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Der Israelit · 1937-12-09 · Heft 49 (9.12.1937) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 49 (9.12.1937)
Date
1937-12-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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^PlDezember 1937 Der I s r a e 1 £ t Nr. 49 Seite 7 Deutsches Reich. '; Hilfe und Aufbau. / " ' J-'-'. ■' '■>'"■.';- :i: ' B er li n , 2. Dez. Aus Anlaß des .'fünfjährigen Bestehens '''der-^Institution .{Hilfe* und'; Aufbau^ '#lfl>-«ie*tüeW-'Öh> j striertesi HejEt, heraus^. rjiemjjyir.jfjolgenclö^Zahleja entnehmen: ,/r ... ,..•',; , . :■ : . , : . }jaie.,Rei.chsvertr.eturig ^,fhat, in .fünf Jahren' etwa P'ÖW OQO;^ .. Reiclismark; für . die. ' fünf' hauptsächlichsten Arbeitsgebiete Ües*1 Hilf s- und Äuibäu- welkesder Juden- ~in" Deutschland ausgegebene -' Ohne die ■ weitgehende Unterstützung', der großen . jüdischen; Hilfsorganisatioi^n .(des Auslandes: American :. Joint Distribution Commiitee, Central British Fund, Council for German Jewry, Jewish Colonizatio'n Asso- ' ciatiön^wäre^die- Arbeit - dieser "fünf Jahre unmöglich gewesen.- Die Dankesschuld für die großen Opfer unserer, jüdischen Brüder-im Ausland konnte nur. da durch einigermaßen abgetragen werden, daß die Ju den int Inland 'die zusätzlicn erförde'rHchen Mittel mit gleichem- -Opfermut' "aufbrächten. Dieser Verpflichtung .wurden sie .gerecht durch: regelmäßige Beitragsleistungen der jüdischen Gemeinden und Landesverbände, an die Reichsvertretung, Beteiligung breitester'Kreise"ah der „Blauen Karte", sowie vor allem' durch Zeichnung angemessener freiwilliger Jahresspenden gelegentlich großer örtlicher Sammlungsaktionen. Ueber die .Verwendung, dieser . Gelder im einzelnen wurde alljährlich inA dem, „Arbeitsbericht des Zenträlausschuß für Hilfe^ünd Aufbau bei der Reichsvertretüng' -der Juden1 in' Deutschland" der -jüdischen 'Oeffentlichkeit Rechnung^ abgelegt. - _ ■ ' Öas £ri>recht bcf Ausbürgerungen;. " ''•'--••:5'-A' wtih M:a\ 1'.n..-ic!jiM^> . - tu}- ■■->:' ->V : -er-1,nt. ' Dez.: Auf Vorschlag 3es Reicj^iüstiznnhisters " T)r. Gürtner hat, wie die „C. VS^Zettung" -berichtet, die' Reich§r^gi^rukg^d,as) „Gesfefet 'übdr Erbliche Beschränkungen :> wegen? i gem'einschjaf ts widiig^n Verbal - tens" erlassen.-.Danach sjnd,.ausgebürgerte,. Per.spnen von 'jedem .ßrwefb von Todes freien gegenüber' deutschen Staatsangehörigen affsge|cblös§eri; Sie können also gegenübet'' demiMä'ehläß "eih^deutseheTS^ Staatsangehörigen wedCT4:ges.e.tzlicher ^noje^ testamentarischer. E^e.^.nqcJ^-^fJ^cJbt^sb^recb^^er.. oder Vermächtnisnehmer ' sein;.; auch .Schenkungen von Todes wegen zu ihren Günsen ' sijid^ nicht '•' zulässig!'" Zur Verhinderungvon!Umgehungsversücben-"werden1 auch -„sonstige; Schenkungen - an -. Ausgebürgerte verboten. Die Uebertre^ung des/,>Verb,ots ist. strafbar. Däs; Gesetz erweitert; ferner die 'Voraussetzungen, „unter de - nen nach bürgetHcheni"~ Recht /ein'^rblassei* einen Abkömmling 'den- Pflichtteil' entziehen kann,' nämlich ein deutschblütiger - Erblasser kann;«den Pflichtteil entziehen, .w-e n n d e r; A b k dm m 1 i n g nach Erlaß 'd«r,,tyürttberger Gesetze einen Juden oder ohne die ertbr derliche Genehmigung einen hichtjüdtschen Mischling gehe i r a t e t hat. „Mitteilungsblatt des Jüdischen Buchhandels" B e r 1 i n , 1. Dez. ' ■ - ' i' - ' - .' ■ T: .. .. ■ j Mit Genehmigung des Herrn Sonderbeauftragten des Reichsministe'rs für Volksaufklärung und Propaganda betr. Ueberwkchuhg der geistig und kulturell . tätigen Juden int deutsehen Reichsgebiet erscheint .im J o ach i nv Goldstein - Verl a g^, Berlin, ab I 1. ^Dezember 1937 das, „ M.i 11 e i 1 u n.g s b 1 a 11 des ) J u H i s]c h an B u c n'ha ri'd.'e 1 s ^Däs Blatt ist ge- . sckkffeh, üüP"den>Kdn!tak¥<2wisdÄÖ' Buchhändler^und j Verlag1 .einerseits und dem Publikum)-.