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Der Israelit · 1937-11-11 · Heft 45 (11.11.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 45 (11.11.1937)
Date
1937-11-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Frankfurt a, M. 11. November 1937 7. Kislew 5698 Nummer 45 Keine politische Begrenzung der Palästina-Einwanderung. London, 4. Nov. . Kölonienminister Ormsby-Gore stellte im Un- '^rnause fest, daß die neue Einwanderungsverordnung für Palästina lediglich als eber- | a n g smaßnahme gedacht ist und keineswegs die Einführung einer politischen Höchstgrenze für die jüdische Einwanderung auf .die 'Dauer bedeutet. Der Minister bestreitet die Behauptung eines Abgeordneten, daß die Regierung den Vorschlag der Kgl. Kommission, eine „politische Höchstgrenze", der jüdischen Einwanderung für die nächsten fünf Jahre einzuführen, angenommen habe. Die Empfehlung der Kgl, Kommission zugunsten eines solchen Vorschlages faßte die unbegrenzte Fortdauer des bestehenden Mandates ins Auge; die Kommission hat keine Vorschläge zur Regelung der Einwanderung während der Zwischenzeit zwischen der Veröffentlichung des Berichtes und'dem endgültigen Beschluß, das -Mandat zu, beenden und ein Vertragssystem auf der. Grundlage der Dreiteilung des Landes einzuführen, gemacht. Da im August eine neue Arbe^er-Einwänderungsschedule fällig war, und eine' sofortige^.Entscheidung getroffen werden mußtej; i hat sich ^die Regierung Seiner Majestät berechtigt, geglaubt,; die jüdische Einwanderung aller Kategorien für die acht Monate von August 1937 bis März 1938 auf insgesamt 8000 Einwanderer als reine Uebergangsmaßnahme zu begrenzen.; Was die später getroffenen Regelungen betrifft, so zitierte der Minister die Erklärung des Außenministers bei der letzten Tagung des - Völkerbundsrates.? Dieser sagte: „Die Ständige Mandatskommission hat auf die Einschränkung der jüdischen Einwanderung auf insgesamt 8000 Personen während der nächsten acht Monate aufmerksam gemacht. Dies ist, Wie die Kommission anerkannt hat, eine rein zeitweilige Maßnahme, die getroffen wurde, um zeitweiligen und außerordentlichen' Bedingungen zu entsprechen: Was nach dem Verstreichen der achtmonatigen Frist, also nach dem 3.1. März 1938zu geschehen hat, muß notwendigerweise von den Fortschritten abfhängen, die inzwischen mit dem Teilungsplan gemächt wurden. Hat der Plan- bis .dahindas Stadium provisorischer Annahme ßrreicht, dann wird offenkundig die gesamte Frage der Einwanderung i$;> ihren Auswirkungen auf das arabische ■; und: das jüdische Gebiet' auf neuer Grundlage ,:er;wojgeh ■. ■. werden müssei ■\i i ni'i Die Mandatskommission verschiebt die Beratung der ^alästinap "■'^SfffA -;s Gealf , 8. Novi Die;|(33.:: Tagung; der j!S t ändig en M andat sk!ommis si on ist am 8. November in Genf üiter : dem Vorsitz ihres Vizepräsidenten. h- Prof. William Rappard, eröffnet worden. Prof. Rappard behandelte in seinen einleitenden Worten auch die Lage in Palästina. Er gab einen genauen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand in der Behandlung des Palästinaproblems auf Grund der Debatten im Völkerbundsrat, in der Völkerbundsversammlung und in den Kommissionen des Völkerbundes. Die Mandatskommission hat beschlossen, die für die jetzige Tagung vorgesehene Behandlung einer Reihe von Petitionen, die sich auf Palästina beziehen, bis zum nächsten Frühjahr zu verschieben, Unter diesen Petitionen befindet sich auch eine, die der jetzt verbannte Vorsitzende des Obersten Arabischen Komitees, Dschemäl el Husseini, dem Völker- ■ ) bund