Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 52 (30.12.1937)
- Date
- 1937-12-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mains Frankfurt a. M. 30. Dezember 1937 26. Tebet 5698 Nummer 52 Ein Welucli über den Teilungsplan. Die Kommission erhält weitgehende Befugnisse. London, 30. Dez. Wie man erfährt, hat zu den Fragen, die den : K ab inettsrat in seiner fünfstündigen Sitzung am Mittwoch vor den Weihnaehtsferien beschäftigten, auch das P a 1 ä s t i n aprob lern gehört,-und zwar hat die Regierung beschlossen, nicht länger mit der Entsendung der Kommission zu warten. Im Laufe der ersten Januarwoche werden in der Form eines ,, W eißbuchs " die Weisungen veröffentlicht werden, die für sie ausgearbeitet worden sind. Auch mit der Bekanntgabe ihrer Zu« sammensetzung wird bald gerechnet werden können. Es heißt, die Regierung habe sich ent- -schieden, der Kommission in ihrem Arbeitsauftrag einigen Spielraum für ein Abweichen von dem Teilungsvorschlag des Peel-Berichts zu lassen. Dagegen bleiben die Gerüchte, wonach die Kommission die Möglichkeit haben werde, eine Fortdauer des bisherigen Mandatszustandes vorzuschlagen, unbestätigt. \ Auch im Unterhause erklärte Ormsby- Gore am 24. Dezember auf eine Anfrage, der Charakter und die Instruktionen der neuen Palästina-Kommission würden „in kurzem" bekanntgegeben. Es werde keine vermeidb a r e Verzögerung eintreten; einstweilen bereite die Palästina-Regierung das Material für die Kommission vor. Man faßt die Antwort als einen Versuch auf, den vor einigen Wochen durch die Erklärung, •die Kommission werde erst nach Wiederherstellung der Ruhe geschaffen werden, hervorgerufenen Eindruck, abzuschwächen. Damals wurde die Befürchtung geäußert, die Araberkönnten durch derartige Erklärungen zur Fortsetzung des Terrors ermutigt werden. und gegen die Fortdauer des politischen Maximums für die Einwanderung. In zweiter Linie wünsche die Jewish Agency alle politischen Faktoren zu konkreten Vorschlägen für die Errichtung eines jüdischen Staates in einem Teile des Landes zu gewinnen. Vorschläge, die dann dem nächsten Zionistenkongreß ünterbreitet werden sollen. * * Mit obigen neuesten Mitteilungen aus London erledigt sich eine Behauptung Stephan W ises, des Präsidenten der zionistischen Organisation von Amerika, in der von 150 Delegierten be suchten Konferenz der amerikanischen Zionisten in New York, wonach er aus London die Information erhalten hätte, daß Großbritannien die Teilung aufgegeben habe,( Diese Mitteilung führte zum Beschluß, eine Resolution über den .Teilungsplan gar nicht zu diskutieren. (Weitere Berichte siehe - auf rvorrespondeiizenseiten 6—8.) Aus dem Inhalt: Wochenrundschau......... Seite 3 Miszellen um S. R. Hirsch (zum 27. Tebet) Von Rabb. Ph. Fischer.....Seite 3 Rabbiner Dr. Jacob Freimann s. A. . Seite 4 Der jüdische Staat. Von Dr. Ph. Biberfeld.....Seite 5 Zahlen aus der Berliner Jüdischen Gemeinde Seite 7 Fünf Jahre Hilfe und Aufbau .... Seite 7 Berichte aus Polen .........Seite 7 Neues Parlament und neue Regierung in Rumänien .......Seite 7 Erez Israel ............Seite 8 Kolumbus in der Synagoge der Heimatlosen Seite 9 \us der Agudas Jisroel-Bewegung . . Seite 9 ^eue jüdische Lyrik. Von Schalom Ben-Chorin Seite 10 Grenzen unserer Wirklichkeit. ,tjewish Agency bestreitet Verhandlungen mit ■Arabern und hält am Teilungsplan fest Der; Präsident