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Der Israelit · 1937-12-09 · Heft 49 (9.12.1937) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 49 (9.12.1937)
Date
1937-12-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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' ja^^^-aagfrjffi! ^rWW^^^^^0^^^^^^0^ Seite 8 Nr. 49 D SfesStÄl^^ r I s r a.e 11 t_____ 9.. Dezember ^937 Behauptung, daß seine Partei durch ihr Wahlbündnis mit der Eisernett Garde ihr demokratisches Programm verleugnet habe. Es handle sich lediglich um die Sicherung freier Wahlen. Immerhin ist zu konstatieren, daß sich diesmal weder auf den Listen der Bauernpartei, noch auf denen der Liberalen jüdische Kandidaten befinden. Holland. Vor der Konferenz für .Flüchtlingsfürsorge in Amsterdam. . Auf der für den 13. Dezember in Amsterdam vom Völkerbund einberufenen Konferenz für Flüchtlingsfürsorge wird die Exekutive der Agudas Jisroel durch die Herren A. H. Goodman und Dr. Maximilian Landau vertreten sein. , Belgien. Die polnischen Ghettobänke im Auslande. Brüssel, 2. Dez. Im Anschluß an die Kundgebungen der intellektuellen Kreise Frankreichs gegen die Ghetto-Bank- Verordnung an den polnischen Universitäten veröffentlichen nunmehr 71 bekannte belgische Universitätsprofessoren, Gelehrte und Schriftsteller einen formellen Protest gegen diese Verordnung. Es wird darin dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß Direkto-" ren vieler polnischer Universitäten ihrerseits sich nicht gegen diese antisemitische Maßregel ausgesprochen, sondern im Gegenteil disziplinarische Schritte gegen die jüdischen Studenten ergriffen hätten, die sich weigerten, durch Einnahme der ihnen zugewiesenen Sitze diese Verordnung zu sanktionieren. Denjenigen Professoren, die ihre Solidarität mit den Opfern der Verordnung bekundet haben, wird warmer Dank ausgesprochen. Außer dem allgemeinen Protest, der 71' Unterschriften trägt, haben Prof. Delattre und Prof. Heupgen nocheinmal persönliche Kundgebungen im gleichen Sinne veröffentlicht. England. Eine Chanukahieier der Beth Jakob-Schulen in London. London, 6. Dez. Am Sonntag fand eine bestens gelungene Chanukafeier in den Beth Jakob-Schulen in London statt. Bedeutende Persönlichkeiten der Londoner Judenheit, wie Rabbi Abramski, Jacob Rosenheim, das frühere englische Parlamentsmitglied Prof. Dr. Odonoven u. v. a. nahmen an der Feier teil. Den Vorsitz führte Mr. A. H. Goodman. Alle Redner unterstrichen die große Bedeutung der Beth Jakob- Bewegung für die religiöse Töchtererziehung. (JPB.) ' Eine Kritik an der „Habimah". London, 6. Dez. Zu den Aufführungen der „Habimah" in London schreibt Jewish Weekly in einem Leitartikel u. a.: „Die große Sabbatentweihung, die die „Habimah" aus Erez Israel in London importierte, erregt alle Gemüter. Die Vorstellungen am Freitagabend müßten .von der Bevölkerung boykottiert werden, damit der „Habimah" zur Kenntnis gebracht wird, daß die englische Judenheit eine Sabbatentw.eihung durch die Kunst, wie sie in gewissen Kreisen Pa-- lästinas üblich ist, strikt ablehnt." Der ungarische Gesandte m London zur Lage in Ungarn. London, 1. Dez. Der ungarische Gesandte in London, Dr. Konstantin Masirevich, erklärte einem' Pressevertreter, daß seine' Regierung jede Kundgebüng aötisemrtischer Gefühle aufs tiefste beklage und jeden' antisemitischen Zwischenfall mit der vollen Strenge des Gesetzes verfolgenwerde. Dieantisemitischen^K^ bungen an der Universität am 16. November iseien von den Behörden rasch unterdrückt worden. Berlin, 26. Nov. Vom Preußischen-Landesverband jüdischer Gemeinden wird uns geschrieben: Die Jüdische Lehrerbildungsanstalt in Berlin, die vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden unterhalten