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Der Israelit · 1937-12-30 · Heft 52 (30.12.1937) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 52 (30.12.1937)
Date
1937-12-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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:\f-- 'A •* ^^^^^^^WW^F^^W^^ 30. Dezember 1937 D I 1 i t Nr. 52 Seite 3 f;,' ■ . •■ -"-; ■' ' sf aktueller infolge der gegenwärtigen Phase " Krisetizöit. Aber es gibt nöch viele derglei-! -chen. Was hat . man z. B. der Tauroh und ihren Getreuen nicht alles zugemutet, im Namen von «''1 Di? 'min fertig zu bringen!* Wer das Doppel- :* golus, das reformengeplagte, bejaht,, kennt die -Eltern eines jeden Falles. Es ist immer dasselbe: unsere sachlichen Aufgaben gehen nicht weiter als unsere Wirklichkeit. Da endet auch die Rechtschaffenheit unserer Pläne. Jaakauw, hinkend, muß nicht j e d e s Mittel gegen Golusnot, das Taurohfremde als erfolgreich offerieren, in liefern können. Nicht-Können ist in dieser Welt der „Erfolge" eine bitterschwere tast. Aber zu viso e n , daß man wirklich nicht alles kann, das ist von den vielen persönlichen Aufgaben, die das Golus uns stellt, die allerschwerste» Dieses Wissen — deprimiert; sein höhnisches Echo von außen und, schlimmer noch, von innen — demoralisiert. Die Schonzeit verlangte „nur" Mut; jetzt die Krise fordert Mut und Stolz. Aber den rechten Mut: Lebensmut trotz aufreizender Wehrlosigkeit! Und den rechten Stolz: Wahr- -heitsstolz trotz lächerlicher Erfolgsarmut! Wochenrundschau. Eine Mitteilung und keine Empfehlung. — Ein bedenklicher Nachsatz. — Die Rumänische Kammer judenrein. — Fensterscheibenkrieg in Oesterreich. Im Korrespondenzenteil unserer jüngsten Nummer brächten wir eine Notiz der „Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland" über das landwirtschaftliche Lehrgut Landwerk Neuen- ..dorf, wo zur Zeit eine Reihe von Ausbildungsplätzen für Jungen und Mädchen zu besetzen seien. Obwohl schon aus der Ueberschrift („Reichsvertretung der Juden in Deutschland") wie aus der Forinj-dpr Wiedergabe leicht ersichtlich ist, daß es sich., hier nicht um eine Empfehlung von unserer Seite, sondern um eine offizielle Pressemitteilung der Reiöhsverife- ' tung handelt, so fühlen'1 wir uns doch nachträgliehjzu derBemerkung verpf^'ijhtet, idaß nach uns jnjfäejjgtngenen authentischen 'Berichten, dieses Institut., für jüdische Menschen, die auf eine jüdische Erziehung und Ertüchtigung^iihrer Söhne und Töchter Wefet legen, vorerst in keiner Weise in Betracht' koinnrt ■>T, 1 ■ , . .- A . ' . "-li'J." Es herrscht, wie uns von Augenzeugen verbürgt1 Hy/rd, . auf dem Landwerk Neuendorf ein solch 'unrehgioöer . <jeist, daß sich die Anstalt,, am wenigsten als! Keine "Vorschule für das Heilige Land eignet, aber auch für; kein anderes Land, wohin wir doch unseren Kindern ■das Beste von der Heimat, die Glatibenstreue in Gesinnung und Tat, mitgeben wollen. „Der Schild", das Organ des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten", begrüßt an leitender Stelle seiner jüngsten Nummer den Beschluß der A g u d a s , J i s r o e 1, an der Aktion für jüdische Gruppenwanderung und Gruppensiedlung unter den bekannten von der orthodoxen Organisation daran geknüpften Voraussetzungen kräftig mitzuarbeiten, und schreibt dann weiter: „Es spricht nichts dagegen, sondern u. E. alles dafür, daß im Rahmen der Planung und Vorbereitung der Gruppenwanderüng religiös eingestellte Juden, zu Grup pfe n z u s a m m enge s c h lossen werden k ö h n t e n7 Dies gilt sowohl für die landwirtschaftliche Vorbildung in entsprechenden Ausbildungsstätten, wie auch später für die gemeinsame Siedlung solcher geschlossenen thoratreuen Gruppen in Uebersee. Bei den für die Ueberse-Wanderung zuständigen : Stellen, ia. j^. der Jüdischen Landarbeit GmbH, und dem Hilfsverein, sowie im Wanderungs-Ausschuf; ' der Reichsvertretung, dem ja jetzt auch ein Vertreter .' der Orthodoxie angehört, als der zentralen Stelle : v e r d i e n e;n diese Gesichtspunkte der t h o r a't r eiü e n Organisationen Beachtung.' Sie'! zeigen gleichzeitig die jüdische Bedeu- Alie Aufgaben, die