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Der Israelit · 1938-01-20 · Heft 3 (20.1.1938) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 3 (20.1.1938)
Date
1938-01-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. Nr. 3 D e r, I s r a e U t 20, Januar 19385 licher daran interessierten Instanzen festgelegt. Die Resultate der vor kurzem in^Erez.,. Israel stattgefundenen Landestagung der Poalim wurden eingehend besprochen und es wujrde mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Poalim-Organisation ihre Bindung an Agudas Jisroel als eine Selbstverständlichkeit erneut ausgesprochen hat. Neben den Erez Jisroel-Problemen standen vordringlich Emigrations-Fragen zur Verhandlung. Die Vertreter Deutschlands berichteten über die von der deutschen Landesorganisation durchgeführten Maßnahmen zwecks Betreuung der religiösen Auswanderer in Zusammenarbeit mit der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Man war sich darüber klar, daß diese Arbeit sich im engsten Kontakte mit den großen jüdischen Hilfsorganisationen zu vollziehen hat. Von Seiten des Präsidiums wurde mitgeteilt, daß der High Commissiner for Refuges sich auf Anregung der erklärt hat, die Frage Siedlung großen des Völkerbundes zur sofern ihm die nötigen Unterlagen geliefert werden. Die Schaffung eines zentralen jüdischen Wanderungs¬ und Siedlungsamtes, zusammengestellt von Vertretern aller jüdischen Organisationen, die sich mit Emigration und Siedlung beschäftigen, wird auch in diesem Sinne zu einer gebieterischen Notwendigkeit. Eine Reihe von konkreten Vorschlägen für Siedlungsgebiete im British Empire wurde besprochen und zur weiteren Prüfung und Durcharbeitung dem Auswanderungsamte der Agudas Jisroel in London überwiesen. Dieses Auswanderungsamt soll weiter ausgebaut werden und soll vor allem die Fühlungnahme mit Deutschland und den anderen Ländern der Emigrätion in noch verstärkterem Maße durchgeführt werden. Spezielle Beschlüsse werden in Bezü'g auf die Vorbereitung der Emigration von Agudisten aus Deutschland nach Nordamerika gefaßt. Agudas Jisroel bereit einer j ü d i s'^ h e n Stils den Instanzen Prüfung nahezulegen, Nachdem die Vorbereitungen des auf der Kenessio Gedaulo beschlossenen Merkas H a t h o r a beendet sind, wurde die baldige Ein berufung einer Thora-Konferenz, die sich mit den Fragen der zentralen Arbeit für Thora (Jeschiwoth, Schulen, Seminare, Beth Ja kob usw.) beschäftigen soll, nach Warschau beschlossen. Das Zentraldirektorium des« Beth Jakob in London erstattete Bericht über die Entwick lung der Beth Jakob-Bewegung, die heute etwas über 35.000 Schülerinnen umfaßt. Die Gründung eines V e r w altungsrates. der sich aus Vertretern der einzelnen Landesorganisationen zusammensetzt, wurde, beschlossen. Dem Berichte über den Stand der Organisation schlössen sich einige Entschließungen bezüglich einer Delegation nach Amerika und Südafrika an, nachdem von beiden Ländern Aufforderungen dazu ergingen. Ganz besonders wurde der Aufschwung und die Ausbreitung der agudistischen Idee in USA. begrüßt. Eine Aufforderung des M i s r a c h i, eine Aussprache über Möglichkeiten einer Zusammenarbeit in gemeinsamen Belangen zu veranstalten, wurde akzeptiert. Eine erste vorläufige Fühlungnahme ist bereits erfolgt, hingegen konnte der von der Aguda vorgeschlagene Termin von Seiten des Misrachi nicht innegehalten werden Ein starkes Vordringen der Agudas Jisroel im eigentlichen Ungarn und Podskarpat h o- R u ß kann mit Genugtuung konstatiert werden. Der Londoner