Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 51 (23.12.1937)
- Date
- 1937-12-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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23. De?emb^5{4937 \ P e r I s r a e 1 i t Nr. 51 Seite 7 " -Was die hiesigen. Jehudim, -nach„g«nauester Vorschrift begehen, das ist SiiüchästnoSra?-,^-' aber man ^merkt es diesen Leutchen, an, wie herzlich und wirk- lieh f reu d i g" sie eine Freude begehen können. 'Wir "Juden können nicht'so aufgehen. Man kam in Schul, man hoppste, tanzte, trank den.,Brompfen, aß den '„historischen L.ekech", sagte, Wertelech. Es ging hoch her. Aber, diese einfache und. herzliche Freude, die aus diesen1 Gesichtern sprach, war rührend echt. Nebenbei mochte ich feststellen," 'daß ich . die' Frankfurter Simchasl Tauro-Melodie für die ostjüdische " Stimmung geeigneter halte und Ich es gar nicht begreife, daß in . Frankfurt diese frohbewegte Melodie nicht 2u solch, offenem Freüdenausbruch-führt! Einzig und allein steht ^däs Duchenen in Frankfurt in der Friedberger Anlage da und" das weckt einen manchmal zu bitterem Heimweh auf.-'Wirklich! Wie gerne würde ich wieder mal ein solch feierliches Duchenen miterleben! Südafrika Ein südafrikanischer Minister über die Judenfrage. Joh'annisburg, 9. Dez.- •Der Minister für Erziehung und soziale Wohl- "fahrt, J .H. Hofmeyr, hielt "hier in der jüdisch- , christlichen Gesellschaft eine große Rede, in der - er sich enthusiastisch über die Leistungen der Juden für Südafrika aussprach. . Selbst die Grundeigen-. : Schäften der südafrikanischen Nation . seien letzten Endes aus der Hingabe ihrer britischen;und holländischen Ahnen an' die Lehren' eines jüdischen Busches des Alten Testamentes und eines jüdischen Messias hervorgewachsen. - Die südafrikanische Tradition der Gastfreundschaft und der Liebe gegenüber dem Fremden seieii auch durch jenes Buch vorgebildet worden. Die Weltlage diktiere heute leider gewisse Maßnahmen zur Regulierung der Einwanderung, lassen wir aber einmal Fremde zu, so erfordert es eine christliche Politik, all denen, die ins Land eingewandert sind, gleiche' Behandlung zuteil werden zu lassen. ' : < Personalien. EREZ ISRAEL Araber wollen sich verteidigen? Gegen wen? . ';■ ' " J er üsal em, 16. Dez. Eine Delegation von arabischen Muchtaren im Distrikt Tuikerem verlangte . vom pistriktskommissar Waffen zur Selbstverteidigung' .gegen .. T.e&brjsten'. Eine Forderung nach Waffen für Juden zur' Selb^- verteidigung wurde auch - auf1 der Korifereh^ r"d?$ Verbandes .jüdis.cher Landwirte erhpben. ' : 1 ,u Jf Es wurde mitgeteilt, daß' die Regierung'äuf'den1 Antrag Smilanskis, den .Orangenzüchtern eine A'nc leihe von einer yiertelf/.Millipn 'Pfund zu gewähren, bisher keine AntVort?'erteilt,.habe.' ,'""'.■> ' ' Weitere Terrorakte: .< •, " ' * •' J"e r u. s a 1 e m , 18.Dez. / In Emek wurdeein jüdi s c h er Hi ijfs^pJi^. zist von arabischen Banden, entführt. Man! fand ihn tags darauf tot auf der Landstraße. •:•{.; * * .' Jerusalem, 19.;Dez. Zwei Juden, der 27jährige Werner Ließ aus Deutschland, und Schlomo bin N ü n , Polizist, aus Ungarn,, wurden von Arabern erschossen. Ein Omnibus Haifa—Tiberias wurde bei Nazareth beschossen. Ein Jude namens Isaac M e 11 e r wurde leicht verwundet. Die Irak-Oel Linie wurde wieder beschädigt. Die Arbeit der Militärgerichte. — Wieder ein Todesurteil.?; - ' " 'Jerusalem, 19'j'D^z'. i Der Jerüsalemer 'Militärgerichtshof verurteilte heute einen Araber wegen Waffenbesitzes z u m To de, .