wird, eröffnet zu Ostern 1938 einen neuen Lehrgang. Bewerber und Bewerberinnen,- die das Reifezeugnis einer höheren- Lehranstalt (Abiturium) besitzen bezw. bis Ostern 1938 erlangen werden, werden aufgefordert, ihre Aufnahmeänträge-tu n v e r- •züglich an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, zu richten. Den Anträgen sind ein kurzer selbstgeschriebener Lebenslauf, eine--Abschrift des letzten Schulzeugnisses sowie nähere Angaben über die musikalischen . und' turnerisch-sportlichen Fähigkeiten und den allgemeinen Gesundheitszustand beizufügen. Das Studium an der Anstalt wird in Anlehnung an _ den Lehrplan der Hochschulen für die Lehrerbildung durchgeführt und schließt mit einer staatlichen Abschlußprüfung {erste Volksschullehrerprüfung). Die Dauer des Studiums beträgt drei Jahre. Bewerbern, die den Nachweis ausreichender anderweitiger pädagogischer Vorbildung (Universitätsstudium) und größerer Kenntnisse im Hebräischen und in den jüdischen Fächern erbringen, kann evtl. eine Verkürzung des Studiums eingeräumt werden. EREZ Die Militärgerichte und die Terroristen. Neue Todesopfer. In Jerusalem sind bei einer neuen Schießerei, ein 21jähriger Jude getötet- und zwei jüdische Mädchen verwundet worden. Der Getötete heißt Abraham Chajim Perlmann, das ernstlich verwundete Mädchen Malka Jakubowitz. Der Zwischenfall ereignete sich am Bahnhof. Die Täter sind nicht bekannt. * * * Jerusalem, 30. Nov. Das Militärgericht verurteilte Salim ibn Salim aus Ramleh wegen Besitzes von Feuerwaffen zu fünf Jahren Gefängnis. Bei dem gestrigen Zusammenstoß zwischen der Polizei und einer arabischen Bande von 100 Mann auf der Chaussee nach Safed, scheinen drei Polizisten von den Arabern gefangen worden ZU sein; wenigstens werden sie vermißt. Einen Feuerüberfall unternahmen die Araber auf das Haus des Bürgermeisters von Tulkarem. Jerusalem, 2. Dez. Das Militärgericht verurteilte weiter zwei Araber wegen Waffenbesitzes zu einem Jahr resp. sieben Jahren Gefängnis. Auf einen jüdischen Omnibus wurde letzte Nacht geschossen. Ein Passagier namens Starker wurde leicht verletzt. Nach dem nördlichen Distrikt sind militärische Verstärkung zur Durchsuchung nach Waffen gesandt worden. Eine Anzahl von Bürgermeistern und führenden Einwohnern wurden verhaftet. Jerusalem, 1. Dez. Eine arabische Bande setzte am Mittwoch die Vorratskammer der Abteilung der öffentlichen Arbeiten in Tulkerem in Brand, wobei fünf Araber in den Flammen den Tod fanden und fünf weitere Araber bei der Bekämpfung des Feuers schwer verwundet wurden. , Von den vermißten drei Polizisten sind zwei durch die arabische Bande, die sie gefangen nahm, ermordet worden, Der Dritte kehrte zurück und berichtete den Tod seiner Kollegen. Das arabische Dorf Andur bei Safed wurde von einem Militärkommando IS RA EL vollkommen verödet angetroffen. Ein achtjähriger arabischer Knabe erzählte den Truppen, daß alle Männer des Dorfes sich einer arabischen Terroristenbande angeschlossen hätten. Nur fünf, die zurdckblieben, wurden verhaftet. oir Arthur Wauchope besuchte heute Nachmittag die Westmauer. Es wird eine Verordnung erwartet, wonach die Benützung des früheren Weges zur Westmauer fortan untersagt sein soll und statt dessen diejenige des neuen Weges durch das Zionsior vorgeschrieben wird. Keine Auswanderung aus Palästina. Jerusalem, 1. Dez. Der High Commissionef Sir Arthur Wauchope empfing heute den agudistischen Führer Rabbi Mosche Blau zu einer Aussprache. Der Chef des Einwandefungsamtes der Jewish Agency, Elijahu D o b k i n , bestritt entschieden die Gerüchte von einer irgendwie nennenswerten Auswanderung aus Palästina. Die Verhandlungen wegen der Gewährung von Einwanderungszertifikaten für Revisionisten sind gescheitert, weil