Zentrale wurde ein neues Ressort zwecks literarischer Aufklärung über das Wesen der jüdischen Religion in periodischen Druckschriften und durch Gründung eines Presseamtes angegliedert. An die Tagung schloß sich eine öffentliche Kundgebung im großen Saale des Hotel Kontinental an, in der u. a. die Herren I. M. Lewin, Dr. Isaac E h r m a n fli-zum Thema der heutigen" Ze{t"* Stel- Jacob Rosenheim Breuer und Dr. S „Unsere Aufgaben hing nahmen. in Neue Vorschläge und WuüscHe für Palästina. Ein „unabhängiges Palästina", — Ein arabisches Königreich mit zwei Millionen Juden, — Ein jüdisches Dominion im britischen Empire. Jerusalem, 13. Jan. In einem Interview, erteilt dem „Falastin", erklärte Mr. P h i 1 b y , der bekannte Freund von König Ibn Saud, daß. keine Feindschaft zwischen. Arabern und Juden bestände und daß infolgedessen eine Verständigung zwischen beiden Parteien leicht durchzuführen sein müsse. Mr. Philby ist der Ansicht, daß das Palästina-Mandat bald aufgehoben werden müsse, und an seine Stelle ein unabhängiges Palästina zu treten habe, basiert auf dem Prinzip, daß Juden und Araber gleiche bürgerliche Rechte in diesem Staat genießen. Die Verfassung des neuen unabhängigen Palästina soll keine Einschränkungen der jüdischen Einwanderung und des Bodenkaufes enthaften. Die Einwanderung soll weiter von dem Prinzip der ökonomischen Aufnahmefähigkeit bestimmt werden. Wenn die palästinensische Nationalregierung zu keiner Verständigung über das Prinzip der Aufnahmefähigkeit gelangen könne, soll die Entscheidung hierüber von einem Oberkomitee von 12 Juden und Arabern unter der Präsidentschaft eines Vertreters einer an palästinensischen Dingen uninteressierten fremden Macht entschieden werden. Mr. Philby erklärte weiter, daß er gegen den Teilungsplan ist, obwohl er ihn bisher als günstig angesehen hat. weil er sich davon überzeugt hat, daß es ein Unglück für die Juden sein würde. Das Weißbuch, so meinte Mr. Philby, ist verfrüht; es ist andererseits jedoch nötwendig, den Plan eines unabhängigen Palästina auf sechs Monate zu verschieben. In der Zwischenzeit sollen Anstrengungen für eine bessere Lösung gemacht werden. Sollte das' nicht gelingen, so würde man König Ibn Saud bitten, eine Konferenz von mohamnfe-' danischen Führern und den verbannten palästinensischen Araberführern nach Djiddah zu berufen. Diese Konferenz müßte zuerst im Prinzip über eine Vereinbarung entscheiden, wonach Dr. Weizmann und andere jüdische Führer nach Djiddah eingeladen werden sollen, um das Abkommen zu ratifizieren. Genf, 14. Jan. Der „Berner Bund" berichtet heute von Kairo, daß in Kürze Nuri Pascha, der frühere Außenminister des Irak, der englischen Regierung einen Plan zuleiten wird, um das palästinensische Problem zu lösen. Wie das Blatt meldet, ist dieser Plan das Ergebnis der Verhandlungen Nuri Paschas in Kairo mit syrischen Politikern und mit Auni Bey Abdul Hadi, dem früheren Sekretär des arabischen Komitees. Der Plan sieht die Gründung eines arabischen Königreichs einschließlich Palästina, Transjordanien und Irak vor, in dem zwei Millionen Juden das Ansiedlungsrecht gegeben werden soll und wo der jüdischen Minorität die hotwendigen Sicherheiten garantiert werden sollen.! Eine Entschließung englischer Juden. London,18. Jan. Der Ausschuß des Board of Deputies hat eine Entschließung angenommen, in der das Bedauern darüber ausgedrückt wird, daß nach dem Weißbuch des Kolonialministers vom 5. Januar ' mit-'.einem längere**' Schwebezustand zu rechnen sei.. Der Ausschuß befürwortet