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Der Israelit · 1938-02-03 · Heft 5 (3.2.1938) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 5 (3.2.1938)
Date
1938-02-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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ER E Z ISRAEL. r- .' H ...Vi Proklamation des Waad Leumi. . J e.r u s a 1 e m , 31. Jan. Der Waad Leumi hat eine große Proklamation an die Oeffentliehkeit erlassen, worin die gegenwärtige Lage des jüdischen Volkes eingehend betrachtet und an die britische Regierung die energische Aufforderung gerichtet wird, der gegenwärtigen Ungewißheit ein Ende zu machen. Seit der Sitzung des Völkerbundes sei nichts geschehen, um die Versprechungen der englischen Regierung zu realisieren, während man auf der anderen Seite die jüdische Einwanderung derart reduziert habe, daß anstelle des National Hörne ein jüdisches Ghetto in einem arabischen Palästina geschaffen werde. Die Kundgebung protestiert auch gegen die Bemühung jüdischer Kreise, die Errichtung eines jüdischen Staates zu verhindern. W e i z m a n n hatte vor Erlaß der Kundgebung ein« scharfe Rede zu Gunsten des Teilungsplanes -;_.y des jüdischen Staates gehalten. Das jüdische;;; bestehe leider zum Teil aus krumm denkenden.;sehen, denen ein jüdischer Staat etwas zu Ma- - lulistisches sei. Diese Menschen lieben die Zers ' euung, die ihnen romantisch vorkommt. Die jüdt- ..:.;,cn Gelehrten, die heute auf dem Skopusberg oder äui irgend einem anderen Berge Palästinas residierten, hätten gewiß keine größere geistige Kapazität, als Maimonides und andere große jüdische Führer gleich Maimonides, die sehr wohl an den jüdischen Staat geglaubt hätten. Ihm sei Maimonides gut j-e" nug und er überlasse anderen, bessere Gewährsmänner zu suchen. Er gehe jetzt nach London, um den Engländern die Wahrheit zu sagen. England könne die Verträge nicht zerreißen, die es mit dem jüdischen Volke geschlossen habe. Die Basis des britischen Empire sei eine moralische und es bedeute daher für England das größte Risiko, feierliche Verpflichtungen außer acht zu lassen, wie es sie dem jüdischen Volke gegenüber eingegangen habe. Wir ständen heute nur vor der Alternative, entweder eine zermK^mmmmamamammmmamBmammmmmmtmmmmmmm Aus der Agudas Jisroel-Bewegung- Agudistische Frauenorganisation» Die agudistische Frauenorganisation „Nowaj" erkennt es als die ihr speziell gestellte Aufgabe, eine religiöse Erneuerung der jüdischen Frauenwelt anzustreben, welche zwangsläufig einen neuen religiösen Strom-in die gesamte Judenheit hineinleiten muß. Sie ist sich dessen bewüßt, daß die Antwort auirdie bange Frage der schwerleidenden Judenheit: wohin? nur lauten kann: Zurück zum Gesetz des.Smäi! Zum Sinai, wo die g'ttliche Stimme an Moses* erging, wie es heißt: „Da stieg Mbsche hinauf zu G'tt und der Ewige rief ihm zu vom Berge, und sprach: So sollst Du sprechen züm Hause Jacob, und berichten den Kindern Israel, Iht habt gesehen, was ich' getan an; Mizrajim und wie ich Euch getragen auf. Adler2, flügeln, und Euch"'zu mir gebracht habe.. Und nun, wenn Ihr höret auf meine Stimme und beobachtet meinen Bund, so sollt Ihr mein Eigentum seinv aus allen Völkern, denn mein ist die ganze Erde. Ihr aber sollt mir sein ein Reich* von Priestern und ein heiliges Volk." (2. B. M. Kap. 19, 3^6.) - Die „Nowaj" will sich in den Dienst dieser Verheißung stellen. Auf dem Marienbader Frauenkongreß hatte man den Mut, den Bau der Zukunft nicht nur der Erziehung der Kinder