die Tauroh des Golus uns stellt, sind heilig. Hüten'wir uns, die einen gegen die andern auszuspielen. Aber so wirklichkeitsbegrenzt die sachlichen sind, so himmelweit und allgegenwärtig sind und bleiben die persönlichen. Und sind doch nicht weniger „wirklich", sobald wir sie — verwirklichen. Wie die Lebenslust, die wir atmen. Wenn sie uns nur nicht — Luft werden/ "tfli maiöita p'TSV Bei aller Schwere: eine unüberwindliche Wehr ist uns geblieben. Die Krise ist keine neue Zeit. Das bergende Wunder G'ttes hat nicht aufgehört und wird nicht aufhören. Aber schon in der „leichteren" Schonzeit half das Wunder nicht allein. Man mußte das Seine dazu tun und suchte, fand und tat es auch. Tun wir« um so mehr das Unsrige. In gesteuerter Schau werden wir es finden —. Der Erfolg am Ende ist unser. Der „himmlische" G'ttesstaat waltet mit uns. Berichtigung. Auf Seite 2 in Spalte 3, Zeile 13 muß es heißen: Und dann noch einige Zeit — nicht: „Und dann nach einiger Zeit ..." tung der Gruppensiedlung als Wanderungsform erneut auf. Denn es wäre sehr wohl denkbar, daß ebenso auch anderen weltanschaulichen Richtungen und Organisationen durch die Gruppensiedlung die Möglichkeit eines Zusammenschlusses ihrer siedlungswilligen und -fähigen Menschen — auch außerhalb Palästinas — eröffnet wird." Der letztere Satz entspricht weniger unseren Intentionen und unseren Hoffnungen. Wir geben uns vielmehr der Hoffnung hin, daß man überall einsehen wird, daß es keinen Gewissenszwang für einen Andersgesinnten bedeutet, in einer gut jüdischen Gemeinschaft zu leben. Die aus den jüngsten Wahlen hervorgegangene Rumänische Kammer wird voraussichtlich keine jüdische Vertretung haben. Die Arbeit der Jüdischen ,P a r t e i (auf deren Liste an erster Stelle auch Oberrabbiner Zirelsohn, Kischinew stand) scheiterte an der Wahlpropaganda der großen Parteien und auch an innerjüdischen Unstimmigkeiten. Die nach dem rumänischen Wahlgesetz zur Erringung eines Mandates nötigen 2 Proz. der abgegebenen Stimmen konnten nicht zusammengebracht werden. Wenn nicht die Berufung einer jüdischen Vertreters in den Senat erfolgt, wird das rumänische Parlament in einer Zeit schwerer Entscheidungen für Rumäniens Juden judenreiit bleiben. Auch aus dem Gesamtergebnis der Wahlen eröffnen sich keine allzu erfreulichen Perspektiven für die jüdische Lage. Die liberale Regierung Tartar e s c u konnte nur eine Minderheit auf ihren Regierungslisten vereinigen und ist bereits zu Gunsten von J o r g a und C u z a zurückgetreten. Dominieren wird in der Rumänischen Kammer unter der neuen Firma „Alles für das Vaterland" die durch ihre judenfeindliche Einstellung bekannte ehemalige Eiserne Garde, neben der ebenfalls antisemitischen Partei C U z a s , die 35 Sitze in der Kammer einnehmen wird. Am schweren Wahlkampfe zwischen C u z a und Codreanu (dem Führer der Eisernen Garde) waren die Juden wenig interessiert, denn im Judenpitnkte sind sich die beiden Parteien und ihre Führer vollkommen einig. Die Entwicklung der jüdischen Lage in Rumänien, das nach Polen die größten Judenzentren Europas beherbergt, läßt sich kaum ab- . sehen. In Wien gab es in den Tagen vor Weihnachten viel zerschlagenes Fensterglas, wobei die Glasermeister auf Kosten der Versicherungsgesellschaften profitierten. Das Klirren setzte sich im Wiener Stadtrat fort, wo das jüdische Ratsmitglied Dr. Ehrlich die Dinge zur Sprache brachte und andere Diskussionsredner diese Rede mit Ausfällen gegen die Juden beantworteten. Zu diesen Vorgängen schreibt die Wiener „Jüdische Presse" u. a.: „Dr. Jakob Ehrlich ging in seiner Rede auch auf die anderen Erscheinungen ein, die eine Verdrängung der Juden aus dem öffentlichen und wirtschaftlichen Leben bedeuten. Während weder Dr. Kresse noch sonst das Präsidium der Stadt Wien zu diesen Ausführungen Stellung genommen haben, versuchten einige Mitglieder der Bürgerschaft, den Redner nicht nur durch Zwischenrufe zu stören, sondern auch in ihren Polemiken Angriffe gegen die Juden zu richten. Es gab somit wieder einmal eine regelfechte „Judendebatte" mit all den bekannten Begleiterscheinungen. Anlaß zu der Aussprache