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Der Israelit · 1937-12-09 · Heft 49 (9.12.1937) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 49 (9.12.1937)
Date
1937-12-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Der 1 1 i t Nr. 49 Seite 5 Die KE REN H ATÖ R AH - S am mel dose gehört >n jedes jüdische Hausi Sie gibt jedem die Möglichkeit, durch kleine tägliche Spenden die Arbeit des Keren Harorah zu fördern. Bitte Dosen anfordern: Keren Hatorah, Hamburg 13, Heinrich Barthstraße 21 ^7>J <> ^—50 f^**\ □ imtNiwniwif 7?rDezemberl937 sich mit Ueberschriften begnügen. Die dringende; Gefahr besteht, daß diese Krise angesichts des kommenden Staates eine furchtbare Steigerung erfahren könnte. Wenn die Scheu vor Entscheidungen und die Flucht ins Schlagwort anhält, lassen "die Folgen sich schlechterdings nicht übersehen. Die Weltaguda besitzt ein Kollegium von Autoritäten. Wenn dieses Kollegium nicht jetzt, angesichtsdes nahenden Galut-Jüdenstaates eine wahrhaft fieberhafte Tätigkeit entwickelt und mit einem Programm hervortritt, das die Beziehungen der Thora zum Galut-Judenstaat in allen grundsätzlichen Fragen klärt und uns dajnit die Waffen in die Hand gibt für die Verwirklichung der Herrschaft der Thora im Gar lut-Judenstaat nicht nur mit Schlagworten, sondern mit konkreten Anträgen kämpfen zu können, um dermaßen für die Herrschaft der Thora das größte Maß des heute Erreichbaren zu erstreiten, so wird selbst die agüdistische Weit erkennen, daß am Ende auch dieses Kollegium selber nur ein — Schlagwort ist. Nur mit einem solchen Programm, dem Ergebnis mühevoller und gewissenhafter Arbeit kann die Aguda getrost auf die Zustimmung eines überaus beträchtlichen Teiles des jüdischen Volkes, auf ein starkes Echo in der ganzen jüdischen öffentlichen Meinung rechnen. Arbeit imponiert immer. Dieses Programm hat sich auf das ganze Staatsvolk des Galut-Judenstaates zu erstrecken. Darum werden dafür weiteste Kreise des jüdischen Volkes, weit über den Rahmen der organisierten Orthodoxie hinaus, gewonnen werden können. Erst im Laufe der Verhandlungen auf Grund des Programms wird sich erweisen, welche Teile des Programms bereits heute für das . ganze Staatsvolk in Kraft gesetzt werden können, welche Teile des Programms nur für solche Teile des Staatsvolkes, einstweilen, Geltung gewinnen werden, die sich zur Thpratreue bekennen, und welche Teile des Programms überhaupt den Kämpfen um. die Gestaltung des Staatswesens überlassen bleiben müssen. Damit alleine wäre -die wirkliche Beziehung zwischen dem idealen Kap. 47. V. 18. _ ' ~ „Als aber jenes Jahr zu Ende war, kamen sie zu ihm im zweiten Jahr und sprachen." Unter filV h'lM kann nicht das zweite Jahr der Hungersnot zu verstehen sein, da nicht anzunehmen ist, daß die Bevölkerung bereits nach einer Jahr des Hungers weder. Geld noch Herden besessen haben sollte. Unsere Stelle ist folgendermaßen aufzufassen. Während der ersten fünf Jahre sammelte Joszef das durch den Getreideverkauf erlöste Geld (V. 14). Als aber die Aegypter kein Geld mehr hatten, kamen sie im sechsten Jahr zu Joszef und sprachen: „Gib uns Brot" (V. 15)7 Joszef* versorgte sie mit Brot gegen Ueberlässung ihrer Herden in „diesem Jahr" (V. 17), d. h. im sechsten Jahr. Im darauffolgenden'„zweiten Jahr" (V. 18), also im siebenten Jahr, kamen sie wiederum zu Joszef und sprachen: Wir können es meinem Herrn nicht verhehlen" (V. 18). Daher wird verständlic! daß die Aegypter jetzt Samen verlangten (V. 19). Wußten sie ja, daß im nächsten Jahr keine Hungersnot mehr sein werde, und sie -dann wieder ernten könnten.