Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1937-11-18 · Heft 46 (18.11.1937) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 46 (18.11.1937)
Date
1937-11-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2450961-2451005--83358-2541385
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 2 Nr. 46 D e rl s i a]e 1 itt 18. November 1937 Ein Araber wurde heute Morgen bei dem Dorf Lifta bei Jerusalem erschossen. Die Garage der „Eged"-Omnibus-Gesellschaft ist heute niedergebrannt. Die Flammen erhellten die Stadt und viele Omnibusse verbrannten. Man vermutet Brandstiftung. Eine Bombe explodierte im christlichen Viertel von Safed. Schertok konferierte gestern Abend mit dem Stellvertreter des Hochkommissars, Oberrabbiner Dr. Hertzog hat den nächsten Montag als Gebet-Tag für ganz Erez Isroel bestimmt. * * Maßnahmen der Regierung. Jerusalem, 15. Nov. Infoige der gestrigen Terrortaten, den&tt. einige Araber zum Opfer fielen, verhaftete die Polizei heute 45 führende Revisionisten, darunter Eri Jabotinsky, den Sohn Wladimir. Jabotinskys, Achi-Meir, Dr. Fröhlich und Zwi Feinberg. In Rechowoth wurden 8 Mitglieder des Brith Trumpeldor in Haft genommen, 3 Revisionisten in Nesziona und 8 in Petach Tikwah. In den südlichen Distrikten wurden ebenfalls 24 revisionistische Parteiangehörige, darunter in Petach Tikwah Mosche Ginsberg, in Haft genommen. Sämtliche Verhaftete werden nach den Notstandsverordnungen behandelt und wahrscheinlich in Acre auf mehrere Monate inhaftiert werden. Zum ersten Male seit dem Ausbruch der Unruhen wurde nunmehr auch das Mittel der polizeilichen Strafeinquartierung gegen jüdische Viertel in Anwendung gebracht. In Rechavia wurden 20 Extra-Polizisten auf Kosten der Kolonie stationiert. In den Jerusalemer Stadtvierteln Machane Jehuda und Beth Israel, die fast gänzlich von armen und gänzlich unpolitischen jüdischen Massen bewohnt sind, sind ebenfalls 20 Polizisten einquartiert worden. Die Einwohner werden die Kosten für Ausrüstung; und Unterhaltung zu zahlen haben. Wie der Berichterstatter in Jerusalem hört, wurden diese Strafmaßnahmen gegen die jüdischen Viertel in Jerusalem auf Grund der Forderungen der Nashashibi-Delegation gelegentlich ihrer Audienz beim stellvertretenden High Commissioner verlangt. Die Delegation forderte Entwaffnung der Juden und eine strenge Aktion gegen „die jüdischen Angreifer". Bei den gestrigen Zwischenfällen in"*'Jerusalem wurde ein weiterer Araber verwundet, der heute seinen Wunden erlag. Heute wurde auf eine Polizei-Patrouille gefeuert und die. Eisenbahnstation in Beth Josef durch eine arabische Bande in Brand gesteckt und zerstört. * * * Das offizielle Kommunique. Jerusalem, 15. Nov. Das offizielle Kommunique über die gestrige« Zwischenfälle lautet wie folgt: „Um 6.15 Uhr Vormittag wurde in einer jüdischen Vorstadt auf zwei Araber geschossen. Beide wurden verwundet, einer von ihnen tödlich. Um; Uhr vormittags wurde ein Araber erschossen und ein zweiter ernstlich verletzt in einer anderen jüdischen Vorstadt. Alsdann wurde mit Steinen geworfen; Vier Juden wurden verletzt, einer ist inzwischen gestorben, zwei Araber wurden ebenfalls durch Steine leicht verletzt. Um 9.30 Uhr wurde wiederum in einer jüdischen;;Vorstadt ein arabischer Omnibus heftig beschossen. Drei arabischie Passagiere, ein l^ann und zwei; Frauen, wurden. tödlich verwundet. ..ZweL jüdische Mädchen, die. in der.