unterbreitet hat. Diese Petition beschäftigt sich u. a. mit einer Rede, die der Vorsitzende der Zionistischen Organisation Amerikas, Dr. Stephen S. Wise, auf dem letzten Zionistenkongreß gehalten hat. Aus dem Inhalt: Neue Opfer in Palästina .... Seite 2 u. 9 Ausländische Aerzte in Großbritannien Seite 2 Zum Tode Ramsay MacDonalds . . Seite 2 Wochenrundschau .........Seite 4 Aufgabe der jüdischen Frau. Von Rabb. Wolf Jacobson .... Seite 4 Um Zions willen. Von Saly Geis, Jerusalem Seite 5 Ehrung für Rabb. Dr. E. Münk . . Seite 5 Zum 10.. Jahrzeitstag von Rabb. Dr. E. Carlebach .........Seite 6 Berichte aus Polen Erez Israel . . . . . . Seite 7 . . . Seite 9 Zur Westeuropäischen Agudakonierenz in Paris, Chofez Chajim konnte bekanntermaßen sein Lebtag nicht über* die Tatsache hinwegkommen, daß der Westen Europas, früher Sitz und Zentrum des jüdischen Geistes, in solche Thoraarmut geraten konnte. Er empfand es nahezu als physischen Schmerz, die Feststellung des Talmuds n^.^toK Vj?.mm» minnmit dieser geistigen Verödung desavouiert zu sehen und suchte schließlich seine Zuflucht zu einer sprachlichen Deutung, mtna, sagte er, heiße nicht „sich festsetzen", sondern -nur „ such e n ". Man könne auch etwas suchen, ohne es zu finden, man könne ein altes Domizil aufsuchen und es besetzt finden, so daß man gezwungen sei, woanders sich um ein Obdach umzusehen. Mutter Thora, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, in den Westländern, in der Heimat des Rabbi Meir von Rottenberg, des „Rosch", in der Heimat von Raschi und 'der Tossefisten, alle Plätze von den Kindern des. neuen Geistes, der „Aufklärung",, der „jüdischen. Wissenschaft", der Reform besetzt fand, ging von dannen und schlug ihr_ Zelt anderswo, iii Polen, in Litauen, in Ungarn, auf. Ob sie nqch jemals ihre alte Herberge wieder aufsucht? Eine' Mutter trägt ihren Kindern: nie etwas; nach. Sie kommt immer wieder, so sie; gerufen .wird und auf Aufnahme, rechnen kann., r^'; , Als wir; s aus dem Munde des,; Ghofez Chajim auf der ersten Kenessio Gedaulo in Wien 1923 diesen Stoßseufzer, ein wenig umstrahlt von leider unbestimmter Hoffnung, vernahmen, war dort noch keine französische Delegation anwesend, um jener unbestimmten Hoffnung eine Stütze zu geben. Auf der dritten Kenessio in Marienbad sahen wir eine Pariser Delegation, bestehend aus Männern, die mit zu unseren Besten gehören. Und noch mehr: In Auswirkung dieser K. G. konnten wir es jetzt wagen, in Paris - eine große Agudakonferenz abzuhalten, die, vornehmlich organisatorischen Problemen der westeuropäischen Aguda gewidmet, doch darüber hinaus den Agudagedanken schlechthin in alle jüdischen Bezirke der Stadt hineintrug; konnten es erleben, daß im Anschluß an diese mehr interne Konferenz eine ö f f e n 11 i c h e V e r s a m m*l u n g in einem der schönsten Säle aus allen Schichten der Pariser Judenheit, auch von offiziellen Vertretern der in Paris domizilierenden jüdischen - Organisationen, besucht war. Hunderte lauschten mit Aufmerksamkeit und Interesse den Worten besonders der Redner, die über Wesen und Programm der Agudas Jisroel, über die dritte Kenessio Gedaulo und über Erez Israel etwas zu sagen hatten. Es wäre freilich vermessen zu sagen, daß die Zweihunderttäusendgemeinde der Residenz im Lichtpunkte Europas schon für . die Aguda öder auch nur für das positive Judentum erobert sei. Wir berichteten es vor kurzem bereits an anderer Stelle, wie heterogen sich die (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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