Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 5 (3.2.1938)
- Date
- 1938-02-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2451012-2451017--83527-2541532- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3. Februar 1938 Der Israelit Nr. 5 Seite .11 Personalien. Aron Hirsch 80 Jahre alt. Berlin, 31. Jan. Am 6. Februar feiert Herr Aron Hirsch seinen 80. Geburtstag. Auf ein Leben reicher Arbeit, auch im Interesse der jüdischen Gesamtheit, kann der J bilar zurückblicken. Seine Verdienste als Repräsentant der Berliner Jüdischen Gemeinde sind unver wischlich. Mit seinem kaufmännischen Weitblick und seinem großen, unermüdlichen Arbeitsfleiß konnte er schwierigste Aufgaben lösen. Insbesondere lag ihm neben den anderen Kultusangelegenheiten xdas Kasch ruth der Gemeinde am Herzen, wobei er seine in nerliche Verbundenheit mit dem traditionellen Judentum bekundete. Ein Mann von vornehmster Ge sinnung, errang er sich die Herzen aller, die geschäftlich oder im Gesellschaftsleben mit ihm zusammen kamen. Auch als er sich in späteren Jahren von aller öffentlichen Tätigkeit zurückgezogen hatte, bewahrte i r den jüdischen Angelegenheiten ein lebhaftes In- 1 fresse und versäumte nicht, aus der Fülle seiner X '.fahrungen immer neue wertvolle Anregungen zu ■', ben. _ Von seinen wissenschaftlichen Interessen ist seine Vorliebe für ä g y p t o 1 o g i s c h e Studien noch zu nennen, denen er sich heute noch mit Eifer widmet, stets froh beglückt, für eine biblische Stelle eine Erklärung — es bedarf für ihn keines Beleges — in der Wissenschaft zu finden. Möge Herrn Aron Hirsch gegönnt seint sein arbeitsvolles Leben in ungetrübter Gesundheit fortzusetzen. ™> o-nwn na» Paris, 29. Jan. Zum Berichte über den Geburtstag des Herrn Hermann Faust, z. Zt. in Paris, in der jüngsten Nummer ist berichtigend zu bemerken, daß Herr Faust seinen fünfundsiebzigsten (nicht siebzigsten) Geburtstag feiert. Fürth i. B., 1. Febr. Frau Berta Schatzmann begeht' am 10. Februar ihren 8 0. Geburtstag. Frau Schatzmann genießt als Frau von großer Frömmigkeit und stiller Wohltätigkeit allgemeine Achtung. Wir wünschen ihr einen weiteren heiteren Lebensabend in ungetrübter Gesundheit. P"3n»y. Vermischtes. Berlin, 31. Jan. Die große Jugendkundgebung unter dem Motto „Jüdische Jugend in dieser Zeit, Ende und Neubeginn" findet am Montag, den 7. Februar, 20.30 Uhr pünktlich im Brüdervereinshaus, Kurfürstenstr. 115/116, statt. Es werden Hans Friedenthal und Georg Josephthal sprechen. Köln, 1. Febr. Im Monat August soll eine zweite Sonderfahrt für Lehrer nach Palästina unternommen werden. Es kommen nur Damen und Herren in Frage, die im Schuldienst stehen. Meldungen sind zu richten an den Redakteur der Jüdischen Schulzeitung, Herrn Dr. Siegfried Braun, Köln-Sülz, Unkelerstr/ 17, Familien-Nachrichten. Geburten:. Ein Sohn, Ludwig Adler •le geb. Kahn, Markelsheim. — Eine S Rabbi Ch. Gateshead, und Frau Tochte S. 79 Lopion Bewick und Frau Road. Libe geb. Bloch, Bücherbesprechungen. Rabbinische und religiöse Neuerscheinungen. minsfi ntfaaa nennt sich ein 56 Seiten starkes Werkchen des durch seine zahlreichen halachischen Veröffentlichungen wohlbekannten Rabbi Chajim Jehuda Ehrenreich. (Humenne C. S. R.) Das Buch enthält sieben agadische Vorträge zum Geburts - und Todestage von Moschc am 7. A d a r. Die Betrachtungen zeichnen sich durch große Klarheit. in Sprache und Disposition aus und werden besonders Vereinsrabbinern, die