äfeM'. afide^e'^zä^lebeUälangliphem^Gefangnis. Im Tulkerem-Distrikt finden fortgesetzt Kämpfe zwischen englischen'Jruppen ' und arabischen Banden; statt. Gestern wurden dabei vier Araber getötet und einer verwundet. In dem Dorfe Ära wurden gestern als Vergeltungsmaßnahmen zwei arabische Häuser vom Militär in die Luft gesprengt Das .revisionistische. Organ „Hajarden" wurde auf drei^ Monate verboten. Mari glaubt, daß die Maßregel die Folge eines Artikels von Jabotinski n über die Verhaftungen vönj Revisionisten ist. J Briefkasten. \ Waffeln.v Vom Rabbinate der Synagogengenieinde : „IsraelitisötiV Religionsgesellschaft"- zu Frankfurt am Main "wird uns1' 'geschrieben: r.;;- >■ •<>. .? , Bezüglich' der>■ D e 1 f t e r - W a f £ e,I^u bestehen, nach der uns gewordenen Auskunft;:.Bedenken und dürfe^ die -Waffeln keinesfalls, genossen^werden ohne,; ausdrückliche' Erlaubnis des-, zuständigen orthodoxen Rabbers. ' » ^. •-•' ' -• .: -\ \h -W.... , [ Kiel, 20. Dez. Am 9, Dezember ist in Tilsit der Kantor und Lehrer i. R. Abraham Davi d s o h n im 82. Lebensjahre verschieden, Aus dem polnischrlitau-v ischen Städtchen . Raczky kam Davidsohn vor ca 60 Jähren nach Ostpreußen, wo er die .Kultusbeamten- Stelle in Rastenburg (Ostpr.) fast 40 Jahre inne hatte. Ein D3Ü Tjtfri großen Formats, wurde er bald, autoritative Persönlichkeit des . ostpreußischen Judentums. Er galt als nnnia 3"i» . und .besaß auch ns-iiri m/iri. Um Garantie für wahres WIM zu haben, nahm er den Verkauf des Koscher-Fleisches in seinem eigenen Hause vor und richtete ein Pensionat ein, damit die Schüler der umliegenden Ortschaften, die in Rastenburg die.Schule besuchten,, vollständig . "•bo verpflegt werden konnten. Wegen seiner menschlichen Eigenschaften brachten ihm alle, die ihn. karten, Ehrfurcht und Liebe entgegen. Als geschickter t"?m» wurde er nach den entlegensten Orten gerufen und war in ganz Ostpreußen anerkannt. Wie groß seine Beliebtheit in seiner Gemeinde Rastenburg war, geht daraus hervor, daß gleich nach seiner Pensionierung die Gemeinde ihn in den Vorstand berief. So war er Vorstandsmitglied bis zu seinem Wegzug zu seinen Kindern nach Tilsit. Alle, die ihn kannten, werden den Verlust dieses edlen Menschen tief bedauern, n-axjn L. D. München, 15. Dez. In der Chanukahwoche verließ unser . ]ir\r Herr. Karl. Löwy, nach _32jahriger hingebender Tätigkeit an der apy* flj».7f»' München, um nach dem Ausland überzusiedeln. Bei. einer Abschiedsfeier, die in Form, einer rwVtf miyo fast die gesamte Gemeinde . vereinte, verlieh Herr Rabb. D; Ehr.entreu dem Scheidenden den lann-Titel und würdigte die Verdienste Herrn Löwy's als omwi "pn, Kllj?r'^»a und Lehrer. Der erste Vorstand, Herr V, Löwenstein, sprach im Namen der gesamten nbnp den Dank an Herrn Löwy aus. Wir alle verlieren durch seinen Wegzug sehr viel. Wohl keiner, der ihn an den QTOD'B' gehört hat, wird diese, mit so viel schlichter Innigkeit vorgetragenen ni^Qn eines wahren 1133 wbv vergessen. Wir wünschen Herrn Löwy, daß man ihm an. seinem neuen Wirkungskreis ebensoviel Liebe und Hochachtung entgegenbringen möge, wie hier und daß sein höchster Wunsch, von dem er bei seinem Abschied von der h^np sprach, nämlich: lernen und lehren können befriedigende Verwirklichung finde. Halberstadt; 17. Dez. Als vor einigen Wochen aus Halber'städt 'die Kunde? eintraf, daß., Frau Dr. •flennt Schle s i'ng er dahingegangen ist,;<r.egte sich unwillkürlich die Erinnerung1 ian - ihre vor . etwa 27 Jahren, ihr im Tode vorangegangene edle Mutter Frau Jenny Münk geb. »Hildesheimer n*y, die in ihren n"ö3 -Leistungen vollbracht hat, und würdige Schwester; R:^EEriel;HÜdesheijners ^T. .war. Auch die Heimgegangene, eine würdige