der Jewish Agency-Exekutive,;Ben Gurion, bestreitet energisch alle Gerüchte über Friedensverhandlungen zwischen •der Jewish Agency und den Arabern., All diese jüdisch-arabischen Verhandlungen gingen von unfreundlich gesinnten Engländern und Nicht- ' .zionisten in Aegypten, Paris und London aus., _Auch seien die Gegner des jüdischen Staates, weil er zu klein ist, mit dem grundsätzlichen \ Gegner jedes Staates in Fühlung gekommen. Die Jewish Agency jedoch hat keinerlei Verhandlungen geführt, deren . Zweck nur sein könne, die :Juden zu einer dauernden Minori- .(iätsstellurig l' in einem arabischen Ghetto unter •dem Mufti von Jerusalem und seinen Freunden; zu verurteilen. Dj^ Jewish/Agency sehe ihre Auf- '. :gabe gegenwärtig in dem K a m plf für die j ü d i-; ■ sehen: Re chte runter dem Man d a t Von Rabbiner Dr. Breslauer/; IL / T 4. Palästinensische Wirklichkeit. Für die Taurohnation, permanent in der Erziehung 2u g'ttesstaatsvolkiicher Bewährung stehend, gibt es nur eine Aktualität: die der Aufgabe. Auch Erez Jisroel kann für uns nur als Aufgabe aktuell sein. Das jeweils Aufgegebene einer Sache liegt in einem von zweien. Entweder in dem, was der Zögling mit der Sache zu mächen hat; das ist die aktive oder sachliche Aufgabe. Oder in dem, wie die>Sache auf den Zöglitig:wirkt; das ist die passive.;oder persönliche A.ufjs[äbe. Die sachliche Aufgabe verlangt, mit der Sache selber fertig zu werden, sie zu beherrschen und zu gestalten. Die; persönliche Aufgabe verlangt, mit der Wirkung der Sache auf sich fertig zu werden, sich selbst zu beherrschen und zu gestalten. Die sachliche Aufgabe fordert Eingriffe in die Dingwelt und setzt daher angemessene Macht und Mittel voraus; denn ohne diese ist die Dingwelt nicht zu packen. Für die persönliche Auf- ' gäbe, um sich selbst zu packen und zuformen, genügt innere Kraft. Nun denke man einerseits daran, welchen Aufwand an dinglicher Bemittelung ein zu bewirtschaftender Boden benötigt, welch restlose Ansprüche' ein Land unter Ländern an die materielle und politische Macht seines Volkes jstellt, kurz: was alles ein als sachliche Aufgabe gegebenes Land bedeutet, und bedenke andererseits, mit welch lächerlich geringem Maß von wirtschaftlicher und politischer Macht die Taurohnation nach der Wirklichkeit und danach den authentischen Dokumenten ihrer Bestimmung rechnen kann, so leuchtet es ohne Weiteres ein, daß E. J. fieute nicht als s a<c h 1 i c h e "Aufgabe der Gesamtnation (— von den palästinensischen Juden wird noch zu reden sein —) aktuell sein kann; es liegt auch nicht die Spür eines diesbezüglichen authentischen Auftrages vor. Es ist also nicht an dem, daß die Nation im Golus beauftragt wäre, mit E. J. aktiv fertig zu werden und sich in des Landes Gestaltung als G'ttesvolksboden zu bewahren. Sondern an dem ist es, mit der aktuellen Wirkung von E. J. auf die Nation fertig zu werden, daß sie sich trotz allem als G'ttkönigs Staatsvolk bewähre. E. J. ist '''leine persönliche Aufgabe der Nation, und zwar eine von überragenSer Größe, entsprechend der Bedeutung des Gegenstandes. Und dafür spricht auch, was wir aus Weisung und Weissagung über unsere Zeit wissen. . Die außerordentliche Bedeutung von E. J. an sich und als überragende Aktualität für die ganze Nation verlangt dringend, sich hinsichtlich dieser Aufgabe in gesteuerter Schau zu be¬ Fortsetzung siehe Seite 2,