Jabotinsky die Bedingungen der Agency nicht angenommen hat. Für Keren Haschmitta. J e r u s a I e m, 2. Dez. Hier ist in den jüngsten Tagen ein. Hilfskomitee zugunsten der Schmittahalt enden im agudistischen Kibbuz K f a r S a b a gegründet worden. Verhältnismäßig ansehnliche Beträge wurden bereits in Jerusalem gesammelt, und man hofft, daß die Sammelaktion noch' weiter gute Fortschritte machen wird. Es wird demnächst eine große Bäckerei im Kibbuz Kfar Saba eröffnet, ebenso werden hoch andere Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden, die zur Beschäftigung der landwirtschaftlichen Arbei.tep im Schmittajahr dienen sollen. (JPB.) Die Beth Jacob-Schule in Haifa. Man schreibt uns: Die Eltern der deutschen Alijah aus gesetzestreuen Kreisen sehen sich hier vor großen Schwierigkeiten, wenn sie ihren Kindern eine gute jüdische Erziehung geben wollen. Abgesehen davon, daß sie schwer mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu ringen haben, bereitet ihnen die Sorge um ihre Jugend viel „Kopfzerbrechen. Bis vor wenigen Jahren fehlten im Lande Schulen, die das in Deutschland bewährte Erziehungsprinzip M"l 07 rnvi : sinngemäß auf toc"H?\p"x anwandten. Man vermißte, eine Erziehung, die unseren Kindern die. Fähigkeit -geben könnte, als jüdischbewußte thoratreue Menschen im neuen Jischuw zu leben und zu wirken. Diesem empfindlichen Mangel versuchte man in den Städten von bvrw> yns durch Neugründungen derartiger Schulen abzuhelfen. Auch in Haifa, der „Stadt der Zukunft", die geistig von der zumindest areligiösen Histadruth beherrscht wird und in der sich viele Jereim niederließen, zeigte sich .bald die Notwendigkeif, Institutionen für einen .thoratreuen' Chinnuch zu schaffen. Vor drei Jahren wurde die Knabenschule „Jawneh" und vor einem Jahre , auf Initiative von Rabb. Findling (früher Elberfeld)v die hiesige Beth Jacobschule gegründet, beide ohne Unterstützung des Waad Hakehilla oder anderer^ zuständiger Stellen. Groß'waren die Opfer, die die Jereim bringen mußten und noch heute bringen, um in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit das Werk der Beth Jacobschule fortzuführen bis zur hoffentlich baldigen Vollendung. Aber der Erfolg blieb nicht aus. Von 18 Kindern, mit denen der Unterricht am ersten Tage begann, stieg die Zahl im Laufe . eines Jahres auf 80, die von vier .Lehrkräften (unter, ihnen Frau Hekscher-Weingarten, früher Breslau) betreut werden. Viele Kinder konnten keine Aufnahme finden, weil es aus finanziellen Gründen unmöglich war, mehr als fünf Klassen am Anfang des zweiten Jahres zueröffnen. Lehrplan und Unterrichtsstoff beweisen, daß das Erziehungsziel dem der orthodoxen Schulen in Deutschland entspricht. Es ist aber jedem Einsichtigen klar, daß ein.solches Werk auf die Dauer nicht von dem kleinen Kreise der hiesigen Förderer allein getragen werden kann. Die hohen Mieten und Lebenshaltungskosten machen pro Kind monatlich Lst. 1.— , erforderlich, die nur mit Hilfe' der Golah aufgebracht werden können. An die Freunde eines thoratreuen Chinnuch im heiligen Lande, ergeht daher unser Ruf, uns "einmalige Spenden oder Stiftungen von Patenschäften zukommen zu lassen, um diese wesentlich zum Nutzen der deutschen Alijah gegründete Schule zu erhalten. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel ist bereit, die in Deutschland zur Verfügung gestellten Beträge weiter zu leiten. ■; . Mitglieder des Schulrates sind aus Kreisen der IW in Deutschland u. a. die Herren Jacob Emanuel und Dr. Homburge^,, (früher Frankfurt a. MO, Leo Plaut (Breslau), Dr. Keßler, A. Münk und Alfred Weichselbaum (Berlin), Max Gutmann (Nürnberg) sowie Rabb. Findling als Direktor. ■äift

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