Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 52 (30.12.1937)
- Date
- 1937-12-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 52 Der I s r a e 1 i t jff&^f&gm&Qp?3p. Dezember 1937; L u z z a t o mit Anmerkungen und Zusätzen enthält. Für diejenigen, die im Hirsch-Frankel'schen Streit; Hirsch vorwarfen, daß er ein „unwissenschaftlicher Siddurlamdon" und „Feind alles wissenschaftlichen Strebens" sei, war diese nnaon Hirschs gewiß eine harte Nuß. Um so eher leuchtet aber hieraus die große Wahrheitsliebe und die große Liebe des Meisters zur wahren und nicht zu der von ihm so genannten Konjunktur- und Hypothesenwissenschaft hervor, da doch Jost, der die deutsche Vorrede zum erwähnten Werke geschrieben hat, beim Erscheinen des klassischen Jugendwerkes Hirschs, des Chäurew, dieses Werk in ungebührlichster Weise bekrittelte. Letzterer Umstand veranlaßte seinerzeit den jungen Grätz, wie wir dies aus dessen Tagebuch erfahren., einen geharnischten Artikel gegen Jost zu schreiben und an dendamaligen Redakteur der „Allgemeinen jüdischen Zeitung", Dr. Philippsohn, einzusenden. Doch wurde dieser Artikel nicht veröffentlicht. III. S. R. Hirsch und der „ B e r d i t s c h e w e r ". Ebenfalls im „Hahed" (5698, Nr. 1, S. 19 u. f.) befindet sich ein Aufsatz; „Zwei Richtungen. 1. Die Richtung Hirschs in Frankfurt. 2. Die Richtung des R. Jizchak Lewi s. A. in Berditschew" aus der Feder Secharj a h S i I b e r pfennig s. . Dieser,, Aufsatz will in Wirklichkeit nur eine Auseinandersetzung mit Dr. Isak Breuers „Der neue Kusari" vom zionistischen oder misrachistischen Standpunkte aus sein. Und nur so nebenbei will man S. R- Hirsch aus dessen gegnerischer Einstellung zur einstigen Chowewe Zion-Bewegung den Stempel der Engherzigkeit gegen den großen Klal Jisroel aufdrücken. Diese Engherzigkeit dokumentiere sich auch natürlich in Hirschs Trennungspolitik. Als Gegensatz zu dieser „engherzigen eigenwilligen Einkreisung" Hirschs wird nun die allumfassende Israelsliebe des „Berditschewer" aufgezeigt. Was die angebliche „Engherzigkeit" Hirschs gegenüber dem großen Klal-Jisroel, betrifft, so brauchen wir bloß auf jene, den Kennern der Schriften des Meisters wohlbekannten zahlreichen Stellen in seinen Streitschriften hinzuweisen, wo er mit geradezu erschütternden Worten beteuert, daß er die „Trennung" einzig und allein zu dem Zwecke anstrebt, um eine vom Standpunkte der ewigen Gültigkeit der Thora aus völlig gesunde Zelle für die Restaurierungsmöglichkeit des erkrankten Gesamt.- organismus zu erhalten! Ja, S. R. Hirsch hoffte, hierfür einst den Dank der Gesamtheit, des ganzen Klal zu ernten! — — Rabbiner Dr. Jacob Freimann TW Berlin» §6. Dez. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Donnerstagmorgen die Kunde durch das ganze jüdische Berlin, daß Rabbiner Jacob Freimann, der konservative Rabbiner und Vorsitzende des Beth-Din der Berliner Jüdischen Gemeinde, bei . Hollischau/Mähren, wo er sich zu Besuch bei seiner Tochter befand, in der Nacht zu Donnerstag verschieden sei. Große Aufregung bemächtigte sich der Gemüter aller, und man traf die ersten Vorbereitungen für das Ehrenbegräbnis in Berlin, als bekannt wurde, daß der heim gegangene Rabbiner in einem Testamente, da.a er mit sich trug, den Willen geäußert hatte, auf dem erstnächsten jüdischen Friedhof von dem Orte, wo ihn der Tod ereilen sollte, bestattet zu werden. Sofort begaben sich im Auftrage der p"ft> der Rabbiner Freimann besonders nahe