^andererseits zu j stärken. Neben Verlegeranzeigen wird' es eine'' voll- ' ständige Bibliographie, der jüdischen Neuerscheinungen, eine. Rubrik angebotene und gesuchte Bücher sowie ein Bücherreferat bringen;1 ileder- B'ii'chefInteressent kann das Blatt kostenlos bei' seinem Buchhändler* Verlangen.5 ' M ■ tJfVA^ifmfi^ «•-aa«;'i.'A«! .. -w. •••>.;-»->vi|ai..«^>. Oesterreich. y. < »^',,; ■■ U ■ ' i , 't Agudistiscne ' FührerscHüle' in Wien« '''5;;'::i";*;':-'- ^-yA^l - i..a W'^en, 5.^D'ez. ■ ..!, -. i (t ilsu ... f . .....;• . ,..;, ■ ■ , w 'Nacn, de^.-kürzen^ Gliapukah^FÖr^ .r^r;.zu ejfriger-JWie^erä tsieb^en Wochen' .d.ufchgenb^metteh " llfehrstö4fes; '?6fr wendet habeni begann' am Mittwoch", den Öi' Dfeze'nlber, wieder der regelmäßige Unterrl0h't,/:^^nn"'' awöh jbe,^te ein; abschließendes * Urteil "über d^eh JErf big dieses ersten agudistischeri F^iiHrerkürses HatUrgemäß hoch nicht möglich ist, kann dennoch gesagt werden, daß er alle in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. .Die durchwegs auf hohem Niveau, stehenden Lehrvorträge und die lebhaft interessierte Beteiligung aller Hörer lassen einen erfolgreichen Abschluß des ganzen Kurses erwarten. Besonderen Beifall finden die Diskussionsabende, .die durch ein Referat eines Hörers eingeleitet werden und stets ein weltanschauliches Problem an Hand der agudistischeri Literatur behandeln. So erlangen die Kursteilnehmer zugleich auch eine Fertigkeit ini! . freien^Sprechen,;eine praktische Vorübung für den schon*in Kürze beginnenden Rhetorikunterricht. Für - das, Ende des ersten Semesters ist eine -Z-tyisifmenprüfüng vprge sehen. Am Mozae Schabbos, den 27., November, refe "rierte im"'FuhrerEurss'alsr Gä^toWeiit' Herr Df." '"Salömon Ehr mann aus Frankfurt a. M^,über die.agu--; distische Einstellung zu Erez Jisroe%ii^^fi^ praktische Arbeit für das Heilige Land. Sein selEr instruktiver Vortrag fand großen Beifalb^ : u Ein neuer Oberrabbiner 4er Wiener * ••' Kultusgemeinde;r- '- ,: -; ' ' Wi'e n ,r 1. Dez'/ ' ' Der: Vorstand der Wiener;' Kültusgemeiiide 'ernannte "gestern Dr. Israel T agl-ich t, -derJ bisher;das Oberrabbihat intermistisch versah, .zum - Oberxabbiner. \rr '-. Katnolische Geistliche gegen den Teilungsplaü. . -Wieni 5. Dez. In Gegenwart des Kardinal-Erzbischofs Dr. I.nnitzer und der höchsten Würdenträger der katholischen Kirche in Oesterreich hielt Dr:. Johannes Gabriel von; der Wiener Universität; > einen-Öffentlichen Vortrag, in dem-er den Schutz der christlichen Interessen im Heiligen Lande forderte. Die Christenheit in Palästina erblicke in dem Teilungsplari, der die Mandatarmacht ziemlich ausschalte, eine schwere Gefahr, und es sei die Aufrechterhaltung eines, ungeteilten ^£al^slänas .tzn .^ordern. Es müßten auf alle .Fälle die" orthodoxen Christen aer ganzen VferV zü'VRa'te 'geigen "werden."tl' ' HO itir .•• ._ .a;'-"' ••tu. '•- ■ V ' '^-.o^. - ^-^ijyngarn....::•> . ->r s Eihe lriferpellation it& ungarischen;:?; y; Abgfeordnetenlisiusr Budapest,;^. 