- Die Geschichte vom Ringe. Ein Gleichnis zum Wochenabschnitte. Joseph wird nicht müde, den Brüdern klar zu machen, daß er ihnen ihre Tat nicht nur verzieh, sondern daß er in ihr eine g'ttliche Fügung erblicke zur Errettung der Jakobsfamilie und des ägyptischen Volkes vor dem Hungertode. (Satz 5 bis Satz 9 im Kapitel 45.) Sollen und dem idealen Sein für den Galut-Judenstaat unserer Tage geklärt. Deragüdistische Rabbinische Rat muß die Führung in die Hand nehmen. Die Geltung seines Vorsitzenden ist in der jüdischen Welt unumstritten. Das ist ein Kapital von unschätzbarem Wert. Unter den Auspizien dieses Rates muß im Heiligen Lande selber unverzüglich eine ohne jede Engherzigkeit zusammengesetzte Kommission in Tätigkeit treten, in der die Thora wie die Wirklichkeit, das Wissen wie die Technik vertreten sein muß. Diese Kommission hat mit einem Ausschuß des agüdistischen rabbinischen Rates unter Leitung seines Vorsitzenden in steter Fühlungnahme zu stehen. Auf Grund der Vorarbeiten der Kommission entscheidet der Ausschuß. Für dermaßen zustande gekommenes Programm brauchte man um seine Beachtung keine o Wochenrundschau. Ist der Judenstaat unabwendbar? — Was Jabotinsky erklärt, — Abwehr in Polen. — Jüdische Auswanderung und Siedlung, Wir lesen im Jerusalemer „Kol Israel" u. a.: „Der Judenstaat ist eine Tatsache — das läßt uns die Regierung in London wie in Jerusalem von Zeit zu Zeit wissen. Alle Vorbereitungen sind in vollem Gange. Auch die auswärtigen Regierungen richten sich bereits darauf ein, und die kirchlichen Organisationen Europas treffen alle Vorkehrungen, um die Integrität ihrer-» Heiligenstätten im jüdischen und arabischen Palästina zu sichern. Daß die Jewish Agency wie alle zentralen zionistischen Organisationen sich-auf die neuen Dinge einrichten, muß nicht erst gesagt werden. Auch die Araber legen nicht die Hände in den Schoß. Die einen, die Jasager, verteilen bereits unter sich die Ressorts, und die Neinsager verschärfen ihre tätige Opposition. Mit einem Worte: alles ist in voller, fieberhafter Tätigkeit. Und das Judentum der Thora und des Gesetzes? Wollen wir uns von der Rolle der Nächst- Rabbi Jakob Dubno, der diese Verse -zum Ausgangspunkte einer Betrachtung über „die oft guten Wirkungen 'unerfreulicher Ursachen" macht, erzählt folgendes Gleichnis: Ein König hatte einen kostbaren Ring, wie seinesgleichen " nirgends, in der Welt zu finden war. Wie groß war aber das . Entsetzen des Königs, als er eines Tages am Kleinode eine' häßliche Scharte entdeckte. Man rief alle Meister der .Goldschmiedekunst zusammen, aber keiner wußte . richtigen Rat. Man könne die Scharte auswetzen; , meinte der eine, aber viel kostbares Gold ginge dabei verloren. Er wolle den Defekt ausbessern, erbot sich ein anderer, aber ganz ließen sich die Spüren nicht verwischen. Da kam ein Weltmeister, der größte seines Faches, aus fernem Lande. Er sah sich den Ring an, bewunderte ihn und sprach: „Schade, so ein kostbares Kleinod, und hat doch einen Fehler." , Man glaubte, er' hätte die Scharte entdeckt. Aber die Rede des Meisters nahm eine, andere Wendung. „Es fehlt was," ließ sich der Künstler deutlicher aus. „Ein so herrliches Stück muß auch Namen und Wappen des Besitzers, tragen. Halt!" jubelte er auf, „hier sehe ich schon einen Ansatz. Von dieser Scharte aus führe ich die Gravierungen weiter, bis der Ring mit Namen und Krone des Königs geziert und vollkommen ist." Manches Verhängnis in unserem Leben, meint der'Dubner, ist nur die Scharte im Ringe, von der ■ das Heil seinen Ausgang nimmt. Darum w»wi b* nfiVi* Sorge zu tragen. Viel tiefer ist, auch heute noch, die Thora in den Herzen unseres Volkes verwurzelt, als es vielfach den Anschein hat. Aber freilich: Die Thora muß reden. Im Heiligen Lande verbreitet sich, allmählich unter dem lähmenden Eindruck, daß Ernstliches überhaupt nicht geschieht, eine wahre Panikstimmung. Die