Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1937)
- Date
- 1937-11-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 45 Der: I s r a e Iii 11. November 1937 Neue jüdische Opfer in Palästina. Aus Jerusalem wird unter dem 9. November berichtet; In einem 14 Kilometer von Jerusalem entfernten Steinbruch wurden am Dienstag fünf jüdische Landarbeiter durch Schüsse getötet. Einer von ihnen war ein Hilfspolizist, der jedoch wegen der Plötzlichkeit des Ueberfalles von seiner Schußwaffe nicht mehr Gebrauch machen konnte. Alle verfügbaren Truppen- und Polizeimannschaften Jerusalems sind für die Fahndung nach den Mördern eingesetzt worden. Die Operationen werden von dem Generalinspektor der Mandatspolizei, Rice, und General W a v e 11 geleitet. Flugzeuge und Spürhunde sind ebenfalls zu den Nachforschungen hinzugezogen wor- Jerusalem, 3. Nov. Wolkenbrüche haben in mehreren Teilen Südpalästinas Ueb er schwemmungen hervorgerufen. Unter der Wetterkatastrophe hatten auch Jaffa und Tel Awiw zu leiden, allerdings in bedeutend geringerem Ausmaß als bei der großen Ueberschwemmung im vergangenen Jahr. Teile der an Jaffa grenzenden Vorstädte von Tel Awiw sind unter Wasser gesetzt worden, einige leichte Wohnbaracken wurden von den Fluten fortgespült. In der Herzl-Straße mußte das Wasser durch Feuerwehr ausgepumpt werden, der Verkehr an der sonst sehr belebten Kreuzung mit der Straße nach Tel Awiw war stillgelegt. Le- Berlin, 9. November. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt auf Grund eines Aufsatzes im „British Medical Journal'; eine Zusammenfassung der in Großbritannien, den Dominions und den Kolonien gültigen Bestimmungen für die Niederlassung von Aerzten aus Deutschland mit. Aerzte aus Deutschland müssen die britische Qualifizierung erlangen, um zur Registrierung zugelassen zu werden. Nach einer Verfügung des britischen Innenministeriums vom Herren- und Berufskleidung, M a ß-K o n f e k t i o n 11273- Vera r be i t u n g den. Bisher ist es noch nicht gelungen, die Täter festzunehmen. Mehrere Ortschaften sind von englischen Truppen umstellt und werden sorgfältig durchsucht. * * Der ITA. wird berichtet.« Bei Kirjat Anawim ist am Dienstag Vormittag auf eine Gruppe von Mitgliedern der Kwuza Baamaleh, die sich zur Feldarbeit begaben, ein Feuerüberfall verübt worden. Sechs jüdische Arbeiter, Pucho wsky, Bar Giora, B a umgarten.Olischewski und M o r - duchowitz sowie der Hilfspolizist Jizchak M i i d a 1 wurden tödlich getroffen. (Man darf annehmen, daß beide Meldungen den gleichen Fall betreffen. Red.). bensgefahr für die Einwohner der Vorstädte-besteht nicht. In der Gegend von Beer Scheba sind neun Beduinen ertrunken, an der Grenze bei der Sinai-Halbinsel fünfzehn Beduinen mit ihrer Schafherde. Größere Ueberschwemmungen werden auch aus Transjordanien gemeldet, wo die Eisenbahnlinie Amman-Medina an drei Stellen zerstört worden ist. Die Palästinaregierung hat zur Unterstützung der Opfer der Ueberschwemmungen im Beer Schewa-Gebiet einen Betrag von 500 Pfund bewilligt. März 1935 wird jedoch ausländischen Aerzten der Aufenthalt in Großbritannien nur zum Zwecke des Studiums zur Erlangung der britischen Qualifizierung gestattet. Sie müssen sich verpflichten, nach der Qualifizierung nicht zur Ausübung der Praxis in Großbritannien zu bleiben, sondern das Land zu verlassen. Diese Verfügung bezieht sich auf alle ausländischen Aerzte. In ganz außergewöhnlichen Fällen und auf spezielle Empfehlung britischer Aerzte kann hervorragenden Spezialisten die Ausübung ihres Berufes in Großbritannien gestattet werdend Bis März 1935" wurden 148 Aerzte zur Ausübung der Praxis zugelassen. Es liegen im übrigen Bestimmungen über die Zulassung von ausländischen Aerzten aus 33 Dominien und Kolonien vor. v In Kenya bestehen keine Beschränkungen für jüdische Aerzte aus Deutschland. In NyaS' s a 1 a n d und N or d r h o d e s i e n werden Aerzte, die in Großbritannien, 'Britisch-Indien oder in den Kolonienregistriert; werden können, und diejenigen, die von irgendeiner Hochschule in Europa, USA. oder Japan qualifiziert sind und gleichzeitig in England registrieffähig wären, zugelassen. In S ü d r h o d e s i e n werden Aerzte init ausländischer Qualifikation zugelassen, wenn sie fünf Jahre Ausbildung im Britischen Reich oder zum Teil an einer anerkannten Hochschule des Auslandes hinter sich haben. ~ In Westaustrali e n werden jüdische Aerzte aus Deutschland nur zugelassen, wenn sie der Gesundheitsbehörde beweisen können, daß sie im Vereinigten Königreich registriert sind oder dort praktizieren dürfen. In Südaustralien wird jeder Fall individuell