daKer, daß wenigstens die Entsendung der neuen „Technischen Kommission" beschleunigt werde. Ferner wird die britische Regierung an ihre noch im September in Genf bekräftigte Zusage erinnert, daß der Maßstab für die Zulassung jüdischer Einwanderer allein die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas, sein solle. Uneingeschränkt abgelehnt wurde jede Lösung, die darauf hinauslaufe, dem jüdischen Volk den Charakter einer dauernden Minderheit Palästinas zu geben. Schließlich wurde — wenn auch nifcht einstimmig wie die übrigen Punkte der Entschließung — der Wunsch in die Entschließung aufgenommen, daß ,Palästina zu einem j ü d i - sehen Dominion innerhalb des britischen Empire gemacht werden sollte. Zwei Juden vom Militärgericht in Palästina zum Tode verurteilt. Jerusalem, 19. Jan. Zum ersten Male seit Einsetzung der Militärgerichte in Jerusalem wurden, nach „Europapreß" vom 19. Januar, jetzt zwei Juden wegen Tragens von Schußwaffen und des Besitzes von Munition zum Tode, verurteilt. •< (Wie wir auf telefonische Anfrage erfahren, ist die Mitteilung verfrüht. Es handelt sich um zwei orientalische Juden im Alter von 17 und 19 Jahren, die beschuldigt werden, Waffen bei sich gehabt zu haben. Wohl ist die Todesstrafe beantragt, doch soll die Urteils verkün dun g erst am Freitag, den 2 1. J a n u a r , erfolgen. Red. d. „Israelit"). Kein Grund zur Beunruhigung für alteingesessene Juden. Bükar es t, 19. Jan. Der Kultusminister hat die Einstellung d er Subventionen an d i e jüdische R eligionsgemeinscha.ft beschlossen. Offiziell wird erklärt, es bestehe für die vor dem Kriege im alten Staatsgebiet und in den inzwischen angegliederten Gebieten wohnhaften Juden kein Grund zur Beunruhigung/ ■ 1 ' ■' Sie seien, durch, die internationalen Verträge; und die rumänischen Gesetze geschützt. Die'Ver- Ordnung" werde nur diejenigen treffen, die die1 rumänische Staatsbürgerschaft rechtswidr i g erworben hätten. Ihre Ausführung werde den Gerichtsbehörden anvertraut, so daß-i Mißbräuche nicht zu befürchten seien. -Die Ueberpriifung wird sich auf:(drei KategoriÖn'^erstrecken. Zur> ersten gehqren' diejenigen, die nach ' der Angliederung der neuen Provinzen durch Eintragung in die Bürgerlisten der Gemeinden, die Staatsbürgerschaft erworben haben. Sie werden dokumentarisch nachzuweisen haben, daß sie damals in Rumänien „zuständig" waren. Der Begriff der Zuständigkeit wird dahin ausgelegt, daß er einen fünf Jahre dauernden Wohnsitz voraussetze. Zur; zweiten Kategorie gehören diejenigen Juden des alten Staatsgebiets, die vor Erwerbung der rumänischen keine andere Staatsbürgerschaft besaßen und denen die rumänische Staatsbürgerschaft von den Gerichten zuerkannt: wurde, da ihre Eltern in Rumänien wohnten. Bei dieser Kategorie wird nur in den Fällen, weder Staatsanwalt es beantragt, eine Ueberprüfung erfolgen. Die dritte Kategorie umfaßt die durch Entscheidung des Justizministeriums Naturalisierten. Die Einwanderungskommission hat beschlossen, daß alle Kaufleute, die ausländische Staatsbürger sind und nach dem 1. Januar 1930 in die Register der Handelskammer eingetragen würden, in Zukunft keine. A u f e n t h a 11 s b e w i 1 I i g u n g e.n mehr erhalten sollen. Ausnahmen würden nur gewährt, wenn die Tätigkeit der betreffenden Firma von. Nutzen für das Land sei. : ,-, Außerdem hat die V a1 u t e n - K o.m m i s - s i o h angeordnet, daß Juden keine Devisen* mehr für das Ausland erhalten.^ (Weitere Berichte auf. Seite 6 und 7.)

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