gab'der sog. „Fensterscheibenkrieg" ... In einigen Warenhäusern wurden am Goldenen Sonntag Stinkbomben geworfen, ohne jedoch Schaden anzurichten, Im allgemeinen haben wir bereits wiederholt darauf hingewiesen, daß alle diese und ähnliche Aktionen und Diskussionen nur Wasser auf die Mühlen der Gegner sind und daß es ratsam wäre, allen derartigen Versuchen rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben." Wir schließen uns der Meinung des Blattes über den Wert der Heraufbeschwörung solcher öffentlicher Diskussionen voll an. Miszellen um S. R. Zum 27. Teweth. «, Von Rabbiner Ph. Fischer. .in Sarospatak. . , . ' :'l,x£. . ' Der Einfluß S. R. Hirsch s auf die Judenh e i t Italiens. In dem Jerusalemer „ H a h e d " (5657, Nrl 4, S. .14) referiert N. Ben Menächem über eine in der Jerusalemer „Alumah" gehaltene Sabbat-Versammlung. Der Redakteur des zionistischen „Haolam", M. Kleinmann, hielt einen Vortrag über „Religion und Nationalität", wobei auch einige Worte über die Westjuden fielen, bei denen sich das ganze Judentum einseitig in „Religion" verflüchtige. Hierauf ergriff der bekannte italienische Advokat Dr. J. M. Pacif i c i das Wort und sagte laut unserem Berichterstatter u. "a. folgendes; „Ein ebenfalls aus dem Westen Stammender, empfand ich die vorgetragenen Worte nicht angenehm ... Der Vortragende sprach über die religiöse Leblosigkeit des Westens.' Ich z. B. entstamme einer ganz „assimilierten" Familie, und noch vor einigen Jahren gehörte ich gesinnungsgemäß ganz zu ihr. Aber ich fand das heilige Feuer, jenes Feuer, das mich zur Quelle des Judentums zurückführte, zur Synagoge des Westens. Nur unter dem Einflüsse von S a mson Raphael- Hirsch und seinem Schüler Rabbiner Margolijoth von Florenz wurde ich dessen gewürdigt, zu Israel und seiner Lehre zurückzufinden. Ohne jene Lichter aus dem "Westen würde ich ganz gewiß nicht, hier in der ^eiligen Stadt Jerusalem und unter Euch sitzen, und1 meine Kinder wären zur Kirche übergegangen." —--r- — -In dem darauffolgenden Hefte desselben Monatsblattes (Nr. 5) erschien ein von Dr. Pacifici an die_ Redaktion gerichteter Brief, . in welchem obiges Re- V'XT. *Hic ■ : "Hi j ferat in mehreren Punkten berichtigt wird. Einige Sätze, die für uns Interesse haben, wollen wir'kus jenem Schreiben in wortgetreuer Uebersetzung wiedergeben: „Ich sagte nicht, daß Rabbiner Margolijoth s. A. ein Schüler von Rabbiner S. R. Hirsch gewesen ist. Im Gegenteile, ich erinnere mich ganz genau, gesagt zu haben: Rabbiner Margolijoth war wohl kein Schüler S. R. Hirschs, doch stand/ auch er unter dem geistigen Einflüsse des großen Begründers der Trennungsgemeinden im Westen. Und da doch Rabbiner Margolijoth, wie ich bereits sagte, unser Seelenretter in Italien war, so muß man eben S. R. Hirsch und seiner Richtung mittelbar das erste Verdienst an unserer seelischen Errettung zuschreiben. — — — Die Wahrheit ist, daß ich aufgebracht war, als ich hörte, oder wenigstens so verstanden habe, daß man den westlichen Assimilanten und den westlichen Gesetzestreuen, der der Trennungsrichtung angehört, gleichmäßig bewerten wolle. Hierauf gab ich empört die Antwort, daß auch ich mich unter den Vielen befinde, die — sei es auch nur mittelbar — durch die Lehre S. R. Hirschs und seiner Richtung aus dem Assimilantentume befreit worden sind." II. S. R. Hirsch, „der Feind alles wissenschaftlichen Streben s." Ebenfalls im vorjährigen „Hahed" (Nr. 10/11, S. 29), in einer Besprechung der neuen Ausgabe des "-ptnar» mia? von S. Bär, finden wir die1 hochinteressante Angabe, daß das im Jahre 5613 d. j. Ztr. veröffentlichte erste wissenschaftliche Werk des Dr. S. Bär nns mm an der Spitze des Buches eine nnaon,- von S. R. Hirsch, dann eine deutsche Vorrede aus der Feder des Geschichtsschreibers J o!s t und am Schlüsse des Buches ein langes Schreiben von S. D. lit im STRÜMPFHAÜS METZGER ZEIL 87 atieh Herrenwäsche; Trikotagen, und Badewäsche Winter-Mäntel und Anzüge a'Ujfr Art gut und preiswert bei Auf Wunsth;Sp3 -V er arbeitung LUDW1Q. <k Frankfurt a. M. Hindenburqplatz 12 am .Hauptbahnhof

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