'Dez. In Bejantwoftung 'einer Interpellation Jdes Abgeordneten' Dr.r Stiljök 1 erklärte der 1 ungarische Erziehungsminister; . das Kabinett. < sei ■ fest entschlossen, der W^deri^ehr , irgendwelcher? Unruhen an.. den ungarischen Hochschulen und Universitäten cyprzubeug'eh. ' Er "werde eine Uebertreibüng der nationalen Theorienicht aufkommen lassen, 'obgleich es gelle, cg^wissen Vernachlässigungen; der Vergangenheit entß^.^u^6ten und alles zu tun, um die ungarische Rasse .vor Assimilation zu schützen. Der Minister betonte, daß mäh nicht das R^cht habe, die ganze ungarische Jugend für einige extreme'Elemente verantwortlich zü machen. " -> ' .;, - . : . Tscheclioslovakei. : ' ••:- r.-:<, .:■.' -.1. ... ■. Die . Fra^e der Sonntagsruhe. j, ,i Prag, 5. Dez. In einer der nächsten Sitzungen des Parlamentes wird .die Frage, der Zwangs Sonntagsruhe auf der Tagesordnung stehen. Das Gesetzesprojekt steht seit Monaten im Mittelpunkte einer scharfen Diskussion" in der Presse -und in den Versammlungen. ^Selbstverständlichj wehrt sich die jüdische Orthcrdoxie, unter Berufung auf die garantierten religiösen Rechte, gegen jeden Versuch, Juden, die streng dien Sabbat halten, durch die' Zwangsruhe am Sonntag in ein schweres' -wirtschaftliches Dilemma zu bringen. Die Tragikomik des jüdischen Schicksals;will es haben,: daß der Vater und Initiator des Gesetzentwurfes ein Jude, namens Robert K1 ein ist. Er ist GUneralsekfetai« def Handelsangestelltfen. Zü einer Katastrophe könnte sich das Gesetz' insbesondere für die Juden. Kar p a t h o -R ußl a n d auswirken, woder gesamte Kleinhandel in der Hand frommer Juden Hegt. Fast schien es anfänglich, als ließe sich in dieser Lebensfrage für'-die Juden des*Landes..eine. einbeitdicbe iiüd&sche''Abwehjrfrönt -bil$^n.;Um:fio größer war die Enttäuschung,; als; bekannt ^vurde, daß die . zignistisphen Tarlämentärierr d|e! ' die , pffentliche3Jjü- 'cfische Meinung außerhalb' der Orthddoxie beherrsehe|hV Dr. GöldstetH» fJünd nDr5-^ugel/nruckhalt- und ibedingungslosodas'»Prf ojektt,der;yölligen;,Sonntags,ruhe »ü^t^scihriebstn, babe^V<r;^e Herren glaubten, dies(es Opfer anderen. Parteien; tttit (Jenen si(s'bei den letzten'' ' wanien ejnen t^afifpfa^t c'ahgeschlössen - hatten, scbnl^'g';'ziu-' 's<si'n/ •:- Namtiö'hiBrioHerr Drii.Klein hatte j aüch'.'idie ^Stirn, - .injjfeineriiöffentlichen: vyersamm.lung; den jüdischen,;Kaüfleuten ^ü1 t^eii; lieber am Sabbat ihre Geschäfte, zu öffnen, (als £egen ein Gesetz'-an- 2Ükämpren,';das ' das Wohl: dör 'Arbeifer und! Angestellten' im!! Auge' habei -r -1 . Es ist noch interessant, zu verzeichnen, daß die genannten jüdischen Abgeordneten zu Anfang ihre Zustimmung zum Sonntagsruheprojekt geheim hielten, um vorzeitigen Skandal zu vermeiden. Als aber eine jüdische Delegation beim Handelsministerium vorstellig -war, sagte der rlandelsminister: „Was wollen; Sie eigentlich? Ihre: eigenen politischen Führer setzen sich doch mit Begeisterung Jür das Gesetz ein; hier sind ihre Unterschriften." Da blieb den Herren Abgeordneten nichts anderes übrig, als ihre Karten ganz aufzudecken. , . \ Welches Schicksal das«. Gesetzesprojekt haben wird, läßt' sich noch nicht ^sagen. Bei einer .einheitlichen und systematischen Abwehraktipn .wärfe im heutigen Stadium der Dinge für die Orthodoxie-npch "nichf 'alles verlöten.. Es ließe sich •*mindestens ein ~^odu,s_._du«hsetzen,. dgr >;nach .englischem., ugd/hpllän- ^discKe^ ^[i^r^äjäi; s^bb^^älteho^n Judeh^fehrSre ^Stunden am Sonntag fur""die: Arbeit frei gibt. .uhn'i^C-:'.