsstellen des Hilfsvereins, der ja heute die zentrale Organisation für die nichtpalästinensische jüdische Auswanderung ist, eine beredte Sprache: Täglich 600 Ratsuchende und mehr in Berlin und im Reiche, die den Beratern immer wieder dieselbe schicksalvolle Frage vorlegen: „Wohin kann ich auswandern? Was muß ich tun, um in das Land zu gelangen, das ich gemäß dem Rat des Hilfsvereins als meine neue Heimat erwählen will?" Aber nicht nur die Zahl der Fragesteller hat sich in den letzten Monaten vervielfacht und f^^M' > ^fP^-f' Zum Sabbat Schekolim. Von Rabbiner Dr. M, Lewin in Hamburg. Aus der Fülle der Midraschinv die sich an den Schekelabschnitt anlehnen, diesen nich* nur nach seinem Inhalte und Geiste deutend, sondern auch zu einer Ewigkeitsweisung erhebend, seien zwei herausgehoben, die uns als ein tnvn -m als ein Aufruf an unsere Zeit und an unser Geschlecht gelten können. R. Abraham lehrte. Mosche sprach vor dem Allerheiligen. Wodurch kann sich Israel in seiner Würde und Bestimmung zeigen und damit sich immer wieder erheben? Da vernahm er die Antwort: Nur dadurch, daß die Schekelsatzung für ewig erfüllt, wird . . . Israels Schicksal, das ahnt Mosche in seiner großen Liebe und Fürsorge für sein Volk, wird mondrfleich sein, bald lichterfüllt, bald umdüstert schattenhaft. Aber auch im Dunkel der Nacht soll es seine Kraft bezeugen und des Lichtes nicht entbehren. Das drängt ihm die Frage über die Lippe: Wie kann Israel aus der Tiefe sich erheben, auch im Sr-an 112 im Schmelzofen der Leiden seiner Würde sich bewußt zeigen und sich widerstandsfähig erweisen, der Eiche gleich, die allen Stürmen trotzt, die durch ihre Wipfel toben? So vernimmt er denn den Trots: Israel bleibt ungebrochen, das Volk der Ewigkeit, wenn es die Sprache seiner Schicksale recht Versteht und deutet, Rtfn '3- Zu tragen und zu damit dem Hilfsverein eine organisatorische und bevölkerungspolitische Aufgabe gestellt, wie wohl noch keiner anderen jüdischen Organisation zuvor; es ist vielmehr gleichzeitig ein tiefgreifender Wandel in der Zusammensetzung des ratsuchenden Publikums zu verzeichnen. Während sich bisher überwiegend Minderbemittelte oder Mittellose an den Hilfsverein wandten, um mit seiner Unterstützung die Auswanderung durchzuführen, steigt neuerdings auch von Tag zu Tag die Zahl derer, die auf eine solche finanzielle Hilfe nicht angewiesen sind, sondern seinen Rat und seine Erfahrungen beanspruchen. Viele Kapitalisten nehmen jetzt Veranlassung, ihre Auswanderungspläne mit den Beratern des Hilfsvereins zu besprechen, und in vielen Fällen haben sie dadurch überhaupt erst Klarheit über ihr zum Teil noch nebelhaftes Vorhaben erlangt. Ob schon jahrelang Mitglied, ob erst kürzlich beigetreten oder bisher noch abseits stehend, sie alle haben mit Hochachtung und wohl auch mit einem gewissen Stolz, daß jüdischer Gemeinsinn ein solches Hilfswerk geschaffen hat, die Beratungsstelle verlassen, die ihnen kostenlos aus dem Schatze ihrer Kenntnisse und Erfahrungen kostbares Wissen und wertvolle Ratschläge gespendet hat. Sie haben auch fast alle begriffen, daß man das Seine tun muß, um den Hilfsverein in den Stand zu setzen, jeden unter uns beraten zu können und ihm, wenn es nottut, den Weg nach draußen zu ebnen. Viele Tausende sind im abgelaufenen Jahre Mitglieder des Hilf s Vereins geworden, weil sie erkannt haben, daß es um ihre eigenen Interessen geht, deren Anwalt und treuhänderischer Berater der Hilfsyerein ist. Mancher erkennt-das freilich erst, wenn er dem Berater gegenübersitzt, wie jeher Zeitgenosse, der allen Aufforderungen zum Beitritt bisher siegreich widerstanden hatte, bis er unverhofft im Beratungszimmer dem Manne gegenübersaß, der immer wieder Versucht hatte, ihm zu besserer Erkenntnis zu verhelfen. Mögen die Leser dieser Zeilen schon frühe r zu der Erkenntnis gelangen, daß jede Mark,, die sie dem Hilfsverein als Mitgliedsbeitrag geben, produktiv angelegt ist für den Aufbau neuer Existenzen unserer auswandernden Brüder und Schwestern. Man sage nicht, daß diese Mittel durch den „Apparat" verschlungen würden, dieser „Apparat", der überdies relativ sehr klein ist, ist produktiv und macht sich hundertfach bezahlt, wenn ihm nur Jeder Gelegenheit gibt, sich an ihm zu bewähren! Gewiß braucht der Hilfsverein Mitglieder, und natürlich zahlende Mitglieder; er kann aber seine beispiellose Verantwortung, unsere Auswanderer bevölkerungspolitisch richtig zu lenken und sie nach ihren Fähigkeiten und. Möglichkeiten wieder seßhaft zu machen, nur dann tragen, wenn