aus diesem Anfaß von Jahr zu Jahr entsprechende Vorträge zu halten haben, eine willkommene' Gabe sein. * * '* Heft 4 des vom gleichen Rabbi redigierten "fti« □^nn enthält Aufsätze über Stoffe aus J e r u - s c h a 1 m i und R a m b a m , exegetische Beiträge zum Buche „Micha" und zum Kommentar des Ibn Esra u. v. m. Es ist das hohe Verdienst Rabbi Ehrenreichs,- daß er seit nun 14. Jahren den Thoraaustausch in der talmudischen Gelehrtenwelt inso idealer Weise aufrechterhält. Unter dem Titel „Der Thoraquell" gibt Alexander S. Friedmann Hefte zu den Wochenabschnitten in der jüdisch-deutschen Volkssprache heraus. (Verlag P. Lewin, Warschau Twarda 29.) Sie enthalten Worte, Gedanken, Betrachtungen und Aphorismen von den Größten der Zeit und aller Zeiten Die uns vorliegenden sieben. Hefte stellen eine jüdische Volksliteratur edelster Art dar. Die Frankfurter Woche; Sitzung der Gemeindevertretung „Israelitische Gemeinde". Die erste Sitzung im neuen bürgerlichen Jahr « brachte die Wiederwahl des Vorsitzenden,1 Herrn Dr Richard Merzbach, der nunmehr 30 Jahre dem Vertretungsgremium der „Israelitischen Gemeinde" angehört. Die erforderliche Neuwahl für die verschieden sten Kommissionen ergab die Bestätigung fast aller bisherigen Posteninhaber. Danach sind stellvertre tende Vorsitzende der Gemeindevertretung die Her ren Felix Meyer und Dr. Pommeranz; Schriftführer die Herren Dr. Heiner Mayer, Heinrich Rothschild und Dr. Loew. Bei den Konservativen ist Herr Ludwig Moritz neu eingetreten an Stelle des aus Gesundheitsrück sichten zurückgetretenen Herrn Levita. — Der R tualkommission steht Herr Heinrich Rothschild als Gemeindevertreter vor, die andern ihr zugehörigen Mitarbeiter sind Gemeindemitglieder. Dem Vorstand der Synagoge Dominikanerplatz gehört Herr Rosenwald an. Herr Sali Kaufmann hat seinen Sitz als Mit glied des Vorstands niedergelegt und verabschiedete sich in einem Schreiben an die Gemeinde, deren Antwort verlesen wurde. Eine Ersatzwahl für den leeren Sitz wurde zurückgestellt. — Zu Prüfern de Wirtschafts- und Betriebslnlanz des Krankenhauses, GagernstraßeVtwurden erneut die Herren Karl Adler und Klausner ernannt. Herr Julius E. Süskind hat einen Betrag von RM. 10.000 hinterlassen, der zur Unterstützung solcher Juden dienen soll, die ihre Existenz verloren haben. Die Hinterlassenschaft wird angenommen Ferner werden Zuwendungen für die liberale und konservative Synagoge und andere geldliche Spenden mit Dank an die Spender quittiert. Gemäß einem Beschluß des Vorstandes vom D Januar erklärt sich dieser auf den Antrag der Wohlfahrtspflege grundsätzlich bereit, die Männer- und Frauenkrankenkasse, eventl. auch das Heim in der Wöhlerstraße, zu übernehmen. Die Gemeindevertre tung erklärt auch ihre Zustimmung. In der lebhaften Debatte über die Bedeutung der „grundsätzlichen Zustimmung" wies Herr Dr. Geiger darauf hin, daß die „grundsätzliche Zustimmung" eine Uebernahme in der einen oder anderen Weise bedeute. (Zahlung der Umbaukosten und Erhöhung des Zuschusses an die Wohlfahrtspflege um diesen Betrag). Nachdem Herr Dr. Lemle an den Sitzungen des Jugenddezernats und der Jugendkommission teil nimmt, ist man damit einverstanden, daß bei der eventuellen Anstellung eines jugendlichen Rabbiners der konservativen Abteilung dieser ebenfall Sitz und Stimme in den betreffenden Kommissionen haben soll. Genehmigt wurde die Tragung der Kosten für den Umbau der Wohnung des Direktors des Philantropins in Höhe von RM. 2700.