JTochter ihrer großen Eltern, war von dem' Streben erfüllt, über den eigenen häuslichen Kreis hinaus zu wirken, und gar manches junge Mädchen aus abseits stehenden^ Kreisen hat durch sie und bei ihr gelernt, -was es heißt, eine treue Enkelin . der' großen Stammütter unseres Volkes zu sein.5 Das Muttefglück ward ihr nur in kleinem Maße zuteil, und de'n' 'einzigen Sohn mußte -sie leider im: 'Weltkrieg dahingehen,''-'dennoch bewahrte sie sich ihren lebensfrohen Sinn und hat sich in: allen Lagen als;iecfhfe esche's chajil bewährt. Ihr Heimgang bedeutet nicht hur für ihren Gatten, sondern auch weit über den Halberstädter Kreis hinaus einen schmerzlichen Verlust für alle, die sie kannten, und möge vor allem der heutigen Jugend eine Mahnung des. Nachstrebens - werden, daß Gestalten ihresgleichen dn unserer an wahrhaft großen Menschen armen Zeit nicht immer seltener werden mögen. . . n"a»Jn . Mainz, 19. Dez. Am 24. Dezember 1937 kann Afrai'm Z e i t i n seinen:<:60. 'Geburtstag feiern. Herr Zeitin wurde':im Mai 1903,; nach :dem' Ableben des Sofer Holzmänn s. A., 'nach . Mainz berufen, wo, er sich durch seine gründlichen jüdischen'und einschlägigen religionsgesetzlichen Kenntnisse, sowie' durch die Gewissenhaftigkeit und Fertigkeit seiner heiligen Arbeit als Sofer volle Würdigurig'lund Hochschätzung erworben hai in den 35 Ja^W seines Mainzer Aufenthaltes hat er 22 heue ThoraroIIen. geschrieben und zahlreiche ThoraroIIen wieder ausgebessert aber auch in der Anfertigung sonstiger hebräischer Ritualstücke, umfangreiche und zuverlässige Arbeit "feleistet. Daneben stand er- 25j Jahre als Kantor dem Israelitischen Krankenpflegeverein' zu - Diensten. P'urch S^hr^iin Auftrage - dss^eEsteri Vorstehjerst! ,der. israelitischen ReligiönsgettVeinde, Kommerzienrat ß. A. Mayer,-;1927 gefertigtes )M a h a r i L- S e i e r hat Herr Zeitin" sich* bleibi^e.: Pankjjarlieit der, ßeriieihde Mainz gesichert.- j-ninV^ h wyiby i B:erHh^^6.^-Dez^';-Nach« sechs i Jahren traf sich am (^haiiükä-.iiie 'Berliner Gruppe der Esra. P-, A. J, zu, einer' G^Ä^^ Sälen ,,Derv Musiker/'.y Zru der-Feier, die den Bund schon Monate vorher, "•fi^^ietä'''"'Meiff' hätte-die "Jügend -Gaste"' äus allen- Kreisen der Berliner Judenheit geladen. Der dichtrbesetzte Saal legte Zeugnis ab für die Beliebtheit, der sich der Berliner -Bund in allen Kreisen der Judenheit erfreut, zeigt aber auch das Interesse, das -in allen. Kreisen für;unsere religiösen Kibbuzim in •Erez Israel herrscht, denen ja der'Reinerträg unseres Festes zufloß. Das Fest begann ..pünktlich mit dem Entzünden der Lichter durch einen Esräer. Der Esrachor füllte während, des ganzen Abends die Pausen zwischen den Theaterstücken mit jüdischen Liedern aus.;. Die Ansprache eines Esräers klärte . die Zu- . schauer über den Sinn einer bündischen Feier auf, sprach aber auch trotz der freudigen Stimmung des Abends Über den Ernst der Lage unserer Kibbuzim. Dann folgte die Aufführung des Theaterstuckes Juda Macc.abäus von Longfellow, das von der ältesten Gruppe des Berliner Bundes aufgeführt wurde. Das Stück, das in Kürze die Chanukageschichte darstellt, wurde von dieser Gruppe lebendig gespielt. Nach der großen Pause, die wieder durch den vortrefflichen Esra- und Beth Chinuch-Chor umrahmt wurde, kam der Höhepunkt des Abends besonders für die ostjüdischen Kreise „Der Dibbuk". Der erste Akt des bekannten Schauspiels'von Anski wurde aufgeführt. Es hatten sich freundlicherweise zu unseren. Esräern eine Reihe von führenden Berliner. Schauspielern zur^ Verfügung gestellt. Das klassische Iwrith, gepaart mit der Darstellungskunst der