behandelt. Bewerber müssen persönlich erscheinen. In Nordaustralien können Inhaber von ausländischen Diplomen nur dann registriert werden, wenn sie auf Grund eines Examens zu Registrierung in einem britischen Dominion berechtigt sind. Aussichten auf Privatpraxis bestehen nicht, da alle Aerz|e Regierungsbeamte sind. In Neuseeland ermöglicht eine Qualifizierung, die zur Registrierung in Großbritannien, Südafrika und Australien führen würde, die Zulassung. Ausländische Aerzte, die praktizieren wollen, aber nicht die britische Qualifikation Besitzen, müssen um Registrierung nachsuchen. Wird der Antrag gebilligt, so dürfen sie an einem dreijährigen Spezialstudienkurs teilnehmen, der mit einem Examen abschließt. Weitere Bestimmungen über die Dominien und die britischen Kolonien sind durch den Hilfsverein zu erfahren. Zum Tode Ramsay Mac Donalds. London, 11. Nov. Der Trauer in England um Ramsay Mac- Donald schließen sich nicht allein Englands und Palästinas Juden an, das Judentum in der Welt betrauert in Mac Donald einen aufrichtigen Freund, Ramsay Mac Donald, der als Führer der Labourparty die Mühen und Nöte der Sehwachen kannte, wußte auch um die Not derer in der Welt, die auf der ewigen Suche nach einer Heimat sind. Als er 1924, fünf Jahre nach der Balfourdeklaration, als Ministerpräsident die höchste Stufe erlangte, wußte er, damals freilich unter weniger gespannten Verhältnissen als heute, auch den Verpflichtungen nachzukommen, die England aus Balfourdeklaration und Palästinamandat erwuchsen. Er wahrte aber die jüdischen Interessen Palästinas nicht allein aus einer übernommenen Verpflichtung heraus, sondern weil er, der Führer der Arbeiterpartei, ein ehrlicher und aufrichtiger Freund des Palästinaaufbaues, ein Bewunderer der jüdischen Arbeit im Nationalheim war. Er hatte bei jeder Gelegenheit seine Achtung vor Palästina und dem arbeitenden Volke im Lande der Bibel bekundet. Damit freilich auch dokumentiert, daß er die Rechte des jüdischen Volkes auf Palästina in erster Reihe aus dem Buche des G' 11 e s r e o h t e s ableitet. Das nach dem heiligen Lande ausschauende jüdische .Volk. auf dem Erdenrunde wird des großen und gerechten Staatsmannes Ramsay MaoDonald in Liebe und Dankbarkeit gedenken. -! Frau F. MAIER Ww. F ahrgas s o 9 4 1 Minute von der Konstabier Wache *- •>'.- DAS LICHT DER EWIGKEIT von Rabb. DivEIie Münk in Ansbach broschiert RM. 4.00 Lwb'd. RM. 5.00 VERLAG DES ISRAELIT BND HERMON GMBH., Frankfurt a. M. Schützenstr. 12 Postsch. 19802 Ueberschwemmungen in Süd-Palästina. In der arabischen und mohammedanischen Welt. Der gesetzgebende Rat in Transjordanien. — Die indischen Mohammedaner, — Der Mufti in Libanon« London, 7. November. Dem „Daily Telegraph" wird von seinem Berichterstatter in Jerusalem gemeldet, daß die Frage der Teilung Palästinas gegenwärtig im Mittelpunkt der Beratungen des Gesetzgebenden Rates von- Transjordanien stehe. In Transjordanien würde man die Eingliederung des Landes in einen größeren arabischen Staat begrüßen, da hiervon verbesserte Entwicklungsmöglichkeiten zu erwarten wären. Aus nationalistischen Gründen aber sei man gegen die Errichtung eines besonderen Judenstaates. Die Meldungen über eine Revolte in Transjordanien entsprechen, wie dem ,,Daily Telegraph"- weiter berichtet wird, nicht den Tatsachen. Richtig sei aber, daß kleinere Gruppen ratikal - nationalistischer Elemente aus Syrien heimlich nach Transjordanien gekommen sind, um sich mit Waffenschmuggel nach Palästina zu befassen. Diese Banden hätten versucht, Unruhen hervorzurufen. Ihre Bemühungen seien jedoch mißlungen. Auch in amtlichen Kreisen werden die Nachrichten über revolutionäre Unruhen in Transjordanien, auf eine Anfrage der ITA. auf das Entschiedenste dementiert. Die mohammedanischen Abgeordneten des Indischen Parlaments haben zur Lage in Palästina eine Erklärung veröffentlicht, in der den „arabischen Brüdern volle Sympathie in ihrem gegen eine große Uebermacht geführten schweren Kampf um den Schutz ihrer legitimen Rechte" ausgedrückt wird. Eine Teilung Palästinas sei undenkbar; der Plan empöre die mohammedanische Welt aufs tiefste. Sie verlangen, daß ganz Palästina den Arabern übergeben und das Mandat in derselben Weise beendet werde wie im Irak. » „Evening Standard" berichtet aus Jerusalem, daß der Mufti demnächst Beirut verlassen werde, um mit Zustimmung der französischen Behörden seinen ständigen Wohnsitz in der zehn Meilen nördlich von Beirut gelegenen Ortschaft D j o u n i c h zu nehmen. Die Familie des Mufti habe sich bereits nach dem neuen Wohnort begeben. Die Zulassung ausländischer Aerzte in Groß-Britannien und dem Empire.