niemand auswandert, ohne vorher den Rät de s Hilfsvereins in Anspruch genom m e n z u haben. Es ist nicht nur das Recht jedes in Deutschland ansässigen Juden, den Hilfsverein um Rat anzugehen, vielmehr hat Jeder gegenüber der jüdischen Gesamtheit die unbedingte moralische Pflicht, sich dieses Rates zu bedienen, damit nicht eine „wilde", planlose, Auswanderung Platz greift, die das mit unendlicher Geduld, Intelligenz und Mühe schon erreichte zunichte macht und die Verwirklichung noch größerer Zukunftsaufgaben gefährdet. DieNichtbefolgung dieses Rates führt überdies nur allzuleicht zur Außerachtlassung wichtiger gesetzlicher Formalitäten, die zur Erteilung eines Visums seitens des Emwanderungslandes gefordert werden, und damit oft zu Geld- und Zeitverlust für den Auswanderungswilligen. Häufig werden aber auch bei der Einwanderung selbst in Unkenntnis der Zollvorschriften oder der wirtschaftdulden mit Ruhe und Würde, — und mit Verantwortungsgefühl und Gemeinschaftssinn zu jedem Opfer bereit sein, das die Not der Zeit bedingt —, freudig zu entbehren und zu entsagen, wo es der Dienst an der Gesamtheit erfordert und reichen Segen für eine neue Zukunft verheißt, — das soll unser jüdischer Weg sein und bleiben, der uns aus der Niederung zur Höhe weist. Opferbereitschaft, Selbstverleugnung, Anspannung aller unserer materiellen und seelischen Kräfte ist das Gebot unserer Tage für einen jeden in Israels Gesamtheit. Da gilt vollends; „Alle haben die Pflicht, ihren vollen halben Schekel auf die Wage des Heiligen zu legen". Je größer die Not ist, und ihre Ueberwindung Kraft erfordert, desto mehr bewähren wir uns als die Träger der heiligen Sinaibotschaft, wenn wir uns an unsere Pflicht mahnen lassen und Herz und Hand den Aufgaben weihen, deren Erfüllung uns allen obliegt wie der Heiligtumsbau in der Wüste, der als die Wohn- und Thronstätte G'ttes durch die Gaben und Spenden der Gesamtheit in seiner Pracht und Vollendung erstand. Es ist gewiß ein schwerer, ein dornenvoller Weg, den wir zu wandeln haben, um eine neue Zukunft uns zu bauen. Die Not der Zeit entspannt aber auch die edelsten besten Kräfte und Fähigkeiten in und unter uns- und wird so zu einem Licht- und Segensquell für unsere Gesamtheit, Das ist auch der Sinn des Midraschwortes: „Israel stürzte aus seiner Höhe, als es selbstvergessen das Wort sprach: dieser Mann Mosche, der uns aus dem Lande Aegypten heraufgeführt, wir wissen nicht, was ihm geschehen ist: Hier offenbaren sie ihren vollen Abfall von G'U. Haben sie nicht eben am Sinai gehört: Ich bin der Ewige dein G'tt, der dich aus dem Lande Mizraim geführt? So schnell verleugneten sie diese heilige Kunde, die sie für ewig an den Herrn binden sollte, daß sie auch dann nicht in die Irre gehen, wenn sie ihren Lehrer und Wegbereiter entbehren müssen. So sinken sie zurück in das mizraitische Götzentum, von dem sie des Herrn Liebe befreit. — Das war die Sünde gegen den jüdischen Geist und blieb, wie es unsere Alten sagen, für immer Keim und Wurzel für den durch alle Phasen unserer. Geschichte sich kundgebenden Rückfall Israels in die Sünden- und Schuldlast seiner Jugendverfehlung des goldenen Kalbes. Man glaubte nur, das anerkennen und würdigen zu sollen, was man mit seinen Sinnen wahrnehmen und im Glänze der Macht und Fülle bewundern könnt«. Und so sank unsere Gemeinschaft immer wieder von der Höhe der überweltlichen Aufgabe, für die es bestimmt war, zu liebdienerischer Anpassung und Angleichung an Anschauungen, die dem Geiste des Judentums wesensfremd waren und zur Entjüdischung führten. Das war ganz gewiß auch nicht anders, als die neue Zeit manchen Wandel zu Licht und Freiheit brachte. Man sah nicht, man vergaß den, der f=r~tfn r*T~\ nicht in der Natur nur Licht und Finsternis sich ablösen läßt, - sondern auch in der Geschichte der Menschen und Völker die Zeiten ändert. Wieder verpaßte unsere Gemeinschaft den rechten Augenblick, in dem es zur Ehre G'ttes und im Dien5te der M^nschh^lt für die Verherrlichung unserar Thora hätte w.'rven. können. — imjin m \\-bz D?.s Wüs*<*n3es^hlecht erhobsich wieder, als es im heiligen Wetteifer der Hingabe freudig und willig dam Rufe G'ttes fo^te: rir i3n'. Nun sollen sie spenden und dps Heiligtum bauen. Das soll uns vorgezeichn.et sein; Wir kommen wieder zu Ehren, zu Ansehen und Würde, wenn wir als volle Juden leben und wirken und an G'ttes Wort und Willen uns aufrichten. Eine neue Zukunft aber ist nur im Lichte G'ttes möglich. Werden

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