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Der Israelit · 1937-12-30 · Heft 52 (30.12.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 52 (30.12.1937)
Date
1937-12-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 52 > e r I s r a e lti t Grenzen unserer Wirklichkeit. % agudiitischen Idee Von" Sir ifonstitutiven Ali herrschaft der Täüroh widersprachen, sind tat sächlich Angehörige ihrer Gemeinde (50). Und (Fortsetzung von .Seite l.) scheiden. Ueber nichts, fürwahr, ist tiberschlagende Begeisterung und visionäre Hingerissenheit schöner und verzeihlicher als über den Anblick des „besten Landes", aber über nichts auch mitreißender und — gefährlicher. Und gar, wenn es einem der Besten'7 widerfährt.1) -; „ ... Nicht um /Wiederbelebung' der jüdi- ' sehen Nation handelt, es sich . . . Wohl abe»- . . . um ihre beginnende Wiedervereinigung mit dem köstlichsten Teil der Welt der Erscheinungen; Erez Jisroel (36).—— Nicht um die judischen Einzelnen, auch nicht um jüdische Landsmannschaften, sondern um die jüdische Nation als solche geht es heute, in der neuen Zeit; zum ersten Mal seit dem Untergang unseres Staates. Ob . . . das Land auch weiterhin nichts als auserwählter Herrschaftsraum dieses absoluten' G'ttes willens sei (36). — Die Wirklichkeit der Nation ist ihr Land . . . So ist der Agudismus . . . der jüdischen Nation . . . bewußtes Beschreiten des. gefahrvollen Weges . . . in die Geschichtswelt der Wirklichkeit, in das Geschichtsland des Absoluten: Erez Jisroel (37). — Wie wir einst aus Mizrajim getrieben wurden, so hat uns die Vorsehung in die neue Zeit — gejagt." (38) Diese Sätze sagen genug. Man lese aber das Ganze. Der Sinn ist klar: das achtzehnhundertjährige Wunder der Bergung (34, 38) ist zu Ende. Eine neue Zeit ist angebrochen. Die Gesamtnation tritt in die Welt der Wirklichkeit hinaus. Die nationale Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit beginnt. Und die Wirklichkeit der Nation ist ihr Land. Die Vorsehung knüpft den Geschichtsfaden der Nation wieder dort an, wo sie ihn mit dem Untergang unseres Staates abgerissen hat. Und wie einst aus Mizrajim, so wurden wir in diese neue Zeit gejagt, E. J. ist wieder wie damals, als der Staat noch stand, Sachaufgabe der jüdischen Nation. Gewiß, kein Wort von n^IKl« Aber der ganze Gedankengang und dazu Formulierungen wie der. Vergleich mit dem Auszug aus Mizrajim erzwingen geradezu im Leser die Vorstellung von der mit dem ersten Schritt schon eingetretenen r~jVlN> Und es scheint sehr, als habe die Befürchtung' dieser Gedankennötigung schon bei der Abjassung mitgewirkt und die auffällig häufigen Warnungsmale der „währenden Galuth" verursacht. Dann um so bedenklicher. Denn ausgesprochenermaßen ist die ganze Vision eine erst noch zu beweisende Schau (37). Inwiefern sie frühere Schaubilder ergänzt und weiterführt, sei hier nicht weiter untersucht. Jedenfalls ist sie so gefährlich, daß der Leser auf Schritt und Tritt gewarnt werden muß, der „währenden Galuth" nicht zu vergessen. Muß das sein? Rechtfertigt es eine solche ungesteuerte Schau, den Leser vor die Wahl zu stellen, ob er die Austreibung „wie aus; Mizrajim" ernst nehmen will oder die währende Galuth? — Rechtfertigt sie es, E. J. als sachliche Aufgabe der Gesamtnation zu proklamieren und damit :gläubige Menschen in das Feuer eines solchen ]/]V01 zu treiben? : Rechtfertigt sie auch die letzte Konsequenz, St"?1j? ■>"P^ T)KT Snam zu sein, daß;nämlich Misrachi und Agudo sich darin genügend unterschieden* daß Misrachi Einbürgerung in die Diesseitigkeit zum Nutzen der Welt des Absoluten (der Tauroh) bedeute, Agudo ab^er eben diese Einbürgerung ablehne (52)? — Nun, Agudisten in Gemeinden wie Warschau, Wien usw,y welche der; *) „25 Jahre...Agudo" vonUDr. Is. Breuer, „Israelit" 1937, Nr. 25ff. Die Ziffern nach den Zitaten bezeichnen die Seitenzahl inndem von der .Palästina- Zentrale der J. herausgegebenen Sonderdruck. (H£rmon-yerJagj(. - .;.;="'.