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Der Israelit · 1938-01-20 · Heft 3 (20.1.1938) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 3 (20.1.1938)
Date
1938-01-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Der Geschäftsführende Ausschuß der Agudas Jisroel fagfe in Wien- Für Verständigung mit den Arabern und Unterstellung eines etwaigen jüdischen Staates unter die Mandatarmacht. Anerkennung des Rechtes der Thora im öffentlichen jüdischen Leben. Wien, 17. Jan. Die erste Sitzung des bei der dritten Kenes- .sio Gedaulo neu gewählten Geschäftsführenden Ausschusses (Wäad Hapoel) der Agudas Jisroel fand bei starker Beteiii- Jung unter Leitung des Präsidenten, Jacob Rosenheim, in Wien vom 12. bis zum 16. Januar statt. Neben Mitgliedern des G. A. von Polen, Litauen, Tschechoslovakei, Erez Israel, England, Deutschland, Oesterreich, Lettland, Ungarn nahmen die Mitglieder des Rabbinischen Rates, Oberrabbiner Fürst und Rabbi J, Friedmann (Großrabbiner von Sa- ■dagora), Wien, sowie Vertreter des Zentralra.tes an den Verhandlungen teil-,...... Im Vordergrund der Verhandlungen standen ^politische und wirtschaftliche Erez Israel- Fragen. Im Anschluß an die Resolutionen der III. Kenessio Gedaulo zum Peel-Plan wurde über die Verhandlungen mit der Jewish Agency betreffs einer Round-Table-Konferenz sämtlicher, an Erez Israel interessierten jüdischen Organisationen berichtet. Sowohl in London wie in Jerusalem kam es bereits zu einem gewissen Einverständnis über eine Zusammenarbeit von Agudas Jisroel und Jewish Agency auf politischem Gebiete. Einmütig steht der G. A. auf dem Standpunkte, daß aus religiösen, politischen und Sicherheitsgründen statt eines autonomen Zwergstaates eine Verständigung mit den A r a,b e r n , zumindest aber Unterstellung eines etwaigen jüdischen Staates unter die Mandatarmacht anzustreben ist. Unabdingbare Voraussetzung eines jeden jüdischen Gemeinschaftsgebildes in Erez Israel ist die Anerkennung des Rechtes der Thora im öffentlichen Leben, Die Anwendung dieser Forderung und deren Durchführung wurden im . Einzelnen besprochen. Raum nahmen die w i r t - Fragen, von Erez Israel ein. agudistischen Arbeiter- und des agudistischen wurde von den palästinensieingehend geschildert. Es der K. G. vorgelegte H i t j aschwuth-Plan speziell zur Ansiedlung aus Deutschland stammender Poalim in seinen einzelnen Grundlagen dargestellt und die Maßnahmen vorbereitet, um die Durchführung noch im Laufe1 der allernächsten Zeit zu ermöglichen. Tiine Gruppe von Arbeitern hat bereits den Bo- <len bezogen^ Für die Zeit bis Pessach wurde Einen breiten sch ältlichen Die Situation der Organisation S c h u 1 w e s e n s sehen Vertretern wurde der bereits eine intensive Sammlungs-Campagne für den Keren Ha jischu w beschlossen. Eine Anzahl G. A.-Mitglieder übernahm persönlich im Anschluß an die G. A.-Sitzung, sich in den Dienst dieser Aktion zu stellen. Bei der Kenessio Gedaulo in Marienbad wurde die organisatorische Grundlage der agudistischen Erez Israel-Arbeit beschlossen und die Kompetenzabgrenzung zwischen der politischen Vertretung der Agudas Jisroel und dem Generaldirektorium des Keren Hajischuw. In der Zwischenzeit ergaben sich eine Reihe von Schwierigkeiten bei der Durchführung dieser Beschlüsse. Naturgemäß litt unter dieser Unklarheit vor allem die Arbeit des Keren Hajischuw in der Gola. Unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Momente wurden nunmehr bei der Wiener Tagung die in Marienbad bereits gefaßten Beschlüsse mit entsprechenden Modifikatiojaen mit Vollem Einverständnis sämt- - Fortsetzung siehe Seite 2.