Verantwortung hierfür lädt man, keineswegs ohne Grund, der Aguda auf. Man weiß, daß die Aguda, wenigstens einstweilen, kein Geld hat. Hat sie, so fragt man, auch keine Thora? Keine redende Thora? Gewissensfreiheit — Trennung von Staat und Kirche —• Sondergemeinden —: ist das alles? Ist das die Sprache der Thora? So fragt man im Heiligen Lande. Die Antwort mag der R^bbinische Rat der Weltaguda geben. Es ist die höchste Zeit. beteiligten in die der Nächstbetroffenen drängen lassen? Die Stellung des gesetzestreuen Judentums zur ganzen Frage ist aus der Entscheidung des Rabbinischen Rates auf der dritten Kenessio Gedaulo bekannt. Wird aber das Projekt Tatsache, dann hören alle Theorien und Ideologien auf, dann gilt es für uns, unsere Rechtsansprüche in klarer Form geltend ZU machen, auf daß in Palästina nicht irgend ein Erez, sondern ein Erez Israel entsteht." Ob der Judenstaat wirklich bereits eine unabwendbare Tatsache ist, können wir mit der apodiktischen Gewißheit, mit der es das Jerusalemer Blatt tut, nicht sagen. In einer Auslassung des „Great Britan and the East", die wir in jüngster Nummer veröffentlichten, las man es anders. Daß aber auf alle Fälle auch für uns das VWort gilt: „Wenn nicht jetzt, wann dann?" wird an leitender Stelle unserer heutigen- Nummer von Dr. Isaac Breuer in alier Deutlichkeit ausgesprochen. f * * : * Kann es nach_ allem, was in letzterer Zeit von den zuständigen Stellen aller Richtungen im Jischuw über das Thema gesagt worden ist, noch welche geben, die den jüdischen Repressalien in Palästina das Wort reden? Das tut schließlich auch Wladimir Jabotinsky nicht. Aber Londoner Berichterstattern gibt er eine Erklärung ab, in der er sich zunächst mit scharfen Worten über den von der palästinensischen Regierung unternommenen ,,Kreuzzug gegen die Revisionisten" äußert. Es heißt darin u. a. wie folgt: „Selbst wenn man für einen Moment annimmt, daß die vorgekommenen Akte wirklich jüdische Repressalien darstellen, können sie unter den obwaltenden Umständen nicht durch Einkerkerung von Juden verhindert werden. Natürlich fühlt sich jeder Revisionist und Betarist geschmeichelt durch das Kompliment für seine Ritterlichkeit und seinen Patriotismus, das in diesen Verfolgungen liegt, aber Repressalien von selten einer angegriffenen Bevölkerung, die von der Regierung keinen Schutz erwarten kann, sind eine spontane Reaktion und" unterliegen nicht der Kontrolle irgend einer Partei. Repressalien gegen Terroristen können nur dadurch verhindert werden, daß man den Terrorismus niederschlägt."" Dann sagt Jabotinsky weiter: „Es ist uns eine neue feste Politik versprochen worden, die geeignet ist, das Banditentum im Heiligen Lande auszurotten. Stattdessen geben sich die Behörden demselben Spiel hin, mit der Opposition Verhandlungen zu führen. Führt das nicht zu der Annahme, daß keine neue Politik vorhanden ist, sondern genau dasselbe Durcheinander wie vorher, keine Pläne, kein Mut, kein leitender Gedanke, keine Führer?" Schließlich beschwert sich Jabotinsky über die Jewish Agency und die sozialistischen Presseorgane in Palästina, die die Verantwortlichkeit für die Mordtaten an Arabern mehr oder minder deutlich den Revisionisten zuschieben. Das sei eine wohl überlegte Denunziation, die zu einer Art Bürgerkrieg innerhalb der Juden führen müsse, * * * Die. Juden Polens setzen sich mit Genehmigung der Behörden gegen die Boykottbewegung kräftig zur Wehr. Das, Zentralkomitee der- „Union jüdischer Kleinhändler" proklamierte den Monat Dezember als Monat der Verteidigung gegen den antijüdischen Boykott Die Union arbeitet mit 400 Ortsgruppen im Lande und verteilte über 100 000 Maueranschläge und Flugblätter.

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