• ' ■"'r, agudistische Einwohner des angekündigten Staates palästinensischer Juden sind tatsächlich' .Angehörige dieses, sagen wir es ruhig, zipnisti sehen Staates. Aber es fällt ja keinem Agudisten ein, Warschau oder Wien usw. als sachliche Aufgaben der Gesamtnation zu proklamieren und, umgekehrt, mag es füglich noch zweifelhaft sein, ob der Misrachi (trotz einem zitierten rabbinischen Führer von ihm) oder ob gar die Misrachisten schlechthin; die Einbürgerung in der Diesseitigkeit bejahen; aber das ist nicht zweifelhaft, daß gerade der Misrachi das E. J. eines Golus-Judenstaates als sachliche Aufgabe der Gesamtnatfon proklamiert und immer schon proklamiert hat!; Und das eben ist E. J. heute nicht! Weder der Zionismus noch seine Bekämpfung noch irgendwelche fremde Intentionen können es eigenmächtig dazu stempeln. Die Tauroh und ihr Volk sind im Doppelgolus. Was erwartet man denn von ihnen? Sind wir nicht reich genug an Enttäuschungen? Doch da — schon wieder ein Stoß ins gleiche Horn;2) nach Klang und Herkunft unüberhörbar. Autoritätenkrise droht! Warum? Weil man dem neuen Galuth-Judenstaat nicht i Religionsgemeinde durch „Austritt" entgehen kann, bleibt er für alle seine thöratreueö Angehörigen stets existent, sie zur tätigen Verantwortung für seine Thoragemäßheit zwingend, und darum auch für alle Thoratreuen der Erde. „Der neue Staat, das bis.t du und ich. Das sind , wir" Und wenn das Autoritätenkollegium der Weltagudo sich nicht fieberhaft rührt, die programmatischen Vorarbeiten zur Verwirklichung der Herrschaft der Thora im neuen Staat zu machen, degradiert es sich zu einem —f Schlagwort. Was soll das jfreißen? Ist - etwa irgend eine Gemeinde der Welt, aus der man nicht, austreten kann^s eine^ blamable sachliche Aufgabe der Weltaguda und ihres Autoritätehkolfegiüms? Ganz gewiß ^ichtt wenn Verantwortjang kein —; Schlagwort werden soll. Wollte man -jes', aber doch bei einer neu; zu gründenden Gemeinde für möglich halten, so;kommt ja hier — s&frr richtig bemerkt — hinzu',' daß der Judenstäat, wenn auch zwerghkft, j'dbch einer fremden;; Gewalt :. grundsätzlich^.1 nicht; Untertänig, v{ielmefe.f: außenpolitisch unabhängig sein soll. Das heißtuaber in dieser Welt -^,s er soll grundsätzlich': bereit sein, seine Unabhängigkeit zu erhalten und mit den Mitteln dieser Welt zu verteidigen. Das ist entschei de n d , zumindest .aber die Frage aller Fragen! Und wenn dazu noch gerade diese Frage l(nämlich: nach den realen außenpolitischen Grundsätzen) in der langen Liste der wichtigsten Fragen gänzlich fehlt (und. sicherlich ohne die hier daraus gefolgerte ■•' Einstellung zu; beabsich-5 ■tig<en), so ist das ein s'e^^e^unilendes' SympV om hinsichtlich der, Entschiedenheit .' bejahüng. .Und manisikönnte >wohL begreifen, daß?1 wenn'^'die Kohstitüteru'hg von; ünabhängigen _jü-" discherr Staaten im.;ßrblüs: ^ufch die. Tauroh Site,?. Gol^s aufhört auch, nur.-eine Er&g& g&)ß'emt *4aß dann diese Zumutungauf -— Schweigen -triff t^ Nein, der Judenstaat ist kein Jüdischer Staat. Alle, ausnahmslos, alle, die dort sind, sind ja tPrny nur eben an die exponierteste Stelle hinyerschoben. Und wennes Millionten werden und aus 'allen Splittern der Nation zusammengemischt — solange: ,<|as 4.. gplu^, jins J5lf,§|$r. sie nicht die Nation, sönetern werben. ^ie'^auchj ^n' E, J, — L'a n d s niJ'ä Vn k|c h ä'ff: : J) iDr. Is, Breuer ^Probleme .eines!.Judenstaates'^., ,3sraeliti,..l<rr; 49."". Yl 7 [ ' \ , _> ,j. ,^;Mkw ~_ - . ... „ri ....., ' " Xm V^^493V^ Ihnen ist Ej J.-.