-- '-: ■ ...T.<jB^ .-..j:, «.•».«<-)'?; N Die Juden und die. slowakische Sprache.. , Prag, 5. Dez. Im "slovakischeri Bunde'sparläment" in' Bratislava griff der evangelische Pastof« Sehsel üe ' slovakischen Juden an, weil sie angeblich auf, den.-Straßen, in Cafes und ananderen - öffentliche^ ^Plätzen Ungarisch sprächen/ Der Vertreter der „Jüdischen Partei" im slovakischen Parlament, Dr. Julius R:e'iß, stellte in einer eindrucksvollen Rede die Unrichtigkeit der vorgetragenen Behauptungen dar. Er wieSi .darauf hin, daß die Juden; in der Slovakei sich redlich bemühten, ihre Kinder in slowakischen Schulen zu erziehen und sich mit der Landessprache /gründlich be- "^anht zu machen. Die Juden ständen in Voller Geschlossenheit und. ohne jeden Vorbehalt auf dem Bo« den der tschechoslovakischen Republik und, hätten ihre kulturelle Einstellung bei dem Census von 1930 deutlich bewiesen. Die Rede von Dr. Reiß wurde vom ganzen Parlament mit lautem Beifall aufgenom- . Poleiri. t ' - tDi«-Gb«ttobänke^'im polnischen; Sejm; <) 3<J ••"''^ ' ' 'War-s^hau, li-'Dez;' Der 'Abgeordnete Dr. Sommerste'in brachte heute, am Tage der- Eröffnung;der Sejm-Session einet Interpellation wegender Ghettobänke, ein. -Deren Einführung habe Entrüstung, und : Beunruhigühg ,hn{er den Juden und unter weiten Kreisen de'r3-pölnische,n Bevölkerung, insbesondere in denjenigen der Professoren, Schriftsteller, Sozialarbeiter und in den arbeitenden Kreisen hervorgerufen. Die Ghettobänke seien geradezu ein mittelalterlicher gelber Fleck'und ein Hohn auf alle Zivilisation. Die -- Interpellation schließt mit dem Verlangen, die Maßregel der Ghettöbänke, die die Verfassung verletzt, . zu widerrufen. Der Oberste polnische Gerichtshof annullierte heute das Todesurteil gegen Wolf Szczerbowski, den 18jährigen Sohn des jüdischen Metzgermeisters in Brest-Litowsk, der wegen Mordes an dem, Polizei- Sergeanten Kedziora zum Tode (.verurteilt worden war. Das Gericht ordnete eine neue Verhandlung vor dem Berufungsgericht an. Der Entscheidung des obersten Gerichtshof es' ging eine sensationelle Erklärung des Staatsanwaltes ^voraus, der darlegte, er müsse anerkennen, daß das Todesurteil in diesem Falle eine allzustrenge Bestrafung darstelle. Bei den Gemeindewahlen in Bialystok erhielten der sozialistische: „Bund" 9 Mandate, Poale Zion 3, Agudas Jisroel 3, Allgemeine Zionisten und Misrachi je 2, Handwerker 3, Gewerbetreibende 2. * * Warschau, 28. Nov. Sämtliche Lemberger Hochschulen wurden gestern infolge der Unruhen in Verbindung mit den Ghettobänken geschlossen. Die polnische Advokaten-Union, verwarf mit 700 ge'gen 500 Stimmen den Antrag auf Ausschluß der Juden von der Advokatür. * . '•' ••' ' .\.u; > .; ■ .. * An der Wawelberghochschule in Warschau ist die Verordnung, welche die jüdischen Studenten ausschloß, zurückgezogen worden; es ist ihnen erlaubt, den Vorlesungen," wen» sie wollen, : stehend beizuwohnen. -r;> Flugzeug-Unglück. . •: ■■ ■■ ■'■ ->■ .• '! •- Warschau, 1. >Dez. Da« polnische Flugzeug de£, Palästina^Route verunglückte in ^Bi^lgarien^; Drei} Passagiere, Rakowski aus »Palästina, ^Dir. Fijeimann und Neugrässel aiiss Wien sind umgekommen. : : "- ■ ii;Hf:- ..•-.-' .■ "ir. ■ ' ' ' : . ■ : j / ' v Rumänien, : Wahllisten ohne Jude Bukarest, 28. Nov. Die. Maniu, der Leiter der .Nationalen Bauernpartei, dementierte-, Pressevertretern gegenüber '• die

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