anzuvertrauen, man ging ehrlich noch einen Schritt weiter, indem man sich Rechenschaft darüber gab, daß unserer Erziehungsarbeit nur Erfolg beschieden sein wird, wenn unsere Ehen, aus denen unsere Kinder hervorgehen sollen, tohaur, rein sind. Die Leser dieses Blattes haben an dieser Stelle Gelegenheit gehabt, sich mit den ehrlichen, von tiefster Besorgnis erfüllten Ausführungen der Frau Ele Schmulewitz, Kowno, zu diesem Thema, bekannt zu machen. Der Frauenkongreß hat das wuchtige Referat des Neutraer Raws gehört, und die Frauen haben ihre Bereitwilligkeit erklärt,, mit dem Wiener Komitee für Taharas Mischpocho zusammen für,die Reinheit unserer Ehen zu wirken. Die „Nowaj" wartet auf die Initiative dieses Komitees, dem sie selbst mit Vorschlägen für die Arbeit dienen kann. Männer und Frauen müssen hier als Isch und Ischoh zusammen arbeiten. Die „Nowaj" stellt sich dem Komitee für Taharas Mischpocho als nEser K'iiegdau" zur Verfügung. Sie wartet auf seine Betätigung^" ■ .; * . Im Laufe des Monats Tewes lhaben wir unter Leitung von Herrn Siegfried Hecks eher die Arbeit der „Bnoth und Poaloth der Agudas Jisroel in Erez Israel" in Haifa organisiert.' Ueber die Tätigkeit im Berichtsmonat isf mitzuteilen: Trotz' .der allgemein . schlechteh Wirtschaftslage, die sich naturgemäß auch auf die- Beschaffung von Arbeitsplätzen im ungünstigen Sinne auswirkt, ist es gelungen, üeine Anzahl von Stellen im Meschek Bajith 2tt finden^ und einige „Chaweroth bereits jetzt oder jj^ Laufe 'des kommenden Monats 'wieder in die Arb'H einzuordnen, -n-ie ••.r*;.-.<v<' tm: splitterte Minderheit in Palästina zu bleiben, öder in einem Teile Palästinas eine konzentrierte Mehrheit zu werden. Fasttag. — Begnadigung, — Attentats versuch. Jerusalem, 30. Jan. Raw Duschinski und der Rabbinische Rat der Agudas Jisroel haben im Hinblick auf die gegenwärtige Lage in Palästina für Montag Tin rrn aiy einen Taanis Zibbur angeordnet. Die Gefängnisstrafe von fünf Jahren gegen die jungen Juden Jacob und Brun ist vom Oberkommandanten auf drei bezw. sechs Monate reduziert worden. Eine Reihe von Bombenattentaten fanden gestern im ganzen Lande statt, glücklicherweise ohne Opfer zu fordern. In einem Feuergefecht zwischen Arabern und einer" englischen Polizeistreife bei Acre wurde, nach „Europapreß", ein Unteroffizier getötet: Einige Polizeibeamten wurden verwundet und flohen unter Zurücklassung ihrer Gewehre, die den Arabern in die Hände fielen. Nissim Durany, ein jemenitischer Jude von 24 Jahren, der Frau und Kind hinterläßt, ist den bei einem Bombenwurf erhaltenen Wunden erlegen. Der Im am von Jemen hat eine Ankündigung erlassen, die besagt, er sei in stetiger Fühlung mit dem König George von England und erwarte, daß in Kürze ein „Wechsel zum Guten" in der Lage der Araber in Palästina eintreten werde. Zur Sabbatirage im Tel Awiwer Hafen. Tel A w i w , 28. Jan. Als Resultat einer eingehenden Aussprache im Stadtrate teilt der Vizebürgermeister, Herr R o - k a c h, mit, daß er auf Grund einer Nachprüfung an Ort und Stelle bestätigen müsse, daß bei der fieberhaften Arbeit in der Hochsaison der Zitrusernte einzelne Fälle der Sabbatentweihung wirklich vorgekommen sind. Nunmehr aber habe die Hafenleitung den strikten Auftrag, während der ganzen Winterzeit am Freitag punkt 4 Uhr nachmittags alle Arbeiten im Hafen einzustellen. Der Plan für alle Ver- und Ausladungen habe dieser Bestimmung Rechnung zu tragen. Man muß die Wirkung dieses zum soundsovielten Male abgegebenen Versprechens abwarten. Gemeindewahlen