stand, die Herren Rabbiner Link und der Obmann der Bruderschaft, Hermann Schwarz, nach Hollischau, um die nirlü vorzunehmen und neben einer Delegation des Vorstandes und des, Rabbinates der Jüdischen Gemeinde bei der Bestattung anwesend zu sein. Erst vor kurzem hat Rabbiner Freimann das 70. Lebensjahr erreicht, aus welchem Anlaß ihm eine umfangreiche und gehaltvolle Festschrift von seinen Freunden und Verehrern gewidmet wurde. Dieses wissenschaftlich wertvolle Werk wird nun ein Ehrendenkmal für den Rabbiner und Gelehrten Jacob Freimann sein I Die Freimann's kamen von Deutschland nach Ungarn, von wo prominente Vertreter der Familie später den Weg wieder nach der deutschen Heimat fanden. In jungen Jahren kam Jacob Freimann zu seinem Onkel, Rabb. Dr. Israel Meier Freimann V'XT nach Ostrowo, dessen Tochter,, Enkelin von RabBi Jokew Ettlinger ys?, er später heiratete. Er nannte bereitstem großes Maß*.von jüdischem und talmudischem Wissen sein eigen, als er mit 20 Jahren nach Berlin kam und als Hörer ins Rabbinerseminar von Esriel Hildesheimer ^"XT eintrat, um zur gleichen Zeit # seine Studien an der Berliner Universität abzuschließen. Zwanzig Jahre wirkte er danach als Oberrabbiner in Hollischau, zugleich auch als Religionsinspektor für die jüdischen Schulen in Mähren und Vorsitzender des Rabbinerverbandes. 1913 kommt er als Nachfolger von Oberrabbiner Dr. Feilchtenfeld an die Spitze der größten Gemeinde der Ostmark in der Stadt Posen, und es gelingt ihm kraft seines Wissens, seiiies Gelehrtencharakters und seiner starken Führerpersönlichkeit das Posener Rabbinat auf große Hohe zu bringen. Schon ein Jahr nach seinem Amtsantritt eröffnet sich ihm infolge des Kriegsausbruches ein ungeanntes Arbeitsfeld, das eine übermenschliche Kraft erforderte. Zu einer Zeit, da die meisten führenden Männer sich ins Innere Deutschlands begaben, blieb er unentwegt auf exponiertem Posten und äußerte mehr wie einmal, er werde in seinem Amte bleiben, solange hier jüdische Menschen noch seiner Hilfe bedürfen. Die Hilfsstellen für die jüdischen Soldaten, für die jüdischen Verwundeten in den Lazaretten, für die Juden in den Gefangenenlagern waren in Posen mustergültig und alle waren sie seiner Initiative entsprungen, Erst lange nach dem Kriege, 1928, als die Struktur der Posener Gemeinde durch die politische Umwälzung sich von Grund auf geändert und inzwischen in Berlin sich ein großer Posener Kreis gebildet hatte, ließ sich Rabbiner Dr. Jacob Freimann bewegen, einer Berufung nach Berlin zu folgen. Als kurz darauf das Beth Din der Jüdischen Gemeinde entstand, wurde er dessen Vorsitzender. Für Unzählige, die aus den Posener Landen stammen, war Freimann der Rabbiner ihres neuen Wohnsitzes. Jacob Freimann blieb nicht im Kreise seiner rabbinischen Wirksamkeit eingeengt, er fand mit seinem belehrenden Worte in Büchern und Zeitschriften den Weg zur jüdischen Oeffentlichkeit in der Welt und hatte bei all seiner aufreibenden Tätigkeit als Rabbiner einer Großgemeinde noch Zeit, sich an der wissenschaftlichen Arbeit seines Vetters und Schwagers Prof. Dr. Ahron F r e i m a n n, im Rahmen des Mekize Nirdanim reichlich zu beteiligen. Von seinen in: Mekize Nirdanim erschienenen Editionen nennen Miszellen zu den laufenden Wochenabschnitten. Mitgeteilt von S. Speier. Kap. 1. V. 1. „Und dies sind die Namen der Söhne Jisraels, die nach Aegypten kamen; mit Jaakow kamen sie, jeder mit seiner Familie." Am Anfang des Buches hätte man nbs, nicht