^ähe des Omnibus .ständen, wurden leicht verwundet.;" — ■ Es wird vielfach der Meinung Ausdruck gegeben/ daß die Terror-Akte, die sichjjse'it dem' 9. November ereigneten, teilweise Vergeltungsmaßnahmen unverantwortlicher^ jüdischer Ele" raente darstellen, die das Gesetz selber in ihr*? Hand nehmen wollen. London, 17, Nov. „Times" meldet aus Jerusalem, daß gestern drei Kompanien englischen Militärs eine systematische Jagd auf da zwischen dem Gebiet von Acre und Safed vermuteten arabischen Banden begonnen haben. Bei dem ersten Zusammenstoß wurden zwei Araber getötet und ein britischer Soldat leicht verwundet. Heute würde ein bewaffneter Araber gefangen. Die transjordanische Grenzwache, Flugzeuge und Polizei arbeiten mit den Truppen zusammen. Der „curlew" in Jerusalem würde auf. die. Stunden von 9.30 bis 5 Uhr vormittags verkürzt. Die Kriegsgerichte werden ihre Tätigkeit am j Donnerstag beginnen; ein Gericht ist 'in Jerusalem und eines in Haifa eingesetzt worden. / * . *. * ' ■ ' ' . J erusalem, 17, Nov. „Haarez" meldet aus Amman, daß die' transjordanische Regierung viele bekannte Persönlichkeiten verhaftet habe, unter dem Verdachte der Anzettelung einer Verschwörung gegen den Emir Abdulla. "Alle Verhafteten sollen verbannt werden. 1 : -.!.' . * * '/' ' Arabische Mahnungen. Der Herausgeber von „El Jamia el Islamia'* veröffentlichte einen Appell ah die Araber, die Gewalttaten einzustellen, die nur Wasser auf die Mühlen der Juden und Briten seien. Die Teilüngspläne würden gerade dadurch: gefördert. Ein Terror, der unschuldige^ und unpolitische Menschen, wie' Yellin, treffe, könne niemanden überzeugen. Eine neue Schedüle und eine neue Enttäuschung,; J e r u s a 1 e m , 18.' Nov. (Tel. Bericht.). ' Soeben wird bekannt, daß ' der Jewish Agency eine Mitteilung der Regierung über die bewilligte Schedule für Oktober-1- April 1938 zugegangen ist. Es sind; im ganzen nur 1500 Zert i f i k a't'e ausgegeben, die zum Teile Familienzertifikate .sind, aber sich im Ganzen auf' höchstens 2100 Seelen beschränken müssen. Einzelheiten über Schwebende Verhandlungen, von denen man sich' aber wenig verspricht, werden noch bekanntgegeben. Die Aussichten des Staatsprojektes, London, 15. Nov. „Manchester Guardian" bringt heute einen Leitartikel, der lebhaft für die Verwirklichung des Teilungsplanes unter 'veränderten Bedingungen eintritt, vorausgesetzt, daß die arabischen Einwohner durch großherzige Bedingungen in ein benachbartes arabisches Land transferiert werden könnten. Jede andere Lösung würde bedingen, daß die Juden dauernd eine Minderheit bilden, was von der jüdischen öffentlichen Meinung in Amerika und England bekämpft und auch von der Mandatkommission, die immer zu sehr heiklen und lästigen Fragen bereit sei, tingern gesehen werde. Das Blatt tritt dann stark für eine rasche Beendigung des gegenwärtigen Stadiums der Ungewißheit ein. Man müsse endlich entschlossen wählen: entweder dauernde jüdische'Minderheit oder freundschaftliche Verständigung zwischen Juden und Arabern, zu der vorläufig keine Aussicht bestehe, oder verbesserter Teilungsplan unter Transferierung der