—. Die Schenkung des Hauses Feuerbachstraße 14 (durch Frau Geheimrat Dr. Ludwig Borchardt Kairo). ist staatlich genehmigt worden. Die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" e. V. hat sich an den Vorstand gewandt und um Unterstützung der von ihr herausge gebenen Schriften und der Monatsschrift „Der Morgen" gebeten. — Für die erwähnte Gesellschaft setzte sich u. a. Herr Professor Dr. Aron Frelmann ein. Ha. Ein Sijum in der Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Seit ungefähr zwei Jahren wurde von der Gruppe „Tauroh und Mussar" in der Agudas Jisroel für jugendliche Berufstätige ein Schiur eingerichtet, und zwar zweimal wöchentlich unter Leitung von Herrn Rabbiner M. Feuerwerger, Am Chamischoh ossor fand der erste ovo auf mr miay nroa statt. Der Leiter des Schiurs hielt zuerst die nsn, die geistreich und klar gegliedert war. Im weiteren Verlauf der Feier sprach Herr Feuerwerger in längeren sinnreichen Ausführungen und wies u. a. auf die Notwendigkeit intensiven Thoralernens hin, besonders angesichts der heutigen Verhältnisse. Namens der Teilnehmer sprach Herr H a r - togsohn herzlichen Dank aus; der Leiter des Schiurs beweise, daß er auch Fernstehende für das echte Limmud Hatauroh zu gewinnen verstehe, und seine klaren Deutungen sind dazu angetan, auch die Lauen aufzurütteln. Der Abend war außerdem noch verschönt durch die bekannt guten Soli des Herrn Grünglück. Großer Jüdischer Abend. Samstag, den 19. Februar, findet unter Leitung von Max Neumann eine große Veranstaltung statt, die obigen Titel mit Recht verdient, da sie in Form und Inhalt wirklich „jüdisch" ist. Max Koninski, das so beliebte frühere Mitglied des Frankfurter Schauspielhauses, jetzt Mitglied des Hamburger Kulturbundtheaters, wurde für die Veranstaltung gewonnen. Der bedeutende Künstler bringt unter dem Motto „Jüdischer Humor" Rezitationen von Mocher Sforim. Scholem Alechem, Tunkela, Perez und Spector. Der Synagogenchor unter Leitung von Max Neumann singt Chöre östlichen und westlichen Stils u.'a.. einen neuen „W'schomru" von Dunajewski. Siegfried Grünglück und Janko Kauffmann (letzterer früherees Mitglied des Frankfurter Opernhauses) ergänzen das wertvolle Programm durch interessante jüdische Volkslieder. Der Abend findet im Saalbau statt. Es ist ratsam, sich gute Eintrittskarten im Vorverkauf zu sichern. Derselbe hat bereits begonnen. (Vorverkauf bei Drogerie Schneemann.) Heiterer Abend. (Voranzeige.) Die Konzertdirektion Hermann Koch veranstaltet am Samstag, 'den 12. Februar, einen Heiteren Abend im Saalbau. Es ist ihr gelungen, die weltberühmte Künstlerin Lilly F I o h r als Mitwirkende zu gewinnen. Die gefeierte Künstlerin, früher am Metropoi- Theater Berlin, Partnerin der Fritzi Massary, ist auch in Frankfurt aus früheren Gastspielen wohlbekannt. Es wirken ferner mit: Gertrud Narewczewitz, Lulu N e u m a n n , Tutti Stern, Dodo Hirschmann, Martel Sommer und Theo E g e r (am Flügel). G, F. Handels Oratorium „Belsazar" im Kulturbund. Das 1795 komponierte Werk gehört zu den sogenannten dramatisch-biblischen Werken des Meisters Den Text dazu schrieb Händeis Freund Ch. Gennens. Inhalt des Werkes ist der Kampf von verschiedenen Völkern, Zusammenstoß feindlicher Weltauffassungen und Ideen. Teilweise zeugen die Chöre von frappant origineller Erfindungskunst und Schönheit. Die Aufführung stößt teilweise auf große Schwierigkeiten, da die Handlung an