in Jerusalem. Jerusalem, 25. Jan, Die Gemeindewahlen wurden in Jerusalem in letzter Minute wiederum verschoben. Einige jüdische Blätter, auch in Deutschland, brachten seinerzeit eine Meldung aus Jerusalem, wonach extrem agudistische. Parteien in Wahllokalen Demonstrationen verursacht haben sollen, auf Grund deren dann der Sohn von Rabbi Moses Blau verhaftet worden'sei. Die Meldung in dieser Form ist falsch. Es handelt sich hier um folgendes: Bei den Vorbereitungen zur Wahl wurde versucht, in großen Synagogen, deren Besucher im Wesentlichen auf Grund der~ palästinensischen Gemeindeordnurig ausdrücklich erklärt' hatten, daß sie der Knesses Jisroel nicht angehören, Wahlzettel zu verteilen. Die Einsammlung der Wahlzettel erfolgte dann innerhalb der Synagoge durch Männer und Frauen, die offenkundig im Gegensatz zu den orthodoxen Elementen stehen. Bei dieser Gelegenheit entstand bedauerlicherweise ein scharfer Wortwechsel zwischen Amram Blau, dem Bruder von Rabbi Moses Blau, der schließlich dann zu Handgreiflichkeiten ausartete. Für einige Stunden wurde Amram Blau verhaftet und dann wieder frei gelassen. Die Propaganda in den Synagogen hatte damit ein Ende gefunden. ■MHBH^MnHaH^MH Die geistige Erfassung der Chaweroth hat im Laufe des Monats wesentliche Fortschritte gemacht. Der Stundenplan umfaßt: Iwrith für Anfänger und Fortgeschrittene, welche den Kenntnissen der Teilnehmer entsprechend in mehreren Abteilungen stattfinden, ferner T'nach (Jeschajoh), Chumisch und Turnen. Da die Erfassung sämtlicher Chaweroth regelmäßig au einem Wochentage nicht möglich ist, wird dem Oneg Schabbath eine besondere Bedeutung beigemessen. Diese Veranstaltung hat bei den Chaweroth einen geten Anklang gefunden, die Zahl der Teilnehmerinnen hat sich wesentlich vergrößert. Die geselligen Zusammenkünfte an Rausch Chaudesch-Abenden ge.beja Referenten Gelegenheit, die nicht zum Kreise der Bnoth .und Poaloth gehören, das Wort für agudistische und wissenschaftliche Themen zu geben. Chaimischo Ösor'*'b'ScKwatF fand^efntT'Feier statt, auf . welcher Frau Malie F l'ö r s h e i m über das Marienbader Programm der „Nowaj" gesprochen hat. Ebenso iWie bei der Tätigkeit in Jerusalem, macht sich in Haifa -die Raumfrage geltend, welche zur Lösung in -dem bereits für Jerusalem angestrebten Sinne,. — .der Gründung eines Heimes — drängt. Es sei-nochmals nachdrücklich auf unseren Appell zur Errichtung eines Gründungsfonds für das Mädchenheim (Kibbuz ironi) in Jerusalem hingewiesen. Frau Huldä Posen, Frankfurt, hat sich für die Organisation unserer Palästina-Arbeit in Deutschland zur Verfügung gestellt. Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen und Freunde in Deutschland,- ihre Bestrebungen zu unterstützen. Keren Hajischuw-Aktion in Wien. Im Anschluß an die Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel in Wien, fand eine engere Sitzung des Keren Hajischuw-Direktoriums unter Vorsitz des Herrn Dr. Breuer, Jerusalem, statt, bei welcher beschlossen wurdej anläßlich der wirtschaftlichen Situation in Erez Jisroel eine großzügige Propaganda-Aktion für den Keren Hajischuw in den Monaten Februar bis April in allen LandesorjSanisationen der Agudas Jisroel durchzuführen. In den Dienst dieser Aktion stellen sich die Herren Dr. Breuer, Moses Blau, Jakob Landau, Moses Feldmann aus Erez Jisroel, I. M. Lewin, Rabbi Tobias Horowitz, Rabbiner Kalmanowitz, Rabbiner Glück aus Polen, Dr. Max Cohen, Kaiman Pappenheim aus Oesterreich und eine Reihe weiterer Herren aus