Jungens konnte jeden noch so kritischen Zuschauer befriedigen. — Als zweites Theaterstückwurde D a n i e 1, ein Schauspiel von Dir. Elias, in Auszügen aufgeführt.; Die drei treffend gewählten Szenen zeigen die Höhepunkte des Lebens Daniels auf und hinterließ besonders dieses Iwrithstück bei den Zuschauern einen tiefen Eindruck. Der Abend, an dem durch die Stücke in drei verschiedenen Sprachen alle jüdischen Kreise zxi ihrem Rechte kamen, war ein großer Erfolg für die Arbeit der Esra P. A. J. in Berlin. Die Veranstaltung, die unter dem Motto der Kibbuzim gestanden hat, wird dadurch wieder weite Kreise der Berliner Judenheit für unsere Bestrebungen in :Erez Israel interessieren und einer falsch aufgefaßten Einstellung unserer- Jugendarbeit entgegentretenT " FV H, G. Flörsheim, 20. Dez. Am 19. ds. versammelten sich in der, festlich geschmückten Synagoge die Juden : von Flörsheim und Umgebung zu einer Weihestunde, zu der Herr, Altmaier geladen und die er sorg-. fältig vorbereitet hatte. Der zahlreiche Besuch; und, die Anteilnahme der Erschienenen zeigten! - daÖ ' dit^ Veranstaltung einem inneren Bedürfnis entsprach. Die mahnenden und belehrenden Worte,' die Herr Rabbiner, Dir. Ba m b e r g e r, Mainz, in solch wundervoller. Weise an die Versammlung richtete, sind'gewiß auf guten Boden gefallen, und ebenso gewiß haben die liturgischen Gesänge, die Herr Oberkantör Lomnitz,. Mainz, mit so viel Wärme Und Tiefe und mit seiner herrlichen Stimme vortrug, die Helzen erhoben. ' Karlsruhe, 14. Dez. Im Rahmen der von der Israelitischen Religionsgesellschäft in den Dienst der Erwachsenenbildunggestellten Gemeindeabende hielt Herr Rabbiner Dr. Bohrer, Gailirigen, einen eindrucksvollen Vortrag über „Rabbi Salanter ^"Xt und die Mussarbewegung". Im Anschluß an ein in pak-1 kenden Worten entworfenes Lebensbild des großen- Mussarlehrers zeigte der Redner an zahlreichen, trefflich gewählten Beispielen den Inhalt und die Bedeutung der Mussarlehren. Die vorzüglichen Ausführungen hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Fürth i. B., 15. Dez. Der hiesige Lernverein „Aühawe Tauroh" feierte am zweiten/'.Chanukaabend . sein vierzigjähriges Bestehen. In einer großangelegten Rede sprach Herr Rabb. Dr. Breslauer über Sinn und Zv?eck des Lernens. An Hand verschiedener Aussprüche, aus Pirke, Owaus legte v uiser Raw die Grundsätze des Lehreris und Lernens dar, die;in dem Satze gipfelten: „wehalaumed al menos laassaus (masspikin bejodau lilmaud ullelamed lischmaur wefääsaüs", daß das Lernen, das zum Tun führt, das Höchste ist und nicht nur das Tun allein ist wichtig, sondern auch lischmaur welaasaus . die Organisierung des Tuns; Der Vorsitzende, Herr Dr. Teitz, gab dann einen interessanten Rückblick über die 40jährige Geschichte des Vereins, dessen Lokal der Mittelpunkt des hiesigen orthodoxen Kreises ist. Es wird hier allabendlich meist in mehreren Räumen gelernt. Nach einer Ehrung der fünf Gründungsmitglieder folgten eine Reihe von Ansprachen der Vertreter der verschiedenen ..Vereine, die das Lokal des „Auhawe TäÜroh" mitbenutzen; es wurde in abwechslungsrjelicKeS'Fcjrm die Wichtigkeit einer solchen Gelegenheit von fIimud tauro berabim betont. London*, 20. Dez. 1 - Die jüdische .>Wochenzeitung „ T % e J e w4 s h-' W e e k 1 y " , die einzige religiöse jüdische Zeitung in England, besteht nun seit zwei Jahren und hat bereits 'hundert Nummern herausgegeberi; Aus' diesem!'Anlaß haben führende; ■Persönlichkeiten de's" jüdischen Lebens in .England, so auch Chiefrabbi Dr. Hertz und Chacham Dr. Gast er dem Blatte ihre Glückwünsche übermittelt. <;•