aber nt>si erwartet. Allein die Schrift greift auf den Bericht in Bereschit 46 ,5f. zurück und führt die erste Satzhälfte des Verses 8 das. im Wortlaut hier an. In der gleichen Weise läßt sich die Partikel l im ersten Vers von Esra erklären . . . nnx juwv Während Diwre.ha-Jamim die Schilderung der Begebenheiten bis zum Regierungsantritt des Cyrus enthält, und das zweite Buch Diwre-ha-Jamim mit den Sätzen schließt: „Und im ersten Jahre mvm) r-rs) des Cyrus, des Königs von Persien, um zu erfüllen das Wort G'ttes durch Jirmejahus Mund, erweckte G'tt den Geist des Cyrus, des Königs von Persien" usw. „So spricht Cyrus" usw. (36, 22 und 23), werden diese Verse fast wörtlich zu Beginn des Buches Esra wiederholt, um im Anschluß daran über die Rückkehr aus der babylonischen Verbannung zu berichten.1) Kap. 1. V. 11. „Sie setzten über es Fronvögte, um es mit ihren Lasten zu drücken; und es baute Vorratsstädte für Pharao, Pitom und Ramszes." bedeutet Frondienst. So wird in Melachim I Kap. 5, V. 27f. berichtet: „Der König Schelomo erhob aus ganz Jisrael eine Fron, die Fron bestand aus dreißigtausend Mann. Die sandte er nach dem Libanon, je zehntausend monatlich abwechselnd, einen Monat sollten sie Im Libanon sein, zwei Monate jeder zu Hause. Und Adoniram war über die Fron." Kap. 1. V. 14. „Sie verbitterten ihr Leben mit harter Arbeit in Lehm und in Ziegeln und mit allerlei Arbeit auf dem Felde. Alle ihre Arbeit, die die Aegypter durch sie verrichten ließen, war mit Strenge." omay bn nt? kann nicht abhängig sein von w>»,'i und bedeuten „sie verbitterten ihr Leben mit all ihrer Arbeit", da es dann analog dem rivp ma?a hätte heißen müssen am» Van Vielmehr bildet omay bi m das Objekt zu den darauffolgenden Worten ona nay -ip Kr die. sich sowohl auf nmay bo ns als auch auf "psa beziehen. Der Satz ist zu erklären, als ob stehen würde: •psa nna na» ona nav iws omay l>a ns *) Vgl. Ramban z. St. Siehe ferner Baba Batra 15a ">3dn ik»i ana mr* Raschi, Toszafot, Meharschal und Meharscha sowie andererseits Ssanhedfin 93b unten -Rinn »V'ö Va •na». All ihre Arbeit, die die Aegypter durch sie verrichten ließen, ließen sie durch sie mit Strenge verrichten. Vielleicht ist auch vor "psa das Wort?ui'n zu ergänzen. All ihre Arbeit, die sie durch sie verrichten ließen, war mit Strenge — Tay bedeutet: Arbeit durch jemanden verrichten, So" heißt es in Wajikra Kap. 25, V. "39: „Wenn dein Bruder neben dir verarmt und sich dir verkauft, so sollst du ihn nicht Sklavenarbeit verrichten lassen." Vgl. auch dort V. 46: „Auf immer lasset sie dienen." Kap. 2. V. 6. Nach einigen Kommentaren bedeutet nK WlBfiv ibifl nicht „als sie öffnete, sah sie das Kind",, sondern: sie öffnete und betrachtete das Kind}1 um. festzustellen, ob es ein Knabe oder ein Mädchen-,sei». flirr, uad siehe, es war ein weinender Knaben Kap. 3. V. 3. Nach einigen Erklärern ist yilfc von den folgende» Worten zu trennen und bezieht sich auf ^as "i^'K des vorhergehenden Verses, yna ist danach soviel wie San urs yns- Der Satz wäre also folgendermaßen wiederzugeben; ynb „Warum?" Das will hei" ßen: warum wird er nicht verzehrt? njD.T ira» xb „Brennt etwa der Dornbusch nicht?" Eine Bestätigung für diese Auffassung möchte ich in dem trennenden Akzentzeichen unter ylt» erblicken.2) Nach 2) Man hätte nach dieser Deutung *bn statt -i»a» Hb erwartet. Die Fragepartikel fällt jedoch zuweilen aus, So z, B, in Kap, 8, Vr 22; „Wenn wir nun Aegyptens Greuel vor ihren Äugen-schlachten