Westeuropa. Mit einem Vortrag von Herrn Dr. Breuer in Bratislava, der außerordentlich stark besucht war, begann am Montag, den 17. Januar, die Aktion. Bei einem darauffolgenden Teeabend wurden eine Reihe größerer Zeichnungen für den Keren Hajischuw getätigt. (AJPB.) Von der Agudas Jisroel-Jugendorganisation in .Holland. j . Ein Aufschwung, macht, sich in!.der agudistischen Jugendorganisation Hollands bemerkbar. .Neues, frisches Leben - erwächst yschon hie tjnd Ja. Verschiedene Gruppen erweiterten in den/ letzten Monaten ihre Arbeit, neue, Mitglieder werden gewpnnent neue Aufgaben gestellt. (In Städten! w^sicK^ schon Gruppen befinden, wird in Stadtviertel, die noch fernstanden, agudistisches Leben gebracht. Ein großer Plan wird jetzt in die Wirklichkeit umgesetzt, nämlich in verschiedenen kleinen Städten, die noch nie was von der Aguda erfuhren,' kleine Gruppen unter" dem Namen C h u |.i^;-'2U- ^r^H¥?°-rT" öö wird "-ver* sucht'werden, fc^fr-großes agudistisches Netz über Holland zu-';spannen und den Einfluß unserer Organisation in diesem für unsere Idee zweifelsohne -fruchtbaren Lande zu vergrößern und zu verstärken. r AH-dies .geschieht als Folge von „Richtlinien", die derj, H^uptvorstand neulich zur Belebung der agudis- - tischen Arbeit herausgegeben hat. . Der intensiven Propaganda, die darauf gefolgt ist, ist es auch zu verdanken, daß das jährliche Treffen der Jugendorganisation ein so schönes Ereignis geworden ist. Nahezu hundert junge Leute (eine bisher unbekannte Zahl) trafen von Süd und Nord, von Ost und West zusammen, um einige Tage unter Gleichgesinnten .zu verbringen. In Hilversum wurde diesmal das siebente „week-end" gehalten (Over-Schabbos hat der agudistische Volksmund davon gemacht, weil man Freitag, Schabbos und Sonntag, also „über Schabbos" zusammen war). Einige Dutzende Teilnehmer waren dabei, die noch niemals so einem Treffen beigewohnt hatten und die nunmehr unter dem Eindruck des Erlebten für unsere Sache gewonnen worden sind. Erwähnen wir noch, daß der Bezirks-Oberrabbiner Ph. Frank anwesend war und eine Rede hielt, daß die G'ttesdienste ganz im Zeichen der Aguda standen, daß viele ideologische und organisatorische Probleme besprochen wurden (Referenten waren Advokat H. Duitz, G. Monnickendam, A. Toncman). Die Stimmung, die da herrschte — nicht zuletzt bei der Ss'udo Schli5chlß — läßt sich kaum beschreiben. Samstag abend wurde eine große Propagandaversammlung abgehalten, auf der der Vorsitzende der holländischen Aguda, Oberrabbiner S. J. S. Hirsch, eine Rede hielt über das Thema „Wenn nun nicht, wann denn?" Ein überaus großes Publikum lauschte gespannt dem schönen Vortrag. Mit einem gemütlichen Beisammensein am Sonntag mittag wurde das Treffen beschlossen. Der erste greifbare Erfolg der Tagung war, daß die Herausgabe einer, neuen Monatsschrift beschlossen wurde. Jetzt wird sich zeigen müssen, ob der geschaffene Boden weiter bearbeitet wird. Ein Pro Schmitta-Komitee in Amerika. Die Propagandäarbeit für die Agudas Jisroel geht unter Leitung des litauischen'Gaon Elchanan Wasser m a n n r Rabbi Sil ver 'und Rabbi Kahanow~i t z in energischer Weise vor sich. U. a. wurde dieser Tage hier ein Hilfskomitee für die s c h m i 11 a h a 11 e n d e n Chaluzim und Arbeiter im' Heiligen Lände gegründet. Sämtliche Örthodqxen Rabbinen in Amerika haben sich der Ak-- 'tion, die auch durch einen Aufruf von Rabbi Chaiiri. 'Öser -Grodz6hski Unterstützt wirdf angeschlossen.

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