- i.vwjii, Aus dem Inhalt: Neue Vorschläge für Palästina . . . . Seite 2 Zwei Juden in Palästina zum Tode verurteilt . Seite 2 Die Lage in Rumänien .... Seite 4 u. 6 Der jüdische Staat. Von Dr. Ph. Biberfeld Seite 4 Von der Tagung der Reichsvertretung Seite 6 Die Judenirage in Litauen..... Die neue Synagoge in Oporto . . . Seite 7 Erez Israel ........... . Seite 7 Mondscheinfahrt zjurrlToten Meer. Seite 9 Bücherbesprechungen ...... . Seite 9 Aus der Agudas^ Jisroel-Bewegung . Seite 10 Ein Lösungsversuch. Von A. L. II. Es ist klar, daß der heutige Status nicht auf einmal durch einen neuen Plan ersetzt werden kann. Ein arabisch-jüdischer Ausschuß soll mit der Mandatarmacht einen Modus ausarbeiten zur allmählichen Ueberführung des Mandats in den neuen Staat nach der Zweckbestimmung der Mandate, die bekanntlich solange in Vertretung der Völker die Verwaltung der Länder übernehmen sollten, bis die Völker fähig seien,, sich selbst zu regieren. In der Zwischenzeit soll England die Kontrolle über Militär und Polizei und die in englischem Besitz befindlichen industriellen Anlagen ausüben. Ebenso soll das englische Recht gültig und die englische Rechtspflege in Funktion bleiben, bis ein neues -Gesetzbuch ausgearbeitet sein wird, das sowohl den verschiedenartigen Bedürfnissen der Bevölkerungsteile als den Anforderungen der Thoragesetze gerecht wird. In der Zeit bis zur endgültigen Uebernahme der gesamten Staatsführung durch die palästinensische Bevölkerung könnte nach der Weisung unserer Gedola Hathora der Entwurf einer detaillierten Gesetzgebung fertiggestellt werden. Dies ist nicht von heute auf morgen möglich. Der Meinungsaustausch unter den rabbinischen Autoritäten, die richtige Auswertung der bisherigen Erfahrungen in der Anwendung des Din Thora auf palästinensische uttd außerpalästinensische moderne Verhältnisse^ und die Möglichkeit, Erfahrungen; zu, ' sammeln bei der schrittweisen Verselbstäridiguhg des* palästinensischen Staatswesens — all dies erfordert Zeit. Ebenso bedarf es einer gewissen Zeit, um die beste Form der Schmirath Schabbath für landwirtschaftliche und technische Betriebe zu finden. Dasselbe gilt für das Schmittajahr und andere Gebiete. Die thoratreuen Kreise müßten die Uebergangszeit benutzen, um die der Thora fernstehenden jüdischen Schichten aufzuklären über das Wesen der Thora und ihre praktische Anwendbarkeit im sozialen und Rechtsleben. Es sollte nachgewiesen werden, daß die Thora einerseits imstande ist, den Anforderungen des modernen Wirtschafts- und Staatslebens nicht nur zu genügen, sondern sogar von vornherein das Entstehen von Problemen sozialer und wirtschaftlicher Natur, die in den europäischen Staaten unvermeidlich und unlösbar erscheinen, zu verhindern. Andererseits müßte sich diese innerjüdische Aufklärung zum Ziele setzen, die jüdischen Kreise darüber zu belehren, daß das altjüdische Gesetz den arabischen und überhaupt orientalischen sozialen und juristischen Anschauung nahe kommt und daß im Gefolge der vermehrten Beobachtung des Thoragesetzes seitens weiter jüdischer Kreise eine nicht im rückschrittlichen Sinne gemeinte Orientalisierung der jüdischen Bevölkerung zu erwarten sei, die die notwendige Voraussetzung für das Zusammenarbeiten mit den Arabern in Politik und Wirtschaft ist, für die Herstellung des Kontaktes im täglichen Leben zwischen den Menschen beider Bevölkerungsgruppen und zwischen arabischem Dorf und jüdischer Siedlung, vor allem aber' für Fortsetzung siehe Seite 3.

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