verschiedenen Stellen Bühnendarstellung verlangt. Wir erinnern uns noch an die Bühnenaufführung des „Belsazar" in der hiesigen Oper (1930) unter Hans Wilhelm Steinbergs künstlerischer und musikalischer Leitung, der damals das ganze Werk in seiner Größe, Schönheit und Erhabenheit aufzeigte. Dieses Oratorium wurde nun im hiesigen Kulturbund unter der sicheren und erfahrenen Stabführung Dr, Nathan Ehrenreichs aufgeführt. Die Chöre klangen straff und diszipliniert. Die Solopartien waren leider nicht gleichwertig besetzt. Ueberragend unter den Solisten war unbestritten Hermann S c h e y (Cyrus), der mit seinem wundervollen Bariton die Rolle stimmlich und geistig voll und ganz erfaßte. Wie herrlich klang doch das berühmte Arioso, „Dank sei Dir, o Herr" auf. Selten hat man es in spicher Reinheit gehört. Hans Assenheim (Daniel und Corgias) wurde im Großen und Ganzen den Anforderungen seiner Baßpartie gereckt. Richard Dresdner (Belsazar) konnte leider nicht restlos gefallen. Seine Tenorstimme klang etwas kehlig und flach Diesen Mangel suchte er durch seine reife Vortragskunst auszugleichen. Erna Groß (Nitokris) fügte sich mit ihrer gepflegten Sopranstimme gut in das Soloquartett ein. Besonderer Dank gebührt Dr. Ehrenreich, der an diesem Abend erneut sein großes Können unter Beweis stellte, für die sorgfältige Vorbereitung des Werkes. Den Instrumentalpart führte das Kulturbundorchester aus, das seiner Aufgabe gerecht wurde. Der Beifall war stark. A. K. Kammermusikabend bei den jüdischen Tonkünstlern. Das 43. Mittwochskonzert, in der bis auf den letzten Platz gefüllten Arnold Lazarushalle,' wurde bestritten von Marti Sommer (Klavier), Margrit Oppenheimer (Klavier) und dem jungen, begabten Cellisten Erich H. Meier. Von Stücken zu vier Händen kamen u. a. zu Gehör Andante und Variationen von Mendelssohn-Bartholdy, Allegro 9, 144 von Franz Schubert. Marti Sommer spielte u. a. vier Lieder ohne Worte von Mendelssohn-Bartholdy. Der junge Cellist Erich H. Meier spielte u. a. die g-mol!- Sonate für Cello und Klavier von Henry Cavallo und von Margrit Oppenheimer schmiegsam begleitet. Als Uraufführung kamen zwei Stücke für Cello und Klavier von Rosy Geiger-Kullmann zu Gehör, die gutes handwerkliches Können verrieten. Sämtlichen Mitwirkenden gebührt höchstes Lob für die liebevolle Ausführung ihres Programms. —: Es kann jedem Musikliebenden nur empfohlen werden, die alle 14 Tage stattfindenden Abende der jüdischen Tonkünstler in der Lazarushalle zu besuchen, denn für wenig Geld wird auch dem anspruchsvollen Musikfreund Musik geboten, die seinen Ansprüchen gerecht wird. A. K. Jüdisches Lehrhaus, Frankfurt a. M. Im Februar beginnen folgende Lehrgänge: Montag, 7. Febr., Merzbach: Einfl, v. Klima u. Witterg., 20.30 Uhr, Unterlindau K. (nicht wie angegeben am 3, Febr. — Donnerstag, 10. Febr., Strauß: Lesen d. Heil. Schrift, 19.15—20 Uhr, Westend K, Strauß: Dantes G'ttliche Komödie; 20.15—21 Uhr, Westend T.' (nicht wie angegeben am 3. Febr.) — Montag, 21. Febr., Merzbach: Pessach-Haggada, 21—22 Uhr, Unterlindau K. — Der angesagte Kurs Nr. 12 (Lemle) fällt aus. Der Montagskurs Nr. 4 (Neuhaus) Mischno- Schabbos wird auf 21 Uhr verlegt. Frankfurter Vereinskalender. Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft. Am Sonntag, 8.15 Uhr abends, Vortrag des Herrn Gemeinderabbiners über das Thema „Gewandung und. Heiligung" In der Aula der S. R. Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8.