Araber. Hiesige politische Kreise sind der Meinung, daß die in einem Warschauer Blatte gebrachte Nachricht von einer vertraulichen Rede Ben Gurions, worin die Entschlossenheit der englischen Regierung zur Errichtung des jüdischen Staates behauptet und seine Realisierung binnen Jahresfrist in Aussicht gestellt wird, den Tatsachen weit voraus eilt. Die Chancen des Projektes sind im Gegenteil während der letzten Monate stark gesunkenf wenn auch das Cölonial Office vorläufig daran offiziell festhält. jewish Agency und Waad Leumi gegen jüdische Repressalien. Jerusalem, 16, Nov. Die Jewish Agency hat eine in scharfen Worten abgefaßte Proklamation erlassen, in der die vorgekommenen" Vergeltungsakte .als des jüdischen Volkes unwürdig und als schwere Schädigung der nationalen Interessen gebrandmarkt werden. Die Jewish Agency wird, so heißt es,in der Proklamation, sich aufs äußerste jedem Akt der Vergeltung an unschuldigen Menschen widersetzen, wodurch nicht nur der arabische Terrorismus verstärkt, sondern der moralische Ruf \der palästinensischen Judenheit herabgesetzt/ der politische* Kämpf gehindert und die Sicherheit des Landes .untergraben wird. In dem gleichen Sinne nahm der Waad Leumi im Rahmen einer Sitzung Stellung, an der auch Oberrabbiner Dr. Herzog teilnahm. Der Jerusalemer Stadtrat tagte unter Vorsitz des jüdischen Vizebürgermeisters» Daniel Auster, und unter Teilnahme der arabischen Stadträte. Er nahm einstimmig., eine Resolution an, die an die';I£i'nw(öhner Jerusalems 'äppelliert, von Akten; abzusehen, die zum .Blutvergießen führen und zu enormen ökonomischen Verlusten. Der Appell wird jedoch' 'nicht gemeinsam erlassen, sondern die arabischen und die jüdischen Stadträte unterzeichnen getrennte Aufrufe. Die verhafteten 24 Revisionisten sind zu sechsmonatlicher Einschließung in einem Konzentrationslager verurteilt worden. Sie werden vorerst im Jerusalemer Gefängnis untergebracht, da das Gefängnis in Acre überfüllt ist. Die Verhafteten unter 18 Jahren sollen heute wieder entlassen werden. Acht weitere Revisionisten wurden heute in Rechowoth und fünf in Haifa verhaftet, darunter ein Lehrer vom Haifaer Technikum, Sie wurden zu drei Monaten Gefängnis in Acre; verurteilt. Der Bürgermeister von Tel Awiw hat in Gemeinschaft mit den Bürgermeistern der jüdischen Kolonien beim Distriktsgouverneur gegen diö Verhaftung der Revisionisten Protest eingelegt. Sie wiesen darauf hin, daß unter den Verhafteten Besitzer von Orangerien sind, die in keiner Weise: politisch aktiv waren, ebenso Industrielle» Landwirte, ja sogar Knaben von' 14 Jahren." Die Kolonien,>in, denen die Verhaftungen stattfanden1, iswarjen bisher die friedlichsten;: Bezirke"'des Landes..; Der Distriktsgouverneur•;yersprach];;x(ie Beschwerde an den High Commissioner weiter- \ 1 : •:*:<■■*■ zugeben.;: '-b j' 'iiiff. Herren- und Berufskleidung, pf^U pm M tfß - KHo nfe k t i °'n;Hh;^F^&-fl-IV € -i ff-o Vvlie. r arbeit u.nj fr-- ...„^.Minute MAIER WW. ) 'a &; sue 9; 4 . der Konstabfer Wachp, . DAS LICHT DER EWIGKEIT ](M^Ml|R!ly,JJIP ä Rabb.•DrJ^ue•'^Iüii^;ik^böch.^; HERMOK GMBH., Frankfurt 1.11, broschiert JRM. 4.öb ^;Lw;b;d;;R$: g.oo^ r Schützenstt 12 Postsch. .19802 M III:!: ( I ii.fi

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.