*o4er„ ein^ijude^nstaat (oler^wje-v* der verhindert^noch^gfehiiede» werden,kann) als, -s.a c h l i c h e Aufgabe'^gegebfen,: dort iifit allen h. ''Mitteln und Kräften gemäß der Tauroh lies Gplüs dem, Rechte G'ttes Boden. zu erkämpfen. Und vd a f ü r , o h n e; 111 u s, i?p. n « n , sollten süe des Beistandes aller gewiß seitf^ beyör- * - zugt innerhalb der universelleh Beistandspflic{(it •für im Golus notleidende Taurohjxeue, deAr größten .sachlichen Aufgabe der 5 Gesamtnatipn Gemeinschaft der ö*KV* Für» diese BeJ'skndspflicht gilt mit Recht die bitterernste Mahnung; „Verbergen wir nicht unsere eigene Unzulänglichkeit hinter der Armut der Thoratreuen" (46h Denn trotz aller Armut im Wirtschaftlichen* - Schwäche im Politischen ist das Wenige, das uns von jedem blieb, immer noch soviel als wir brauchen;' um die zeitgemäße Bewährung iniig'ttesyolklicnen, Bekenntnis auch durch die Tat zü .verwirklichen, um durch die ' solidarische^ Erfül- - lüng des im Golüs geltenden Jatjirohrechtes für- G'ttkönigs Rechthabeh zu zeugen, und nur eine. Tat mit dem restlosen Einsatz-aller verfügbaren Mittel und Kräfte ist Bekenntnistat — . ">~($ öriltV Selbstverständlich ist E. J; im Allgemeinen and ein Judenstaat im Besonderen den DTT73 des i: Landes auch eine . p e r s.öji l.i-c h e Aufgabe; '. allerersten Ranges^ Die gefährliche Wirkung, die Land und Staat auf jeden fühlenden Juden ausüben, ist unbeschreiblich. Die kämpferische Sucht nach der „freien Heimat'\ die schon jetzt im ganzen sogenannten „Aufbau" gärt, reißt wie ein ausgebrochener Ur-Instinkt-jedenijnit,. der^nicht: nüchtern bleibt im Glauben; Hier tritt der zeit-^ - gemäße rechthaberische Anspruch auf vernunftgemäße Selbstbestimmung mit der' verführerischsten Maske auf: Wie sollte die Wiedervereini* gung des Am-Jisrael (sprich: des durch den Zionismus wieder auf erstandenen jüdischen Volkes); mit Erez Jisrael (sprich: der freien Heimat) nicht zu G'ttes höchster Ehre gereichen und — sehet nur und deutet nur die neue Zeit! — von G'tt selber gewollt sein?! Also muß, was Volk und' Land brauchen, auch vor G'tt recht sein. G'tt will haben, daß sein Volk recht behält. — —? So setzt das in ehrsüchtig rechthaberischem Denken auftrumpfende nationale Ich ganz legal sieht selber die Krone aufs Haupt. Und wenn dieser Staat erst einmal wirtschaftliche und politische^ Erfolge zeigen wird, und gar erst, wenn diese^ und jene nix» dort geborgen sein wird!! -—Werdern ausgesetzt ist und: standhält, der hat sich, wahrhaftig bewährt. Natürlich ist. E.. J. als „freie Heimat"' überden Kreis der palästinensischen Landsmannschaft:; hinaus eine starke persönliche Aufgabe auch für; die Gesamtnation. Denn es „haben die unglaub-;; liehen technischen Errungenschaften der neuer*. Zeit'. . . die verstreuten Glieder einander ungegenähert . . . Die Wirklichkeit hat num erst die Gelegenheit, auf die ganze.Nation einzudringen, sei es als „Aufklärung", als „HaskalahiV als „Reform", sei es als; „Wirtschaft", äls^ Weltantisemifisfnus" oder als —•,,Weltziönis- \ mus" (35). Das ist ein wahres Wort. Und fügen-. 3 wir; ninzu: Wohl sind-die, technischen Errungen- : schatten der. 'Neuzeit uns nicht nur zuleide. Sie^; sind-'uns' auch Helfer.;Äber sie sin^d — Maschi-r nent;: Sj^'J^achs^ mit'^der M;acht öbrer flerren^;!', ^a|ijici), ^!;hapen allen Grund; die .Gren-;. > zen : unserer Wirklichkeit zu achten.! "! 5. Die Aufgabe. .;• . ~ Grenzschutz nach ihnen. Weiß der Himmel es ließ sich das alles nicht ohne Ueberwin- , dung^ner großen Sche.u vor 4er OeffentUchkeit:} f sageii. i Aber .unsere eigentlichste Aufgabe watv 'Ii tetüüs'er^no'ch immer. — : r /! ' .)] : t&s/i'^ j^;!r- „icht de^^einzige. 'Fall,» anVäessenj,BehaiudlunC: i :; sich, die-Wichtigkeit erweist, »■ die täuröhpolitix sehen Grenzen zu" achten.^Es ^ist nur >in lbesonv. Herren« limd Berufskleidung, •'■M <r fr'ijK;^ n f e i o n ,r.*i 12? a.- V-jo'r a r b afti ung Pi-auRNAI^RWw; i F a h r >'g\ a^s e 9 4 . , sj .^I^Minutp, von qer Konstabier Wache DAS LiCHT; DER von,Rqbb;Dr. EliejWK broscliiert RM^j^qoifc2;E»yj VtRiaG DES ISRAELI! ÜMD ......nmrn Ipte AlZ Cfti

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